Starb Lukasz Urban im Fahrerhaus, während sein LKW vom Breitscheidplatz abgeschleppt wurde?

Zwar gibt es jetzt einen dringend Tatverdächtigen – der IS-Terrorist Anis Amri wurde jedoch erschossen. Was sich im Fahrerhaus des Terror-LKW´s abspielte, ist dagegen ungeklärt. Der „Tagesspiegel“ stützt sich auf „unbestätigte“ Berichte der „BILD“-Zeitung und schreibt: Der LKW-Fahrer Lukasz Urban hätte bereits „einige Stunden“ vor dem Terroranschlag einen Kopfschuss erlitten – daran gestorben könnte er erst unmittelbar während der Tat sein! Das hätte die Obduktion ergeben.

„Die Zeitung schreibt weiter, nach den Obduktionsergebnissen sei es möglich, dass Urban zum Zeitpunkt des Anschlages noch gelebt habe. Die Mediziner würden aber ausschließen, dass er in der Lage gewesen ist, bewusst zu handeln.“

„Ein Sprecher des Generalbundesanwalts (…) wollte den Bericht der Bild-Zeitung nicht kommentieren. „Wir werden das weder bestätigen noch dementieren“, sagte er am Dienstag dem Tagesspiegel.“

Wenn diese Meldung stimmt, stellen sich die Fragen:

  • Untersuchten medizinische Rettungskräfte Lukasz Urban und versuchten ihn zu retten? Wurde sein Tod und sein genauer Todeszeitpunkt festgestellt, im Rahmen einer Totenschau?
  • Wurde Urban dann im Fahrerhaus liegen gelassen und im LKW  abgeschleppt? Das kommt öfters vor: Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wurden auch erschossenen in einem Wohnmobil liegengelassen und darin abgeschleppt. Oder Florian Heilig, der verbrannt in seinem PKW gefunden wurde und darin auch abgeschleppt wurde. 
  • Warum bog der LKW nach wenigen Metern zurück auf die Straße, statt weiter Menschen im Weihnachtsmarkt zu überrollen? Bisher wurde davon ausgegangen, dass Urban dem Terroristen ins Lenkrad griff und so noch mehr Todesopfer verhinderte.

Statt sich auf Medienberichte und Verlautbarungen von Ministern zu verlassen, sollte ein Untersuchungsausschuss gebildet werden. Zeitnah sollten Obduzenten, Feuerwehrmänner und Polizisten befragt werden. Nur so können „Verschwörungstheorien“ entgegen-getreten werden, was ja auch das erklärte Ziel unserer „Spitzen“politiker ist.

3 Gedanken zu „Starb Lukasz Urban im Fahrerhaus, während sein LKW vom Breitscheidplatz abgeschleppt wurde?“

  1. Interessant wäre etwas über die Todesursache des LKW-Fahrers zu lesen. Sieht man die Bilder des LKW, fällt zuerst die zerstörte Frontscheibe auf. Auf der Beifahrerseite, wo der polnische Fahrer gesessen haben soll, befinden sich noch zahlreiche Gegenstände, die durchaus geeignet sein können, diverse schwerste Verletzungen bei einer in diesem Bereich befindlichen Person zu hinterlassen. Stumpfe Traumata oder Pfählungsverletzungen als Todesursache würden mich da nicht wirklich überraschen.
    Was ich noch spannender finde, ist das Loch im Bereich der Fahrerseite. Der Form nach könnte das ein Balken(?) einer der zerstörten Buden gewesen sein. Die Stelle wäre auch passend, das ein dort eingedrungenes Trümmerteil für den Lenkeinschlag nach links verantwortlich sein könnte. Allerdings müsste es ein recht kurzes Teil gewesen sein und im Führerhaus verblieben sein – sonst wäre sein Fehlen nicht so recht erklärbar. Es stellt sich mir auch die Frage, ob der dort eingedrungene Gegenstand nicht auch den Fahrer (also den der wirklich gefahren ist) verletzt haben könnte. In ersten Meldungen war ja noch vom verletzten Fahrer die Rede…

  2. Zunächst soll Urban lebendig (und vermutlich nicht gefesselt?) auf dem Beifahrersitz gesessen und dem Attentäter Amri (überraschenderweise? oder erwartbar?) kurz nach Beginn der Todesfahrt ins Lenkrad gegriffen haben, was ihm dann wohl binnen max. wenigen Sekunden oder Minuten die Stiche und den finalen Kopfschuss einbrachte.

    Eine Heldengeschichte, die aber voraussetzt, Amri habe Urban entweder zu irgendwas (z.B. der Tatausführung?) gebraucht oder (stundenlang?) auf seine „Harmlosigkeit“ vertraut oder beides. Das klang weder sehr logisch noch sehr heldenhaft. Denn dass selbst ein „Harmloser“ beim großen Show-Down doch noch verzweifelt zur Tat schreitet, um andere (und vor allem auch sich selber) aus der Todesgefahr zu retten, war für Amri so voraussehbar wie seine eigene maximale Verwundbarkeit während genau dieses Show-Downs, der von ihm vollen Einsatz von Hirn, Augen und Händen verlangte.

    Wie auch immer, als Nachweis für das späte Sterben wurde „die Obduktion“ genannt; ein offizieller Obduktionsbericht wurde von den Behörden bislang allerdings nicht präsentiert.

    Jetzt kommt BILD laut SPON mit einer geänderten Variante:
    „In Berufung auf einen angeblich „abschließenden“ Obduktionsbericht“ habe Urban „schon Stunden vor der Tat einen Kopfschuss erlitten“.
    „Zwar sei es plausibel, dass der Pole zum Zeitpunkt des Attentats noch lebte. Es sei aber nahezu ausgeschlossen, dass er körperlich in der Lage war, das Lenkrad herumzureißen. Entsprechende Spuren am Lenkrad seien entstanden, als U.s Körper dagegen geschleudert wurde.“
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/anschlag-in-berlin-das-heldenraetsel-um-lkw-fahrer-lukasz-u-a-1127626.html

    Dass sich die „Griff ins Lenkrad“-Theorie verselbstständigt hat, ist dieses Mal allerdings keine Presse-Ente, sondern dem obersten Dienstherrn der Polizei zu verdanken: Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Freitag (23.12.), „es sei ’sehr wahrscheinlich‘, dass Lukasz U. ‚in das Geschehen eingegriffen hat‘. Geisel betonte, er wolle sich aufgrund der laufenden Ermittlungen ’nicht zu früh festlegen‘ – klar sei aber, dass man über einen ‚entsprechenden Dank des Landes Berlin nachdenke‘ .“

    Je später eine Obduktion stattfindet, desto unschärfer die Bestimmbarkeit des Todeszeitpunkts; gleiches dürfte für den zeitlich (um Stunden?) vorgelagerten Kopfschuss gelten. Hier will man uns offensichtlich das Gegenteil weis machen. Der vorläufige Held soll um jeden Preis einer bleiben. Auch wenn daher (nach Tagen) zwischen Kopfschuss und Exitus großzügig ein paar Stunden eingeschoben werden müssen – Hauptsache sein (toter? sterbender?) Körper hat sich / wurde mächtig gegen das Lenkrad geworfen.

    Hoffentlich lässt sich Urbans Familie nicht durch Heldenplakette und „Dank des Landes Berlin“ ihre kritischen Fragen abkaufen und erachtet die (herauszufindende) Wahrheit als wertvoller als das angebotene „Schweigegeld“.

  3. Die (reichlich späte) „Entzerrung“ von Kopfschuss und Exitus könnte (weg)erklären, warum die ungefesselte Geisel vor und während des Attentats neben dem Attentäter sitzen „durfte“, ohne dass dieser sich durch die Geisel „bedroht“ fühlte.

    Dafür ist jetzt zu erklären, warum man mit einem sterbenden bzw. gestorbenen Kopfschuss-Beifahrer durch die Stadt fährt, wenn man doch noch was Wichtiges vorhat und nicht Lust auf Beobachter hat, oder darauf, sich z.B. von einer Polizeistreife anhalten und an der Weiterfahrt hindern zu lassen.

    Am Drehbuch wird noch geschrieben; auf das Release für den nächsten Akt darf man gespannt sein!

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