NSU: Vertuscht der thüringer U-Ausschuss Zeugenaussagen über dritten Mann?

Am 04.11.11 wäre es zur sogenannten „Selbstenttarnung des NSU“ in einem Wohnmobil im Eisenacher Stadtteil Stregda gekommen: Zwei Streifenpolizisten hätten zufälligerweise das Wohnmobil der (angeblichen) Bankräuber und Serienmörder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt entdeckt: Daraufhin hätte Mundlos erst Böhnhardt erschossen, Feuer gelegt und sich selbst erschossen. In ihrem Wohnmobil wurden über Wochen immer weitere Beweise von Ermittlern auf wundersame Weise gefunden: Banknoten verschiedener Banküberfälle, NSU-Bekennerfilme, Schusswaffen der überfallenen Heilbronner Polizisten etc. Das Duo hätte die Gegenstände zum kurz vorher stattgefundenen Banküberfall in Eisenach mitgenommen. Warum hätten sie diese Gegenstände zur „Selbstenttarnung“ mitnehmen und dann verbrennen sollen? Trotz dieser Ungereimtheiten und der Existenz verschiedener Untersuchungsausschüsse und eines seit Jahren stattfindenen Prozesses besteht bis jetzt kein Interesse, die Zeugenaussagen von Anwohnern in Stregda anzuhören, die Licht ins Dunkle bringen könnten.

Journalisten berichteten kurz nach dem 04.11.11, dass interviewte Anwohner kurz vor dem Brand eine Person aus dem Wohnmobil kommen sahen. Dies wird von der Generalbundesanwaltschaft dementiert.

“Berichte von einer dritten Person, die kurz vor dem Eintreffen der Polizei das Wohnmobil verlassen haben soll, verstummen im Eisenacher Neubaugebiet Wartburgblick dennoch nicht. (Stern, 20.01.11)

Laut Medienberichten wäre sogar mit einem Hubschrauber nach dieser dritten Person gefahndet (TA) worden. Weiter hätte sich bei der Polizei …

“… gegen 13.45 Uhr (…) ein Zeuge per Telefon gemeldet. Er hatte an der Autobahnauffahrt Eisenach Ost eine verdächtige Person gesehen, die versucht haben soll, Autos zu stoppen.“

Erst jüngst bestätigte diese Aussagen der Bestseller-Autor  („Die schützende Hand“) Wolfgang Schorlau, der vor Ort in Stregda war und sich mit den Anwohnern unterhielt:

“Eine dritte Person ist von Nachbarn tatsächlich beim Verlassen des Campers gesehen worden. Die Staatsanwaltschaft aber erklärte, dass das nicht sein könne: Der Ausgang des Campers stünde an einem Abgrund, der so tief ist, dass man da nicht mehr rauskomme. Ich bin zum Tatort gefahren. Es gibt eine Grube, ja, aber da klettert selbst ein Achtzigjähriger noch rauf und runter. Wo immer ich zu recherchieren anfange, entsteht ein zweites Bild, das etwas anderes erzählt als das offizielle. Das ist das Unheimliche am NSU-Komplex.” (stuttgarter-zeitung)

Auch Stefan Aust und Dirk Laabs waren vor Ort. Sie schreiben im „Heimatschutz“, dass der Brand von einer Anwohnerin bereits gerochen wurde, bevor die zwei Polizisten zum Wohnmobil kamen.

„Eine Anwohnerin schilderte allerdings den Autoren dieses Buches, dass sie an diesem Tag in ihrem Wohnzimmer im Erdgeschoss saß. Sie hörte Radio und roch plötzlich verbranntes Plastik, Sie ging daraufhin auf die andere Seite ihrer Wohnung, blickte aus dem Fenster und sah den brennenden Camper genau vor ihrem Fenster. Erst in diesem Moment, so erinnert sie sich, hält ein Polizeiwagen in der Seitenstraße. Auch dieser Widerspruch ist bislang nicht aufgeklärt worden.“ (google-books)

Im Gegensatz zu Journalisten und Buchautoren hörte sich bis jetzt kein einziger parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Aussagen der Anwohner an. Der Bundestag U-Ausschuss verwies einfach auf den münchner NSU-Prozess. Aber dort interessierte sich nicht einmal die Verteidigung Zschäpes oder Wohllebens für die Zeugen, obwohl sie die Anklageversion angreifen könnten.

Die Zeugen sind auch nicht vom hochgelobten, inzwischen zweiten thüringer U-Ausschuss befragt worden! Es wäre ein großer Skandal, eine Vertuschung besonderen Ausmaßes, wenn die Zeugen weiter ignoriert würden. Im Gegensatz dazu sind als Zeugen längst die beiden Streifenpolizisten gehört worden.

Unverständlich wirkt die jüngste Auslassung der thüringer Linken-Politikerin Katharina König, es würden sich viele “Verschwörungstheorien” rund um den 04.11.11 ranken. Der Journalist Andreas Förster sieht für einen Mord an Böhnhardt, Mundlos gar “keine Indizien”!

“Für einen Mord an den beiden mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gibt es zwar keine Indizien (…)”.

Wenn alle dementsprechenden Indizien ignoriert werden, kann die Ermordung Böhnhardts und Mundlos als Verschwörungstheorie abgetan werden.

Ein Gedanke zu „NSU: Vertuscht der thüringer U-Ausschuss Zeugenaussagen über dritten Mann?“

  1. Über Allem steht die Staatsräson. Das gilt auch für Thüringen, und erst Recht für Freiberufler als pseudokritische Staatströten…

    Aust und Laabs haben den 3. Mann bereits aus Heimatschutz rausgelassen, obwohl sie mit den Anliegern sprachen. Die erzählten denen dasselbe wie Schorlau und Sigi. Und es fehlt in Heimatschutz trotzdem…

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