Darum trommeln Medien für einen Krieg mit Russland

Warum berichten die Medien nicht objektiv im Ukraine-Konflikt und hetzen auf unverantwortliche Weise gegen Russland? Der Hintergrund ist, dass der Kapitalismus am Ende seiner Lebenszeit angelangt ist. Die Volkswirtschaft kann hohe Zinsen und Renditen nicht mehr erwirtschaften. Der Ausweg aus der Sackgasse wäre eine neue Welle der Aufrüstung im Zuge eines „kalten Krieges“ oder eine kriegerische Vernichtung von Produktionskapazitäten, die dann lukrativ wiederaufgebaut werden könnten.

Ungleichheit

Der Kapitalismus schafft eine ungleiche Verteilung des von uns allen geschaffenen Volksvermögens. 10 % der Bevölkerung lassen ihr Geld für sich arbeiten und bereichern sich durch den Zinseszins oder sie eignen sich wertvolle volkswirtschaftliche Privilegien an, wie Grund und Boden, Patente, Ressourcen. Das Ziel ist, leistungsloses Einkommen zu erzielen.

Die Geldvermögen des einen, sind die Schulden des anderen. Diese Vermögen konnten nur aufgebaut werden, da die Reichen a) ihre Vermögen nicht ausgeben / verteilen und b) andere Menschen die Privilegien gegen Bezahlung nutzen oder weil sie sich verschuldeten und das geliehene Geld ausgeben. Durch diesen Vorgang kurbeln die Schuldner die Wirtschaft an und fragen produzierte Güter nach, die sie selbst zum Teil überhaupt erarbeiteten. Die Schuldner erarbeiten sich also ihre eigenen Schulden und müssen sich den Vorwurf anhören, über ihre Verhältnisse zu leben.

Dieses Unrechtssystem zerstört sich selbst, da in einer Marktwirtschaft Rendite- und Gewinnmöglichkeiten genutzt werden. Durch Wettbewerb sinken die Gewinne und Märkte sind gesättigt. Schlecht für die Geldverleiher. Sinkende Zinsen sind die Konsequenz. Sie horten ihr Geld und verleihen es nicht mehr. Der gesamtwirtschaftliche Kreislauf von Angebot und Nachfrage wird unterbrochen, Arbeitslosigkeit entsteht – auf Kosten des überschuldeten Großteils der Bevölkerung. 

Professor Christian Kreiß zeigt auf, dass die momentane wirtschaftliche Situation nichts Neues ist. In seinem Buch „Profitwahn“ beschreibt er Parallelen von 1914 und 1929 zu Heute.

„Zwischen 1860 und 1914 stieg in den USA die Arbeiterzahl um 700 %, die Produktion um 2.000 %, das Investitionskapital um 4.000 %. 1913 verdienen 2% der Amerikaner 60% des Volkseinkommens; Morgan und Rockefeller allein kontrollierten 20% des Volksvermögens (341 Großunternehmen mit 22 Mrd. Dollar Kapital).“ (S. 117 aus „dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Band II, 14. Auflage)

„1929 war die Vermögenskonzentration in den USA ungewöhnlich stark: Die 5 % der wohlhabendsten US-Amerikaner bekamen damals etwa ein Drittel aller Einkommen.“

„Eine Studie des DIW Berlin vom Januar 2009 kommt für Deutschland zu dem Ergebnis, „dass das reichste Zehntel 2007 über mehr als 60 % des gesamten Vermögens verfügte. Darunter hielten die obersten fünf Prozent 45 % und das oberste Prozent 23 % des gesamten Vermögens.“ (Frick, Joachim und Grabka, Markus (2009): Gestiegene Vermögensungleichverteilung in Deutschland aus „Profitgier“ Christian Kreiß, S. 43)

„Zwischen 2000 und 2008 sind laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung die Reallöhne in Deutschland um 0,8 % gesunken. („Profitwahn“, S. 43)

„2007 hatten die wohlhabensten 0,1 % der US-amerikanischen Haushalte ein 220 Mal so hohes Einkommen wie die unteresten 90 %. Die obersten 1 % der Haushalte besaßen ein Drittel der US-Vermögen. (…) Von den $ 288 Milliarden zusätzlich erwirtschafteten Einkommen in 2010 flossen 93 % an die obersten 1 % der Einwohner, (…) was einem Einkommenszuwachs von 11,6 % der top 1 % gegenüber 2009 entsprach.“ (ebd., S. 44 ff.)

„So stieg etwa in Spanien die Verschuldung der privaten Haushalte zwischen 1995 und 2006 von 50 % auf gut 130 % des verfügbaren Jahreseinkommens, in den USA  von 100 % auf 140% und in Großbritannien von 100 % auf 160 % des Jahreseinkommens.“

Wirtschaftskrise

Die Geldvermögen des einen sind spiegelbildlich die Schulden des anderen. Das volkswirtschaftliche Angebot wird u. a. von Schuldnern erarbeiten. Sie können es aber (aufgrund ihrer Verschuldung und fehlende Kreditvergabe der Banken) während wirtschaftlich schlechten Zeiten immer weniger nachfragen.

Die Marktwirtschaft entpuppt sich als nicht kompatibel zum Kapitalismus. Er zwingt die Marktwirtschaft in eine Nachfragelücke, zu Überkapazitäten und sogar zu einer Deflation, die im Interesse der Geldvermögens-Besitzenden ist. Wenn die Preise sinken, dann steigt der Wert der Geldvermögen.

Auf der anderen Seite ist eine Umverteilung nicht in deren Interesse. Wenn ein Teil ihrer Besitztümer an die Mittelschicht und Armen verteilt würde, würde sich dies sofort in Nachfrage nach Konsumgütern ausdrücken. Durch Wettbewerb und Produktionsausweitung würden die Zinsen fallen und eine Inflation drohen.

„1914 war in den wirtschaftlich fortgeschrittensten Nationen ein nahezu unhaltbarer ökonomischer Zustand von Wucherungen und Überkapazitäten entstanden, der nach Bereinigung, sprich: Reduzierung von Produktionskapazitäten drängte.“

„Durch diese Entwicklung herrschte in den 1920er Jahren eine strukturelles Überangebot, das zu deflationären Preistendenzen und beispielsweise in den USA zu kaum steigenden Löhnen schon lange vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 führte. Bereits fünf Jahre vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, 1924, bezeichnete K. Gillette, der Erfinder der Einwegrasierer, Überproduktion als das am meisten beunruhigende soziale Übel der USA:

„Wir haben das Paradox von unbeschäftigten Menschen, die erpicht darauf sind zu arbeiten, und unausgelasteten Fabriken, die in perfektem Produktionszustand sind – und das, wo zur gleichen Zeit Menschen verhungern und erfrieren. Die Ursache ist die Überproduktion.“

„In den 1920er und 1930er Jahren war die Automobilindustrie die Schlüsselindustrie. Während der „roaring twenties“ wurden in den USA die Produktionskapazitäten (…) deutlich erhöht. (…) So betrug die Spitzenproduktion an Automobilen in den USA im März 1929 622.000 Einheiten, was einer Jahresproduktion von 7,46 Millionen Autos entspricht. Allein in den neun Monaten bis 1929 fiel die Automobilproduktion um 85 % auf nur mehr 92.500 Einheiten, was einer Jahresproduktion von 1,11 Millionen Autos entspricht. (…) Die Automobilproduktion lag 10 Jahre lang um durchschnittlich 60 % unter dem Niveau von März 1929! (ebd. S. 87)

Christian Kreiß kommentiert:

„Zwischen 1919 und 1929 stieg die Stundenproduktivität in der US-Industrie um etwa 43%. Löhne, Gehälter und Preise bleiben jedoch vergleichsweise stabil.  (…) Das Zurückbleiben der Masseneinkommen damals führte bereits während der zwanziger Jahre zu einer tendenziellen Unterkonsumtion bzw. Überkapazitäten. (…) Diese Überkapazitäten, mit denen die Massennachfrage nicht Schritt gehalten hatte, mussten während der Großen Depression und danach bereinigt werden. 1945 gab es kein Überkapazitäten-Problem mehr und die Entwicklung konnte gewissermaßen wieder bei Null anfangen für die nächsten 70 Jahre.“ S. 37

Blasenbildung Rüstung

Durch Aufrüstung kann eine künstliche Blase gebildet werden, die durch Medienpropaganda gesellschaftlich anerkannt ist. Es gibt viele Beispiele aus der Geschichte, etwa der „Krieg gegen den Terror“ nach dem 11. September 2001. Der Staat verschuldete sich und fragte Rüstungsgüter nach. Aufgrund der dadurch entstandenen Gewinnaussichten kann die Industrie Kredite nachfragen und investierten. Diese künstlich geschaffene Nachfrage nutzte die bestehenden Überkapazitäten. Statt durch Produktion in zivile Gütern wirklichen Wohlstand für alle zu schaffen, gehen die Geldvermögen in die Rüstung. Ein vorübergehend positiver Nebeneffekt ist die Schaffung von Arbeitsplätzen.

„Die starke Ungleichverteilung des Einkommens bedeutete, dass die Wirtschaft von Investitionen auf hohem Niveau oder einem hohen Konsum von Luxusgütern oder beidem abhängig ist. Die Reichen (allein) können keine großen Mengen Brot kaufen.“ John Kenneth Galbraith: „The great Crash 1929“ aus „Profitwahn“, Christian Kreiß

„So gesehen gab es im Zuge der industriellen Revolution erst zweimal die oben geschilderte „lange Welle der Blasen und Zusammenbrüche“: 1914 bzw. 1929 und ab 2007.“ (S. 39, ebd)

„Zwischen 1930 und 1940 lag die Zahl der Arbeitslosen nur im Jahr 1937 unter 8 Millionen. (…) Die USA kamen also aus eigener, innerer Kraft zehn Jahre lang nicht aus der großen Depression heraus. Erst der Eintritt in den 2. Weltkrieg löste die fundamentalen ökonomischen Probleme der USA und damit das Arbeitslosenproblem.“ (ebd, S. 52)

Neustart

Im Einklang mit dem Kapitalismus gibt es einen Ausweg aus dieser Sackgasse – der Abbau von Überkapazitäten. Es wird über Jahre nicht investiert, Unternehmen gehen pleite, Produktionsanlagen verrotten. Aufgrund der derzeitigen weltweiten Überkapazitäten schätzt Christian Kreiß, dass „wohl 75% oder mehr des Welt-BIP (…), vor einem dramatischen wirtschaftlichen Schrumpfungsprozess“ stehen. (ebd., S. 60) 

 Krieg als Wachstumschance

Dr. Felix Fuders, Professor an der Universität „Austral de Chile“ beschreibt die positiven Effekte eines Erdbebens im Artikel „Wie Zerstörung von Sachkapital dem Finanzsystem in die Hände spielt“.

medien-krieg-russland-kapitalismus

„Am 27. Februar 2010 bebte die Erde in Chile drei Minuten lang mit der Stärke von 8,8 auf der Richter-Skala und verwüstete ganze Landstriche. (…) Dennoch gibt es auch Gewinner des Erdbebens: Die Finanzwirtschaft. (…)

(…) die Zerstörung von Sachkapital [ermöglicht] wieder neues Wachstum und fördert selbstverständlich die Kreditvergabe. Was für Zerstörung von Sachkapital durch Kriege gilt, gilt auch für die Zerstörung, die Naturkatastrophen anrichten. Kriege und Naturkatastrophen können also den Zusammenbruch des Zinssystems hinauszögern, indem sie einerseits weiteres Wirtschaftswachstum ermöglichen und andererseits einen Anreiz zur Kreditaufnahme darstellen. (…)

In einer gesättigten Wirtschaft, in der kaum noch Wirtschaftswachstum möglich ist, finden die Banken hingegen nur schwer Abnehmer für ihre Kredite, sie müssen aber auf die Einlagen Zinsen bezahlen und sind folglich gezwungen, Kredite notfalls auch an Kreditnehmer mit schlechter Bonität und zu niedrigen Zinsen zu vergeben. (…)

In einer solchen Situation spielt ein Krieg oder eine Naturkatastrophe mit großem Zerstörungspotential der Kreditwirtschaft in die Hände, weil neues Wachstum möglich und die Kreditvergabe gefördert wird. Dies kann in praxi nachvollzogen werden und äußert sich daran, dass Banken in Chile nach dem Erdbeben problemlos Kredite verkaufen.

Banken werden sogar als Retter in der Not empfunden, da sie den Menschen durch Kredite helfen. Bezeichnenderweise schrieb jemand auf sein Auto „Amo Banco Santander y Chile“ (Ich liebe Banco Santander und Chile). Dieselbe Bank wirbt mit dem Slogan „Con todas las ganas de ayudar“ (Wir helfen mit Freude). Zudem steigt das Zinsniveau in Chile wieder. Banken können es sich nun erlauben, wieder höhere Zinsen zu erheben.“ (humane-wirtschaft)

16 Gedanken zu „Darum trommeln Medien für einen Krieg mit Russland“

  1. Wirtschaft ist Krieg im Frieden.Erst wird der Konkurrent und der mögliche Konkurrent(Arbeitnehmer) bekämpft und falls das Ziel erreicht und es nichts mehr zu gewinnen gibt,folgt der Satz: “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”

    “Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”, lautet ein berühmtes Zitat des preußischen Generals Carl von Clausewitz,der Anfang des 19. Jahrhunderts in den napoleonischen Kriegen eine entscheidende Rolle spielte.

  2. Dieser Artikel, gut gemeint aber schlecht recherchiert, den er verkennt die wirkliche Dramatik der Vermögensverteilung in der Welt. Es geht nicht um 10 Prozent der Bevölkerung, die ihr Geld für sich arbeiten lassen. Auch nicht um ein Prozent!
    Mit 75.000 Dollar an Vermögenswerten zählt ein Haushalt zu den oberen 10 Prozent.
    Mit 753.000 Dollar gehört er zu dem obersten 1 Prozent.

    Um eine Ahnung davon zu bekommen, wie ungleich das Vermögen heute in der Welt verteilt ist, ist es hilfreich das Buch des emeritierten Soziologieprofessors Hans-Jürgen Krysmanski; „0,1 % – Das Imperium der Milliardäre“ zu lesen.
    „In harten Zahlen liegt die Grenze zwischen reich und superreich bei rund 500 Millionen Dollar frei verfügbarem Vermögen (also abzüglich der selbst genutzten Immobilien, der zum Lebensstil gehörenden langlebigen Güter wie Autos, Yachten usw.). Das bedeutet, dass im Kernland von Richistan weltweit rund 10 bis 20 Tausend Superreiche leben, mit einem Vermögen von jeweils über 500 Millionen Dollar. Unter ihnen sind – die Schätzungen gehen weit auseinander – rund 3000 Milliardäre – wohlgemerkt, weltweit und unter Einbeziehung der dunklen Ecken, sozusagen der Rotlichtbezirke von Richistan.“

    „Wichtig und interessant ist nun aber, dass diesen inneren Zirkel (nach konservativer Schätzung) mindestens 100 Tausend „ultra-high net-worth individuals“ (UHNWIs) mit Vermögen zwischen 30 und 500 Millionen leben.“

    http://www.heise.de/tp/artikel/31/31762/1.html

    Wir sprechen hier also nur von 0,0014% der Weltbevölkerung, die mit ihrem in Steueroasen angelegtem Vermögen astronomische Zinseinnahmen generieren.

    Der neue Oxfam Report belegt, wonach lediglich 85 der reichsten Menschen auf dem Planeten über 50 % des Vermögens auf der Welt verfügen würden.

    Oxfam ist eine in Britannien ansässige Charity-Organisation, die sich den Kampf gegen Armut zum Ziel gesetzt hat.

    Rechnet man um, was die Studie von Oxfam tatsächlich bedeutet, so heißt dies, wonach 3,6 Milliarden Menschen (3.600.000.000) lediglich über so viel verfügen, wie 85 Einzelpersonen.

    http://www.theguardian.com/business/2014/jan/20/oxfam-85-richest-people-half-of-the-world

    „New York – Noch nie gab es rund um den Erdball derart viele Superreiche: Auf der jährlichen „Forbes“-Liste zählt das US-Magazin 1426 Milliardäre, das sind 210 mehr als im vergangenen Jahr. Allein 57 Deutsche können laut dieser Schätzung mehr als eine Milliarde Dollar ihr eigen nennen. Im Jahr 2011 waren es noch fünf weniger. “

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/forbes-liste-57-deutsche-sind-dollar-milliardaere-a-886800.html

    „Es gibt kaum gesicherte Daten über das Vermögen der Reichen. Auch die EZB weiß nichts Genaues. Denn ihre Untersuchung beruht auf Freiwilligkeit.
    Es wäre übrigens einfach, Klarheit zu schaffen: Eine Vermögensteuer würde automatisch zu einer Vollerhebung der Besitztümer führen. Genau deswegen wehren sich die Reichen auch mit ihrer gesamten Lobbymacht gegen eine solche Steuer. Sie scheuen gar nicht die eigentliche Finanzbelastung – sondern sie wollen verhindern, dass plötzlich Transparenz herrscht. “

    https://www.taz.de/Vermoegen-der-Reichen/!142588/

    Zahl der Milliardäre wächst weltweit um 9,4 % auf 2.160 Personen. Das verwaltete Vermögen erhöhte sich um 14% auf 6.200 Mrd $.

    Der Sozialwissenschaftler Wolfgang Lauterbach: „Als Faustregel lässt sich formulieren: Erst ab 300 Millionen Euro ist man auf der ganz sicheren Seite. Vermögen dieser Größenordnung lassen sich nicht mehr vernichten.“

    30.000 Menschen haben ein Vermögen über 100 Mio USD, das entspricht 0,0004 % der Weltbevölkerung.

    Die Zahl der Ultra-HNWIs, also der Personen mit mehr als 30 Mio. US$ Nettovermögen, betrug 2007 laut World Wealth Report 2008 weltweit 103.300 Personen, wovon 2100 in Afrika, 4400 im Nahen Osten, 10.200 in Lateinamerika, 20.400 in Asien, 25.000 in Europa und 41.200 in Nordamerika lebten.

    In Deutschland leben 839 Superreiche mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/studie-reiche-sind-noch-reicher-als-gedacht-13046648.html

    http://internetz-zeitung.eu/index.php/2025-29-000-superreiche-besitzen-mehr-als-100-mio-dollar-verm%C3%B6gen

    1. @Torsten P.
      Ich bin ganz Ihrer Meinung. Ein anderer Aspekt ist folgender:
      Eine Rechtfertigung unseres Systems, ist die Behauptung, dass jeder den sozialen Aufstieg schaffen kann. Nun ist voellig offensichtlich, dass eben nicht jedermann eine Villa auf einem 2 ha-Grundstueck, mehrere Nebenwohnsitze, 20 Autos, Privatyacht und Privatjet haben kann. Dafuer ist die Erde einfach zu klein.

      Die Schlussfolgerung ist also: Diese Leute nehmen ganz objektiv anderen etwas weg. Gerechtigkeit und Freiheit fuer alle wuerde dann anfangen, wenn diese Leute nur den „Ihnen zustehenden Teil“ ihres Reichtums behalten duerften. Ich werfe mal als Zahl 20-30 Millionen Euro Gesamtvermoegen in den Raum, alles andere muss auf irgendeine Weise enteignet werden.

      Weiterhin muss massloser Konsum verhindert werden, nicht aus Sozialneid, sondern aus dem objektiven Grund der verhinderten Chanchengleichheit und Freiheit (neben Gruenden der Resourcenschonung und Oekologie)

  3. Über eins müssten sich diese Hetzer (Qualitätsjournalisten) doch wohl im klaren sein. Wenn es zu einer, wie von Ihnen herbei zu schreibenden Auseinandersetzung kommt, findet die in Westeuropa statt. Und zwar so, dass es hinterher keine Medien mehr gibt, weil sie schlicht weggebombt wurden. Und wo es sie noch gibt, werden sie nicht mehr gebraucht, weil es kaum noch eine Bevölkerung gibt, die sie nutzen kann und will.Dann hat sich das Thema Springer,Bertelsmann und Co auf diesem Wege erledigt.
    Und eine Belebung der Wirtschaft durch Wiederaufbau??Diese Auseinandersetzung dürfte sich zumindest für Westeuropa nicht ausschliesslich auf Sachbeschädigung beschränken. Sondern sie wird hier wohl final gewünscht und ausgetragen. Wenn aber kaum noch Leute da sind, können die Banken,so sie noch da sind, sich ihr Papiergeld sonst wohin stecken. Es wird dann nicht mehr gebraucht. Damit gibt es auch keine Geschäfte für Kriegsgewinnler mehr.

  4. STEUERMORAL das Unwort der letzten Jahrzehnte !

    Dieses Wort setzt sich wie man sieht aus STEUER und MORAL zusammen.
    Ein Sichwort dafür, was unter MORAL zu verstehen ist, ist „der ehrliche Finder“.
    STEUER kommt aus dem Finanzsystem, und was finden wir da als Grundlage allen „finanziellen Seins“ ?
    Die Grundlage ist ein menschenverachtendes Zinseszinssystem, das alle 60 bis 70 Jahre Schmerz und Leid manchmal auch zusätzlich Krieg verursachend, zusammenbricht.

    Jetzt zu STEUERMORAL: ein höchst negativer Begriff. Er soll allen suggerieren, dass es ethisch hochstehend ist, diesem Finanzsystem zu dienen und sich ausbeuten zu lassen. Seit vielen Generationen wird uns dies vermittelt.

    Das Resultat davon ist, dass im kollektiven Gehorsam alle weitermachen, obwohl die negativen Auswirkungen des Zinseszinsystems schon einen hohen Bekanntheitsgrad haben.

    Nicht einmal das Bekanntwerden der steuerschondenden Aktionen von Großkonzernen, die damit allen auf Steuerehrlichkeit Dressierten demonstrieren, wie „höhere“ soziale Schichten über „Steuermoral“ denken, ändert etwas am diesem kollektiven Gehorsam.

    Ein allgemeiner Steuerboykott wäre eigentlich Notwehr und höchst überfällig.
    Jene, die derzeit Steuern boykottieren, weil sie keine mehr zahlen KÖNNEN, bräuchten dringend Unterstützung aller jener, die es sich derzeit NOCH aussuchen könnten, ob sie zahlen wollen oder nicht.

  5. Höchst Lesenswert:
    http://www.stopthecrime.net/docs/Report_from_Iron_Mountain.pdf

    (gibts auch auf Detsch)
    Hier wird der Frage nachgegangen, welche Implikationen ein Übergang zu dauerhaften Frieden hat.
    Unsere Gesellschaft baut auf Krieg auf, Krieg ist ein integraler Bestandteil der Gesellschaft!
    Krieg ist ein Ökonomisches Ventil, das verhindert, daß es den arbeitenden Menschen zu gut geht.
    Der Sinn des Krieges ist Zerstörung – nicht nur von Menschenleben.

  6. Noch ein kurzer Nachtrag von mir zum Thema Ungleichheit:
    Wenn man sich mit dem Thema Ungleichheit beschäftigt, kommt man am Thema „Eliten“ nicht vorbei. Jemand der sich neben dem oben von mir erwähnten emeritierten Soziologieprofessor Hans-Jürgen Krysmanski mit dem Thema „Elitenforschung“ beschäftigt hat, ist der Soziologieprofessor Prof. Hartmann.

    Reichtum 2013: „Rechtfertigung von Reichtum und Macht“ – von Michael Hartmann

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=v0sBSbn1jQo#t=185

    Vortrag: Prof. Michael Hartmann: „Eliten in Europa“ – attac-Sommerakademie in Mainz 2012.

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=AAyYRyL_lfU&list=PLntFDhNT8cCE8JenTW6bOEfoiAYwktNEn#t=146

    Die Klasse der wirklich Reichen ist viel kleiner als allgemein angenommen. Darum kennt auch niemand von uns einen wirklich Reichen (d.h. auch Einflussreichen bzw. Mächtigen) persönlich. Die richtig Reichen sind “unsichtbar”, d.h. kommen in den Medien überhaupt nicht vor. Um z. B. eine Eintrittskarte nach Davos zu bekommen, braucht es mehr als ein paar Milliönchen.

    Wenn es wie im obigen Artikel beschrieben um 10 Prozent oder auch nur ein Prozent der Bevölkerung ginge, dann würde jeder von uns einige Multimillionäre persönlich kennen bzw. in der Familie haben.

  7. Ich stimme dem Artikel in einem Punkt nicht zu: „Der Hintergrund ist, dass der Kapitalismus am Ende seiner Lebenszeit angelangt ist. “

    Die Tatsache ist, dass die hoch entwickelten Volkswirtschaften kaum noch private Nachfrage haben, weil jeder, der überhaupt etwas sich anschaffen kann, das Jeweilige gekauft hat. Kurz gesagt: die hoch entwickelten Volkswirtschaften ersticken am Überfluss. Wo jedoch die private Nachfrage nicht besteht, wo insbesondere kaufenswerte Konsumprosperitäten fehlen, wo Innovationen durch Ersatzbeschaffungen substituiert sind, kann eine Volkswirtschaft aus sich nicht überleben.

    Die Konsequenzen sind die Varianten
    a) Steuer- und Ablagenlastquote deutlich ausweiten oder
    b) Staat privatisieren, Stück für Stück, bis auf Kernfunktionen.

    Genau das passiert derzeit in der westlichen Welt, wobei die Politik sich nicht prioritär festgelegt hat.

  8. RE: „Warum berichten die Medien nicht objektiv im Ukraine-Konflikt und hetzen auf unverantwortliche Weise gegen Russland?“

    Mein Eindruck ist, daß Sie wie Ähnliche genausowenig korrekt über diesen Konflikt berichten und einseitig Partei ergreifen für Putin, der mir schon lange vorher zuwider war als ein druchtriebener Neosowjet, und die russische Regime-Position, die kaum weniger imperial-großmachtbezogen ist als die der USA.

    Aber ich werde das nicht weiter ausführen, da ich in ähnlichen Milieus schon mal dafür gesperrt wurde und nicht eriöse Antwort bekam oder gar Einsicht, sondern Haß erntete von den Putin-Freunden, die sich ja auffallend in sonst konträren Lagern befinden.

    Weiterhin: Sind Sie links und stehen welcher Gruppe, Richtung der linken Bewegung nahe ??!

    Ich bin Alt-68er und links-freiheitlicher Patriot, im Zweifelsfalle ist mir der Westen xmal lieber als Putin und seine dortigen wie hiesigen Freunde.

    Und die Nazikeule gegen die Ukraine-Rebellion finde ich unter aller Sau, genauso verlogen, wie sie in der BRD gegen Patrioten verwendet wird!!

  9. Wie las ich heute morgen bei der Seite “ Heerlager der Heiligen“ zufällig den Text von FJ.Strauß-Freund franco marisano: Komisch, daß aus der ach so bösen, schlimmen USA keiner wegwill, aber Millionen rein!! (Sinngemäß zitiert)

    Wieviele wollen denn nach Putins Rußland??!

    1. 700.000 Ukrainer infolge der Kriegshandlungen 2014
      Über eine Million ukrainische Gastarbeiter
      300.000 (?) oder 600.000 (?) Moldawier
      und und und:
      „Mit einem Anteil von fast sieben Prozent an der arbeitenden Bevölkerung verfügt Russland im Augenblick über die größte Zahl illegaler Migranten weltweit. Das geht aus dem Migrationsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2012 hervor. Allein 2010 seien 960.000 illegale Arbeiter ins Land geströmt. Das seien mehr als doppelt so viele wie in die USA, so RIA Novosti. Nur 2,5 Prozent der geschätzten 75 Millionen russischen Beschäftigten sind legal ins Land immigriert. Im Jahr 2010 stellten die einstigen sowjetischen Staaten die wichtigsten Quellen für Migration nach Russland dar. Aus Kasachstan strömten 28,000 Menschen ins Land. 27,500 kamen aus der Ukraine, 24,000 waren usbekische Staatsangehörige.“ (aus: http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2014/05/501817/sanktionen-gegen-russland-so-hart-trifft-es-die-gastarbeiter/). Siehe auch:
      http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/07/482489/dreimal-so-viel-wie-2012-russland-wies-dieses-jahr-bereits-15-000-auslaender-ab/
      Angeblich 300.000 illegale Ausländer allein in Moskau.
      Fazit: hotspot, bitte an die Fakten halten!

  10. Ich sehe das Anhäufen von Milliardenvermögen kritisch!

    Den Märkten wird dadurch Nachfrage entzogen!
    Ich fände es besser, wenn die Super-Reichen Teile ihres Vermögens ausgäben. So wird Nachfrage generiert und wir haben Wirtschaftswachstum und mehr Wohlstand.
    Die Konzentration von enormen Geldbeträgen auf nur wenige Promille der Weltbevölkerung ist kontraproduktiv!

  11. Dümmer wie Heiner Lauterbach kann schon fast keiner mehr sein, wenn er behauptet, „Vermögen über 300 Millionen Euro könne man nicht mehr vernichten“.
    Für 300 Millionen Reichsmark hat man im Jahr 1924 kein Brot mehr kaufen können! Da musste man nämlich 2,5 Milliarden hinlegen!
    Aber so ist das mit den Ideologen: die sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht.

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