Deutsche Steuerzahler haften für Zinszahlungen des griechischen Pleitestaates, bis zu 86 Mrd. Euro

Der Bundestag wird wieder den Gläubigern Griechenlands Milliarden-Beträge in die Rachen werfen. Die Zinslast des griechischen Staates soll verringert werden, dafür springt wohl die europäische Zentralbank dem Pleitestaat bei. Die deutschen Steuerzahler werden laut „tagesschau“ mit bis zu 86 Mrd. Euro haften. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beruhigt, dies wäre kein Schuldenschnitt, da Griechenland in 60 Jahren die Schulden mit Zins zurückzahlen könnte.

Die „Spiegel“-Kolumnist Wolfgang Münchau wirft Merkel vor, ein Schneeball-System aufzubauen. Alle wissen, dass Griechenland niemals die Schulden zurückzahlen werden wird. Dann kommt eine dicke Rechnung auf die deutschen Steuerzahler zu, mittlerweile in dreistelliger Milliardenhöhe.

„Die Politik des Ewigen Aufschubs gleicht einem Schneeballsystem. Solange es funktioniert, rechnet man sich reich. Ein Schneeballsystem ist aber am Ende immer ruinös. Mit dem dritten Griechenlandkredit ist das Verlustpotenzial für Deutschland mittlerweile ein dreistelliger Milliardenbetrag.“ (spiegel)

Was hier im Moment geschieht, kann nur mit der politischen Ignoranz und Manipuliertheit der unverdrossenen „CDUCSUSPDGRÜN“-Wähler erklärt werden, einem unverbrüchlichen Irrglauben an den Kapitalismus und einer zutiefst korrupten politischen Elite, die sich nicht scheut, ihren Wählern Sand in die Augen zu streuen und sie an die Bankster zu verraten.

„Es gibt zwei Wege, eine Nation zu erobern und zu versklaven. Einerseits durch das Schwert. Andererseits durch Schulden.” John Adams (1735 – 1826), 2. Präsident der USA

Der Kapitalismus baut auf stetig steigender Verschuldung und (spiegelbildlich) steigenden Geldvermögen auf. Die Schulden des einen, sind die Vermögen des anderen. Von diesem Unrechtssystem profitieren lediglich 10% der Bevölkerung, deren Reichtum durch den Zinses-Zins Effekt immer weiter eskaliert. Das geht solange gut bis die Ungleichheit so groß geworden ist, dass das System an Überschuldung zusammenbricht. An diesen Punkt gelangen wir langsam aber sicher.

Der Glaube an Geldvermögen ist angesichts der Überschuldung illusorisch und auf Sand gebaut! Trotzdem versuchen Politiker parteiübergreifend alles, die Illusion einer Rückzahlbarkeit der Schulden aufrechtzuerhalten. Dabei wissen sie es im Grunde besser. Finanzminister Schäuble beispielsweise hofft, dass Deutschland „nie“ seine Schulden über 2 Billionen Euro zurückzahlen muss.

„Am Rande der Währungskonferenz in Washington meinte der Finanzminister [Wolfgang Schäuble] auf die Frage, wann denn Deutschland seine Schulden zurückgezahlt haben werde: Hoffentlich nie! (sz)

In diesem Zusammenhang kann die sogenannte „Griechenland-Rettung“ verstanden werden. Es wird nicht der Staat und die große Mehrheit seiner Einwohner gerettet, sondern die Zinsgewinne der Geldvermögenden. Sie profitieren massiv von der Krise: Bisher zahlte der griechische Staat ca. 180 Mrd. Euro Zinsen an seine Gläubiger! Ein großer Teil der künftigen EU-„Rettungskredite“ wird direkt in die Taschen der Geldverleiher fließen. Wie konnte es soweit kommen?

Deutsche Banken liehen griechischen Banken ab der Euro-Einführung 2001 deutsche Spargelder, die sie an griechische Unternehmen, Privatpersonen und dem Staat gegen Zins weiterverliehen. Als die griechische Volkswirtschaft und die Banken von der Finanzkrise 2008 betroffen wurden, übernahm der griechische Staat Bürgschaften für die Banken und verschuldete sich hoffnungslos.

“Und so nahm die Verschuldung der europäischen Volkswirtschaften lange zu – in Griechenland von ca. 180 % 1999 auf ca. 280 % 2008 (und das ist noch niedrig; Spaniens Gesamtverschuldung stieg im gleichen Zeitraum von etwa 200 auf 500% an).[2] Diese Zunahme ging, zumindest in Griechenland, jedoch nicht auf den Staatshaushalt zurück. Dessen Verschuldung war, gemessen am BIP, zwar hoch, aber konstant, und schwankte 2001-2008 zwischen 105 und 110%. Der Anteil des Staats an der Gesamtverschuldung schrumpfte demzufolge von ca. 65% auf 40%; der Anstieg war vor allem von Finanzinstituten, Unternehmen, und Haushalten getragen.” (heise)

Die ab 2008 gestiegene Staatsverschuldung führte dazu, dass der Staat immer höhere Zinsen für griechische Staatsschulden zahlen musste. Ab 2010 war Griechenland daher pleite. Es gab zwar 2012 einen Art „Schuldenschnitt“, aber im Grunde bestand der lediglich darin, dass die Gläubiger auf einen Teil ihrer horrenden Zinsansprüche verzichteten. Eine Finanz“heuschrecke“ berichtete:

„Und wie viel Geld habe ich Mini-Heuschrecke nun beim Schuldenschnitt verloren? Die Antwort auf meinem nächsten Konto-Auszug zeigt: gar keines. (…)

Ich hatte also in acht Wochen etwa 15 Prozent Gewinn – eine schöne Heuschreckenrendite. Trotz Schuldenschnitt. Zwar haben einige der 24 Papiere, die ich im Zwangstausch für eines bekommen habe, Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren – ich bekomme dafür aber auch Zinsen von bis zu drei Prozent.“ (wiener-zeitung)

Statt die Banken oder den Staat pleite gehen zu lassen, die Gläubiger die Verluste tragen zu lassen, übernahm irrwitziger-weise u. a. Deutschland Bürgschaften für die griechische Staatsverschuldung!

„Die Linke“ war die einzige Bundestagspartei 2010, die sich gegen diesen Wahnsinn aussprach. Hier begründete Sahra Wagenknecht das „Nein“ der Linkspartei:

„Überlegen wir doch mal, was hier wirklich passiert ist. Nahezu alle Industrieländer haben seit 2007 ihre Schulden beispiellos erhöht. Aber nicht weil die plötzlich alle angefangen haben, Sozialgeschenke an ihr Volk zu verteilen, sondern weil diese Länder ihre Banken und Finanzinstitute gerettet haben, weil sie deren Giftpapiere, deren Verluste auf die eigene Kappe genommen haben. (…)

Es ist doch so, als wenn ein Einbrecher mir das Haus leerräumt und ich gehe anschließend zu diesem Einbrecher hin und sage: „Bitte gebt mir doch einen Kredit, damit ich mich neu einrichten kann.“ Und dann sehe ich auch noch zu, wie der Einbrecher die Zinsen auf den Kredit immer weiter nach oben treibt (…) bis ich nicht mehr zahlungsfähig bin. Und dann schickt er mir einen Gerichtsvollzieher ins Haus, der das Haus zum zweiten-mal leerräumt.“

„Während sie die Ackermänner dieser Welt in Sänften tragen, diktieren sie der griechischen Bevölkerung ein Sparpaket, was unerträgliche Folgen haben wird, was Griechenland in eine tiefe Depression stürzen wird und spätestens dann wird die griechische Zahlungsunfähigkeit nicht mehr aufschiebbar sein.“ (youtube)

Viele Bundestags-Abgeordneten haben bei den Abstimmungen über die verschiedenen „Rettungspakete“ kaum Ahnung, was sie da eigentlich zustimmen:

Wenn sie sich etwas informiert hätten, hätten sie gewusst, dass die Bankenrettung nicht „alternativlos“ war. 2008 schlitterten in Island die Banken in die Krise. Dank Massendemonstrationen widersetzte sich der isländische Präsident Olafur Ragnar Grimsson den Plänen einer Bankenrettung der sozialdemokratisch geführten Regierung. Seine Überzeugung ist, dass die Banken „nicht die heiligen Kirchen der modernen Wirtschaft“ seien.

Bankenrettung hilft nur den Gläubigern. Tatsächlich machen sie mit ihren Griechenland-Investments einen riesigen Reibach: Da Griechenland nicht mehr seine Zinsen bezahlen kann, werden sie zukünftig eben von deutschen Steuerzahlern bezahlt. Mit dem Geld kaufen sich die Gläubiger jetzt griechische Inseln. Trotz aller Privatisierungen ist klar, dass Griechenland niemals seine Schulden zurückzahlen wird. Es geht nur um Ausbeutung, dass die Reichen immer reicher werden können.

Nicht nur in Griechenland, Überschuldung ist eine zwingende Folge des Kapitalismus. Das wird jedoch nicht eingesehen, nicht einmal angesprochen. Kein einziger Politiker aus dem linken oder rechten Lage sieht in der Zinswirtschaft das Grundproblem! Warum? Aus Korruption, marxistischen Irrglauben oder Ignoranz. Die Folgen sind auf alle Fälle verheerend. Der Kapitalismus bewirkt eine Spaltung der Völker Europas.

Der Geldreformer Silvio Gesell (1862-1930) warnte bereits im Jahr 1918 vor einem weiteren Weltkrieg.

“Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten (…) muss ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft beibehalten wird, (…) es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen. Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir:

Der heutige Stand der Technik lässt die Wirtschaft bald zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann ge-hamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird ein-schrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf die Straße gehen.

An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift lesen können: “Arbeitssuchende haben keinen Zutritt ins Land, nur die Faulenzer mit voll-gestopftem Geldbeutel sind willkommen.” Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen (…).”

„Wenn wir unfähig bleiben, die Aufgabe, die uns gestellt wurde, zu lösen …, wird die Regierung von links nach rechts und von rechts nach links pendeln. Und jeder Pendelschlag wird die Verwirrung, die Hilf- und Ratlosigkeit vermehren.“ Silvio Gesell im Winter 1929/30, in: Gesammelten Werke Band 11, S. 402

Es ist absehbar, dass auch der deutsche Staat hoffnungslos überschuldet sein wird und die Zinsen steigen werden. Wie wird es dann weitergehen?

24 Gedanken zu „Deutsche Steuerzahler haften für Zinszahlungen des griechischen Pleitestaates, bis zu 86 Mrd. Euro“

  1. Wer zahlt die Zinsen Griechenlands und wer bekommt diese?
    – die Nettozahler der EU, das sind neben Deutschland weitere kleinere Nordstaaten. Die Südstaaten hängen alle am Tropf der Nordstaaten.
    Und wer bekommt die Zinsen?
    – die kreditgebenden Banken, überwiegend französische Banken.
    Da Frankreich ein Empfängerstaat ist und kein Geberland, ist das der eigentliche Punkt der mich ärgert.
    Wären die Gelder nicht an die Banken direkt geflossen (ohne Umweg über Athen), wäre Griechenland wie jeder Schuldner sofort für zahlungsunfähig erklärt worden.
    Silvio Gesell hatte nichts begriffen. Er sass in seinem Elfenbeinturm und übersah die Bedingungen des diktierten Versailler Vertrages. Der Krieg Japan- USA und England hatte nichts mit Zinszahlungen zu tun, sondern damit, dass Japan mit Deutschland verbündet war und England und USA die Japaner von den Ölquellen Südostasiens abschnitt. Das britische Kolonialreich umfasste damals praktischerweise auch fast alle in der Welt vorkommenden Ölstaaten.

  2. Nachsatz:

    Silvio Gesell machte denselben Fehler wie viele Ärzte: er hatte den Punkt Zinseszins gefunden (in den Büchern anderer Leute) und stellte diese einfache Diagnose für alle aktuellen und künftigen Krankheiten.

  3. Wie schon mal geschrieben.
    Man muss die Staatsschulden als Betrugsmodell sehen.
    Kein Staat muss sich Geld leihen, er kann seine eigene Währung beliebig vermehren.

    Das er die Geldvermehrung an die Banken abgibt und dafür auch noch Zinsen bezahlt, ist das amerikanische Abzockermodell. Grundsteinlegung FED 1913, kurz vor Weihnachten.

    Ein Staat muss sich über sein Zentralbank finanzieren. Bedeutet gleiche Verschuldung, aber nicht über den Umweg Finanzmarkt. Das abliefern von Wertschöpfung des Landes über Zinsen für NICHTS ist so beendet.

    Im Klartext, nimmt die Bundesbank morgen alle Schuldtitel durch Rückzahlung rein, spart unser Land jährlich 30 Milliarden Euro.
    Die Verbindlichkeiten des Staates bleiben, sie liegen jetzt nur als Forderung an den Staat bei der Bundesbank. Ist nun so interessant, wie die tägliche Wasserstandsmeldung der Elbe.

    1. Stimmt. Direkte Geldschöpfung des Staates ist (wie wir alle gelernt haben) ganz, ganz schlimm. Wenn die Geldschöpfung aber privaten Banken überlassen wird und der Staat für das geschöpfte Geld Zinsen zahlt, ist es irgendwie nicht so schlimm. Kritik an diesem Modell liest man sehr selten. Warum ist das so? Ist das alles nur Verarschung oder steckt doch mehr dahinter?

  4. „Wenn ein Volk jemals privaten Banken erlaubt die Währung zu kontrollieren, dann werden die Banken zuerst durch Inflation, dann durch Deflation das Volk all seines Eigentums berauben, bis die Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachen, den ihre Vorväter eroberten. Die Geldschöpfung sollte den Banken weggenommen und dem Volk zurückgegeben werden, dem sie rechtsmäßig gehört. Ich glaube, dass Banken gefährlicher sind als stehende Armeen. Die moderne Theorie der Verschuldung hat die Erde mit Blut getränkt und ihre Bewohner in ein Schuldsystem gebracht, das ohne Ende wächst.“ (Thomas Jefferson)

    Welch wahre Worte.

    1. @ Heidi Preiss

      Muss man wirklich, wenn sich viele Autofahrer verkehrswidrig verhalten, das Auto an sich abschaffen?
      Es war doch die SPD mit dem Genossen Schröder, die flankiert von der noch nicht umgemerkelten CDU und der FDP die Liberalisierung des Finanzmarktes beschloss!
      Man bräuchte daher lediglich die alte Straßenverkehrsordnung wieder einzuführen. Aber genau das passiert auf Befehl der angelsächsischen Welt nicht.
      Und nur deshalb gibt es Leute, die meinen gegen die Banken etwas sagen zu müssen. Wobei dann immer nur wiederholt wird was das Bildzeitungsfernsehen vorgekaut hat.
      Das Ganze ist nicht zukunftsfähig!

  5. Die Überschrift ist ein Fehlalarm:
    Denn durch die aufgrund der Krise gesunkenen Zinsen auf deutsche Staatsanleihen sparte Deutschland seit 2010 mehr als 100 Milliarden Euro. Das sind mehr als die rund 90 Milliarden Euro, die Griechenland Deutschland direkt und indirekt (ESM etc.) schuldet. Laut Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) profitiert Deutschland somit finanziell stark von der Eurokrise – selbst dann, wenn die griechischen Schulden komplett ausfallen sollten!
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-08/griechenland-deutschland-spart-milliarden-studie

    Die wiederholten „Hilfspakete“ sehen in der oberflächlichen Berichterstattung der Medien übrigens meist so aus, als seien ihre Beträge zu addieren. Die Menschen am Stammtisch (und viele unbedarfte Politiker) sehen sozusagen nur: altes Geld verbraten, neues wird angefordert. Das vermeintlich „verbratene“ wird dabei gedanklich schon als endgültig verloren betrachtet.
    Dabei lösen einfach zum großen Teil neue Kredite die alten ab. Staaten wie Deutschland, die ihre eigene Schuldenpolitik für seriös halten, nennen so was bei sich selbst schlicht und vornehm „Umschuldung“ und „Kreditverlängerung“.

    Münchau kritisiert im zitierten Spiegel-Artikel nicht die Zahlungen an Griechenland, sondern Merkels unehrlichen Umgang mit Krediten, die früher oder später sich doch in Transfers umwandeln müssen. Wahltaktisches aber endloses Aussitzen, wo ein echter Schnitt angesagt ist, damit Griechenland (wie beim Schnitt für Deutschland 1952) nicht weiter künstlich in einem Loch gehalten wird, aus dem es selber nicht mehr rauskommt.

    Und in Sachen Währungsunion weist Münchau darauf hin, dass schon die DM-BRD eine Währungs- UND Transferunion war. Der innerdeutsche Länderfinanzausgleich ist kompliziert und ungeliebt. Aber sowohl wirtschaftlich notwendig, als auch „taktisch“: Müsste Bayern direkt an Bremen zahlen, statt über ein kompliziertes Verrechnungs- und Verteilsystem, dann würde der Freistaat erbost aus Deutschland austreten und Bremen (um abwerten zu können) aus der gemeinsamen Währung.

    Gemeinsame Währung geht halt nicht völlig ohne gemeinsame Verantwortung. Und wer in Sachen Transferunion (noch) Zurückhaltung wünscht, der muss auf andere Weise einheitliche Rahmenbedingen sicherstellen auf den Gebieten Wirtschaft, Steuern, Arbeitsmarkt und Sozialstaat.

    Eine Möglichkeit wären Ansätze in Richtung einer Schuldenunion. Das klingt für viele schrecklich, aber die (rechtliche) Mithaftung des reichen Deutschland soll dabei nicht von vorneherein zur Tilgung griechicher Schulden durch uns statt durch Griechen führen. Sondern von den günstigen Zinsen, die Deutschland nicht nur aufgrund seiner Bonität an den Finanzmärkten bekommt (sondern auch, weil es Fluchtziel vieler Gelder ist), würden auch die Griechen profitieren. Den eingangs genannten Zins-Reibach würde der deutsche Fiskus dann zwar nicht mehr machen, aber der ist ohnehin ein Verdienen am Leiden anderer und wird daher schamhaft verschwiegen (auch von unseren Politikern, die sich sonst jeden kleinen „Erfolg“ an die Brust heften).

    Eine andere Möglichkeit (bzw. sogar Notwendigkeit) wäre der „Verzicht“ des Export(vize?)weltmeisters Deutschland auf diesen Titel, der selbst für uns Deutsche mehr zu Sorgen als zu Freuden Anlass gibt.
    Natürlich müssen nicht die Exporte gebremst werden, sondern nur deren „Überschüsse“. Sprich: die zu niedrigen Importe müssen gesteigert werden – durch Verzicht auf das schon seit Beginn der Währungsunion dauernde deutsche Lohndumping gegenüber den Parntner der Währungsunion.

    Hier liegt nämlich der tiefere Grund der „PIGS“-Verschuldung: Zu DM-Zeiten wären die Export-Überschüsse durch DM-Aufwertung „bestraft“ worden, so dass auch die Export-Branche ein akutes Interesse daran hatte, dass die Importe nicht vernachlässigt werden. Mit gemeinsamer Währung gibt es keinen „Importzwang“ mehr für Deutschland und keine „Waffe“ Abwertung mehr für die schwächeren Staaten. Das Ungleichgewicht kann ungestört weiter wachsen und die Politiker sich ihre Untätigkeit mit falschen Schuldzuweisungen schönreden.

    1. In den letzten Jahren profitierte Deutschland und seine Bürger massiv von den geringen Zinsen. Danke für den Hinweis und Link! Leider werden die geringen Zinsen medial negativ bewertet, Stichwort „Abzocke“. Was wir jetzt aber zur Entschuldung bräuchten wären Minus-Zinsen. Das gelingt aber nur mit einer Umlaufsicherung auf Bargeld.

      Ich schätze daher, dass die Gesamtverschuldung (Staat, Unternehmen, Privatpersonen) leicht angestiegen sein dürfte, sowie die „versteckte“ Staatsverschuldung! Artikel von 2014: http://www.focus.de/finanzen/steuern/was-sie-nicht-wissen-sollen-staatsverschuldung-warum-deutschland-auf-eine-finanzielle-katastrophe-zusteuert_id_4045136.html

      Im Artikel wollte ich auf das Problem aufmerksam machen, dass irgendwann die Schulden Griechenlands die Schulden Deutschlands sein werden, und wir die Zinsen dann bedienen müssen. Dann sind viele positive Effekte wieder weg. Und die Frage ist, ob das Vertrauen der Sparer / Spekulanten dann trotzdem so weitergeht und ob unsere Zinsen steigen werden.

      Im Rahmen der momentanen geistigen Rahmenbedingungen, die ich auch hier sehe, bleibt wohl keine andere Möglichkeit als die Schulden am Ende einfach weg-zu-inflationieren.
      Die Konsequenz ist, dass es dann kaum noch Investitionen gibt, Menschen das Vertrauen verlieren zu sparen. Wohin das führt sehe ich anhand des Beispieles Argentinien. Es zeigt, dass eine 35% Inflation wirtschaftlich positiver zu bewerten ist als Deflation ala Griechenland! Beides sehe ich aber kritisch.
      http://friedensblick.de/15686/argentiniens-geldpolitik-vorbild-fuer-europa/

  6. Leider nein, Georg Lehle, von zu niedrigen Zinsen (unterhalb des Niveaus welches der Markt, wenn es den noch gäbe, erzwingen würde) hat niemand profitiert. Noch nicht einmal die Schuldner,
    die sich nur kurz- und mittelfristig über niedrige Zinsleistungen freuen, profitieren langfristig.
    Warum? Weil zu niedrige Zinsen zu einer Aufblähung der Geldmenge führen und somit zu einem noch geringeren „Wert“ des Geldscheines. Dieser hat, abgesehen vom Heizwert, ohnehin nur einen inneren Wert nahe Null.
    Die Gelddruckmaschine per Computer, deren innere Begrenzung der Papierpreis und die Kosten des Druckens sind, hat ohnehin keinerlei Begrenzung mehr. Die Begrenzung ist der Verlust der Geldillusion. Negative Zinsen sind gut für die Banken und sind technisch nur machbar, wenn dem Volk (dem Eigentümer der Währung!) das Bargeld weggenommen wird. Denn kein normaler Mensch belässt sein Geld bei der Bank, wenn es dort mit Strafzinsen belegt wird.
    Deshalb muss das Bargeld dem Volk weggenommen werden; dann kann niemand mehr „sein“ Geld abheben.
    Die Verfügungsgewalt über das Sparguthaben trifft dann einzig die Interessengemeinschaft der Banken und der Politiker.
    Der Kollege Lenin fände das wunderbar.

    1. Es würden sich nicht um „künstliche“ sondern um marktgerechte Minus-Zinsen handeln. Die Gefahr einer Aufblähung der Geldmengen besteht also nicht. Es würde nur die Risiko- und Liquitätsprämie den Bargeld-Besitzern genommen, indem eine Umlaufsicherungsgebühr erhoben wird. Auf diese Weise können sie nicht mehr positive Zinsen erpressen! Ja, der derzeitige Zustand ist nicht marktgerecht, da Geldbesitzer eine monopolistische Haltung haben.

    2. Georg Lehle

      Da ist doch glatt das Gegenteil der Fall!
      Die Zinsen sind doch deshalb nicht marktgerecht, sondern unnatürlich niedrig, weil die Notenbanken weltweit wie in einem Schneeballsystem eigene Anleihen kaufen.
      Würde dieser dirigistische und letztlich planwirtschaftliche Vorgang nicht stattfinden, wären die Zinsen höher.
      Warum? Weil das Risiko gestiegen ist. Steigende Zinsen wären nicht der Weltuntergang, sondern der Selbstreinigungsprozess könnte endlich starten.
      Monopolhaltung der Gläubiger? Wo soll denn diese zu sehen sein? Nein, der Staat als größter Schuldner wäre bei steigendem Zins schneller zahlungsunfähig. Dieser Schuldner fährt mit den Anleihebesitzern (Sie haben keine „Bundesschätzchen“?) in Wahrheit Schlitten. Weil er es kann.
      Denn die Banken mit ihrem Giralgeld und die EU Notenbank können grenzenlos Geld im Computer erzeugen.
      Nach meiner Ansicht fährt die EU die Währung absichtlich gegen die Wand.

      1. Die Bargeldmenge steigt weil ansonsten Staaten und Banken pleite gehen würden, siehe Griechenland, Finanzkrise 2008 etc. Die Alternative wären Bankenpleiten. Folge wäre eine deflationäre Wirtschaftskrise ala 1929. Höhere Zinsen können sich viele Schuldner nicht leisten, Folge wären Pleiten, Bankenpleiten … Ich sehe die kapitalistische Zinswirtschaft am Abgrund.

  7. Reale Minuszinsen haben wir jetzt schon. Und auch schon früher, nämlich immer dann, wenn die nominalen Zinsen unter der Inflationsrate liegen. Das ist für die Menschen aber nicht so sichtbar und da es sich ja jederzeit ändern könnte, fühlt man sich nicht durch einen räuberischen politischen Willen gezielt herausgefordert und wartet erst mal ab.

    Ganz anders bei der so harmlos-schön klingenden „Umlaufsicherung“: Das was bei einem „Schwundgeld“ der (politisch gewollte) Vorteil ist – jeder will es schnell weitergeben – ist auch sein Nachteil. Keiner nimmt es gerne an, wenn er es nicht für sofortige Ausgaben verwenden kann.

    Denn der „klassische“ Wertverlust findet auf Tausenden von Preisschildern stattfindet (denen man evtl. ausweichen kann zu anderen Preisschildern? oder evtl. abwarten und auf eine Preiswende hoffen?)
    Hingegen trifft der Umlaufsicherungs-Schwund absichtlich und unausweichlich genau meinen Geldbeutel und dessen kompletten Inhalt. Der Uhrzeiger wird quasi zum unbremsbaren Tankzeiger Richtung Null. Die Verlustängste und Wut gegen räuberische Politiker verspüren dann nicht nur große Geldvermögens-Besitzer.

    Jeder kleine Arbeitnehmer und Sparer würde sich persönlich angegriffen fühlen. Denn wer arbeitet, will mehr als von der Hand in den Mund leben und spart auf Urlaub, neue Küche / Auto oder auch ein Eigenheim. Aber mit Schwundgeld? Geld , von dem man ihm von vorneherein sagt, es habe dem Gemeinwohl („Umlauf“) zu dienen, nicht seinem Sparwillen?

    Naheliegende Konsequenz: Wer sparen will / muss, wird das zu sparende Geld nur in „harter“ Währung annehmen: Dollar, Metalle, notfalls Zigarettenstangen wie nach dem Krieg.
    Oder aktuell, die Generation Internet lässt grüßen, Bitcoins.
    Auch wenn es keine Zinsen gibt – wenigstens unterbleibt die planmäßige, sichtbar bezifferte Enteignung.

    Selbst wenn ein Sparer – sozusagen aus staatsbürgerlichem Idealismus – den fortlaufenden Schwund seiner Spargroschen tapfer hinnimmt, bis er endlich seinen Investitionsbetrag beisammen hat: Welcher Besitzer eines wertbeständigen größeren Gegenstands tauscht diesen gerne (und ohne satten Aufpreis!) gegen einen Großbetrag an Schwundwährung? Erst recht, wenn er andere Interessenten hat, die mit etwas Wertbeständigem zahlen können?

    Das wäre ein massives Aufblühen von Schwarzarbeit und sonstigen Schwarz- und Parallelmärkten. Staatliche Kontrollen müssten entsprechend ebenso massiv aufgerüstet werden, könnten das Problem aber kaum in Griff bekommen.

    Wir hätten allerdings wieder DDR-Verhältnisse: Jeder hat genug Geld (Ostmark); von den vielen heiß begehrten Waren gibt es aber leider keine zu kaufen – oder halt nur heimlich oder ganz verschämt gegen harte Währung (Westmark). Ein Verschuldungsproblem gibt es in der Tat in so einem System nicht: Welcher DDR-Bürger brauchte geliehene Ostmark, für die er nichts kaufen konnte außer dem bescheidenen Grundsortiment staatlich organisierter Waren? Und welche Bank / sonstige Stelle sollte ihm die begehrte Westmark leihen, wenn er nur in Ostmark zurückzahlen konnte?

    1. Es gibt reale Minuszinsen nur bei Sichtguthaben. Die Minus-Zinsen sind jedoch nur sehr gering. Die Inflation ist viel geringer, als der Nutzen der Hortung von Bargeld durch die Liquidität- und Risikoprämie. Fragt Griechen, warum sie Euros vergraben.

      Inflation ist ein Verbrechen, ein Diebstahl. Die Umlaufsicherung jedoch nicht.

      Die Steuer (6%) auf gehortete Bargeldbestände muss nicht bezahlt werden, wenn das Bargeld stattdessen kurzfristig wieder ausgegeben werden würde. Durch diese Umlaufsicherung können sich die Zinsen von Sichtguthaben stärker ins Minus bewegen, da die Risiko- und Liquiditätsprämie aufgehoben wird. Dadurch können die Zinsen für mittel- und langfristige Geldanlagen auf gegen Null bis ein Prozent gedrückt werden.

      Durch die Umlaufsicherung kann der Sparer Bargeld verlustfrei für Investitionen oder Altersvorsorge zur Bank bringen und mittel- und langfristig anlegen, ohne dass die Inflation / Crashs die Kaufkraft des Geldes beeinträchtigten könnte!

      Und genau hier liegt der Vorteil des Schwundgeldes. Es gibt keine Inflation mehr, weil das Bargeld stetig zwischen Angebot und Nachfrage fließen kann und die Bargeldmenge auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abgestimmt werden kann. Das ist heute nicht möglich. Fließendes Geld ist das bessere Geld und würde deswegen auch angenommen werden. Das Problem ist jedoch das Unverständnis, ja auch das Unvermögen aus den gewöhnlichen Denkmustern auszubrechen. So werden die Fakten auf den Kopf gestellt: Der Dollar/Euro wäre eine „harte Währung“, dagegen wäre Schwundgeld so schlimm wie Inflation und würde den Sparern die Möglichkeit nehmen zu sparen.

      Die Wahrheit ist, dass das Inflationsrisiko beim Euro/Dollar etc. immer mehr steigt und die Sparvermögen nicht sicher sind! Der Grund ist, dass immer mehr Bargeld in der Welt herumvagabundiert und gehortet wird. Außerdem ist eine nicht nachhaltige Situation der Überschuldung und Übervermögen eingetreten, eben wegen den hohen Zinsen der vergangenen Jahrzehnte.

  8. „Durch die Umlaufsicherung kann der Sparer Bargeld verlustfrei für Investitionen oder Altersvorsorge zur Bank bringen und mittel- und langfristig anlegen, ohne dass die Inflation / Crashs die Kaufkraft des Geldes beeinträchtigten könnte!“

    Georg, das passt doch schon theoretisch nicht.
    Die Inflation orientiert sich nicht am Zins sondern an der Geldmenge im Verhältnis zur Wertschöpfung. In Simbabwe lag die Inflationsrate in der Spitze bei 90 Trilliarden Prozent. Die Währung wurde zu Tode gedruckt, eine Umlaufsicherung für die Kosten der Geldhaltung hält da gar nichts auf.

    1. Genau das schrieb ich ja. Inflation hängt an der „gedruckten“ Geldmenge plus Umlaufgeschwindigkeit. Im Moment steigt die Zentralbankmenge an, obwohl nur 10% regelmäßig umlaufen, der Rest gehortet wird. Die Hortung würde eine Umlaufsicherung erfolgreich bekämpfen.

  9. Was heisst hier: 10 % läuft um und der Rest wird gehortet.
    Die 90 % wurden entweder erst nicht gedruckt oder befinden sich angelegt in Aktien. Wobei man wissen muss, dass Aktien die wichtigste Form der Finanzierung der Banken ist.
    Das kapitalistische Zinssystem steht keineswegs vor dem Ende.
    Das, was vor dem Ende steht ist vielmehr der verantwortungslose Umgang der Regierungen und der Notenbank mit der „Gelddruckmaschine“.
    Anstatt die Krise endlich zuzulassen und auszuschwitzen wird immer mehr Geld erzeugt und genau diese Krise vertieft und verlängert!
    Und warum? Weil diese Leute immer gebannt auf 1929 schauen. Na und? Diese Krise war aber 1933 in den USA bereits beendet und in Deutschland infolge der Wechselreiterei des AH sowieso. Der Kriegsausbruch half dann zu einem regelrechten Boom. Aber auch ohne dem Krieg wäre die Krise nach 5 Jahren Dauer weitgehend überwunden gewesen. Und überhaupt, Herr Lehle, benennen Sie doch bitte mal Alternativen! Die Sowjets, die DDR, Jugoslawien oder der österreichische Spinner Gesell?

  10. Die „Freiwirtschaftler“ wollen die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes mit einer Strafgebühr erhöhen. Die höhere Umlaufgeschwindigkeit soll einerseits Investitionen fördern, da schneller / mehr Geld dorthin fließe. Und sie soll andererseits ein Beitrag zu mehr Verteilungsgerechtigkeit zwischen Arm und Reich liefern.

    Wenn die breiten Massen ein kleines Einkommen haben, dann können sie aber schon jetzt nicht viel „horten“ / sparen. Und das vorhandene Geld schneller ausgeben, macht dann auch keinen Sinn. Denn sonst bleibt am Ende des Geldes noch viel Monat übrig und Verschuldung droht – Schulden für Konsum wohlgemerkt, keine für Investitionen, von denen wieder was zurückkommen könnte.

    Die Reichen hingegen brauchen nur einen winzigen Teil des Einkommens für den Konsum. Sie suchen also schon jetzt (ohne „Umlaufsicherung“) nach sinnvollen Investitionen, denn Bargeld bringt keine Zinsen, sondern wird ggf. von der Inflation angenagt.
    Unabhängig von jeglichem Geldsystem lohnen sich Investitionen z.B. in eine Fabrik jedoch nur, wenn eine kräftige Nachfrage nach den Produkten dieser Fabrik zu erwarten ist. Die kann aber nicht aus dem Inland kommen, wenn die „neoliberale“ Politik seit Schröder im Interesse der Reichen die Arbeitnehmerseite schwächt und die Löhne nicht steigen – nicht einmal im Rahmen der auch durch die Tüchtigkeit der Arbeitnehmer gestiegenen Produktivität steigen.

    Eine kräftige Nachfrage kann zwar vorübergehend aus dem Ausland kommen, aber wenn das entstehende Ungleichgewicht (d.h. Dauer-Exportüberschüsse) schon über 10 Jahre dauert, dann sprengt das die gemeinsame Währung, was aktuell sogar alle „Neoliberalen“ außerhalb Deutschlands an unserem eigentlich ansonsten mustergültig „neoliberalen“ Land kritisieren.

    Die „Neoliberalen“ weltweit sind sich allerdings seit Jahrzehnten einig: Wachsender Wohlstand muss bei den Reichen anfangen (die von Staat daher zu hätscheln seien) und sickere dann automatisch zu den unteren Schichten durch.

    Man muss das so vorstellen: Ein Reicher baut Jachten, ein zweiter Villen, ein dritter Nobelrestaurants usw. Die erstellten Luxus-Güter kaufen sich die Reichen gegenseitig ab und haben dann wenigstens was von ihrem Geld (mit dem Warenkorb von Otto Normalverbraucher können sie ihr vieles Geld ja nicht verprassen). Die restliche Bevölkerung findet dann in diesen Werften, Bauunternehmen, Restaurants etc. Arbeit und hat dadurch Geld, um ihrerseits Güter nachzufragen (allerdings etwas bescheidenere), was weitere Arbeitsplätze schafft. Das geht so weiter und am Ende haben alle Arbeit und Einkommen.

    Dieses Spiel wollen die Reichen jedoch nur spielen, wenn die Löhne niedrig bleiben – denn die Reichen wollen ja reich bleiben und sogar noch reicher werden. Und der Schneeball-Effekt soll nicht nur billig bleiben, er wird von der Lobby der Reichen auch maßlos aufgebauscht – eigentlich geht es ihnen das eigene Gehätschelt-Werden und mit viel Lobby-Arbeit und Verneblungspropaganda werden die Löhne der einfachen Leute niedrig gehalten.

    Dass die Reichen damit langfristig den Ast absägen, auf dem sie selber sitzen, wollten sie in ihrer Gier lange nicht sehen.
    Inzwischen (2015) kritisiert das sogar der IWF, bei dem die Reichen des Westens das Sagen haben:
    http://derstandard.at/2000017546828/Verdienen-Arme-mehr-profitiert-die-ganze-Gesellschaft

    Die zunehmende Reichstumskonzentration, die bisher nur „soziale“ Organisationen wie OXFAM anprangerten, wird nämlich inzwischen auch fürs Wachstum gefährlich und unterhöhlt Staat und Gesellschaft:
    http://www.fr-online.de/wirtschaft/oxfam-haelfte-des-wohlstands-in-der-hand-von-einem-prozent,1472780,29605948.html

    Am Anfang dieses Erwachens (2010) stand das faszinierende, von unseren Qualitätsmedien aber fast ignorierte Buch „Gleichheit ist Glück, Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“ der englischen Wissenschaftler Kate Pickett und Richard Wilkinson
    http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/07300.pdf

    Die Warner sind weder Kommunisten noch „Freiwirtschaftler“. Sie wissen aber: Wir haben kein Umlaufproblem, sondern ein Verteilungsproblem. Die Reichen müssen ihr Geld nicht schneller an die Armen oder sonstwen geben – sie sollen einfach höhere / gerechtere Löhne und Steuern zahlen müssen. Die „Investitionsanreize“, mit denen viele Länder um die Reichen buhlen und sich dabei gegenseitig überbieten, sind reines Lohn- und Steuerdumping. Oder manchmal sind sie auch nur per Lobby und Korruption erschlichene Reichen-Begünstigung.

    Für höhere Löhne braucht es keine Planwirtschaft: Mindestlohn, gleicher Lohn (d.h. wie die Stammbelegschaft) für Zeit- und Leiharbeiter, verbesserter Kündigungsschutz – solche sparsamen gesetzlichen Rahmenbedingungen würden die „Waffengleichheit“ zwischen Arbeit und Kapital, die es vor der neoliberalen Ära mal gab, wieder herstellen.

    Wir brauchen weder Freigeld noch Freiwirtschaft, sondern
    eine durchdachte Wirtschafts-, Sozial-, Steuer- und Lohnpolitik, die den Interessen aller dient, nicht nur denen der Oberschicht.
    Daneben sollte man natürlich auch die Auswüchse des neoliberalen Finanzsystems abschaffen. Dazu bräuchte man (neben ein paar neuen) nur die alten Sicherungen wieder einführen, die es nach 1929 aus gegebenen Anlass schon mal gegeben hatte, bevor die Neoliberalen die Politik zu deren Abschaffung („Liberalisierung“) überredeten, siehe u.a.:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Glass-Steagall_Act

    1. Du beschreibst Marx seine These vom Grundwiderspruch des Kapitalismus. Gesellschaftlicher Charakter der Produktion aber private Aneignung des Ergebnisses.
      Da hat er wohl recht, die Kluft teilt die Welt.

      Der Abbau der Kluft über Lohndiskussionen ist aber der kompliziertere Weg. Der an der Quelle der einfachere.

      Die Besteuerung der Umsätze der Unternehmen ist der sicherste Weg, Umverteilung gerechter zu gestalten. Es ist wie eine Lizenzgebühr des Unternehmens an den Staat, für die Nutzung der Infrastruktur und die Bereitstellung von Konsumenten 😉

      Stell dir vor im Internet müssten alle Händler ab einem bestimmten Jahresumsatz, Umsatzsteuer statt Gewinnsteuer zahlen. Da würde aber Amazon den Schäuble glücklich machen. Zu recht, denn z.Z. ist Amazon der Prototyp eines wirtschaftlichen Raubtieres. Aber alles im erlaubten Rahmen.
      Nur, den kann man ändern.

    2. Vielen Dank für die gute Darstellung Ihrer Position. Ich glaube, dass wir gar nicht so weit auseinanderliegen. In zwei Punkten möchte ich widersprechen:
      1. Wer hortet Bargeld?
      Ich habe beim Lesen ihres Kommentars den Eindruck, dass der „heilige Geist“ für die Hortung des Bargeldes verantwortlich ist. Einerseits schreiben Sie ja selbst, „die breiten Massen ein kleines Einkommen haben“ und „schon jetzt nicht viel „horten“ können. Gleichzeitig schreiben Sie aber auch, dass auch „die Reichen“ nicht Bargeld horten würden, weil die Inflation die Kaufkraft auffressen würde, es keine Zinsen bringt. Ich glaube, dass Sie das Problem unterschätzen.

      2. mit Schröder fing die Misere an
      Diese Ursachenanalyse greift zu kurz. Das Problem bahnte sich bereits lange vor Schröder-Ära an, in Form immer höherer Ansprüche der Kapitalisten. Unter Schröder gab es dann die fast 5 Mio. Arbeitslose. Durch die Hartz-Gesetze wurde ein Niedriglohnsektor durchgesetzt. Dadurch dass die Leute weniger verdienen, wurden Arbeitsplätze geschaffen, die vorher nicht rentabel waren. Silvio Gesell erklärte 1918 den Hintergrund:

      „Der heutige Stand der Technik lässt die Wirtschaft bald zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann ge-hamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird ein-schrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf die Straße gehen.“

      Wer gibt die „Rentabilität“ einer Unternehmung vor? Der Kapitalgeber, nicht der Unternehmer. Wenn die Verzinsung des investierten Kapitals nicht hoch genug ist, dann investiert er nicht und das Unternehmen bleibt auf der Strecke. Niemand kann Kapitalgeber heute zwingen, seine Euros nicht unter dem Kopfkissen, auf dem Konto zu belassen oder in einem Steuerparadies zu verstecken, denn es rostet nicht.
      Genau hier setzt die Freiwirtschaft an. Dadurch dass der Kapitalgeber sein Geld wieder in die Wirtschaft stecken muss, werden Arbeitsplätze geschaffen. Je weniger Arbeitslosigkeit herrscht, desto bessere Löhne zahlen die Unternehmen. Der Wettbewerb dreht sich um Arbeiter und nicht mehr wie heute um Kapitalgeber. Der Kapitalgeber ist nicht mehr in einer stärkeren Position als die Beschäftigten. Silvio Gesells Ziel ist, dass die Angestellten und Arbeiter so den „vollen Ertrag“ ihrer Arbeitsleistung bekommen, dass kein Unternehmer und Kapitalgeber den Ertrag ihnen wegnehmen kann.

      Prof. Senf hat dies gut formuliert:

      „Könnte es nicht sein, daß zu Marxens Zeiten des Industriekapitalismus das Produktivkapital im Konflikt zur Lohnarbeit im Vordergrund stand und die Eigentümer des Geldkapitals nur eine untergeordnete Rolle spielten, während im 20. Jahrhundert (und vor allem in dessen letzten Viertel) die Macht des Geldkapitals zunehmend an Bedeutung und Gewicht gewonnen hat?
      Und daß das Geldkapital mit dem von ihm geforderten Tribut nicht nur auf die Lohnabhängigen und selbständig Arbeitenden drückt, sondern auch auf das Produktivkapital und dessen Eigentümer?
      Vielleicht ist der Druck, dem die Unternehmen gegenüber dem Geldkapital unterliegen, inzwischen viel größer als der Druck, den sie als Eigentümer der Produktionsmittel von sich aus auf die Lohnabhängigen ausüben.
      Wenn dem aber so ist, so bleibt ihnen zum Teil gar nichts anderes übrig, als diesen verstärkten Druck an die Lohnabhängigen weiterzugeben, oder es zumindest zu versuchen.Und wenn ihnen das nicht hinreichend gelingt, werden sie möglicherweise zwischen Geldkapital einerseits und Gewerkschaften andererseits zerrieben und landen im Konkurs oder werden von anderen Unternehmen oder Konzernen geschluckt.

      Vielleicht sind mittlerweile Lohnabhängige und Produktivkapital – bei allen Unterschieden und Gegensätzen ihrer Interessen – beide von dem Druck der exponentiell wachsender Zinslasten betroffen, und es wäre für beide angebracht, sich dieses Hauptkonflikts bewußt zu werden und sich – mindestens bezogen auf diesen Konflikt – sich der gemeinsamen Interessen zu besinnen: die Problematik des Zinssystems überhaupt erst einmal aufzudecken und sich daraus zu befreien – und Alternativen zum Zinssystem zu entwickeln und durchzusetzen. Das wäre keine Liebesheirat zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverbänden, aber ein Zweckbündnis oder aber eine Art Koalition für die Lösung eines immer drückender werdenden Problems: ein „Bündnis für zinsfreies Geld.

      Für die Gewerkschaften wäre es eine Herausforderung, ihr traditionelles Muster zu überwinden und den Hauptkonflikt nicht mehr nur gegenüber Unternehmern und deren Organisationen zu sehen, sondern gegenüber dem Geldkapital, das auf undurchsichtige Weise seinen wachsenden Tribut in Form des Zinses abzweigt – und den anderen gesellschaftlichen Gruppen nur noch einen schrumpfende Rest zur Verteilung übrig läßt.“
      http://www.berndsenf.de/pdf/Synthese%20zwischen%20Marx%20und%20Gesell.pdf

      1. Dass die Reichen „nicht horten“, hatte ich nicht behauptet. Sondern ich wollte darstellen, dass sie (weil sie nur einen sehr geringen Teil des Einkommens für Konsum brauchen) zwar investieren wollen, aber in der Realwirschaft nicht können, wenn sie keine ausreichend zumutbare, d.h. rentable Einstiegmöglichkeiten finden.

        Und den Wunsch nach Rendite kann man (anders als im „Finanzkasino der Spekulanten“) in der Realwirtschaft nicht als „Gier“ verteufeln, sondern man muss ihn als notwendige Risikoprämie und als „rote Linie“ akzeptieren:
        Zum einen ist jede Investition ein Risiko, zum anderen zeigen fehlende Rendite-Aussichten ein deutlich erhöhtes Risiko an, auch noch das eingesetzte Kapital zu verlieren.

        Die sinnvolle Investition in eine Fabrik braucht also Aussicht auf Geld von den Kunden, d.h. Verbrauchern, den vielen „kleinen Leuten“.
        Die wenigen Füße der Reichen können nicht den Ausstoß einer Schuhfabrik zum eigenen Gebrauch kaufen. Das Geld der Reichen kann nur als Investorengeld zur Fabrik kommen, kann also nie Ersatz für die Kundengelder der vielen kleinen Leute sein, die die Schuhe kaufen sollen und sie sich daher auch erst mal leisten können müssen.

        Will man die Reichen dennoch zwingen, ihr Geld „in Umlauf“ zu bringen, für was genau sollen sie es ausgeben? Sollen sie es zinslos anlegen, damit Verbraucher sich zinslos verschulden können? Oder sollen sie es den Verbrauchern schenken, wie Rockefeller sein Öllampen (um danach sein Öl verkaufen zu können)?

        In der heutigen (noch) neoliberalen Welt ist die Antwort ganz einfach, aber halt nicht im Sinne der neoliberalen Ideologie:
        Solange Verbraucher unterbezahlte Arbeitnehmer in Diensten dieser Reichen sind, sind höhere Löhne nicht nur ein Akte der Gerechtigkeit. (Dieser hat übrigens nichts mit Enteignung nichts zu tun hat, sondern mit genau der „Leistungsgerechtigkeit“, die Unternehmer immer fordern, aber meist nur einseitig ihr eigenes vermeintliches Zu-Kurz-Kommen beklagen und das Wachstum der Produktivität alleine einsacken wollen, weil höhere Löhne angeblich die Konkurrenzfähigkeit beenträchtigen.)

        Nein, höhere Löhne sind über die reine Fairness-Frage auch die nüchterne finanztechnische Lösung, dass eine Fabrik nicht nur ausreichend Investoren bekommt, sondern (und das muss für die Investoren verlässlich voraussehbar sein) auch genügend finanzkräftige Kunden aus den breiten Volksmassen.
        Die Angebots-Seite muss Mittel UND Anreize haben zu investieren und die Nachfrage-Seite ebenso, um ausreichend (für sich und das Gemeinwohl) konsumieren zu können. Anders bei den Anbietern sind bei den Nachfragern allerdings nicht vorrangig die Anreize das Problem, sondern genau umgekehrt: die Mittel.

        Schon der alte Henry Ford wusste, dass eine breite Masse von Menschen nur dann seine vielen Fließband-Autos würde kaufen können, wenn sie anständig verdienen. Er hat nicht gewartet, bis das allgemeine Lohnniveau gestiegen war, sondern er begann gleich damit, seine eigenen Arbeiter gut zu bezahlen. Damit konnten schon mal diese Arbeiter sich einen Ford leisten. Funktioniet hat das Ganze aber nur, weil seine Aktion in einem Welleneffekt auch die Einkommen der anderen, nicht zugleich bei ihm beschäftigen Kunden stiegen.

        Richtig: Der Neoliberalismus begann nicht 1998 mit Schröder, sondern in den 70ern in den USA mit Friedman. Kohls „geistig-moralische“ Wende ab 1982 wollte aufschließen, blieb in den Augen der enttäuschten neoliberalen Ideologen aber zaghafter als sie es erwartet hatten.

        Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 hatten die USA bis Ende der 60er Jahre den Ehrgeiz, durch hohe Steuern für die Reichen eine Umverteilung zu den Armen zu bewirken.

        Der Spitzensatz von 79% unter Roosevelt kommt einem heute „kommunistisch“ oder zumindest „schwedisch“ vor, so erfolgreich wurde diese Strategie ab den 70ern von den Neoliberalen verteufelt. Aber nachdenkliche Reiche wie selbst ein Warren Buffet wissen und sagen heutzutage deutlich, dass sie zu wenig zahlen und dass dies systemgefährdend ist.
        http://www.taz.de/!5109265/

        Wenn die Gewerkschaften für ein ausreichend hohes Lohnniveau sorgen würden, dann kämen sie ihrer Aufgabe (wieder) nach. Streiks gegen den eigenen Arbeitgeber, um die Finanz-Haie zu treffen, die mit dem eigenen Arbeitgeber nichts zu tun haben, halte ich nicht für sinnvoll.

        1. Wir sehen beide in der Ungleichheit das Grundproblem der Wirtschaftsprobleme. Aber woher kommt die Ungleichheit in der Vermögensverteilung. Da sehen wir verschiedene Erklärungen:

          1. Bekir: Die Unternehmen zahlen zuwenig Löhne, weil sie in den letzten Jahrzehnten die passenden politischen Rahmenbedingungen bekommen haben oder weil Gewerkschaften die höheren Löhne nicht durchsetzen wollten/konnten.

          2. Lehle: Die Ungleichheit ist ein Resultat der Zinswirtschaft. Unternehmen stehen im wachsenden Druck, immer mehr Zinsen zu erwirtschaften. Unternehmen sind im wachsendem Maß überschuldet oder müssen die sich stetig steigernden Renditen für ihre Aktionäre / Eigentümer erwirtschaften.

          In diesem Zusammenhang ist das Buch von Herrn Piketty interessant, „Kapital im 21. Jahrhundert“, das ich leider noch nicht gelesen haben.
          „Seine Formel ist einfach: Weil in der Regel die Kapitalerträge höher sind als das Wachstum der Volkswirtschaft, ist Ungleichheit keine versehentliche Begleiterscheinung des Kapitalismus, sondern eine zwangsläufige Konsequenz.“
          Dazu eine Grafik von Helmut Creutz, die diese Überentwicklung der Schulden und Geldvermögen im Verhältnis zur Wirtschaftskraft veranschaulicht.

  11. Piketty hat in seinem verdienstvollen Fleißwerk unstrittig riesige Datenberge verarbeitet und belegt, dass in der Geschichte „fast immer?“ die Reichen reicher wurden.
    Wenn man das schon mal weiß, schiebt man das Lesen des Buches vor sich her – wie neben uns beiden auch ein Heiner Flassbeck (Stand April 2014), der anhand von Zusammenfassungen und seiner bekannten Keynesianer-Sicht u.a. die neoklassische Grundeinstellung von Piketty kritisch beleuchtet [1].

    Ganz besonders kritisiert er, was Piketty aus seiner Sicht für die 3 Ursachen der langfristigen Reichtumskonzentration halte:
    – langfristige Erholung von Vermögenspreisen,
    – Verlangsamung des Produktivitätswachstums und
    – Verlangsamung des Bevölkerungswachstums
    Wenn das wirklich so wäre, müsste man sich fatalistisch in sein Schicksal ergeben. Oder (hierzu schweigt Piketty aber wohl?) einen grundlegenden Systemwechsel anregen – sehr konsequent ist seine angeblich vernichtende Kapitalismus-Kritik also nicht gerade.

    Andere Ökonomen aller Richtungen waren zumindest anfangs begeistert, weil sie alle ihre „Bonbons“ abbekamen. Inzwischen wächst aber die Kritik an Theoriedefiziten, [2].
    Besonders grass: Da er doch eher links ist und (allerdings vorsichtig) für höhere Steuern plädiert, versteht man nicht, „warum Piketty ausgerechnet jene Zeit als Ausnahme vom Kapitalismus beschreibt (immerhin von 1910 bis 1970), in der die wirtschaftliche Ungleichheit sank“.
    Also die Zeit, in der es insbesondere in den USA trotz (oder gerade wegen?) der hohen Steuern für die Reichen noch eine blühende Mittelschicht gab und man noch mit einiger Berechtigung an den amerikanischen Traum („vom Tellerwäscher zum Millionär, man mus nur tüchtig genug sein“) glauben konnte.

    Und nicht etwa ein sozialistischer Charakter von hohen Steuern begründet für Piketty die Ausnahme, sondern die angeblich kriegsbedingten Sonderumstände, die diese Phase von vorneherein irrelevant für heutige Überlegungen mache. Schwaches Argument: Beim Crash 1929 war der 1. Weltkrieg bereits 14 Jahre vorüber und die USA litten nicht wie die Deutschen unter Nachkriegsfolgen. Und schwache Theorie: Wer empirische Wahrheiten verkündet, die angeblich zeitlos gültig sind, kann nicht mal so einfach 60 der letzten 100 Jahre ausblenden.

    Thomas Piketty und Heiner Flassbeck sind sich dennoch bei unserem Ausgangsthema (griechische Schulden) einig und haben Angela Merkel in einem offenen Brief fünf bekannter Ökonomen scharf kritisiert. Die Antwort hat die große Aussitzerin auf einen Ökonomen aus Schäubles Haus delegiert, der unter großer Überschrift aber nur Wischi-Waschi antwortet und was von Augenhöhe faselt [3].
    Lesenswert: Piketty-Interview in der ZEIT zum Thema Griechenlands Schulden, [4].

    [1] http://www.flassbeck-economics.de/thomas-piketty-und-die-kapital-einkommens-relation-much-ado-about-nothing/
    [2] http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/das-phaenomen-piketty-verliert-seinen-zauber-612454
    [3] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesfinanzministerium-zu-griechenland-warum-piketty-und-co-falsch-liegen-1.2575665
    [4] http://www.zeit.de/2015/26/thomas-piketty-schulden-griechenland

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