Teil 4) Dirk Löther ist ein gut vernetzter thüringer Polizist

Dirk Löther ist ein hochrangiger Polizeibeamter, der in Thüringen eine Bilderbuch-Karriere hinlegte. Er war im thüringer Innenministerium (TIM) als Sachbearbeiter „Staatsschutz“ eingesetzt, dann ging er nach dem Studium als Leitungsbeamter ins Landeskriminalamt (LKA) und zurück ins TIM. Dabei kam er sowohl mit Rechtsextremismus, der organisierten Kriminalität wie auch mit der Ceska-Mordserie in Kontakt.

Der Name Löther ist in den vorherigen Artikeln bereits zweimal gefallen.

Zum einen nannte Michael Menzel seinen Namen als Zeugen: Er wäre 2001 zusammen mit Löther zu den Beamten Andreas Gersthofer und Elmar Mösezahl gefahren. Er hätte Menzel begleitet, weil Sachbearbeiter „dann die Arbeit machen“ müssen. Menzel und Löther waren in dem Moment für die Polizeiabteilung des Innenministerium tätig.  Laut Menzel könnte Löther daher seine Version bestätigen. Löther hätte das Gespräch mit den beiden Kollegen protokolliert, einen Vermerk und eine Anzeige geschrieben.

„Diesen Vermerk, den der Kollege Löther, denke ich mal, geschrieben hat oder ich, der ist garantiert an dieser Akte zur Staatsanwaltschaft mitgegangen, (…).“

„Ich habe doch gesagt, der Sachbearbeiter Löther hat nach meinem Erinnerungsvermögen das Protokoll noch geschrieben und wir haben das zur Staatsanwaltschaft geschickt und haben dern Herrn Richter berichtet, dass das jetzt zur Staatsanwaltschaft geht.“

„Haben Sie auch selber dann die Anzeige gefertigt?
Herr Menzel:
Frau Marx, da kann ich mich nicht ganz genau erinnern. Ich meine, das hat der Kollege Löther gemacht als Sachbearbeiter. Und wir haben diese Anzeige, ich denke mal, auf dem Postweg der Staatsanwaltschaft zugeleitet.“

Nach seiner Zeit im TIM ging Löther zum thüringer LKA. Er war Leiter der Spezialeinheiten. Am 03.04.2007 nahm er an der Informationsveranstaltung der BAO „Bosporus“ teil, die über die Ceska-Mordserie informiert. Löther war dort als Vertreter des Abteilungsleiters 3 vom LKA, obwohl er als Leiter der Spezialeinheiten nichts mit Tatortarbeit zu tun hatte. Seine Aufgaben waren Observationen und Zugriffe auf bewaffnete Täter.

„Im Nachgang habe ich nichts damit zu tun gehabt, weil ich halt, wie gesagt, Leiter der Spezialeinheiten war und dort für Einsatzlagen, Observation und Ähnliches zuständig war und Zugriff von bewaffneten Tätern, aber nicht für die Tatortarbeit oder Ähnliches.“

Dirk Löther sagte dem thüringer Untersuchungsausschuss (tU-Ausschuss), dass er mit Rechtsextremismus beruflich zu tun hatte, da er im Ministerium die Urlaubsvertretung für Herrn Trilus übernahm.

„… in der Zeit von 2000, bis ich zur Polizeiführungsakademie gegangen bin, Sachbearbeiter in meinem heutigen Referat, damaligen Referat „Kriminalitätsbekämpfung/Prävention“ und für den Herrn Trilus, der als Zeuge hier schon aufgetreten ist, habe ich nicht regelmäßig, aber doch ab und zu als Sachbearbeiter die Urlaubsvertretung gemacht, so dass ich also, wenn er im Urlaub war, Gremienbearbeitung und Ähnliches auch im Themenfeld Rechtsextremismus bearbeitet habe.“

Er arbeitete u. a. auch mit dem Leiter der Kriminalpolizei in Saalfeld zusammen, Herrn Schnelle.

„Herr Schnelle war ja Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld und in dem Zusammenhang, die Dienst- und Fachaufsicht, jedenfalls überwiegend, über die damalige Mittelbehörde hat das Ministerium ausgeübt und fachlich das Referat, in dem ich gearbeitet habe. Da haben wir zusammengearbeitet und im Übrigen dann natürlich auch als Leiter Spezialeinheiten, wenn ich die entsprechenden Dienststellen, so auch die KPI Saalfeld, in irgendwelchen Einsätzen unterstützt habe.“

So kannte Löther auch Uwe Möller, der schon 2007 einen Zusammenhang zwischen der Ceska-Mordserie und dem Heilbronner Polizistenmord erkannte.

Abg. König:
Kennen Sie den Uwe Möller aus Saalfeld?
Herr Löther:
Wenn das der ehemalige SB 12 ist, dann kenne ich ihn.
Abg. König:
Was ist SB 12?
Herr Löther:
SB 12 ist der Sachbearbeiter, der für Kriminalitätsbekämpfung zuständig ist, und da hatte ich mit dem dienstlich auch zu tun auf regelmäßigen, meistens monatlichen oder vierteljährlichen Veranstaltungen, also Arbeitsberatungen.“

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