Katharina König – Fragen zum NSU? Nein danke!

Ende Juni 2016 titelte die Zeitung „junge Welt„: „Fragen zum NSU? Nein danke!“ Damit kommentierte sie die harsche Reaktion der thüringer Linken-Abgeordneten Katharina König zu den in einer Diskussionsrunde vorgebrachten Zweifeln des Krimiautors Wolfgang Schorlau und Journalisten Ekkehard Siekert, den angeblichen Doppel-Selbstmord von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos betreffend, der sogenannten „Selbstenttarnung des NSU“.

Im Juni 2016 trafen auf dem „Fest der Linken“ u. a. Katharina König, der Buchautor Wolfgang Schorlau und der Journalist Ekkehard Sieker aufeinander.

So wurde laut „junge Welt“ deutlich, dass sich Katharina König hinter die Selbstmord-These des Bundeskriminalamtes stellt: 

„Die Abgeordnete, die Mitglied beider Thüringer Untersuchungsausschüsse war bzw. ist und sich zur Tatdarstellung des Bundeskriminalamtes bekannte, stellte insbesondere die Indizienkette zum 4. November 2011 in Eisenach, die im Anmerkungsteil des Romans enthalten ist, in Frage.“

Fehlen deshalb wichtige Aussagen in Königs „Haskala“-Protokollen, die aus den Sitzungen des thüringer Untersuchungsausschusses berichten? Werden deshalb die Augenzeugen aus Stregda nicht vom Ausschuss eingeladen und gehört, die einen dritten Mann aus dem Wohnmobil kommen sahen, die aussagen, dass das Wohnmobil bereits nach verbrannten Plastik stank, bevor überhaupt die ersten Polizisten dort eintrafen?

In der Diskussion mit Wolfgang Schorlau und Ekkehard Sieker wertete sie Kritik an der Beweismittelsicherung im Wohnmobil menschenverachtend und populistisch ab: Es hätte sich ja nur um „Nazihirn“ gehandelt, welches statt im Wohnmobil gesichert, in der Obduktion untersucht und bestattet, halt einfach von Ermittlern in den Mülleimer geschmissen wurde.

„Der Journalist verwies auf die im Buch dokumentierten Indizien, die kein Beweis seien, aber zumindest fragen ließen, ob die beiden Neonazis nicht schon früher zu Tode kamen, als die offizielle Darstellung angebe. Katharina König argumentierte wiederholt, sie interessiere sich nicht für »Nazihirn«. Ihr gehe es vielmehr um »gesellschaftlichen Rassismus«, von dem Schorlaus Buch ablenke. Der biologistische, von ihr fortlaufend benutzte Terminus »Nazihirn« und ihr bemerkenswertes Urteil über einen Roman, in dem es um Analyse konkreter Folgen rassistischer Ideologie geht, dienten, so Dehm, offenbar dazu, eine konkrete Frage zu »tabuisieren«.“

Dabei benützte Katharina König immer wieder das Totschlagswort „Verschwörungstheorie“. 

„Ein sichtlich enttäuschter Wolfgang Schorlau wandte sich am Ende der samstäglichen Diskussion im Grünen Salon der Berliner Volksbühne an die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König (Die Linke): »Den Vorwurf der Verschwörungstheorie kenne ich eigentlich nur von rechts.«“

Die „junge Welt“ kam zum Schluss, dass Katharina König Debattenstrategie war, …

„… mit antifaschistischer Rhetorik konkrete Tataufklärung abzuwehren und das Zusammenstellen unstreitiger Indizien als »Verschwörungstheorie« anzuprangern (…).“

Ein „James Chances“ fasste im Kommentar Eisenach:der Sinneswandel von König den Wandel Königs von der Zweiflerin zur Anhängerin der Selbstmord-Theorie zusammen.

Es handelt sich aber nicht um eine Ausnahme: Führende Linke zeigen ebenfalls kaum Interesse, den NSU aufzuklären.

Kapituliert auch Bodo Ramelow vor dem NSU-Netzwerk?

2 Gedanken zu „Katharina König – Fragen zum NSU? Nein danke!“

  1. Wer (wie die König) schwerpunktmäßig gegen gesellschaftlichen Rassismus kämpfen will (nicht nur gegen den Rassismus eines zu 2/3 verblichenen Trios), der sollte doch stark daran interessiert sein, (wie Schorlau mit seinem Roman) die offensichtliche Sündenbock-, Altfall-Deponie- und Schlussstrich-Funktion der Uwes zu entlarven und anzuprangern.

    Solche Leute müssten allerdings dazu bereit sein, parallel zum gesellschaftlichen auch den „staatlichen Rassismus“ wahrzunehmen. Und ihn vor allem nicht nur dort zu sehen, wo auf unterer Ebene „Pannenbehörden“ bei „Dönermorden“ keine „arischen Täter“ finden (weil sie Zeugenaussagen richtig wiedergeben, in denen Tatverdächtige südeuropäisch aussehen). Sondern auch dort, wo wirklich „blonde“ (aber verbeamtete Mit-)Täter zu befürchten sind wie in Köln und Kassel, die Patronage von weit oben genießen. Und ganz besonders dort, wo staatliche Stellen den Rassismus durch Aufbauhilfe für braune Strukturen auf breiter Front gezielt fördern, um (so ist fast zwingend zu vermuten) diese Strukturen für dunkle Zwecke instrumentalisieren zu können (d.h. nicht nur als in ehrbarer Absicht gebastelte ermittlungstaktische „Honigtöpfe“ o.ä.).

    Diese Betrachtungen drängen sich jedem Interessierten auf und können einer Insiderin wie Frau König nicht entgangen sein – sie will diese Betrachtungen aber offenbar nicht.
    Der Merkel-Staat, der sonst für Linke ein rotes Tuch ist, wird ihr hier zum geliebten Verbündeten im „Kampf gegen Rechts“. Sie verteidigt seine (von oben herab) angeblich lauteren Absichten, reicht ihm die Hand zum Bunde und leugnet, dass seine Hand ein „Pferdefuß“ sein könnte. Die Erziehung des dummen Volkes zum richtigen Weg ist ihr wichtiger als Transparenz und Glaubwürdigkeit ihres „Mit-Erziehers“.

    Als gelernte Marxistin weiß sie eben, dass in der ersehnten „Diktatur des Proletariats“ nicht die ehemals Geknechteten an die Macht gelangen, sondern deren selbsternannte Vormünder die Ausbeutungs- durch eine Erziehungsdiktatur ersetzen über eben dieses Proletariat. Je eifernder die Erzieher zu Werke gehen, desto mehr darf man ihre eigenen Fehler und Untaten (siehe Lenin) übersehen.

    Aber sie leugnet nicht nur dunkle Flecken des Staates, die von anderen (wie Schorlau) angeprangert werden, gelegentlich entlarvt sie evtl. selber solche Flecken, wenn auch wohl versehentlich:
    „Ausgerechnet zur entscheidenden Todeszeitpunktfrage überraschte Katharina König bei der Podiumsveranstaltung im Grünen Salon das Auditorium dann aber doch noch mit einem Paukenschlag: Der Thüringer Ausschuss verfüge neben den Obduktionsbefunden über ein weiteres ‚offizielles, von der Gerichtsmedizin ausgestelltes Schreiben, nämlich dass der Todeszeitpunkt von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am Freitag, am Freitagvormittag, im Zeitraum circa acht bis elf Uhr stattgefunden hat. […] Freitagvormittag, ich glaube, acht bis elf steht drinne […].'[54] Das korrigierte sie zwar kurz darauf, wobei sie implizit ihre konkrete Zeitangabe zurücknahm: ‚Entschuldigung, das war jetzt mein Fehler. Freitagvormittag […].'[55] Aber auch der Vormittag endet um 12:00 Uhr mittags.“
    http://das-blaettchen.de/2016/09/%E2%80%9Ebesenrein%E2%80%9C-%E2%80%93-oder-%E2%80%9Ewie-viel-staat-steckt-im-nsu%E2%80%9C-37111.html (05.09.2016)

    1. Königs „Versprecher“ (Todeszeitpunkt Böhnhardt/Mundlos „acht bis elf“), die kurz darauf folgende Berichtigung („12:00 Uhr mittags“) erinnert mich stark an den BKA-ler Dern, der dem BW-Ausschuss zuerst sagte, am Bekennerfilm wäre noch im November 2011 gearbeitet worden, dann korrigierte er sich ebenfalls auf „November 2007“ oder an die Aussage des damaligen thüringer CDU-Innenminister Geibert Erschießung der Täter in diesem Wohnmobil, verbessert auf „Erschießung durch sich selbst“.

      Könnte es sein, dass die Wahrheit die Bevölkerung verunsichern würde und deshalb nicht gegeben wird?

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