Vorwurf des Landesverrats gegen Netzpolitik, SZ, NDR, WDR gerechtfertigt?

Ermittlungen wegen Landesverrat gegen Netzpolitik.org, die SZ, den NDR und den WDR – Verrat der Staatsgeheimnisse EFI und Corelli – aus zynisch, ironischer Sicht.

Ein Abgrund von Landesverrat. Vaterlandslose Schreiberlinge haben die Sicherheit unseres Staates in Gefahr gebracht und es gewagt über höchst geheime Dinge zu berichten. Der Generalbundesanwalt hat Ermittlungen gegen die Verantwortlichen von Netzpolitik.org wegen des Verdachts des Landesverrates aufgenommen und prüft noch die Aufnahme von Ermittlungen gegen das gemeinsame Rechercheteam von SZ, NDR und WDR.

Na endlich. 50 Jahre nach der Spiegel-Affäre und 34 Jahre nach der Konkret/Langemann- Affäre wagen sich mutige Männer wie Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und Generalbundesanwalt Harald Range endlich wieder an diese Vaterlandslosen Gesellen der schreibenden Zunft

Operation EFI verraten

André Meister und Markus Beckedahl von der kleinen Netzpolitik.org haben das Millionenprojekt EFI – Erweiterte Fachunterstützung Internet – verraten und offenbart, das der Verfassungsschutz alleine im Jahre 2013 mehrere Millionen Euro aufgewendet hat, um soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zu überwachen und um „Honigtöpfe“ im Internet zu installieren, die es ihm ermöglichen Profile und Verbindungen von Radikalen und Extremisten zu analysieren und zu überwachen.

Sie haben damit eindeutig ein Staatsgeheimnis bekannt gemacht, diesem Staat einen schweren Schaden zugefügt und damit den Straftatbestand des Landesverrat (§ 94 StGB) erfüllt und eine Haftstrafe bis Lebenslang verwirkt, in dem sie zwei Artikel auf ihrem Blog schalteten. Die beiden Artikel – „Massenauswertung von Internetinhalten“ – und – „Wir präsentieren die neue Verfassungsschutz-Einheit zum Ausbau der Internet-Überwachung“ – haben keineswegs den Sinn gehabt Missstände aufzudecken, sondern die Autoren wollten mit ihnen „den Verfassungsschutz fertig machen“, nach Überzeugung des BfV Präsidenten.

Dies beweist schon die Tatsache, das in den beiden Artikeln nicht nur aus klassifizierten Dokumenten zitiert wurde. Nein – die Verräter veröffentlichten diese VS- NfD Dokumente auch noch Auszugsweise.

Über EFI berichtete vor Netzpolitik.org bereits die SZ, der NDR und der WDR, bevor Netzpolitik.org wusste, das EFI kein hübsches Mädchen ist, sondern eine Datenkrake. Doch woher sollte dies das BfV und der GBA wissen?

Wer ständig im Internet surft, der hat natürlich keine Zeit NDR oder WDR zu schauen oder gar eine richtige Tageszeitung wie die SZ zu lesen.

Im Moment machen beide Behörden viel Wind und nehmen sich wichtig. Vermutlich zur Einschüchterung von Journalisten/Blogger und Informanten, ohne jegliche rechtliche Substanz, denn – was bereits veröffentlicht ist kann naturgemäß nicht mehr verraten werden und ein Staatsgeheimnis ist EFI ebenfalls nicht, doch dazu müssten die Herren einen StGB- Kommentar haben und Zeit zum Lesen.

Natürlich ist der Bundesrepublik ein enormer Schaden entstanden, denn nun wissen alle ausländischen Nachrichtendienste, das die deutsche Abwehr nur noch Facebook und Twitter durchforstet oder Webseiten als Honigtöpfe initiiert, meist mit extremistischem Inhalt oder mit einem Bezug dazu. Es geht um die IP-Nummern der Leser solcher Seiten, um deren Überwachung, um deren Vernetzungen oder Kontakte, um Kontaktprofile und um die Analysierung des Surfverhaltens dieses Personenkreises.

Corelli (Thomas Richter) und ein gewisser Dr. T. haben damit lange vor EFI versuchsweise begonnen. Corelli durch die zur Verfügung Stellung von Serverkapazitäten und Dr. T. durch den Betrieb eines aufgekauften „Politforums“.

Der Corelli – Verrat

Noch prüft der Generalbundesanwalt – noch zögert er – doch die Anzeige liegt ihm und dem LKA Berlin schon seit Wochen vor. Es geht um einen zweiten Abgrund von „Landesverrat“.

Das gemeinsame Rechercheteam von SZ, NDR und WDR hat es gewagt Informationen über den verstorbenen V- Mann Thomas Richter – alias Corelli – zu sammeln und zu veröffentlichen.

Na so was, da habe ich Monate in eine Corelli- Recherche gesteckt und nun da der Artikel fast fertig ist., da wird dieser Zuckersüchtige, abgeschaltete und angeblich verstorbene V- Mann zum Staatsgeheimnis erklärt. Warum angeblich verstorben?

Sachverhalt:

Am 7.4.2014 (??) fanden Beamte des BfV Thomas Richter, alias Corelli, alias Thomas Dellig tot in seiner Wohnung. Sein Leichnam sollte eingeäschert werden. Der Totenschein wurde auf den Namen Thomas Dellig ausgestellt.

Der SPIEGEL berichtet vom Ableben des V-Mannes am 14.4. Daraufhin meldete sich der Bruder des Verstorbenen und reklamiert sein Erbe. Nun wurde der Totenschein, welcher auf dem Namen Dellig ausgestellt war, vernichtet und rückdatiert ein neuer auf den Namen Thomas Richter ausgestellt.

Die offizielle Version des BfV lautete: Mit dem Totenschein auf den Namen Dellig sollten die Erbansprüche seines Bruders ausgehebelt werden.

Das BfV ist eine Bundesbehörde ,welche an Recht und Gesetz gebunden ist und sich ohne Not auch nicht rechtswidrig verhält und einen Erben mit einem falschen Totenschein betrügt – oder etwa doch? Wollte sich die Behörde die Hinterlassenschaften des Verstorbenen aneignen oder wurden brisante Unterlagen im Besitz des Verstorbenen vermutet, welche auf keinen Fall – via Erbgang – in das Eigentum des Bruders geraden durften?

Rechtmäßig hätte sich die Behörde verhalten, wenn Thomas Richter nur zum Schein versterben sollte – aber auf keinem Fall seine Hinterlassenschaften seinem Bruder überlassen wollte und wenn er insbesondere nicht bereit war die Erbfolge in der Familie Richter mittels falschem Totenschein zu ändern. Dann hätte der Totenschein auf den Namen Dellig Sinn gemacht und wäre vom dienstlichen Interesse (fast) gedeckt gewesen.

Fazit, diese Bundesbehörde muss schon erklären was sie sein will. Eine kriminelle Organisation oder eine Bundesbehörde mit Ehre.

Doch es kommt noch heftiger:

Sie haben Richters Leiche eingefroren und extra nicht beerdigt und auch nicht wie ursprünglich geplant verbrannt und sie haben einen Obduktionsbericht, den sogar ein „Sonderermittler“ geprüft hat. Warum wurde die Leiche nicht an den Bruder (Erbe) übergeben, wie es das Gesetz verlangt? Vielleicht deshalb nicht, weil die behauptete Todesursache „Überzuckerung“ keineswegs ein Fakt ist, sondern nur eine Vermutung?

In der Tat, die Gerichtsmedizin kann eine „Überzuckerung“ nicht feststellen. Es gibt zwar zwei Indikatoren, welche eine solche vermuten lassen, diese erlauben jedoch keine definitive Feststellung, wie selbst ein Online- Lexikon zu berichten weiß.

Und, das BfV weiß sehr genau, das Thomas Richter trotz Identitätswechsel noch Kontakte nach Halle und Leipzig pflege. Dumm, das er dies auch noch nach seinem angeblichen Ableben tat.

Aber – sie haben doch seine Leiche, welche sein Bruder sicherlich identifizierte?

Haben sie, doch es gibt eine einfache, spekulative Erklärung. Thomas Richter sollte von der Bildfläche unauffindbar verschwinden und als Thomas Dellig sterben. Doch dann starb er wirklich. Nun mussten die Daten seines tatsächlichen Ablebens schnell den Daten seines fiktiven Ablebens angepasst werden. Damit waren Zweifel am Tod des Spitzels vorprogrammiert, weshalb die Leiche- als Beweis – eingefroren blieb und nicht dem Bruder zur Beerdigung übergeben wurde.

Um von diesem „Bubenstück“ abzulenken, wird angeblich fieberhaft nach verborgenen Unterlagen des Verstorbenen „Staatsgeheimnisses“ gesucht. Zunächst geheim, doch als auf einem sehr großen „Honigtopf“ im Internet Zweifel am Tod von Thomas Richter auftauchten, begründet mit dessen Medikamentenkonsum, da musste das BfV an die Öffentlichkeit gehen und einräumen, das gegen sein „Staatsgeheimnis“ weiter ermittelt wird und dieses aus diesem Grund extra zum mutmaßlichen, weiteren Mitglied der NSU gemacht wurde. Jedes Ermittlungsverfahren endet mit dem Tod des Verdächtigen. Richtet sich dieses aber gegen weitere, unbekannte Personen, dann können auch beim Verstorbenen bzw. in dessen vermutetem Immobilienbesitz noch Durchsuchungen durchgeführt werden. Die juristischen Feinheiten schenke ich mir.

Resümee:

Wir haben ein neues Landesverratsverfahren gegen Journalisten, obwohl kein Staatsgeheimnis vorliegt und ein Schaden des Staates mit Auslandsbezug nicht nachzuweisen sein wird. Und, obwohl lediglich eine bereits veröffentlichte Sache erneut veröffentlicht wurde. Ein Verfahren, welches Journalisten, insbesondere Blogger und deren Informanten einschüchtern soll.

Und, wir haben ein drohendes Verfahren gegen drei Leitmedien, weil man einen Spitzel zum Staatsgeheimnis machen will und durch Bekanntmachung weiterer Einzelheiten dieses dubiosen Falles die auswärtigen Beziehungen dieses Staates in Gefahr sieht. Worin diese Gefahr liegt, ist das eigentliche Geheimnis der NSU, das eigentliche Staatsgeheimnis.

Unabhängig davon haben wir Honigtöpfe im Internet. Mit oder ohne Wissen der Betreiber, die dem BfV dazu dienen unsere IP- Nummern zu registrieren, unsere Vernetzungen und Kontakte auszuforschen und um diese zu analysieren.

Um dies alles zu schützen wurde ein falscher Totenschein – vermutlich ein oder zwei Tage zu früh – auf einen falschen Namen ausgestellt. Ein Erbe dadurch fast um sein Erbe betrogen und ein Verstorbener bleibt der Nachwelt tief gefroren 30 Jahre als Anschauungsobjekt erhalten.

Das BfV ist eine Bundesbehörde, welche dem Recht und dem Gesetz unterliegt. Fragt sich nur, welchem Recht und welchem Gesetz?

14 Gedanken zu „Vorwurf des Landesverrats gegen Netzpolitik, SZ, NDR, WDR gerechtfertigt?“

  1. Eine abgekartete Sache. Auf die Show sollte man sich nicht einlassen.

    Im Zweifel stimmt die Vermutung von Anmerkung, dass das in Wirklichkeit ein Testballon ist, ob mit der Überschrift Landesverrat durch die Hintertür still und leise G10 Maßnahmen durchgeführt werden können.

  2. @ roger
    Kann sein – kann auch nicht sein. 🙂 Dies ist reine Spekulation. Von Seiten der Politik gab es eine Vielzahl von Gründen diesen „Unfug“ nicht rechtzeitig und energisch zu stoppen. Man denke an den geplanten (neuen) Straftatbestand der Datenhehlerei. Diese – möglichen – politischen Motive interessieren mich wenig.

    Das Motiv des BfV ist wichtig. Ohne zu spekulieren kann sicherlich festgestellt werden, dass sie ihre Datenlecks schließen wollten, weshalb die „Keule des Landesverrates“ ihnen angebracht erschien, um „Singvögel“ und Journalisten/Blogger einzuschüchtern.

    Ich tippe auf einen einzigen Vorgang im BfV – der so brisant ist, dass der Leitungsebene der Po auf Grundeis geht, sollte es ein Datenleck geben.

    Dieser Vorgang hat einen (Arbeits-) Namen. Der Herr nennt sich Lothar Lingen und er wird die „Ehre“ haben im Münchener NSU Prozess auszusagen.

    Lingen ordnete bereits am 10.11.11 an, die Akten von mehreren V- Leuten aus dem NSU- Umfeld zu schreddern. Dazu gehören die Akten Corelli, Tinte, Treppe, Tusche, Tacho, Tonfarbe und Tobago. Alles V- Leute um den THS. Und es geht um die etwa 170 Deckblattmeldungen des V- Mannes Tarif und um dessen Kontakte zum Zwickauer Trio.

    Doch dies ist nicht alles. Es gibt eine Vielzahl von Fällen – einige Nebenklägeranwälte im OLG- Verfahren reden von „Muster“ die zeigen das BfV und Polizei gezielt außerhalb ihres rechtlichen Rahmen handelten.

    Wie brisant die Sache ist zeigt das Verhalten von Lingen. In einer E-Mail behauptete dieser gegenüber seinem damaligen Präsidenten Heinz Fromm am 26. Juni 2012, dass die Akten der oben genannten V- Leute bereits am Januar 2011 geschreddert wurden.

    Gibt es undichte Stellen in dieser Sache, so kann sich jeder vorstellen, dass das BfV auf einem Pulverfass sitzt. Journalisten einzuschüchtern mit Hilfe der Keule Landesverrat würde in diesem Zusammenhang durchaus Sinn machen.

    Fazit – was hinter diesem Vorgang steht werden wir wohl niemals erfahren. Wir können uns aber sehr viele Motive denken, die sicherlich in die Überlegungen der Verantwortlichen einbezogen waren.

    1. Etwas schade, dass Corelli hier thematisch eben doch etwas untergeht. Es wäre gut, für neue, unbekannte Fakten (z.B. Kontaktaufnahmen nach Halle/Leipzig nach dem Todesdatum) Belege anzuführen.

      Warum sollte Richter doch verstorben sein? Ein Schritt vor, zwei Schritt zurück? Die Zweifel an seinem Tod machen selbstverständlich nicht an der Identität einer eingefrorenen Leiche halt.

      1. Sehr spannende Diskussion über den Todesfall Corelli, die ich leider erst jetzt gesehen habe. Ich habe zwischenzeitlich ja ein wenig spekuliert, dass Corelli an Florian Heiligs Stelle bereits im September 2013 in Stuttgart verbrannt sein könnte :-), weil ihn im Zeugenschutz in England kaum jemand vermisst haben dürfte, bis er dann angeblich, überraschend und tot in Paderborn aufgetaucht ist. Auf die Informationen zu seinen Kontaktaufnahmen bin ich also sehr gespannt.
        Wie ich gerade gelernt habe, gibt es aber womöglich noch genügend andere verschwundene Leichen (z.B. aus dem WoMo von Stregda), die sich als Brandleiche im Auto auch noch nach langer Aufbewahrungszeit entsorgen lassen, wenn man die Todesfallermittlungen ein wenig verpfuscht oder unterbindet. Genügend Möglichkeiten also, zwei Ziele mit einem Brand zu erreichen.

        1. Corelli war Freelancer des BfV. Es gab keine Notwendigkeit, ihn in BW einzuäschern – außer vielleicht Sparzwänge. Diese Art Pragmatismus hätte allerdings negative Auswirkungen auf die Gewinnung engagierter freier Mitarbeiter für die „gräfliche Behörde“.

          Neben der chronologischen Diskrepanz spricht vor allem dagegen, dass die unterstellte Absicht, Corelli zu beseitigen, eher nach diskreter Lösung verlangt hätte und nicht nach Spektakel, das mit hohem Geheimhaltungsaufwand bei der Koordination von Bundes- und Landesbehörden verbunden gewesen wäre.

          Evtl. kommt bei dem Verdacht der Wunsch durch, der Verfassungsschutz müsse doch irgendwie Killer sein.

          Ich würde bei sog. „Konserven“, über die wir beim FH-Fake sprechen, dann bspw. eher in diesem Bereich suchen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.baden-wuerttemberg-zahl-der-drogentoten-leicht-gestiegen.a007f91a-d91a-4053-87c2-00163623582e.html

    2. @bärlaus

      Naja, sagen wir mal Hypothese zu meine Meinung, spekulieren ist mehr was für Fußballwetten … 😉
      Zumal sich der „Unfug“ jetzt ganz anders darstellt, was den Ablauf betrifft. Jetzt hat Maas die Arschkarte.

      Was deine Keule betrifft stimme ich bei Netzbloggern nicht zu, die sind mit der Nummer, wie sie öffentlich gelaufen ist, eher gestärkt.
      Bei der Drohung gegen die eigenen Reihen bin ich bei dir.
      Das dürfte ein treffender Aspekt sein. Bleibt die Frage aus gegebenen Anlass, weil was konkretes befürchtet wird, oder ist es ein pauschalierter Sicherheitsschlag.

      Dein Vorschlag Lingen könnte das konkrete Problem sein, sehe ich nicht. Das ist alles bekannt was du schreibst.
      Wo ist da eine neue Brisanz?

      1. @ roger

        Meine Antwort steht ganz unten am Strang. 🙂 Sorry, ich dachte ich hätte Antwort gedrückt und @ roger geschrieben.

        Suche noch einen anderen Kommentar von Ihnen. Ranges Darstellung der Dinge fanden nicht die Gnade seines Dienstherrn. Der neue GBA wird ein Dr. Franke aus München.

        Was mich ärgert ist, das Herr Range sich nun als Opfer für den Kampf um eine unabhängige Justiz sehen kann und wird. Dies hat er wirklich nicht verdient.

  3. Jedenfalls hat die gelernte Marxistin Merkel, die von der Spiegel- Strauß- Affäre ohnehin nichts weiss, eine kleine Niederlage erlitten. Da das aber nicht so aussehen soll, hat die Merkel, nachdem die Staatsanwaltschaft zurückruderte, schnell behauptet, sie sei gegen die Ermittlungen gewesen.
    Das ist deshalb unglaubwürdig, weil diese Behauptung zu spät kommt. Glaubwürdig wäre das vor dem Einknicken der Staatsanwaltschaft vor der Fronte der Journalisten gewesen und nur dann. Weitere Niederlagen werden folgen.

  4. @ brain freeze

    So, so – die Leiche von Thomas Richter, vom Bruder identifiziert, ist für Sie kein Bewies, das Corelli gestorben ist. Und, ich brauche Ihre Ratschläge, wann ich umfassenden über Corelli zu berichten habe und wie. *Kopfschütteln*
    Corelli war nicht das Thema meines obigen Artikels. Es war ein weiterer, wunder Punkt beim BfV, wegen dem die Schlapphüte Anzeige gegen Journalisten erstatteten. Dies hätte mit einem Satz erwähnt werden können. Ich hatte ein wenig nachgelegt um klar zu machen, dass unterstellt werden kann, das im Fall Thomas Richter noch viel Sprengstoff enthalten ist. Auch hatte ich erwähnt, das ich mit meinem Corelli- Dossier noch nicht fertig bin. Wenn ich mit diesem fertig bin und dann noch Ihre Ratschläge brauche wende ich mich selbstverständlich an Sie oder auch nicht. 🙂
    Ich muss ja nicht alles verstehen, schon gar nicht nach einer so langen See- Fete, weshalb ich irritiert mich nun in die Federn kuschle. Ich bleibe wohl nur Fan ihrer sehr guten Artikel – nicht ihrer flachen Kommentare. Schaun wir mal. 🙂

    1. Lieber Bärlaus, ich kenne Ihre weitergehenden Bemühungen um den „Tod“ Corellis nicht, die Sie mglw. auf einem eigenen, mir nicht bekannten Blog darstellen. Mein Kommentar war vollkommen arglos. Und weniger belehrender Ratschlag, als viell mehr Bitte im Sinne gemeinsamer (?) Aufklärung und Hinweis eines wohlgesonnenen Lesers.

      Wen das „Landesverrats“-Theater nur mäßig interessiert, weil es auch andernorts ausgiebig beleuchtet wurde, wird möglicherweise die Brisanz Ihres Textes in Bezug auf Corelli nicht erkennen können, weil er ihn eben unter dem Gesichtspunkt Ihrer rechtlichen Erwägungen oder gar nicht liest.

      Ich sehe die Sache so, dass die Aufklärer auf gegenseitige Anregung angewiesen sind und freue mich über jede echte Bemühung.

      Ihren Ansatz, die rechtlichen Bedingungen und Motive für behördliches Handeln im NSU-Kontext herauszuarbeiten, halte ich für sehr wichtig und konstruktiv.

      Schon von daher war mein „flacher Kommentar“ weder Angriff, noch überhaupt Kritik, sondern im Gegenteil in Bezug auf das Thema Corelli ein ganz normaler Kommunikationsversuch. Ich schlage vor, diese Kommunikation nicht durch übertriebene Empfindlichkeiten zu verkomplizieren. Das ist ehrlich gemeint.

      1. @ brain freeze

        Nehme ich gerne so zur Kenntnis. Natürlich gieren Recherchen nach Veröffentlichung. Doch dann müssen sie ausrecherchiert sein. Man kann sich Corelli wirklich nur Schritt für Schritt nähern und alles hinterfragen, selbst seine Panzermodelle, sein Freizeitverhalten und auch die näheren Umstände seines temporären Aufenthaltes in England.
        Und, man muss verdammt tief recherchieren. Als Beispiel: Das Wundermittel Metformin schützt nicht in allen Fällen vor einer Überzuckerung. Voraussetzung für diesen Schutz ist, das die vier kleinen Zellen in der Bauchspeicheldrüse ausreichend Insulin produzieren. Werden diese durch Krankheit oder Medikamente oder Drogen lahm gelegt, dann ist das geschluckte Metformin für die Katz. Und, für einen Diabetiker ist eine Überzuckerung viel schwerer zu erkennen, als für einen gesunden Menschen, da die Symptome identisch sind mit denen der Unterzuckerung. Also Griff in die Tasche zum Traubenzucker. Ein sehr gefährlicher Irrtum.
        Ach ja, er wurde an einem Montag aufgefunden, mit ein Grund weshalb angebliche Kontakte zu ihm sehr sorgfältig überprüft werden müssen. Einsamen Menschen fällt an den Wochenenden und am Heilig Abend bekanntlich die Decke auf den Kopf. Der Typ, der alleine ins Theater geht oder sich mit einem guten Buch vergräbt, war Corelli nicht. Nach meinem bisherigen Eindruck war der mit seiner Abschaltung in ein tiefes, leeres Loch gefallen und träumte von einem neuen Leben, fern der Heimat. Und, es war der typische Einzelgänger. Sein ehemaliger V-Mann- Führer bot ihm eine Wohngemeinschaft an. Doch dies war nicht nach seinem Geschmack. In Paderborn war er am falschen Ort. Wer das Nest kennt, kann diese Aussage verstehen. Gestern gut bezahlter V-Mann, Adrenalin pur. Heute Schweißer auf Arbeitssuche. Dies war nicht seine Welt.
        Corelli wird zum Thema werden und dann ist der Zeitpunkt für Veröffentlichungen gekommen. Bis dahin müssen auch Sie sich gedulden. 🙂

        1. Solange alte Legenden nicht durch neue ersetzt werden, habe ich alle Geduld der Welt. Es gilt Konfuzius (?): Setz‘ dich ans Ufer des Flusses und warte bis dein Feind vorübertreibt. (Mit „Feind“ ist das NSU-Phantom gemeint) 😉

          1. Wenn in der Causa Lingen auch nur ein Prozent bekannt ist, kaufe ich mir einen Hut, um diesen vor Ihnen zu ziehen. Warum die Akten wenige Tage nach der angeblichen Selbstentarnung der NSU geschreddert wurden, ist eine viel zu wichtige Frage, um sie nicht aufzuklären. Lingen und die V-Mann-Führer werden wohl beim OLG aussagen müssen. Ob dies etwas bringt bezweifle ich. Bisher hat die Presse derartige Sachverhalt zur Aufklärung gebracht. Wenn – ja wenn sie interene, vertrauliche Informationen hatte.

            Das Bubenstück von Maaßen und Range ist geeignet jeden Informationsfluss aus dem BfV abzustellen. Landesverrat ist eine juristische Keule. Nichts mit den üblichen Verteidigerrechten. Was geheim zu bleiben hat bestimmt die Anklage und das BfV.

            Wer wagt es bei dieser Konstellation zu „durchstechen“ und wer wagt es zu veröffentlichen, nachdem angeblich nun schon Teile des Haushaltsplanes des BfV ein Staatsgeheimnis sein sollen, nach der vorläufigen, mündlichen Meinung eines jungen Wissenschaftlers. 🙂

          2. In Indien beginnt der Monsun. Setzen wir uns lieber nicht an die Ufer des Ganges und warten bis die Leichen (Asche) unserer Feinde vorbeitreiben. Ich wäre für ein gemütliches Cafe – bei dem Wetter – am Ufer eines Badesees. 🙂

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