EU will vielleicht keine Zinsgewinne mehr mit überschuldeten Griechenland machen

Vor einigen Tagen „retteten“ die Gläubiger mal wieder den griechischen Staat vor der Pleite. Die EU mit ihrem „Rettungsschirm“ EFSM und die Zentralbank EZB pumpen etwas über 10 Mrd. Euro in das überschuldete Land. Wie immer sind vor allem Banken die Nutznießer. Neu ist aber, dass die Europäische Union vielleicht darauf verzichtet, zukünftig den griechischen Staat mit Zinsen abzuzocken.

Der EU-„Rettungsschirm“ EFSM gibt europäische Anleihen im Markt aus. Mit dem Geld werden u. a. griechische Staatsanleihen aufgekauft. Die Zinsen, die der EFSM privaten Anlegern bezahlt, liegen teils im negativen Bereich, teils gehen sie bis zu +0,5 %. Das heißt: Die Anleihen sind in den Märkten begehrt und gelten als sicher. Die Zinsen jedoch, die Griechenland für ihre Anleihen an den EFSM bezahlt, liegen wesentlich höher, um die 3%.

Ähnlich funktioniert die private Aktiengesellschaft „EFSF“, deren Anleihen unter 1% liegen. Kein Wunder: Das Risiko liegt bei den bürgenden Staaten, die den Euro als Währung haben. Mit dem so im Markt eingesammelten Geld kauft die Aktiengesellschaft Anleihen von überschuldeten EURO-Staaten (3%). 

Ein großer Teil der Überschuldung Griechenlands geht auf das Konto von Zinszahlungen!

  • Seit der EURO-Einführung zahlte der griechische Staat ca. 180 Mrd. Euro Zinsen an seine Gläubiger, fast die Hälfte der derzeitigen Staatsverschuldung!
  • Ein beträchtlicher Teil der EU-„Rettungskredite“ wird für Zinszahlungen an die Zentralbanken und IWF aufgewendet! Beispielsweise waren von den 80 Mrd. Euro vom vorletzten Rettungspaket, August 2015, 17,8 Milliarden …

„… als Zinszahlungen für die griechischen Schulden veranschlagt. Auch dieses Geld geht zum Großteil an die Zentralbanken und den IWF.“ (spiegel)

Jetzt im Rahmen der neuesten Griechenland-Rettung kündigte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem an, dass …

„… der Rettungsfonds ESM zunächst versuchen [soll], das Schuldenmanagement zu verbessern, um die Zinsbelastung Athens in den nächsten Jahrzehnten zu senken.“

Der IWF deutet an, dass in einem neuem Hilfsprogramm 2018 Schuldenerleichterungen beschlossen werden könnten. Es …

„… sollen – bisher noch blockierte – milliardenschwere Gewinne der EZB und der nationalen Notenbanken aus griechischen Staatsanleihen eingesetzt werden.“

IWF-Chefin Christine Lagarde schlägt zusätzlich vor, die Laufzeiten der Kredite deutlich zu verlängern sowie Zins und Tilgung noch weiter zu stunden. Aber: 

„Doch es geht dem IWF gar nicht darum, Griechenland aus der Zins-Falle zu entlassen. Der Blutzoll soll auf ein Maß begrenzt werden, welches das bloße Überleben garantiert. „Der Zinssatz müsse bei 1,5 Prozent eingefroren werden„, fordert deshalb der IWF.“ (inwo)

Die Gläubiger Griechenlands müssten endlich darauf verzichten, Zinsgewinne mit dem überschuldeten Griechenland zu machen. Die „Initiative für natürliche Wirtschaftsordnung“ fasst zusammen, was der Grundproblem ist:

Zinslasten strangulieren Griechenlands Gesellschaft

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