Hinweisgeber Kiefer widerspricht angeblichen Hinweis auf Mevlüt Kar

Reinhard Kiefer war von 2001 bis 2009 bei der 66. Military Intelligence in Hanau der US-Army tätig, bei der Spionageabwehr. Er nützte seinen Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg zur Gegendarstellung: Er könne sich nicht erinnern behauptet zu haben, dass Mevlüt Kar während des Heilbronner Polizistenüberfalls bei der Theresienwiese anwesend war, am 25.04.2007. Auch mit einem Protokoll des US-Geheimdienstes DIA hätte er nichts zu tun. 

Er hörte 1-2 Tage nach dem Überfall einen kurzen Austausch zwischen zwei ihm unbekannten Soldaten des US-Militärgeheimdienstes mit. Ein Soldat hätte den anderen auf den Heilbronner Überfall angesprochen. Der antwortete, er würde hoffen, dass bei dem Überfall keine Leute von ihnen beteiligt gewesen wären. Mehr Hinweise, etwa auf Theresienwiese, Observationen, SIT-Einheiten, Islamisten, hätte es im kurzen Austausch nicht gegeben. 

„Ich kann mich an die drei Sätze erinnern, die ich eingangs aufgelistet habe. Ich kann mich an weitere Aussagen nicht erinnern, im Moment. Ich habe das nicht mehr im Kopf. Tut mir leid.“

Er würde die Geschichte von der US-Observation von Mevlüt Kar auf der Theresienwiese selbst nicht glauben. Er wäre auch nicht der Informant des „stern“ gewesen, für dessen Artikel:

„Fragen Sie den „stern“!

Er könnte sich nicht erinnern, mit der „taz“ gesprochen zu haben. Am 03.11.2012 veröffentlichte die Zeitung ein Interview mit einem Herrn „Maier“. Auf die Frage, ob es sich um ihn handeln würde, antwortete Kiefer:

„Das weiß ich nicht. Ich heiße nicht Maier.“

„Haben Sie ein Gespräch mit der „taz“ geführt?“

„Da kann ich mich nicht daran erinnern. Möglich ist das durchaus. Ich weiß es jetzt nicht.“

„Würden Sie diese Aussagen des Herrn Maier als Verschwörungstheorien bezeichnen?“

„Auch das kann ich nicht sagen, weil ich weiß ja nicht, was da tatsächlich passiert ist.“ 

Nachdem er den Austausch mithörte, wäre er sofort zu seinem US-amerikanischen Vorgesetzten gegangen und hätte nachgefragt. Er wurde aber abgewiesen. Daraufhin hätte er am 27.04.2007 das BKA per email informiert, ohne eine Reaktion bekommen zu haben.

„Meine heilige Pflicht, musste ich tun. Eindeutig. Ob ich jetzt etwas glaube oder nicht, steht nicht zur Debatte.“ 

„Zu dem Zeitpunkt als ich das gehört habe, von den beiden Soldaten, das waren im Übrigen keine einfachen GI´s, das waren schwer-ausgebildete Spezialagenten, mit einer goldenen Dienstmarke. Das was man im Fernsehen sieht, wenn die Marke gezückt wird, dann. Das sind ausgebildete Leute von der CIA.“

Interessanterweise antwortete Kiefer auf die Bemerkung Wolfgang Drexlers:

„Umsomehr ist der Name Mevlüt Kar eine ganz zentrale Rolle. Wenn zwei GI´s, wie Sie es bei der Polizei sagen, (…) wenn die sowas sagen – wie sollen die auf diesen Namen kommen?“

Reinhard Kiefer:

„Bevor die zu-versetzt werden, werden die zu 100% gebrieft, über die (…) Spieler in dieser Szene (…).“

Der Stern-Journalist Rainer Nübel wirft dem U-Ausschuss vor, sich zu sehr auf den Zeugen eingeschossen zu haben. Stattdessen solle er auf die geheimdienstlichen Akten konzentrieren, die eine Anwesenheit von US-Beamten am Tatort belegen würden:

„In seinem Schreiben geht es zudem um die Präsenz der US-Agenten in Tatortnähe und „die vom Generalbundesanwalt und insbesondere auf CDU- und FDP-Seite praktizierte Strategie, diese Frage ganz stark auf den Zeugen Kiefer zu fokussieren“. Für Nübel wird sich die Haltung des Ausschusses daran erweisen, wie ernsthaft er „die BND-interne Korrespondenz, aus der die US-interne Bestätigung einer Operation am Tattag in Heilbronn hervorgeht, thematisiert und bewertet sowie der Frage aufklärend nachgeht, warum die deutsche Seite das Gesprächsangebot von US-Seite abgelehnt hat“. Das bisherige Vorgehen entlarve sich jedenfalls „als Bauerntrick, der eines parlamentarischen Ausschusses nicht würdig ist“. (kontext)

Ein Gedanke zu „Hinweisgeber Kiefer widerspricht angeblichen Hinweis auf Mevlüt Kar“

  1. Unglaublich. Das sagt alles über unser voll-verdummtes Politsystem. Da haben sie einen US-Geheimdienstler, der selbst mit den Sachen, die er ihnen halbgar vor die Nase hält und sie verarscht, durchblicken lässt, was eigentlich so „normal“ ist in der BRD, Zitat:

    „Der [Soldat bzw. Agent] antwortete, er würde hoffen, dass bei dem Überfall keine Leute von ihnen beteiligt gewesen wären.“

    So, man muss also als US-Agent in D „hoffen“, dass bei der Erschießung eines deutschen Polizisten keine eigenen Leute dabei waren? Was sagt uns das darüber, was ständig so alles passiert und scheints für „normal“ gehalten wird?

    Und dem Ausschussmitglied fällt nichts Blöderes ein, als den US-Mann zu fragen, ob er Hinweise auf eine Geheimdienstverwicklung für eine „Verschwörungstheorie“ hält? Es ist einfach so dermaßen erbärmlich… Der US-Typ wird sich innerlich bepisst haben über diese vollverdummten Deutschen… Merkt man auch an den restlichen Antworten.

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