MH17: Widerlegung von CORRECT!V

In der medialen Hetzkampagne gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin spielt das Schicksal der ermordeten Passagiere von Flug „mh17“ eine große Rolle. Kaum war das Passagierflugzeug am 17.07.14 abgeschossen, machten die Medien Putin verantwortlich. Besonders tat sich der Spiegel mit der Schlagzeile „Stoppt Putin jetzt“ hervor. Die Öffentlichkeit befürwortete endlich mit großer Mehrheit die Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland (dwn). Doch wenn der Abschuss von mh17 dem Maidan-Regime in Kiew nachgewiesen werden würde, könnte sich das öffentliche Meinungsbild ändern. Um dies zu verhindern, wird die mediale Darstellung von Desinformanten wie beispielsweise dem Recherchebüro „CORRECT!V“ geprägt. Deshalb ist es Wert, sich mit deren Darstellungen zu befassen. Dieser Artikel stützt sich bei der Widerlegung auf Kommentare, die im Forum von „allmystery“ und „Freitag“ veröffentlicht wurden, und auf Recherche der Bloggerin Gabrielle Wolf.

Untersuchung

Es ermittelt ein internationales Team (Joint Investigation Team, (JIT), das aus Kriminalbeamten und Behördenvertretern aus den Niederlanden, Australien, Belgien, Malaysia und der Ukraine besteht.

Mitte September 2014 veröffentlichte JIT einen nichtssagenden Zwischenbericht indem lediglich steht, dass die Passagiermaschine „wegen Strukturschäden“ auseinandergebrochen sei, „durch die äußere Einwirkung zahlreicher hochenergetischer Objekte“. Über den Ursprung der „hochenergetischen Objekte“ lässt sich der Bericht nicht aus! Es könnte also von einer Rakete des Typs „BUK“ stammen oder nicht.

Viele Berichte sind blockiert und wurden nicht veröffentlicht.

„569 Dokumente sind teilweise veröffentlicht worden, aber wichtige Informationen sind darin unleserlich gemacht. 147 Dokumente werden geheim gehalten“, heißt es in der Mitteilung. (sputnik)

Der Rechtsanwalt Elmar Giemulla vertritt Hinterbliebene von deutschen Passagieren. Anfang März 2015 gab er „radiovoice Berlin“ ein Interview. Er beschreibt im Interview negative Einflussnahmen auf die Untersuchung durch das ukrainische Regime.

Die bei der Untersuchung teilnehmenden Länder könnten missliebige Beweise einfach „sperren“ lassen, so dass sie nicht mehr Teil der Ermittlungen sein können, oder Beweismaterial einfach nicht herausgeben.

„Wenn ich diese offensichtlichen Einflussnahmen der ukrainischen Regierung auf den Ablauf der Untersuchung berücksichtige, kann ich mir nicht vorstellen, dass die freiwillig diese sehr kritischen Informationen an die Untersuchungskommission geben. Wir werden das sehen, aber ich glaube es nicht. (…)

Meine persönliche Erwartung ist, dass niemals ans Tageslicht kommen wird, was da wirklich passiert ist.“ (youtube)

Zwar hätte jedes der beteiligten Länder in der Untersuchung ein „Vetorecht“, aber insbesondere die ukrainische Regierung hätte „ein massives Interesse daran das Vetorecht auszuüben“. Wenn der Ukraine….

„… irgendein Satz nicht passt, in welchen Bericht auch immer und sagt „Ich verweigere meine Zustimmung auf Herausgabe des Berichts“, dann wird dieser Bericht nicht herausgegeben.“ (ebd)

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Die JIT-Untersuchung zieht sich in die Länge, dabei müsste die entscheidende Erkenntnis, welche Angriffswaffe benützt wurde, längst vorliegen: Am 10. September 2014 gab die JIT bekannt, dass in den Leichen der Piloten „Fremdkörper“ gesichert wurden, deren Herkunft aber noch ungeklärt wäre. 

„Niederländische Ermittler haben in den Leichen der Crew der Boeing MH17, die im Juli über der Ost-Ukraine abgestürzt war, Fremdkörper entdeckt, deren Herkunft noch ungeklärt ist, wie die Sprecherin des niederländischen Sicherheitsrats, Sara Vernooij, RIA Novosti mitteilte.“ (sputnik)

Da die Cockpitwand Einschlagsspuren aufzeigt, müsste es sich bei den „Fremdkörpern“ um Teile der Angriffswaffe handeln.

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Propaganda über Splitter einer russischen BUK

Im März 2015 berichtete der Fernsehsender „RTL“, dass Journalisten am Tatort kleine Splitter einer „russischen BUK-Rakete“ gefunden hätten. Eine unabhängige Untersuchung des Materials hätte bewiesen, dass die Rakete aus russischen Beständen gekommen sein müsste.

Das Problem dabei: Es fand keine kriminalistische Aufnahme und Sicherung am Tatort durch das JIT statt, stattdessen entweder eine illegale Entwendung von Beweismaterial oder gar komplette Erfindung. Dementsprechend dementierte das JIT die Schlussfolgerung von „RTL“ und forderte auf, dass Beweismaterial auszuhändigen.

„Doch der die Untersuchung zu MH17 leitende niederländische Staatsanwalt sagte zu RT: „Ich kann Ihnen versichern, die Aussagen [von RTL] sind nicht korrekt.“

„Weiteres Untersuchungsmaterial ist natürlich willkommen, aber es ist unerlässlich, dass überhaupt nachgewiesen wird, dass ein Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz besteht.“ (rt)

Manipulierte Telefongespräche

Ein anderer offener Punkt sind die Gespräche zwischen Fluglotsen und Piloten. Der Zwischenbericht bezieht sich in der Auswertung auf die aufgezeichneten Gespräche der Flugüberwachung. Die Frage ist, ob JIT die Funkgespräche vom ukrainischen Regime erhielt, ob sie vollständig vorliegen oder ob sie manipuliert sind. Bisher liegen der Öffentlichkeit weder die Gespräche der Piloten (Stimmenrekorder) noch die der Fluglotsen vor.

Die Skepsis ist berechtigt, da das ukrainische Regime bereits einen Tag nach dem Abschuss drei (angeblich) von Rebellen geführte Telefonate und Internet-Videogespräche präsentierte, die der ukrainische Geheimdienst abgefangen hätte.

Beim ersten Telefongespräch zwischen den Herren Bezler und Geranin geht es lediglich um den Abschuss eines Flugzeuges durch die Rebellen. Es wird weder ein Passagierflugzeug erwähnt, noch der Zeitpunkt. Es kann sich also auch um ein abgeschossenes Kampflugzeug handeln und das Gespräch gar nicht am 17.07 stattgefunden haben.

Beim zweiten Gespräch sprechen zwei vermummte (angebliche) Rebellen per Internetvideo miteinander, ein „Mayor“ und ein „Grek“. Daraus geht hervor, dass der mh17-Abschuss von einer Kosaken-Einheit verübt worden wäre, die südlich von Snischne eine Straßensperre errichtete.

„Eine Männerstimme sagt einer anderen, »die Kosaken vom Kontrollpunkt Tschernuchino« hätten die Maschine abgeschossen.“

buk-gespraeche

Quelle: youtube

Die AG-Friedensforschung hinterfragt diese Darstellung: Kosaken-Milizen sind einfach ausgerüstete Infanterie-Einheiten. Wie sollen sie ein komplexes BUK-System bedienen können?

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Das dritte Gespräch führt ein Herr Kozitsyn mit einem anonymen „Militanten“. Erst geht es um den Abschuss eines militärischen Transportflugzeuges „AN-26“, dann plötzlich um mh17.

Die Gespräche brechen hörbar immer wieder abrupt ab und beginnen von Neuem. Selbst für Laien lässte das auf Manipulation schließen. Tatsächlich bestätigte eine Analyse des Experten Nikolai Popov vom Unternehmen „Aim Technologies LLC“, dass die drei Gespräche sich aus verschiedenen Konversationen zusammensetzen, also zusammengeschnitten wurden. (rt)

Am 09.09.14 äußerte sich die Bundesregierung über die dubiosen Mitschnitte:

„Der Bundesregierung ist auch ein in den Medien veröffentlichter Telefonmitschnitt des ukrainischen Geheimdienstes bekannt. Dessen Authentizität konnte nicht verifiziert werden.“ (Bundestag)

Der Bundesnachrichtendienst kam zur Einschätzung:

„Ukrainische Aufnahmen seien gefälscht, sagte Schindler, das lasse sich anhand von Details erkennen.“ (spiegel)

Ein anderes Beispiel ist die sogenannte Selbstbezichtigung des damaligen Rebellenführers Igor Strelkow. Dafür präsentierten die „tagesthemen“ eine (angebliche) Kurzmitteilung von seinem Twitter-Konto, wo er den Abschuss loben würde. Dann kam heraus, dass …

… es kein Tweet von Strelkov [war], sondern von einem ukrainischen Propaganda-Account (StateOfUkraine). Dieser Tweet zeigte einen angeblichen Eintrag auf Strelkovs VK-Account, der aber – selbst wenn er echt wäre – gar nicht von ihm selbst stammt.“ (propagandaschau)

Strelkow dementierte die Kurzmitteilung selbst verfasst zu haben. Sie bezog sich auf den (vermuteten) Abschuss eines militärischen Transportflugzeugs „AN-26“. Offensichtlich war zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass ein Passagierflugzeug abgeschossen wurde!

Gespräche Fluglotsen mit Piloten 

Der griechische Militärexperte Vagelis Karmiros analysierte die bisherigen Flugrouten der Verbindung Amsterdam – Kuala Lumpur von “Malaysia Airlines”. Seine Suche bei “Flugfinder” zeigte, dass MH17 eine ungewöhnliche Flugroute flog. Das abgeschossene Flugzeug flog wesentlich nördlicher als normal, direkt in die Bürgerkriegszone  mit “gesperrten Luftraum” bis 10.000 Meter.

MH 17flugbahn-ukraine

 Quelle: tweet

Ein Kommentator:

„Es scheint den Tatsachen zu entsprechen, dass die 10 Flüge von MH-17 zuvor die Südroute benutzt haben. Andererseits wurden die Flugrouten über dem Donbass in diesen Tagen auch von anderen Fluggesellschaften benutzt, in unmittelbarer zeitlicher Nähe von Singapore Airlines.Trotzdem muss natürlich untersucht werden, wer warum diese Flugroute festgelegt hat und das braucht auch die Aufzeichnungen des Funkverkehrs von ATC Kiew mit MH17. (Freitag)“

Der Zwischenbericht des JIT erklärt die Kursänderung mit schlechten Wetter. Deswegen wären die Piloten über das Rebellengebiet geflogen. Grundlage dieser Darstellung ist der Funkverkehrs zwischen mh17 und der Flugüberwachung. Die schriftlichen Transkripte sind im Zwischenbericht veröffentlicht. Von der Auswertung des Stimmenrekorder liegen kaum Informationen vor, nur das es ein abruptes Ende der Aufzeichnungen gab.

Laut der russischen Nachrichtenagentur „Interfax“ hätte der ukrainische Geheimdienst die Gespräche zwischen den Fluglotsen und den Piloten beschlagnahmt. 

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Ein Kommentator:

„Der Tower in Borisow müsste die Gespräche besessen haben, in denen die Änderung des ursprünglichen Flugplans angeordnet wurde. Zur Zeit des Absturzes war Dnipro Control in Dnjepropetrowsk verantwortlich. Die Kommunikation von Borisow scheint zu fehlen, der DSB-Bericht erwähnt sie nicht.“ (freitag)

Es gäbe zwei Fluglotsen, die (angeblich) verschwunden wären.

  • Anna Petrenkovom vom „Air Traffic Control Center „Dnipro Radar“ in Dnjepopetrowsk. Sie wäre die Fluglotsin von MH17 am 17. Juli gewesen. Ab dem 18. Juli hätte sie Urlaub gehabt, heute würde sie als vermisst gelten!
  • Der Fluglotse Jose Carlos Barrios Sanchez soll bei der Flugüberwachung in Borispol gearbeitet und in dramatischen Kurzmitteilungen, kurz nach dem Abschuss, über die Vorkommnisse vor Ort berichtet haben. Geheimdienstmitarbeiter wären im Tower erschienen und hätten die Fluglotsen angewiesen zu schweigen. Er schrieb unter seinem twitter-Konto „spainbuca“, dass sich zwei ukrainische Kampfflugzeuge während des Abschusses in unmittelbarer Nähe von MH17 befunden hätten. Sein Twitter-Konto war seit August 2010 in Benützung. „Carlos“ schrieb seitdem ca. 7000 Mitteilungen und hatte über 3500 Begleiter. Auch seine Facebook-Seite wurde abgemeldet. (youtube)
Welche Beweise gibt es, dass Separatisten oder gar russische Truppen Flug mh17 mit einer „BUK“-Rakete abgeschossen haben?
.

Das ukrainische Regime veröffentlichte kurz nach dem Abschluss weitere (sogenannte) Beweise, die die Schuld Russlands belegen würden: Ein Foto vom Kondensstreifen der (angeblichen) BUK-Rakete, Videoaufzeichnung und Fotos u. a. eines Tiefladers, der mit einem BUK-System durch Rebellengebiete fahren würde.

Eine BUK-Abschussrampe mit Raketen ist immer auf einem Kettenfahrgestell (Telar) montiert und deshalb sogar im Gelände hochmobil. Es kann dort bis zu 45 km/h schnell fahren. Es braucht also eigentlich keinen Tieflader zur Fortbewegung, siehe Video.

buk-kettenfahrzeug

Quelle: youtube

Deswegen hinterfragen Kritiker, warum auf den Aufnahmen des ukrainischen Geheimdienstes das BUK-System teilweise auf einem Tieflader „rumkutschiert“ wird. Das aufwendige Auf- und Abladen der BUK auf den Tieflader nach dem Abschuss hätte unnötig Zeit gekostet und …

„… dauert je nach Gelände zwischen 5-10 Minuten und einer halben Stunde, Zeit, in der die Kampftechnik lange einsatzbereit wäre.

150 Liter Sprit auf 100km sind da keine Rechtfertigung.

Das Gespann LKW/Panzer ist auch eingeschränkt in der Mobilität. Viele Brücken kann es nicht passieren, der Panzer fährt durch den Bach und fertig. Ähnlich mit Strassensperren. Der Lkw kann nicht auf jeden Feldweg, der Telar macht noch im Gelände 45km/h.“

Das Machwerk von „CORRECT!V“

Die mediale Propaganda in den NATO-Ländern basiert auf mehr als zweifelhaften „Beweisen“ aus Kiew. Pseudo-wissenschaftlich verpackt wird sie von den Internet-Aktivisten um „Bellingcat“.

Der „Spiegel“ stützt dessen Darstellungen indirekt mit Berichten über das Recherchebüro „CORRECT!V“. Das Büro behauptet, dank „Bellingcat“ die Fahrstrecke des BUK-Systems mithilfe von Videos und Fotos rekonstruiert zu haben. Marcus Bensmann äußerte sich darauf aufbauend im Einklang mit dem ukrainischen Regime und verbreitet sogar deren unbewiesene Behauptung über „russische Panzerverbände“ in der Ost-Ukraine!

„Mit diesem Zeugen ist das Bild komplett: Es war eine Rakete des Typs BUK M1, die das Passagierflugzeug vom Himmel holte – in Stellung gebracht von Soldaten der 53. russischen Luftverteidigungsbrigade aus Kursk, die sich ohne Hoheitszeichen in der Stadt Snizhne befanden, um russische Panzerverbände zu schützen.“ (correct!V)

Die Fahrstrecke würde in Russland starten und in die ost-ukrainischen Rebellengebiete führen. In Snischne wäre mh17 abgeschossen worden, von russischen Soldaten. Um das zu vertuschen wäre die BUK wieder zurück nach Russland geschafft worden. „CORRECT!V“ stellt die Fahrtstrecke folgendermaßen vor:

correctiv-russische-buk

Quelle: „CORRECT!V

Es wird auf einzelne sogenannte Beweise eingegangen und sie hinterfragt.

Video

Nach dem Abschuss hätten die russischen Soldaten ihr BUK-System nach Russland zurück-transportiert, um von ihrer Schuld abzulenken. 

Die russischen Soldaten sollen ihr BUK-System auf einem von Rebellen kurz vorher gestohlenen Tieflader gepackt haben. Auf dem Tieflader beließen sie ein Schild mit der Telefonnummer des beraubten Donezker Spediteurs. Nach dem Abschuss sagte der aus, dass Rebellen seine Fahrzeuge geraubt hätten. Die Bloggerin Gabriele Wolff schreibt zum Diebstahl des Tiefladers mehr.

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Nach dem Abschuss verbargen die Soldaten nicht die Abschussrampe hinter einer Tarnplane, so dass sichtbar war, dass eine Rakete fehlte.

Dieses  „einzigartige“ Gefährt der Selbstbezichtigung fuhr dann nicht die direkte Strecke nach Osten, nach Russland, etwa zum Grenzübergang Donesk, sondern machte einen Abstecher in ein Gebiet, welches von der ukrainischer Armee kontrolliert wurde. Auf diese Weise konnte eine ukrainische Polizeieinheit „zufälligerweise“ den Transport ein paar Sekunden filmen. Der Kameramann hatte sogar noch die blitzsschnelle Reaktion den Transport heranzu-zoomen, sodass die fehlende Rakete sichtbar wurde! Hier ist das Video, das übrigens noch immer Teil der Beweisführung gegen die Rebellen ist.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow veröffentlichte das Video in seinem Facebook-Konto, bereits einen Tag nach dem Abschuss. Er schreibt, dass es einen BUK-Transport der russischen Armee zeigen soll und zwar in Krasnodon. Die Stadt liegt nahe der russischen Grenze und wurde damals von den Rebellen kontrolliert. Laut Awakow wäre die BUK am 18.07. gegen 4.30 gefilmt worden. (facebook)

Die Übersetzung ins Englische geht ungefähr so:

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Der Innenminister lag jedoch falsch – das Video stammt vom Westen der Stadt Lugansk, aus Artemivsk. Artemivsk sowie der ganze Bereich nördlich, westlich und teilweise südlich von Lugansk, waren von der ukrainischen Armee besetzt. Sie kontrollierte damals den südlich von Lugansk gelegenen Flugplatz. Erst Anfang September 2014 zog sich die Armee von dort zurück.

Es gab folgenden Frontverlauf am 17.07.2014. Farbig markiert sind die Gebiete der Rebellen. Die Bloggerin Gabrielle Wolf markierte darüberhinaus auch die genaue Stelle mit einem Kreis:

https://gabrielewolff.files.wordpress.com/2015/01/hri-lugansk-buk.jpg

Desweiteren stellt sich die Frage, wie der Transport auf seiner (angeblichen) Flucht nach Russland überhaupt dorthin gekommen sein konnte.

Süd-Westlich von Lugansk waren alle Zufahrtswege nach Snischne, dem (angeblichen) Ort des Raketenabschusses, unter Kontrolle der ukrainischen Armee! Der Transport hätte einen Bogen über den Osten von Lugansk nehmen müssen, der unter der Kontrolle der Rebellen war, um dann irrwitzerweise wieder nach Westen, ins Feindesland, einzufahren.

Es gab die Möglichkeit von Snischne nach Osten zu fahren. Stattdessen sollen die Rebellen die BUK ins teils belagerte Lugansk gefahren haben. Wer genauere Informationen sucht, bitte auf die Seite der ukrainischen Militärbeobachter „liveuamap“ gehen.

Die angenommene Fahrtstrecke von „CORRECT!V“ macht also keinen Sinn. Warum sollten die (angeblichen) russischen Soldaten einen gefährlichen Umweg über Lugansk fahren und dann auch noch das BUK-System mutwillig ins Gebiet der ukrainischen Armee bringen?

 Ein Kommentator bringt es auf den Punkt:

„Ein Weg auf ukrainischem Boden war allerdings noch frei, und zwar der aus Krasnodon von Südosten her. Die Idee aber, dass die Separatisten auf diesem Weg das BUK-Telar nach Luhansk transportiert haben könnten, um es dann, nachdem es im Westen von Luhansk gefilmt worden war, auf demselben Weg wieder zurückzubringen und über Krasnodon nach Russland zu fahren, erscheint dann doch ziemlich widersinnig.

Anders gesagt: An die Stelle, an der er gefilmt wurde, konnte  ein Transporter mit einem russischen Telar nach menschlichem Ermessen gar nicht gelangen. Also war es vermutlich kein russisches System. (freitag)“
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„CORRECT!V“ lässt seine Leser über diese Ungereimtheit im Dunkeln. Es ignoriert einfach den Frontverlauf und lässt die (angebliche) Fahrtstrecke des Transports quer durch ukrainisch besetzte Gebiete führen:

„Tatsächlich wurde das Video mit der fehlenden Rakete in Luhansk aufgenommen, am Ende der Landstraße N21 – zwischen Snizhne und der russischen Grenze. CORRECT!V-Reporter waren im November hier an der Straßenkreuzung in Luhansk, und können bestätigen: Das Foto ist authentisch. Selbst das Plakat des Autohändlers „Bogdan“ klebt, wenn auch eingerissen, noch an der Werbetafel.

(…) Halten wir fest: Nach dem Abschuss fuhr eine BUK, auf der eine Rakete fehlte, von Snizhne aus in Richtung russische Grenze.“ (correct!V)

Hier ist ein Screenshot von der „CORRECT!V“-Doku, die übrigens mit „Unterstützung“ des Spiegels erstellt wurde.

correctiv-buk-frontverlauf

Quelle: youtube

Es wird der falsche Eindruck vermittelt, dass das ganze Gebiet um Lugansk unter Kontrolle der Rebellen gewesen sei, damit auch die (angebliche) Fahrtroute des BUK-Transportes. Geschickterweise wird die gestreifte Region aber nur als „umkämpft“ umschrieben, was aber auch nicht ganz sauber ist: Da die Rebellen am 17.07. ein wesentlich kleineres Gebiet kontrollierten, konnten sie in einem Teil der gestreiften Gebiete gar nicht kämpfen. Es war  zu dem Zeitpunkt nicht „umkämpft“.

Eine Falschdarstellung kann „CORRECT!V“ jedoch nachgewiesen werden, da Marcus Bensmann [Zeitindex: 15:28] behauptet, dass der Tieflader mit BUK und fehlenden Rakete „im Rebellengebiet“ gefilmt worden wäre. Kennt Bensmann trotz intensiver Recherche nicht den Frontverlauf, der während der Aufnahme herrschte?

correctiv-buk-luege

 Quelle: youtube

Es war eine ukrainische BUK

Viel logischer ist, dass es sich um eine BUK der ukrainischen Armee handelte und sie deshalb dort auftauchte. 

In den Videoaufzeichnungen und Fotos des ukrainischen Geheimdienstes ist nicht die Nummer des BUK-Systems erkennbar. Daher ist keine Zuordnung möglich. Die Nummer ist mit weißer Farbe seitlich auf der Panzerung aufgedruckt. Diese Frage ist wichtig, da auch Russland BUK-Systeme hat. 

Herr Scharij, ein ukrainischer Blogger im Exil, war jedoch in der Lage den Ursprung eines der Fotos zu finden und so die Nummer zu identifizieren.

buk312-ukraine

Quelle: youtube 

Obiger Screenshot stammt von der Internetseite des ukrainischen Geheimdienstes. Das untere der beiden Fotos zeigt ein Nachtfoto des angeblichen russischen BUK-Transportes.

Grundlage des Nachtfotos waren Filmaufnahmen des ukrainischen Fernsehkanals „112“, die am 17. März 2014 im Norden von Donezk, in Jassynuwata, gemacht wurden (youtube). Es handelt sich also um eine ukrainische BUK!

Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Separatisten in der Ost-Ukraine und keinen bewaffneten Aufstand. Ein Kommentator stellt fest:

„Am 17. März gab es noch gar keine Volksrepubliken und Milizen. Sogar im August 2014 noch konnte der Oligarch Achmetow in Donezk schalten und walten. Das Gebiet war zur Zeit der Sichtung unter Kontrolle der Kiewer Putschisten und ihrer Armee. Sie hatten noch keinen Grund ihre BUK 312 zu verstecken und zu verleugnen. Bis zum Abschuss von MH17 ist es noch ein halbes Jahr. (hinter-der-fichte)“

In den Filmaufnahmen wird ersichtlich, dass die (vermeintliche) russische BUK die ukrainische Kennzeichnung 312 trägt. Übrigens wird die BUK 312 weiterhin in der Ost-Ukraine gesichtet (youtube)!

Ein Kommentator erklärt:

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Tatsächlich berichteten Medien am 05.07. über aufgebaute ukrainische BUK-Systeme. In diesem Bericht vom 16.07. taucht sogar ein Tieflader auf …

Kurz nach dem Abschuss leugneten „Maidan“-Medien in Kiew diesen Sachverhalt, sich auf Aussagen von Militärs beziehend Kiew hätte gar keine BUK-Systeme in der Kampfzone gehabt. 

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Zwischenfazit

Dass das ukrainische Regime in kürzester Zeit nach dem Abschuss (gefälschte) Beweise gegen die Separatisten und Russland präsentierte, spricht für eine von ihr vorbereitete Aktion.

  • Der Innenminister veröffentlichte am 18.07. ein Video eines BUK-Transports auf von seinen Truppen kontrolliertem Gebiet und log, dass der Transport auf dem Gebiet der Separatisten stattfinden würde und in Richtung Russland unterwegs wäre.
  • Desweiteren zeigte sein Geheimdienst ein Nachtfoto eines (angeblich) russischen BUK-Systems, bei dem es sich in Wahrheit um ein ukrainisches handelte.
  • Das Regime veröffentlichte gefälschte Telefonmitschnitte von Separatisten, die (angeblich) ihre Schuld bewiesen.

Warum sollte das Regime diese propagandistischen Anstrengungen entwickeln, Russland zu belasten, wenn es unschuldig am Abschuss wäre? Das Regime hätte einfach warten können, bis sich von selbst Zeugen melden, Fotos und Videos der „russischen BUK“ auftauchen.

Das spricht dafür, dass es keinen BUK-Abschuss im Rebellengebiet stattfand.

Fotos

Die vermeintliche Geisterfahrt der russischen BUK soll auch mithilfe von Fotoaufnahmen belegt sein, die jedoch zweifelhaft erscheinen. Es ist bei den meisten Aufnahmen ungeklärt, wer sie wann überhaupt machte.

Verschwommene Fotos

Zwei Fotos der sogenannte Beweiskette gegen die Rebellen sind höchstwahrscheinlich manipuliert. Die Fotos sollen jeweils das BUK-System zeigen, wie es per Tieflader durchs Rebellengebiet geschafft wird.

Verdächtig dabei ist, dass bei beiden Fotos die exakt gleichen Bereiche unscharf sind. Diese Bereiche betreffen ausgerechnet das BUK-System, so dass nicht dessen Nummer ersichtlich ist. Das Fahrerhaus und auch das Schild des beraubten Spediteurs sind dagegen erkennbar. Auch das Auftauchen ist dubios.

Die Fotos hätten Journalisten des französischen Magazins „Parismatch“ geschossen, als sie zufälligerweise vor Ort waren. Am 25.08.14 berichtet das Magazin „exklusiv“ und gab an, dass das Foto am Ortseingang von Snischne aufgenommen worden sei.

“en train d’arriver dans la ville de Snijne le matin du 17 juillet, quelques heures avant le crash du vol Malaysia Airlines MH17.” (Human Rights Investigation)

Daraufhin machte „Human Rights Investigation“ „Paris Match“ auf einen Fehler aufmerksam: Das Foto zeigt die Umgebung von „Donezk“, 75 km entfernt von Snischne! Also änderte „Paris Match“ am 29.08. einfach die Darstellung und schreibt: 

„Ein BUK-Raktensystem wurde von einem Team von „Paris Match“ in einem Vorort von Donezk (…) fotografiert worden. 

„Un sytème lance-missile BUK est photopgraphie par l’équipe de Paris-Match en banlieue de Donetsk, sur la route menant à Snijne le matin du 17 juillet, quelques heures avant le crash du vol Malaysia Airlines MH17.“ (parismatch)

Am 16. April 2015 korrigierte „Paris Match“ offenbar nochmals ihre Version: Jetzt hätten drei vertrauenswürdige Zeugen „Paris Match“ das Foto von dem BUK-Transport gezeigt, als es gerade in Richtung Snischne gefahren sei.

„Des témoins fiables ont ainsi montré à Paris Match la photo volée d’un système lance-missiles Buk en train d’être conduit, justement vers ­Snijne, le matin même de l’incident.“ (Paris Match)

Hier werden die kritischen Bereiche der beiden Fotos analysiert.

photoshop-buk

Quelle: allmystery
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Ein Kommentator erklärt:
 
„In den Bildern sieht man scharfe und unscharfe Bereiche als Umrisse (rote und gelbe Linien) jeweils auf das andere Bild gelegt. Als Referenzpunkte werden Flecken (links mit den Strahlen) und Kratzer (rechts unten die Kreise) auf der Scheibe genommen.

Es ist schon sehr erstaunlich das immer das Objekt auf dem Hänger im unscharfen Bereich ist während die Fahrerkabine immer scharf vor unscharfen Hintergrund, obwohl sich die Objekte jeweils in anderen Bildbereichen finden.“(allmystery)

Foto von Tores

tores-ukraine-buk

Auf dem Weg nach Snischne wäre der Tieflader durch die ost-ukrainische Stadt Tores gefahren und dort fotografiert worden, bei strahlend blauem Himmel.

Am 17.07. war der Himmel über Tores jedoch nachweislich bewölkt! Aus dem Satellitenbild im JIT-Zwischenberichts geht hervor, dass es eine fast durchgehende Wolkenbedeckung im roten Bereich, südöstlich der Absturzstelle, gab.

radarbild-ost-ukraine
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Wölkchen-Foto

Ein ähnliches Problem gibt es mit folgendem Foto, welches laut ukrainischem Geheimdienst die Rauchfahne der abgeschossenen BUK-Rakete zeigen soll.

bild-wetter-ukraine-mn17Wie geschrieben, am 17.07. gab es keinen wolkenlosen, blauen Himmel über dem Rebellengebiet. Am 22.12.2014 wurden daher zwei den damaligen Wetterverhältnissen angepasste Fotos nachgereicht. 

tweet-martin-wc3b6lkchen-22-12-2014
.

Die Bloggerin Gabrielle Wolf kommentierte den Vorgang, dass sie…

„… als Amateurfotographin [sich] frage (…), wie es dem Fotographen möglich war, das Zoom-Foto meines Titelbildes zu machen, ohne die Kabelstränge mit aufs Foto zu bekommen…“ (gabriellewolf)

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Quelle: Gabrielle Wolf

Zur Geschichte des „Buk in Snizhne – Videos“ 

Ein Kommentator stellte seine Recherche bezüglich folgendem Teil der „Beweiskette“ vor:

buk-transport

Quelle: bigmir.net /

„Zum Ursprung des Videos „Buk in Snizhne“ habe ich auch eine Quelle gefunden (Siehe Sreenshot oben) :

http://news.bigmir.net/ukraine/831331-Na-Donbasse-sbit-passazhirskij-samolet-Boing-777–onlajn–foto–video-

Am 18.7.2014 schreibt die Seite news.bigmir.net in ihrer Timeline :

„Coordinator of the group „Information Resistance“ Dmitry Tymchuk issued photo column Russian terrorists transported SAM „Buk“ to the place of shooting Malaysian airliner.“

Wer Dmitry Tymchuk ist, könnt ihr ja ergooglen (mittlerweile hat er auch einen Sitz in der Rada [ukrainisches Parlament]).

Zwei Links zu ihm :
http://sprotyv.info/en
http://maidantranslations.com/tag/dmitry-tymchuk/

Bei allen Foto- und Video „Beweisen“ stellt sich heraus, dass Vertreter der Regierung, SBU, linientreue Medien und ein paar wenige nationalistische User sich die Bälle zugespielt haben. Wobei man von der „Usern“ nicht weiß, wer wirklich dahinter steht.“ (allmystery)

Dubioser Augenzeuge von „Correct!V“
..
In ihrem Video-Machwerk wird ein einziger Augenzeuge aus Snischne präsentiert, der eine Rakete gesehen haben will. Sie wird als Comicfigur dargestellt, mit verstellter Stimme, da eine Veröffentlichung seiner Identität eine zu große Gefahr dargestellt hätte! Dieser Zeuge ist ein wichtiger Teil der sogenannten Beweiskette, da eine BUK-Rakete beim Abschuss und Flug im Umkreis von einigen Kilometern sicht- und hörbar ist.

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Dieser Vorgang ist bemerkenswert.

Correct!V“ schließt nämlich aus, dass in der Nähe des Ortes Zaroshchenske die BUK-Rakete abgefeuert worden sein konnte, da die Anwohner weder die aufsteigende Rakete sahen noch hörten. In Snischne dagegen verweist „Correct!V“ auf einen einzigen Zeugen, der etwas gesehen oder gehört haben.

„Und das bei 47,000 Einwohnern [von Snischne]! Die demontieren ihre eigene Argumentation, ohne es zu merken! Die Unglaubwürdigkeit von correctiv zeigt sich meiner Meinung nach auch darin, dass sie im Falle Zaroshenskje als Beweis gelten lassen, wenn ein paar Dorfbewohner sagen, es habe keinen Abschuss einer solchen Rakete gegeben. (…) Im Falle Snischne, einer Ortschaft mit rund 50.000 Einwohnern und noch dreimal sovielen in den Orten darum herum, reicht dann ein anonymer „Zeuge“. Wenn man lange genug fragt und mit Dollars wedelt, fände sich auch in Zaroshenskje einer.

„CORRECT!V“ entschuldigt ihre magere Ausbeute damit, dass die Anwohner offenbar unter Kontrolle stünden und Angst vor Repressalien hätten:

„Menschen sind anfangs nicht zu sehen. Taucht doch mal jemand auf, dann geht er gleich weiter. Die Menschen haben Angst. „Die bringen mich um, wenn ich etwas sage“, sagt ein Mann. (…)

Ein Mann sagt plötzlich: „Hier haben die Schienenschwellen und das Gras gebrannt.“ Er bekommt dann aber von einer der Frauen einen Stoß in die Seite und schweigt. Ein Handy klingelt, die Menschen ziehen sich zurück.“ (CORRECT!V)

Dabei ist der Verdacht der Zeugen-Manipulation und der Lüge bei westlichen Journalisten belegt. Die Nachrichtenagentur „Reuters“ beispielsweise …

„… interviewte in dem Dörfchen Krasny Oktjabr im Rebellengebiet vier Augenzeugen, die kurz vor dem Absturz eine Rakete am Himmel gesehen hatten.“ (fr-online)

Das Problem dabei ist, dass die BUK-Rakete entweder in Krasny Okjabr oder Snischne hätte abgeschossen worden sein müssen. Beide Stellen schließen sich gegenseitig aus, da die Orte 16 km auseinander liegen. Die Zeugen können also nicht an beiden Städten die Rakete beobachtet haben.

Ein Kommentator verweist daher darauf, dass „Reuters“ damit eine neue „Sau durch das Dorf“ getrieben hätte. Dies wäre umso bemerkenswerter, da „Correct!V“ und „Bellingcat“ sowieso schon verschiedene Abschussstellen in Snischne angeben würden.

„Und da hat Lawrow [russischer Außenminister] natürlich Recht, weil nach nördlich von Snizne (Bensmann) , dann südlich von Snizne (Bellingcat) nun durch Reuters eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, Krasny Oktjabr, mehr als 30 km westlich von Snizne.Soweit zur Abfolge.“

Später dementierte einer der Augenzeugen, die Darstellung des Journalisten von „Reuters“, dass er von Separatisten bedroht worden wäre.

Fazit

Nach Veröffentlichung des Propagandastücks fragte die Bundestagsfraktion „der Linken“ die Bundesregierung, ob sie den Bericht von „Correct!V“ bestätigen könnte. Die klare Antwort:

„Die Bundesregierung kann diese Berichterstattung nicht bestätigen.“

„Nach Kenntnis der Bundesregierung lässt sich die Schuldfrage für den Absturz des Fluges MH 17 derzeit nicht abschließend klären.“  (Bundestag)

12 Gedanken zu „MH17: Widerlegung von CORRECT!V“

  1. Eigentlich ist es völlig egal, wer MH17 am Ende abgeschossen hat. Ich halte einen versehentlichen Abschuss durch die Rebellen weiterhin für weitaus weniger maligne als eine gezielte Provokation durch die Ukraine, und daher auch für wesentlich wahrscheinlicher.
    Die Hauptschuld trifft aber auch in diesem Fall die Ukraine, denn sie hätte die Verantwortung gehabt, den Luftraum zu sperren, da bereits einige Tage vor dem Abschuss von eine MH17 eine Antonov offenkundig von einer BUK aus 6500m Höhe geholt wurde.
    Sollte die Flugroute tatsächlich ungewöhnlich weit nördlich verlaufen sein (auf Flightaware sind die Flugdaten in dieser Form nicht mehr abrufbar und entsprechen nun den gewöhnlichen Routen) und ggf. tatsächlich auch ukrainische Kampfjets in der Nähe gewesen sein, würde es die Mitschuld der Ukraine sogar verstärken.
    Wie dem auch sei. Es ist ja kein Flächenbrand entstanden, und wir werden die wahren Hintergründe wohl nie erfahren. Es ist nur schrecklich für die Angehörigen, nie zu erfahren, ob es ein Unfall oder Kalkül war.

  2. Vermutlich begibt sich, wer die Behauptung akzeptiert, MH 17 sei abgeschossen worden oder abgestürzt, bereits in ein unauflösbares Schlamassel. Dass Radardaten, Flugschreiber, Tonaufzeichnungen und anderes gefälscht werden, dass sich die Balken biegen, dürfte bekannt sein. Beweiskraft gleich Null, weil nicht zu überprüfen.

    Interessant ist hier die Karte mit dem Frontverlauf vom 17.07.14. Man schaue sich die Stelle an, an der sich im Zwischenbericht eine auffallende Häufung von Trümmerteilen befindet (S. 21) und vergleiche die Stelle bei Google Earth (48grad07’51″N; 38grad37’47″O). Man wird ein Objekt, damals also vom Faschistenregime kontrolliert, vorfinden, das u. a. 24 Baracken oder Fahrzeughallen umfasst. Ideale Bedingungen, um Flugzeugtrümmer oder -teile zu verstecken und dann „auszulegen“? Flugzeugtrümmer wurden übrigens per LKW nach NL gebracht. Der Zwischenbericht (S. 22) weist nur einenTeil des Flugzeuges (farbig markiert) aus. Wenn eine Boeing vom Himmel kommt, dann doch wohl im ganzen?

    Kürzlich sollen noch ein paar Tonnen „nachgefunden“ worden sein. Ist das dokumentiert? Oder hat man das in NL aus einem Versteck geholt? Wer kontrolliert Amsterdam Schiphol?
    http://www.abeldanger.net/2014/07/icts-israeli-owned-security-company-at.html

    Dazu „alte“ Leichen, Formalingestank?

    Wo ist MH 370?

    Nur mal so zum überlegen …

  3. Man muss keine Beweise/Gegenbeweise vorbringen! Die Schuld der ukrainischen Regierung ergibt sich aus der simplen Logik. Gäbe es Beweise für die Schuld der Rebellen oder der russischen Regierung wären die Untersuchungsergebnisse längst veröffentlicht, denn dies würde die Sanktionen gegen Russland bzw. die Unterstützung für die ukr. Regierung in der Öffentlichkeit begründen.
    Eine Veröffentlichung der Beweise für die Schuld der ukr. Regierung wird schon deshalb nicht stattfinden, weil ansonsten Widerstand für die Aufnahme in die NATO bzw. für das Assoziierungsabkommen in der Öffentlichkeit aufkommen würde!

    1. Naja, gäbe es eindeutige Beweise für eine direkte Schuld Russlands am Abschuss von MH17 würde deren Veröffentlichung zu einer direkten Verschärfung der Krise führen, mit der Folge eines offenen Konfliktes und der Gefahr eines Verlustes der östlichen Landesteile an Russland.
      Dieses Risiko wird der Westen sicher nicht eingehen wollen, zumal sich das ganze auch zu einem Flächenbrand entwickeln könnte.
      Um bei der Logik zu bleiben:
      Auf der einen Seite sind Rebellen, die von Russland zumindest materiell und wohl auch personell unterstützt werden, und zumindest zu dem Zeitpunkt auf alles geschossen haben, das fliegt.
      Dann gibt es ein Passagierflugzeug, das möglicherweise in „Begleitung“ von Kampfjets den Luftraum durchquert. Ein versehentlicher Abschuss ist IMHO das einzig logische Szenario…
      Ein absichtlicher Abschuss durch die Ukraine, nur um die Situation zu eskalieren, wäre weitaus bösartiger und ist wohl auch eher ein Hirngespinst…

      1. Schwachsinn.

        Zum einen gab es ja diese Schuldzuweisungen an Russland, direkter und indirekter Art und vollkommen losgelöst von handfesten Beweisen (bzw. mit Hilfe Kiewer Fakes). Zum anderen gab es auch bereits einen offenen Konflikt: Allerdings krankte der Antiterroreinsatz Kiews an moralischer Legitimation.

        Ein Beweis für die Schuld der Selbstverteidigungskräfte oder russischer Verantwortung hätte 1.) dieses Legitimationsdefizit des militärischen Einsatzes gegen die Ostukraine auf einen Schlag beseitigt und 2.) die fehlende Zustimmung der europäischen Öffentlichkeit zu den antirussischen EU-Sanktionen korrigiert.

        Die „Als-ob“-Sanktionspolitik wurde de facto so betrieben, als wäre eine russische Verantwortung gegeben, aber (noch) nicht nachweisbar. Eine eindeutige Beweislage hätte diese umstrittene Sanktionspolitik nachträglich gerechtfertigt.

        Es war während des gesamten Konfliktes das erkennbare Interesse Russlands, sich nicht zu einer Intervention in der Ostukraine provozieren zu lassen und damit in eine Falle zu laufen. Eine autonome ostukrainische Pufferzone innerhalb der Ukraine ist aus Moskauer Sicht akzeptabel. Mit dem Anschluss der Krim war die russische Notwehr erledigt.

        An einer offenen Konfrontation zwischen NATO und Russland hatten beide Seiten zu keiner Zeit Interesse.

        Wie Sie den Schluss ziehen können, eine Schuld Russlands hätte zwingend einen offenen Konflikt nach sich gezogen, bleibt dann wohl das Geheimnis transatlantischer Dialektik bzw. abstruser PR-Spins. @Fritz Huber hat natürlich recht.

        1. Ich glaube, da ist der Westen anfangs auch arg auf die Ukrainische Propaganda herein gefallen. Es hat ja ein wenig gedauert, bis auch dem letzten klar wurde, dass sich Russland und Ukraine bzgl. Korruption, Entledigung unliebsamer Zeitgenossen und Propaganda nicht viel, um nicht zu sagen, überhaupt nichts nehmen.
          Zum Zeitpunkt des Abschusses von MH17 gab es nur noch ein „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ (oder eben Putin-Troll). Dass man aber die Ukraine genau so kritisieren muss wie Russland war damals undenkbar. Ich denke, da hat mittlerweile ein Umdenken stattgefunden. Zumindest wurde ja über die Morde an den prorussischen Aktivisten/Journalisten in Kiew vor ein paar Tagen auch in westlichen Medien breit berichtet. Und wenn man weiß, welcher Nazi gerade Polizeichef in Kiew ist muss man wohl befürchten, das diese Morde ungesühnt bleiben.
          Ist alles nicht so einfach.
          Dass MH17 durch die Rebellen, wenn auch versehentlich, abgeschossen wurde, glaube ich zumindest einfach mal bis zum Beweis des Gegenteils. Wir sind hier nicht in Hollywood.
          Damit streite ich aber nicht ab, dass dieser Abschuss der Ukraine ganz gelegen kam, wenn nicht sogar durch eine schlampige Wahl der Flugroute und fortwährende Luftangriffe in eben dieser Region begünstigt bis provoziert wurde. Das müssen aber die Gerichte klären. Genügend Daten um zumindest diese Frage zu behandeln liegen bereits vor.

          1. @Karl King

            Der „Euro-Maidan“ und die folgenden Entwicklungen fielen ja nicht vom Himmel, die Exzesse gegen politische oder „ethnische“ Gegner im Nachgang des Janukowitsch-Sturzes bis hin zum Pogrom von Odessa, das war alles bekannt und fand vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt. Man musste nur hinschauen wollen, da bedurfte es keiner ukrainischen Propaganda.

            Im Gegenteil, diese ukranische Propaganda war nur möglich, weil „der Westen“ selbst eine beispiellose Propagandaoffensive gegen die EU-Völker lostrat und den Ukrainern praktisch freie Hand ließ.

            Wenn es jetzt ein „Umdenken“ gibt, nach tausenden Toten, dann ist das allenfalls eine Anpassung an eine gescheiterte Ukrainepolitik und Medienstrategie des „Westens“ und insbesondere der Versuch, einen EU-weiten schweren Glaubwürdigkeitsverlust auf billige Weise zu „reparieren“.

            Zu einem echten Umdenken würden Aufarbeitung des Medienkrieges und personelle Konsequenzen gehören. Davon ist keine Rede. „Umdenken“ in Ihrem Sinne heißt Beiseiteschieben „westlicher“ medialer Verantwortung.

            Der eigentliche Skandal ist, dass die monatelange Extrempropaganda hierzulande, auch im ÖR, überhaupt möglich war. Da geht es noch gar nicht um politische Verantwortung; also dass eine deutsche Regierung sehenden Auges gegen deutsche Interessen und den Willen der Bevölkerung handelte, in kürzester Zeit die Erfolge langjähriger Außenpolitik verspielte, einen europäischen Konflikt in einen Bürgerkrieg treiben ließ und zu staatlich organisierten Kriegsverbrechen gegen ostukrainische Zivilisten schwieg.

            Das hatte gewiss nichts mit Leichtgläubigkeit gegenüber Kiewer Märchen zu tun.

            (Die Berichte zu den Kiewer Morden an Oppostitionellen sind vom Blogger der Propagandaschau.wordpress.com ganz gut aufgedröselt worden.)

            Die Annahme, dass der Westen zu lange auf ukrainische Propaganda „hereingefallen“ sei, ist also entweder Ausdruck von kindlicher Naivität oder Verlogenheit. Mit Blick auf Ihren vorhergehenden Beitrag nehme ich allerdings Letzteres an.

  4. -Der Rechtsanwalt Elmar Giemulla vertritt Hinterbliebene von deutschen Passagieren.-
    Herr Giemulla hat beim „Ramstein-Unglück“ Erfahrung gesammelt.

    Giemulla vermutete, dass „die Toten und Verletzten von Ramstein Opfer einer Militär-Verschwörung wurden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein

    Rosario Priore ehemaliger Untersuchungsrichter.
    “wir haben dann also mit diesen Informationen gearbeitet, sie waren sehr nützlich. Ich muss aber sagen, mit größtem Bedauern, dass entgegen allen Erwartungen das Wrack des Flugzeugs nicht die Wahrheit aussprach; d. h. all diejenigen die gesagt haben, bergt das Flugzeug dann werdet ihr wissen, was passiert ist haben sich möglicherweise geirrt, da das Wrack nicht mit uns sprach. Deshalb mussten wir andere Beweisquellen finden. Wir haben an alle Türen geklopft, wir haben versucht zu verstehen. Die wichtigsten Fragen haben wir den militärischen Institutionen gestellt. Als die Radartabellen und Bänder von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden, stellten wir jedoch fest, dass uns das Material nur in Teilen überlassen wurde.
    Man sah also ganz klar, dass eine Hand die uns auf kluge Art und Weise lenken wollte
    Die Dokumente zerstörte. Eine mächtige Hand die immer da war.“

    Wozu einflussreiche Kreise fähig sind zeigt diese Video!
    https://www.youtube.com/watch?v=5-5eFUDKePM&html5=1

  5. Für mich ist der Fall insoweit klar, dass die beiden ukrainischen Kampfflugzeuge, die sich zum Abschußzeitpunkt in der Nähe der Passagiermaschine befanden, die Absturzursache waren.
    Am Boden liegende Flugzeugteile wiesen eindeutig Einschusslöcher aus einer 30 mm Bordkanone auf.

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