Teil 6: Wurden Dienstwaffen erst Minuten nach dem Überfall geraubt?

Beim Heilbronner Polizistenüberfall wurden der erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter (MK) und dem schwer verletzten Martin Arnold u. a. die Dienstwaffen entwendet. Wann erfolgte der Raub der Gegenstände?

Der erste Augenzeuge, ein Fahrradfahrer, sah gegen 14:00, dass MK mit dem Oberkörper aus dem Streifenwagen hing. Nachdem er einen am Bahnhof wartenden Taxifahrer benachrichtigte, fuhr ein Taxler mit Beifahrerin zur Theresienwiese. Diese zwei Zeugen bezeugen übereinstimmend, dass gegen 14:15 Kiesewetter neben dem Streifenwagen lag, die Füße noch in den Fahrraum liegend. Der kurz darauf eingetroffene Polizist Joachim T. sagte dagegen aus, dass Kiesewetter von ihm aus dem Wagen gehoben worden wäre. Dies wiederholte er auch als Zeuge im NSU-Prozess.

Am 28.05.08 sendete Aktenzeichen XY-ungelöst eine Stellungsnahme des damaligen Chefs der Sonderkommission Parkplatz Frank Huber: „Kollegen mit denen man zuvor noch Kontakt hatte, lagen nun blutüberströmt mit Kopfschüssen neben dem Fahrzeug.“

Radfahrer

„8.1.7 Michael Karl W.
Der Zeuge W. gab an, dass er am 25.04.2007, gegen 14:00 Uhr von seiner Dienststelle (JVA Heilbronn) mit dem Fahrrad nach Hause gefahren sei. Hierzu befuhr er den Radweg entlang der Eisenbahnbrücke vom Bahnhof Heilbronn Richtung Böckingen. Gegen 14:10 Uhr sei er am Tatort vorbeigekommen. An dem Verteilerhäuschen bemerkte er einen rückwärts eingeparkten Streifenwagen, bei dem die Fahrertüre halb geöffnet gewesen sei. In der geöffneten Türe sah er einen sackähnlichen Gegenstand, den er aber nicht als Person wahrgenommen habe.“

„8.1.1 Peter S.
Der Zeuge Peter S. befuhr am Mittwoch, den 25.04.2007, nach 14.00 Uhr mit seinem Fahrrad den Radweg entlang der Eisenbahnbrücke von Heilbronn-Böckingen kommend in Fahrtrichtung des Hauptbahnhofes Heilbronn. Auf Höhe der Theresienwiese wurde er auf einen Streifenwagen aufmerksam, der neben dem ZEAG Stromverteilergebäude auf der Theresienwiese abgestellt war. Aus dem Augenwinkel heraus sah er, dass die Fahrertür des Streifenwagens geöffnet war und „etwas“ aus der Tür heraus hing. Um sich zu vergewissern wendete er sein Fahrrad und fuhr nochmals zu der besagten Stelle zurück. Von seinem Standort aus, etwa 20 m vom Polizeifahrzeug entfernt, konnte er dann erkennen, dass offensichtlich ein Polizeibeamter mit blutverschmiertem Hemd aus der geöffneten Fahrertür heraus hing.“

Taxifahrer

Der Fahrradfahrer fuhr zum Taxistand am Bahnhof. Ein Taxi fuhr daraufhin zur Theresienwiese. Fahrer und Beifahrerin bezeugen, dass MK neben dem Fahrzeug lag.

„Marianne Barbara H.
Die Zeugin H. gab an, dass sie mitbekommen habe, wie ein Radfahrer sehr aufgeregt zu ihrem Taxistand am Bahnhof gekommen sei und ihrem Kollegen Mustafa K. erzählt habe, dass im Bereich der Theresienwiese ein Streifenfahrzeug der Polizei stehe und zwei schwerverletzte Polizisten auf dem Boden liegen würden. Mustafa habe daraufhin sofort über sein Handy mit der Polizei Verbindung aufgenommen. Sie habe dies dann ihrem Kollegen Ralf D. erzählt, der gerade mit seinem Taxi zum Taxistand gekommen sei. Ralf habe sie aufgefordert, zu ihm ins Fahrzeug zu steigen, weil er sich vergewissern wollte, ob dies stimme. Nur kurze Zeit später seien sie mit ihrem Fahrzeug auf der Theresienwiese angekommen. An dem Streifenfahrzeug bei der Trafostation seien beide Türen offen gestanden. Sie habe auch die beiden Polizeibeamten am Boden liegen sehen.

8.1.3 Ralf D.
Der Taxifahrer Ralf D. hatte von seiner Kollegin H. erfahren, dass ein Radfahrer zu ihnen an den Taxistand gekommen sei und mitgeteilt habe, dass auf der Theresienwiese ein Streifenwagen stehe und Polizeibeamte erschossen worden seien.
Aus diesem Grunde habe er seine Kollegin aufgefordert, zu ihm ins Taxi einzusteigen und ihn zu begleiten. Auf direktem Weg seien sie zur Theresienwiese gefahren. Als sie dort angekommen seien, habe er unmittelbar neben der Trafostation ein Polizeifahrzeug gesehen, an dem beide Türen geöffnet gewesen seien. Als er sein Taxi abgestellt hatte, habe er gesehen, dass auf der Fahrerseite ein Polizist auf dem Boden gelegen habe. Auf der Beifahrerseite habe eine Polizeibeamtin gelegen, deren Füße jedoch noch ins Fahrzeuginnere ragten. Unmittelbar nach seinem Eintreffen am Tatort habe er die Polizei über sein Handy angerufen und den von ihm festgestellten Sachverhalt mitgeteilt. Kurze Zeit danach sei der erste Streifenwagen am Tatort eingetroffen. Ihm seien sonst keine Personen im Bereich des Tatorts aufgefallen.“

Eine weitere Augenzeugin Hermina Z. bestätigte teilweise die Aussage der Taxifahrer: Sie sah MK außerhalb des Fahrzeuges liegen, als die erste Polizeistreife ankam. Der Taxifahrer zeigte den ankommenden Polizisten den Tatort. Ein Polizist ging zu MK und legte ihr seine Hand auf den Kopf, ging zu MA und kommentierte „Scheiße, Scheiße“.

„Am Freitag, den 8.06.2007, um 10.45 Uhr, wird die verheiratete Krankenschwester Hermina ZABORAC, geb. CRNIC,
geb. 22.02.1951 in Mrkopalj/Kroatien

Frage: Wo genau sind Sie gestanden, als Sie die Tote gesehen haben?

Von mir aus gesehen befand sich der Einsatzwagen der getöteten Polizistin 20 m schräg rechts von mir. Ich habe gesehen, dass dort auch noch ein Taxi mit offenen
Türen stand. Der Taxifahrer ging auf den heraneilenden Polizisten zu und hat ihm das gezeigt. Ich selbst habe an dem stehenden Polizeifahrzeug nur sehen können,
dass die Fahrertüre etwas geöffnet war (Frau Zaborac zeigt mit den Händen einen Spalt von ca. 30 cm an). Ich sah dann einen Polizisten, ich kann nicht sagen, ob die Person männlich oder weiblich war, ich meine die Füße der Person waren noch im
Fahrzeug drin. Der Oberkörper war einschließlich dem Gesäß aus dem Auto rausgekippt, ich kann aber nicht mehr, sagen, ob der Körper nach vorne oder nach hinten verlagert war.(…)

Frage: Was haben die Kollegen gemacht, welche zuerst an den Tatort gekommen sind?

Ich kann mich an einen Polizisten erinnern, der aus dem Auto kam. Ich weiß auch nicht mehr, ob die zu zweit waren oder nicht. Dieser Polizist ist zuerst zu der Polizistin gerannt und hat sie am Kopf angefasst. Dann ist er um das Auto auf die Beifahrerseite gerannt und hat dort wahrscheinlich den anderen Polizisten gesehen. Ich hörte dann wie er noch „Scheiße, Scheiße“ sagte und dann mit seinem Handy telefonierte. Dann habe ich für mich gedacht, dass das eigentlich ernst sein muss.“

Dazu im Gegensatz verfasste der zuerst am Tatort eingetroffene Polizist Joachim T. einen Aktenvermerk, in den Abendstunden des 25.04.07. Darin beschreibt er, dass ihn ein Taxifahrer am Tatort einwies. Bei der Anfahrt hätte er bereits gesehen, dass beide überfallene Kollegen aus dem Streifenwagen mit den Oberkörpern hingen. MK wäre von ihm aus den Wagen gehoben worden, ihre Füße verblieben im Fahrzeug.

„Beide Türen waren geöffnet. Man konnte bereits von weitem sehen, dass beide Kollegen mit dem Obekörper aus dem Dienst-Kfz GP-3464 hingen. (…) Bei der Anfahrt zum Tatort, ca. 50m vor dem Gebäude wies ein Taxifahrer mit Handzeichen auf den Streifenwagen. Auf eine Personalienfeststellung wurde aufgrund der dringlichen Situation verzichtet. (…) Die Kollegin wurde vom Uz. teilweise aus dem Fahrzeug gezogen (Füße verblieben im Fahrzeug)und der Oberkörper auf den Boden rücklings abgelegt.“ (Ordner 21, S. 15, Tgb.Nr. : 4234/07)

Die Sonderkommission (Soko) „Parkplatz“ bestätigte diese Darstellung nicht, im Gegenteil: Am 28.05.08 sendete Aktenzeichen XY-ungelöst einen Zeugenaufruf, anwesend im Studio war sogar der Leiter der Soko Frank Huber, der sagte: 

„Kollegen mit denen man zuvor noch Kontakt hatte, lagen nun blutüberströmt mit Kopfschüssen neben dem Fahrzeug.“

In der Sendung heißt es, dass MK außerhalb des Wagens lag, von Anfang an. Die Aussage des Fahrradfahrers wird dafür falsch wiedergegeben: Er hätte gesehen, dass Kiesewetter außerhalb lag, was nicht stimmt.

In den Ermittlungsakten Nr. 9, 10, 11 und 12 sind die Befragungen just von den zwei Beamten nicht enthalten, die als erstes am Tatort eintragen: Joachim T. und Kerstin K..

Der unmittelbar nach Joachim T. eingetroffene Tobias S. sagte in seiner Befragung am 22.12.2010, dass Joachim T. MK aus dem Wagen gehoben hätte. Dies kann er jedoch nicht selbst gesehen haben, da er zuerst die Zufahrt zur Theresienwiese absperrte, bevor er überhaupt zum Tatort lief.

„Wir sind als die ersten beiden Streifen an der Theresienwiese eingetroffen. Kollegin K. und Kollege T. sind direkt zu den Opfern gefahren. Kollege R. und ich haben die Zufahrt von der Theresienstraße her kommend abgesperrt. Ich bin dann auch in Richtung Trafohäuschen zum Tatort gelaufen, bis zum Streifenwagen der Kollegen K. und T.. Das war so ca. 5 m vom Opferfahrzeug entfernt. Kollege T. hat sich um die Fahrerin also Michele KIESEWETTER gekümmert und sie aus dem Auto geholt.“

Der Beamte Joachim T. wiederholte am 16.01.15 im NSU-Prozess seine schriftliche Darstellung: Er hätte MK aus dem Wagen gehoben.

„THOMAS Ich bin um 14.18 Uhr informiert worden: Zwei Kollegen liegen erschossen am Streifenwagen. Bei der Anfahrt auf die Theresienwiese sahen wir ein Taxi am Stromhäuschen, der Fahrer zeigte auf den Streifenwagen. Man sah schon die offenen Türen. Ich bin auf die Fahrerseite, wo die Kollegin Kiesewetter kopfüber heraushing. Ich sah, dass sie vermutlich einen Kopfschuss hatte, und habe die Schutzweste und ihr Hemd aufgerissen, um ihr das Atmen zu erleichtern. Sie hat die Augen aufgeschlagen. Ein Rettungssanitäter versuchte kurz, sie zu beatmen. Aber schon nach ein paar Sekunden war klar, dass er nichts mehr für sie tun konnte.“ (sz)

Als MK später nochmals umgelagert wurde, wäre ihr Handy runtergefallen.

„G.: Haben Sie noch etwas gefunden, Handy oder so?
T.: Ja, nachdem wir die Kollegin Kiesewetter nochmal verlagert haben, fiel ihr Handy runter, ob sie es aber in der Hand oder im Schoß hatte, kann ich nicht sagen. Beide Dienstwaffen fehlten.“ (BR)

Warum fiel ihr Handy nicht bereits zu dem Zeitpunkt runter, als Thomas sie aus dem Fahrzeug hob? Die Tatortfotos zeigen, dass MK´s Handy direkt neben ihrer Hand lag. Wie konnte ihr Handy dann bei der zweiten Umlagerung irgendwie runterfallen?

Dazu im Gegensatz bezeugte seine damalige Streifenpartnerin Kerstin K. im NSU-Prozess, dass MK bereits neben dem Fahrzeug lag, als sie ankamen.

„G.: Wie lagen die Opfer?
K.: Die Kollegin lag draußen, der Kollege hatte die Füße noch im Auto, lag auf dem Rücken, seine Zigaretten und seine Sonnenbrille lagen da noch. Der Kollege hat am Kopf geblutet. Beim Kollegen haben wir die Schutzweste und das Hemd aufgemacht, die Kollegin ist später auf die Seite getragen worden.“ (br)

Warum sollte die Soko vertuschen, dass MK vor Eintreffen der ersten Streife umgelagert wurde? Etwa weil die eigenen Kollegen u. a. die Waffen entnommen haben? Hatte MK im Zuge eines besonderen Einsatzes, der vertuscht werden sollte, besondere Ausrüstungsgegenstände erhalten?

Ein dubioser Zeuge

Zu dem „Agententreff Theresienwiese“ passt der Zeuge Jamil-Ahmad Chehade. Er war Vertreter der libanesischen „Amal-Bewegung“ und stand deshalb im Kontakt zum Geheimdienst „Verfassungsschutz“.

„Vorsitzender Wolfgang Drexler: Waren Sie am 25. April mit einem Vertreter einer deutschen Sicherheitsbehörde, mit dem Verfassungsschutz verabredet?

Z. J. C.: An diesem Tag?

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Ja. Weil Sie genau fragen „an diesem Tag“: Sind Sie sonst verabredet?

Z. J. C.: Vorher schon.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Vorher schon, gut, aber nicht an diesem Tag und nicht auf der Theresienwiese?

Z. J. C.: Nein.“

Ausgerechnet in der Zwischenzeit, in der Zeit als der Fahrradfahrer die Taxifahrer informierte und dem Eintreffen der ersten Streife, wäre er am Tatort anwesend gewesen und hätte Beobachtungen gemacht. Er hätte den Waffenraub sehen können.

In seiner ersten Aussagen am 26.04.07 sagte er, dass MK außerhalb des Wagens lag. Dann wäre ein Taxi mit hoher Geschwindigkeit auf die Theresienwiese gefahren und wieder wegfahren. Erst anschließend kam die erste Polizeistreife.

„Er sei dann zu dem Streifenwagen gelaufen und habe
beim näherkommen erkannt, dass auf dem Boden eine Polizistin gelegen sei. Sie sei mit dem Körper außerhalb des Streifenwagens gelegen. Ihre Füße hätten sich noch im Fußraum befunden. Er sei dann um das Fahrzeug herumgegangen und habe gesehen, dass ein weiterer Polizeibeamter wie seine Kollegin auf dem Boden gelegen habe. Er habe festgestellt, dass die Polizeibeamtin nicht mehr atmete, der andere Polizeibeamte habe noch geatmet. Kurze Zeit später seien dann weitere Streifenwagen mit Martinshorn gekommen und eine Polizeibeamtin hätte ihn weggeschickt. (…)

Er wurde am 22.04.09 nochmals vernommen. Auf einmal sagte er, dass MK noch im Wagen sass und der Oberkörper aus der geöffneten Türe heraushing.

„Bei einer erneuten Vernehmung am 22.04.2009 wiederholte er die Aussage über die von ihm beobachtete Fahrt des Taxis, das zunächst mit hoher Geschwindigkeit auf die Theresienwiese einfuhr und nach kurzer Zeit wieder wegfuhr. Im Gegensatz zu seinen früher gemachten Angaben gab der Zeuge jetzt an, dass das Taxi die Theresienwiese auch mit hoher Geschwindigkeit verlassen hatte. Auch relativierte er in seiner letzten Aussage die von ihm beobachtete Lage der getöteten Polizeibeamtin. Nunmehr gab er an, dass sie lediglich mit dem Oberkörper aus dem Fahrzeug hing, allerdings noch auf dem Fahrersitz gesessen habe. Möglicherweise sei er bei den ersten Vernehmungen nicht richtig verstanden worden.“

Der bayerische Rundfunk interviewte ihn Anfang 2012. Hier sagte er, dass MK außerhalb des Wagens lag.

„Ich habe so das Auto von allen Seiten gesehen, habe ich  gesehen, dass zwei Polizisten auf dem Boden lagen und die Pistolen waren weg.“ (report münchen)

In seiner Zeugenaussage beim NSU-Prozess bezeugte er am 22.01.2014, dass Kiesewetter aus dem Auto heraushang!

„Er habe ein Polizeiauto mit offenen Türen gesehen, bei dem, so dachte er zunächst, gelbe Kartons stünden. Er sei dann weiter gegangen. Auf dem Platz sei gerade eine Fiesta aufgebaut worden. Erst jetzt habe er sehen können, dass die vermeintlichen Kartons die gelben Hemden von Polizisten waren, die aus dem Auto hingen. Er sei dem Auto nahe gekommen: habe die Polizei rufen wollen, die sei aber schon da gewesen. Man habe ihm gesagt, er solle weggehen. Das sei etwa um 14 Uhr gewesen. Er sei genau neben dem Auto, ein paar Meter entfernt gestanden und gesehen, dass die Waffe der Polizistin gefehlt habe. Das Auto sei rückwärts zum Fluss geparkt, die Türen offen gewesen, die Polizistin sei herausgehangen.“ (nsu-watch)

In seiner Aussage im baden-württemberger Ausschuss bezeugte er irgendwie beide Versionen, ohne dass dies den Abgeordneten auffiel: MK hing aus dem Auto und lag „vom Auto weg“ .

„Vorsitzender Wolfgang Drexler: So weit sind Sie gelaufen?

Z. J. C.: Ja, und dann habe ich gesehen: Da sind zwei Polizisten, die liegen vom Auto weg. Dann bin ich halt nahe gekommen. (…) Und dann wollte ich eigentlich die Polizei anrufen, aber in diesem Moment kamen schon die Polizisten, also viele Autos, zehn, 15 Autos von überall, Hubschrauber.“

„Vorsitzender Wolfgang Drexler: Gut. – Dann sind Sie runtergelaufen bis in die Nähe des Fahrzeugs. Wie nah waren Sie dann an dem Polizeifahrzeug dran?

Z. J. C.: So 2 m.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: 2 m. Und was haben Sie da dann festgestellt?

Z. J. C.: Ja, da sind zwei Polizistinnen aus den Plätzen raus. Ihre Körper hängen raus, und ihre Hände sind an Waffen, aber dass es keine Waffe da gab.“

Er konnte das Fahrzeug, welches in die Theresienwiese fuhr, nicht erkennen. Es war zu verstaubt.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Gut, darauf kommen wir noch. – Was ist denn passiert, als Sie an dem Polizeifahrzeug waren? Ist da noch ein weiteres Fahrzeug gekommen? Das erzählen Sie jetzt gerade gar nicht.

Z. J. C.: Nein, die weiteren, das habe ich schon vorher gesehen. Von vorne, von hier ist ein Auto gekommen, rein und wieder raus.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Da wir nicht dabei waren – Sie waren da –, wollen wir einfach wissen: Wann war was? Wann haben Sie dieses weitere Fahrzeug gesehen, und was war das für ein Fahrzeug?

Z. J. C.: Ich meine, das war Staub, der ist hier, im Staub, gefahren, von hier bis zum Trafo, und dann wieder zurückgefahren.“

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Und was war das für ein Fahrzeug?

Z. J. C.: Das war durch Staub nicht zu sehen.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Sie haben irgendwann mal gesagt, es sei ein Taxi gewesen.

Z. J. C.: So ähnlich, so von der Farbe her, aber ob es ein Taxi war oder nicht – – Ich meine, das war – –

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Sie haben kein Taxischild bemerkt obendrauf?

Z. J. C.: Nein, das war Staub. Die sind im Staub rein und im Staub raus. Das hat so viel hinter sich – – also eine Wolke.

Abg. Matthias Pröfrock CDU: Können Sie uns noch mal sagen, wie lange das gedauert hat zwischen dem Davonfahren des Taxis, bis dann die Polizeifahrzeuge eingetroffen
sind?

Z. J. C.: So ungefähr vier Minuten, drei, vier Minuten, denn ich bin hier gelaufen, bis hierher. Da bin ich rein, umgeschaut, Auto, und dann wieder zurück, und dann kam die Polizei.“

Seine Personalien wurden nicht am Tatort aufgenommen, sondern während einer Kontrolle in Tatortnähe.

„Vorsitzender Wolfgang Drexler: Nein, nein. Sie haben sich mit der Polizei in Verbindung gesetzt, und dann hat man mit Ihnen einen Vernehmungstermin vor Ort bei der Theresienwiese vereinbart, denn die Polizei kannte Sie ja gar nicht.

Z. J. C.: Doch. Ich habe gesagt, nachmittags wollte ich in die Stadt laufen, und dann hat die Polizei Sperre und Kontrolle gemacht und hat mich gefragt, ob ich etwas gesehen habe. Ich habe Ihnen ja gesagt, dass erst nachmittags – – Und dann hat sie meinen Namen, Adresse und Telefonnummer und alles genommen.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Und das war in der Innenstadt?

Z. J. C.: Nein, das war genau an dem Eingang von der Brücke, also vor dem Fluss. Das hat die Sperre gemacht für das ganze Gebiet.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Ja, und wann haben Sie das dann der Polizei gesagt? Am Nachmittag?

Z. J. C.: Am Nachmittag, ja.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Was heißt das: am Nachmittag?

Z. J. C.: So gegen 16 Uhr, 17 Uhr so.“

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