Darf NATO Beweise für russische Truppen in Ukraine nicht zeigen?

Die westlichen Medien suchen seit dem Ausbruch des ukrainischen Bürgerkrieges vergeblich nach Beweisen, dass reguläre russische Streitkräfte die Separatisten in der Ost-Ukraine bewaffnen würden. Ein Kommentator der „Propagandaschau“ schreibt:

„Entweder arbeiten die Russen so perfekt, dass sämtliche westliche Supergeheimdienste, welche alles auf der Erde abhören und über Satelliten beobachten, es nicht mitkriegen …

… oder es gibt eben keine solchen Waffenlieferungen.“ (propagandaschau)

Ein Bericht der Zeitung „FAZ“ wirkt dabei unfreiwillig komisch. Die Separatisten hätten „einige der modernsten Waffensysteme der russischen Armee“.

Die „FAZ“ zitiert als Quelle einen anonymen „Beamten“ der NATO und liefert die Begründung für die fehlenden Beweise gleich mit:

Die Aufnahmen der „militärischen Aufklärungssatelliten“ dürften nicht veröffentlicht werden! Da Russland bei Dunkelheit oder schlechten Wetter operiere, könnten kommerzielle Satelliten solche Aufnahmen nicht machen.

„Ein Nato-Beamter sagt: „Russland hat den Separatisten mehr als tausend Stück Ausrüstung geliefert, darunter Raketensysteme, Artillerie und Panzer.“

Der Allianz liegen nach ihren Angaben klare Belege dafür vor, sie stammten jedoch von militärischen Aufklärungssatelliten und könnten deshalb nicht veröffentlicht werden. Russland achte mehr als im vergangenen Sommer darauf, seine Aktivitäten im Grenzbereich zu verschleiern – sie finden hauptsächlich bei schlechtem Wetter oder nachts statt, wenn kommerzielle Satelliten keine Aufnahmen machen können.“ (faz)

Die „Anstalt“ machte sich bereits im September 2014 treffend über solche Berichte lustig.

Soldatin meldet: „Ich glaube, ich sehe was!

faz-anstalt-ukraine

Offizier: „Um Gotteswillen, die Invasion, sie ist da.“

„Nee, kann ich gerade nicht erkennen. Es sind Fahrzeuge.“

„Schreiben Sie: Russischer Armee-Konvoi überquert ukrainische Grenze.“

„Moment, die fahren in die andere Richtung“

„Schreiben Sie: Russischer Armee-Konvoi vor ukrainischer Armee auf der Flucht.

„Nee, es bewegt sich doch nichts.“

„Schreiben Sie: Russischer Armee-Konvoi zerstört.“

Soldat meldet: „Jaaaa, die Amerikaner haben Satellitenfotos.“

faz-ukraine-russland

Quelle: zdf

Offizier: „Wir haben den Beweis für die Invasion.“

„Nein. Ex-CIA-Mitarbeiter sagen, man kann da drauf nichts erkennen.“

„Nichts erkennen. Suchen Sie irgendjemanden, der irgendwas erkennen kann. Verdammt nochmal. … Irgendjemand von der CSU.

„Von der CSU?!?“

„Wieso die CSU? – die sind zur Zeit alle Experten beim Erfassen ausländischer Fahrzeuge.“

„Wir haben also undeutliche Satellitenfotos, unglaubwürdige Experten. Da kann ich doch keine Meldung draus machen?“

„Selbstverständlich, wir nehmen die bewährte Doppelstrategie: Die Behauptung kommt in die erste Zeile, der Journalismus in den letzten Satz.

Schreiben Sie: „Russischer Militär Konvoi zerstört, Absatz, nach bisher unbestätigten Meldungen.“

2 Gedanken zu „Darf NATO Beweise für russische Truppen in Ukraine nicht zeigen?“

  1. 786 – Ich finde, lieber Georg Lehle, diesen Zusammenschnitt sehr witzig! Es erinnert mich an:

    „O Alice“, sagt der auf dem Turm sitzende König, „ich höre Hufgetrappel, sieh mal, ob du Pferde kommen siehst!“ – Alice tritt an die Brüstung: „Ich sehe niemanden.“ – Der König: „O Alice, da mußt du aber gute Augen haben, daß du sogar „niemanden“ siehst, da ich mit meinen schwachen Augen immer höchstens nur jemanden sehe.“

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