Neutraler Prozessbeobachter kritisiert Vertreter der NSU-Nebenklage

Das „Zentralorgan Bayern“ (ZOB) ist Prozessbeobachter im NSU-Prozess und veröffentlichte kürzlich einen lesenswerten Bericht „NSU-Prozess, 2 Jahre verhinderte Aufklärung„.

16 Gedanken zu „Neutraler Prozessbeobachter kritisiert Vertreter der NSU-Nebenklage“

  1. Das Dokument ist es wert, gelesen zu werden. An jedem Eck ist das Bemühen erkennbar, sorgfältig zu berichten. Auf S. 22 findet man ein Foto von der Keupstraße, das NSU-Leaks-Leser schon lange kennen. Wirklich interessant ist die „Posse“, die dpa um dieses Bild aufgeführt hat. Also doch: Nachrichtenfilter im Sinne der Staatsversion zu den Ereignissen. Immer mehr Einzelteile zu diesem Puzzle werden auf diese Weise zusammengetragen.

  2. Hab des pdf nur Überflogen, mich kotzt der linke antirassismusschmuh nur noch an. Anstand gegenüber einem jeden, hat schon mein Naziopa gepredigt, dieses ständige Wiederkäuen ist nur ein Festschreiben der alliierten Lügenpropaganda (vergl. Jesse Owens: „H. did not snub me, it was FDR who snubbed me.“)
    Nur was zur Symbolik der 4 Köpfe auf die auch das ZOB aufgreift: Wenn 4 Köpfe eine Bedeutung haben, dann dürfte der 4te Kopf dem 3ten Mann am Wohnmobil in Stregda gehören, dann weiss Beate Z. wer die Uwes getötet hat.

  3. @boes
    Lass den Antirassismus einfach stehen. Der steht auf der Titelseite und sollte von Natur aus niemandem weh tun. Auf die Fakten kommt es an, die Oliver Renn akkurat berichtet. Damit steht er meilenweit über all den Trotteln, die beim Thema NSU wie dressiert das Gehirn ausschalten und dem Staat jeden Mist glauben.
    Die Geschichte mit Jesse Owens ist übrigens sehr interessant und mit wenigen Suchbegriffen auch sofort zu finden, z.B. in der englischsprachigen Wikipedia. Interessanterweise ist sie aber in der deutschsprachigen Wikipedia komplett unterschlagen, wird noch nicht einmal diskutiert. Das ist wirklich auffällig und Stoff für interessante Überlegungen.
    Klare Ansage: es gibt eine Art von linkem „Denken“, die vormodern, abergläubisch, autoritätsgläubig und auch rassistisch ist, aber viel zu blöd, um das jemals zu erkennen. So what? Rechts gibt es nicht weniger Dummheit, nur eine andere Variante.

  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma

    Vielleicht eröffnen sich neue Perspektiven.

    BZ nimmt (zurecht: „Terrortrio“) die Position ein, am Meisten einstecken zu dürfen(Strafmaß).
    Im Vergleich zum Folgeschaden : „Strohwitwen und Strohwaisen“
    allerdings des „Kameraden“ Pflicht(?) …. .

    Wird der Bogen überspannt, dann klingen andere Saiten.
    (z.B.: mehr wie 5 Jahre habe ich nicht verdient …., die Anwälte tun nichts dafür oder dagegen – die Anderen sind auch nicht „schuldiger“ – Jetzt reicht’s )

    Wie geschrieben, den Artikel einfach mal lesen.

    Beste Grüße
    _________
    P.S.:
    „Das ZOB“, bzw. dass was ich von ihnen gelesen habe, zeigt einen wachen Geist und verdient Beachtung. Sie sind kritisch, aufgeweckt und handeln nach Idealen – Ideale im menschlich korrektem Sinn.
    Bei aller Achtung ist das Prädikat : „Neutral“ aber ganz gewiss nicht in ihrem Sinn.
    In der Selbstwahrnehmung geht das noch in Ordnung- aus Marketinggründen mindestens eben so -… doch steht auf der Fahne „garantiert Rassismusfrei“.

    An sich würde mir nur berauscht in den Sinn kommen, an diesem Credo etwas auszusetzen, denn dann habe ich den Mut und die Gleichgültigkeit vereint, einem Automatismus die Stirn zu bieten – spricht sowohl gegen mich als auch gegen Reflexe der Diktatur.

    Daher ist dies jetzt kein reines Angriffsszenario – auch wenn mein Versuch „Augenhöhe“ herzustellen bislang vom Antagonisten weder gebilligt noch abgelehnt werden konnte – lest doch endlich den „Gefangenendilemma Text durch (sinnvolles ist hier nicht zu erwarten;-)

    Um einer Sache oder Person nicht befangen – oder neutral -gegenüberzustehen, ist nicht zwangsläufig eine positive Verbindung ursächlich. Auch die Ablehnung eines Objekts – diversen Glaubenssätzen treu – ist der Neutralität hinderlich.

    Da sei die Frage erlaubt:

    Kann das „garantiert rassismusfreie ZOB“ den Anspruch erheben als „Neutral“ zu gelten, wenn sich auf der Anklagebank und in dem einstigem(?) Umfeld der Angeklagten Menschen sammeln, die dem Verdacht ausgeliefert sind, zum einen Rassisten und zum Anderen an einer „möglicherweise“ rassistischen Mordserie verstrickt zu sein?
    ___
    Genau genommen finde ich es gut, dass es auch aus dieser Richtung ehrliche Berichterstatter und Denker gibt – vermisse aber, dass es außer dem Mainstream sonst nicht viel zum Thema gibt.

    Das „garantiert rassistische BOZZ“ fehlt mir da leider, um mein Pendel zwischen den Beiträgen schwingen zu lassen^^

    Nix für Ungut

    1. @neckarsulm
      Gute Anmerkungen zum ZOB und zur „Neutralität“!
      Dass das Attribut „neutral“ wenig bedeutet und dem ZOB selbst auch kaum schmecken wird, wollte ich eigentlich ganz früh schon mal anmerken, habe es dann aber gelassen. Wie Du richtig sagst, ist das Respektable am ZOB eben gerade, dass sie einen klaren Standpunkt haben und trotzdem Fakten zur Kenntnis nehmen und berichten, die nicht ins Bild passen.

      1. Hm. Ist das so? Nimmt das ZOB Fakten zur Kenntnis, die nicht ins Bild – nämlich ins konsequent antirassistische – passen? Gehört nicht gerade das zur Wahrheitssuche, eigene ideologische Prämissen zurückzustellen, wie du und Neckarsulm es ja versucht? So gesehen ist die Wahrheitssuche des ZOB eben doch selektiv und damit wertlos. Man könnte es auch Agitation nennen.

        1. Wo das ZOB insgesamt steht im Erkenntnis- und Bewertungsprozess kann ich dir leider nicht sagen: nicht mein Kopf:-) Aber drei Anmerkungen kann ich dazu machen:
          1.) Das Heft ist gut und bringt viele Fakten, die die offizielle Version stark erschüttern und auch die Nachrichtenunterdrückung deutlich machen. Insbesondere zögert es auch nicht, andere Akteure des „antirassistischen Lagers“ vorzuführen, die auch nach meiner Meinung erkennbar eine andere Agenda haben als irgendeine Ideelle. Deshalb sehe ich das ZOB besser als „neutral“.
          2.) Die Neigung von Oliver Renn, überall „Nazis“ zu sehen (auch wenn sie viel eher deutschnational sind wie der Fatalist:-) und mit solchen nicht einmal mehr über Fakten sprechen zu können, spricht dafür, dass die Erkenntnisse weiterhin stark durch Vorurteile gefährdet sind. Umso respektabler wird dadurch aber das Heft.
          3.) Ich habe kein Problem damit, wenn jemand ein anderes Gesamtbild im Hinterkopf hat als ich. Grundvoraussetzung bleibt aber, dass man sich über Fakten verständigen kann. Schön wäre es auch, wenn ich dabei nicht als Naziverharmloser oder gar -sympathisant bezeichnet werden würde, weil ich der Meinung bin, dass der NSU einige (oder vielleicht sogar alle?) angeklagten Taten höchstwahrscheinlich nicht oder mindestens nicht federführend begangen hat. Ich bin zwar nicht mehr besonders schmerzempfindlich, was diese Dinge angeht, aber schöner wäre es sicher ohne diesen Hirnkleister. Meine Agenda ist nicht, das Trio zu entlasten von Dingen, für die es verantwortlich wäre. Ich interessiere mich in erster Linie für den Staat, den Rechts-Travestie-Staat. Schon lange.

          1. Für mich geht es darum, dass die Schuldigen gefasst werden und keine Gefahr mehr darstellen, egal welche politische Ansichten sie haben.

            Anfänglich 2011/2012 war ich überzeugt von der Hauptschuld des Trios. Inzwischen, auch durch die geleakten Ermittlungsakten, kann diese Einschätzung so nicht mehr aufrechterhalten werden. Leider veröffentlichte der rechtslastige Blogger fatalist die Ermittlungsakten. Es wäre viel besser gewesen, ein Vertreter der NSU-Nebenklage oder ein Journalist wie Thomas Moser hätten sie veröffentlicht.

          2. Wenn Ermittlern Rassismus unterstellt wird, weil sie in kriminellen Milieus ermitteln, die nun mal von kulturellen Besonderheiten geprägt sind, und auf diese Weise mögliche Tätergruppen ex cathedra ausgeschlossen werden sollen, dann bleiben eben nur „antirassistische“ Lösungen übrig.

            Eine unterstellte Voreingenommenheit, die vielfach schlicht Berufserfahrung widerspiegelt, wird dann durch eine andere, ideologische Voreingenommenheit ersetzt.

  5. Ich kann brain freeze nicht widersprechen, was die Ermittlungen und ihre einseitige Bewertung angeht. Aber dass das möglich ist, ist nicht primär die Schuld der Linken, sondern politisch so gewollt und gedeckt (the buck stops here: im CDU-Kanzleramt). Wenn alle die braven Beamten das so hinnehmen, ist das ihr Problem. Ich frage mich halt, was sie noch alles mittragen würden. Wo ist die Grenze? Pensionsgrenze?
    Wenn man gleichzeitig 70 Jahre lang Bußübungen über Dinge abhält, die von braven Beamten und furchtbaren Juristen mitgetragen worden sind, wird es eben ein wenig absurd, von den CDU/SPD/FDP/Grünen-Beamtenseelen und den furchtbaren Juristen ebenso wie von den Antifaschisten. Sorry, wenn ich das so sagen muss.

  6. Heul doch, bio 😉

    Wer hat Ordner Heilbronn 1 nie veröffentlicht? Moser und bio.
    Wer hat die Anklage nie veröffentlicht? Hmmm ?

    Was haben denn „die Linken“ überhaupt veröffentlicht? Okay, das ZOB hat Dinge veröffentlicht, aber doch nicht ihr vermoserten und gefunkten… kein einziges Blatt Papier.

    Also heul ruhig rum.

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