NSU: Rekonstruktion des Heilbronner Polizistenüberfalls

Wie ist der Heilbronner Polizistenüberfall des 25. April 2007 abgelaufen und wie konnten die Täter entkommen? Sie schlichen sich kurz vor 14:00 von hinten an das Fahrzeug an und schossen seitlich auf die sitzenden Polizisten. Es gibt jedoch auch einen anderen möglichen Ablauf mit drei Schüssen. Dabei konnte Frau Kiesewetter einen Angreifer noch anschiessen, bevor sie der tödliche Schuss traf. Die Rekonstruktion basiert wesentlich auf dem Ermittlungsbericht vom 08.02.2012 der Sonderkommission „Parkplatz“ des Landeskriminalamtes in Stuttgart.

Der Tatort befand sich auf dem Volksfestplatz „Theresienwiese“.  Nördlich eines Trafohäuschens parkten die beiden Polizisten Michele Kiesewetter und Martin Arnold ihr Fahrzeug. Das Häuschen bot laut Ermittlungsbericht „die Möglichkeiten zur (unauffälligen) Annäherung“ (Ermittlungsbericht (EB), S. 52).  So standen die beiden Angreifer neben dem Wagen mit gezückten Pistolen, es fallen Schüsse.

Wieviel Schüsse hörten Zeugen?

Laut der Ermittlungsakte gab es neun Zeugen, die zwischen einem und drei Schüssen hörten. Offenbar fuhr gerade ein Zug am Tatort vorbei.

  • Drei Zeugen hörten nur einen einzigen Schuss. Davon bestand ein Zeuge aus einer Gruppe von drei Personen.
  • Es gab vier Zeugen, die zwei Schüsse hörten.
  • Es gab einen Zeugen, der drei Schüsse hörte: Den ersten Schuss hörte er 15 Sekunden vor den beiden anderen, die sehr schnell hintereinander (1 Sekunde Abstand) abgegeben wurden.
  • Es gab einen Zeugen, die „zwei oder drei Schüsse“ hörte. Dieser Zeuge bestand aus zwei Personen. Sie waren Bahnarbeiter. Ihnen fiel ein Zug auf, „der zu dieser Zeit gerade die Brücke passiert und an den Zeugen vorbeigefahren sein soll.“ (EB, S. 31)

Auffindeorte von drei oder vier Hülsen in Tatortnähe

Michele Kiesewetter traf ein Kopfschuss aus der Pistole Radom, Mod. VIS 35, Kaliber 9 mm Luger.  Martin Arnold traf eine Kugel aus der Pistole TOZ, Modell TT 33, Kaliber 7,62 mm Tokarew.

Der Arnold-Schütze hinterließ eine ausgeworfene 7,62 mm Hülse, die sich 4-5 Meter vor dem Auto befand.

„Im Bereich der nordöstlichen Ecke des Transformatorenhauses, in einer Entfernung von 2,10 m (gemessen von der Ostwand in östliche Richtung) und 65 cm südlich der gedachten Verlängerung der Nordwand, lag auf dem Boden eine Patronenhülse des Kai. 7,62 mm x 25.“ (EB, S. 132)

lage-huelse-nsu-arnold

 „Patronenhülse, 7,62x25mm, „S&B“, 0,65m östl. und 2,10m nördl. der NO Ecke des Trafohäuschens.“

Die Schusswaffe Tokarew katapultierte die leere Hülse einige Meter nach rechts. Wie das geht zeigt folgender youtube-Film.  Wenn Herr Arnold von vorne frontal angeschossen worden wäre, müsste die Hülse entweder auf der Motorhaube gelandet oder wäre zentral vor dem Fahrzeugen gelegen.

Die ausgeworfene Hülse des Kiesewetter Todesschützen befand sich hinter dem Auto:

„Eine weitere Patronenhülse des Kai. 9 mm Luger, S&B, wurde im Bereich nördlich des linken Heckbereichs des Dienst-Kfz., in einer Entfernung von 4,25 Meter von der Nordwand des Transformatorenhauses und 2,90 Meter von der gedachten Verlängerung der Westwand, festgestellt.“ (EB, S. 133)

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Auch dies ist plausibel, da die Schusswaffe „Radom“ die Hülse mehr nach oben auswirft als seitlich nach rechts. (youtube)

Am 07.05. wurde eine weitere Patronenhülse, 9mm, Luger, CBC, 10 Meter südlich des Trafohäuschen gefunden. Asservatennummer SO. 16. Laut kriminaltechnischer Untersuchung wurde von einer Schusswaffe der Marke „Tanfoglio“ abgefeuert. Es gab keine „Zusammenhänge mit registrierten, unaufgeklärten Schusswaffenstraftaten“.

Im NSU-Gerichtsverfahren sagte Polizeiobermeisterin Kerstin Ki. aus. Sie war die erste Beamtin am Tatort und sah eine Hülse, die „im Sitz irgendwo (…) gesteckt habe.“ Sie gab offenbar die Hülse den Kollegen Th.

„Sie habe festgestellt, dass Waffe fehlte. Sie meine auch festgestellt zu haben, dass da im Sitz irgendwo eine Hülse gesteckt habe. Die Sachen seien vom Kollegen Th. An die Spurensicherung (Spusi) übergeben worden.“ (nsu-watch)

Schmauchspuren Kiesewetter

Wenn ein dritter Schuss fiel, könnte Kiesewetter noch auf den Angreifer geschossen haben. An ihrem Hemd wurde jedoch „kaum“ Schmauch festgestellt, an ihren Händen gab es „drei bzw. vier Schmauchteile“ und im Haar Bleipartikel. Das wird von Ermittlern erklärt, dass Schmauchteile im Fahrzeuginneren „herum-vagabundiert“ wären. Es könnte aber auch sein, dass Kiesewetter ihre Waffe in der Hand gehalten habe. 

„Im Haar von Frau Kiesewetter seien wohl Bleipartikel nachweisbar gewesen sei. Da auch an Kiesewetters Hemd kaum Schmauch nachweisbar gewesen sei,(…). An Kiesewetters Händen seien drei bzw. vier Schmauchteile nachweisbar gewesen, das hätten aber auch Teile gewesen sein können, „die da im Innenraum herumvagabundiert sein“. Sie hätten auch von den eigenen Waffen stammen können, denn beide Waffenträger gewesen.“(nsu-watch)

Dazu im Gegensatz befand sich weder am Türrahmen noch an den Nackenstützen des Polizeifahrzeuges Schmauch! Wie war dies möglich, wenn die Angreifer aus wenigen Metern Entfernung in das Auto schossen?

4.1 Dienstfahrzeug

Weder an den Nackenstützen noch an den Türrahmen des Dienstfahrzeuges konnten Schmauchantragungen nachgewiesen werden.” (NSU-leaks)

Warum wurden die Waffen mitgenommen?

Die Angreifer wollten unbedingt an die Waffen der Polizisten gelangen. Dabei zerrte man Herrn Arnold die Schusswaffe gewaltsam aus dem Holster. Es wurde das angeschraubte Gelenkscharnier des Sicherungsbügels aus dem Leder gerissen. Dies erforderte eine starke Kraftanstrengung.

Ein Beschädigung des Holsters gab es bei Frau Kiesewetter dagegen nicht. Die Waffe wurde ordnungsgemäß gezogen.

Dabei nahmen sie ein großes Risiko in Kauf, denn die Attentäter hinterließen damit ihre DNA am Tatort. Tatsächlich fanden Ermittler bis heute anonyme DNA, die nicht zu Böhnhardt/Mundlos passt. 

NSU-Enttarnung stoppte DNA-Krimi gegen Kollegen von Kiesewetter/Arnold

Außerdem kamen sie in Kontakt mit Blut der Opfer.  Der damalige Chef der Sonderkommission Axel Mögelin sagte den Abgeordneten des NSU-Ausschusses:

„Im ersten Bericht für wahrscheinlich, es kann aber auch durchaus sein, dass die Verschmutzung mit Blut geringer war, als man zunächst angenommen hat.“ (Bundestag, NSU-Ausschuss, Protokoll Nr. 29a)

Warum das Risiko eingehen? Im Ermittlungsbericht steht, dass sich die Täter damit in Gefahr brachten!

„Alle denkbaren Fluchtwege sind als nicht besonders geeignet anzusehen, dies gilt vor allem für den Umstand wenn sich die Täter beschmutzt haben und damit optisch einer (Blut)Tat zuzuordnen sind. Weil ein unmittelbarer Rückzugsraum nicht besteht, müssen die Täter sich auf die Gefahr einlassen gesehen zu werden oder jemandem zu begegnen.“ (EB, S. 52)

Frau Kiesewetter fehlte „die Waffe, das Magazin, das Reizstoffsprühgerät und ihre Schließen [= Handschellen], beim Kollegen A. lediglich die Waffe“. (nsu-watch)

Ihre Waffe wurde am 04.11.11 im Wohnmobil in Stregda gefunden, neben den beiden erschossenen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Polizeidirektor Michael Menzel leitete den Einsatz gegen die beiden (angeblichen) Bankräuber. Als er deren Wohnmobil betrat, fand er eine Waffe auf dem Tisch. Bei ihr …

„… sei der Magazinboden geschmolzen gewesen und eine Patrone ausgetreten: „Ich konnte sie als Patrone identifizieren, wie sie auch von Polizeibeamten verschossen wird.“ (nsu-watch)

Es ist unbekannt, ob eine Patrone im Magazin fehlte. Folgende Abbildung zeigt u. a. die an-geschmorte Pistole, das Magazin fehlt.

kiesewetter-pistole

Foto: DAPO

Kiesewetters Ersatz-Magazin war weder im Wohnmobil bei Böhnhardt und Mundlos noch in Zschäpes Zwickauer Wohnung.

Ein Fahrgast fand jedoch ein Magazin am 15.01.08 in der S 41:

„SO. 122: „Pistolenmagazin für HKP2000, befüllt mit 13 Patronen PEP (Polizei-einsatzpatronen), Zug der S-Bahnlinie S41 Pforzheim-Karlsruhe-Gaggenau.“ (EB, S. 168)

Es wurde „in molekulargenetischer und daktyloskopischer Hinsicht untersucht“, jedoch war eine „Zuordnung des Magazins samt Inhalt (…) auf kriminaltechnische Weise nicht möglich; es konnten keine entsprechenden Befunde festgestellt werden.“ (ebd)

Die Zeugin Jasmin P. sah am Tattag um 19:41 ca. 30-jährigen Mann mit blutähnlichen Antragungen auf dem T-Shirt. Er befand sich in der S4. Es wurde folgendes Phantombild noch am nächsten Tag erstellt:

phantombild-s4

Ein Zeuge könnte gegen 14:00 eine verdächtigen Mann mit Kiesewetters Handschellen gesehen haben:

„Der Zeuge H. befuhr am 25.04.2007, gegen 14:00 Uhr die Otto-Konz-Brücke von Böckingen kommend. Noch auf der Brücke sah er auf der rechten Seite eine gehende männliche Person, die Richtung Kreuzung Theresienstraße/Karlsruher Straße unterwegs war. Der Zeuge sah dass dieser Mann eine Handschließe, nur teilweise unter dem TShirt verdeckt, mit sich trug. Der Mann war ca. 180 cm groß und schlank – nähere Beschreibung nicht möglich.“ (EB, S. 40)

Die Handschellen Kiesewetters fanden Polizisten in der Zwickauer Wohnung von Beate Zschäpe (BR).

Hinweise auf verletzten Angreifer

Es wurden Blut in der Nähe des Tatort gefunden (Friedensblick). Das Blut stammt nicht von den überfallenen Polizisten! Es heißt im Ermittlungsbericht unter „Molekulargenetische Spuren“, S. 183:

„Aus dem Bereich DNA-Analytik sind nachfolgend aufgeführte Asservate/Spuren noch keinen Personen oder anderen, übereinstimmenden Spuren/Asservaten zugeordnet:“

„SO.9.2: 5 Papiertücher mit blutverdachtigen Antragungen, Neckaruferweg, zwischen Otto-Konz-Brücke und Frankenstadion

„SO.17.11: 2 Papiertaschentücher mit rotbräunl. (Blut-) Antragungen, westl. Neckaruferweg, zwischen Otto-Konz-Brücke und Betriebsgelände HNV“

„SO.20: Blutspur im Erdreich, Neckarufer, Theresienwiese,
ca. 100-150m vom Tatort entfernt“ (EB, S. 163)

Der damalige Vorsitzender des NSU-Ausschusses Sebastian Edathy bestätigte, dass …

„… bereits am 27.04.2007 Gegenstände in Nähe des Tatortes in Heilbronn sichergestellt worden sind, unter anderem fünf Taschentücher mit Blutantragungen (…).“ (Bundestag, NSU-Ausschuss, Protokoll Nr. 29a)

Der Ermittlungsbericht kommt auf Seite 51 zum Schluss, dass …

„… die Täter bei der Flucht zunächst eine Örtlichkeit ohne Publikumsverkehr (aufsuchen und sich irgendwo hinbegeben wo sie sich reinigen – und ggf. umziehen können.“

Die Täter mögen sich von Blut gesäubert haben, aber es war ihr eigenes gewesen! Waren sie verletzt?

Mögliche Erklärung des Raubes

Die Täter mussten die Schusswaffe von Frau Kiesewetter verschwinden lassen, um so ihre Schussabgabe und die so verursachte Verletzung zu vertuschen. Um diese Vertuschung selbst zu vernebeln, wurden auch die Dienstwaffe Arnolds und weitere Gegenstände Kiesewetters mitgenommen.

Augenzeugen beobachteten blutverschmierte Männer

Der damalige Obmann des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag Clemens Binninger bestätigte, dass mehrere Zeugen fliehende Angreifer sahen. Von den Aussagen könne abgeleitet werden, dass die Täter „quasi fortgesetzt in südliche Richtung“ (Bundestag, NSU-Ausschuss, Protokoll 29a) geflohen wären. Dort wurden auch die 5 blutigen Taschentücher gefunden. Zum Teil machten die Zeugen die Beobachtungen eine halbe Stunde nach der Tat, gegen 14:30. Das würde dafür sprechen, dass die Wunde weiter geblutet haben könnte.

In dem Ermittlungsbericht werden einige Zeugen aufgeführt, die südlich der Theresienwiese folgende Beobachtungen machten. Eine Auswahl:

„Die Zeugin W. fuhr von Nordheim kommend mit ihrem Fahrzeug die Neckartalstraße Richtung Hauptfriedhof von Heilbronn. Ca. 150 bis 200 m vor der Otto-Konz-Brücke, hörte sie ganz deutlich zwei Schüsse. Sie dachte zunächst an Salutschüsse zum Beginn des Festes. Aus diesem Grund schaute sie zum Festgelände und stellte dabei fest, dass es dort noch relativ ruhig war und das Riesenrad noch nicht lief. Als sie dann auf der Brücke an einer Ampel anhalten musste, sah sie an der Kreuzung Karlsruher Straße/Theresienstraße einen Mann mit einem blutverschmierten Arm, bzw. die ganze linke Seite dieses Mannes war mit Blut verschmiert. Es hielt ein Fahrzeug und der Mann stieg möglicherweise hinten im Fahrzeug ein. (…) Im Rahmen einer Wahllichtbildvorlage am 16.10.2009 ergänzte die Zeugin ihre bisherigen Angaben. Sie meinte jetzt, dass das Fahrzeug, in das der blutverschmierte Mann eingestiegen war, ein heller Mercedes mit Mosbacher Kennzeichen war. (…) Dieses Fahrzeug habe sie auf ihrem Heimweg gegen 14:30 Uhr auf der Sontheimer Brücke nochmals gesehen. Der Mann mit den Blutspritzern saß nun auf der Beifahrerseite.“ (EB, S. 30)

„Am 12.05.2009 gab der Zeuge Anton M. (…) an, dass er am 25.04.2007 mit dem Fahrrad zwischen 14.00 und 14.40 Uhr im Wertwiesenpark, sowie auf dem Neckaruferweg (angrenzend an die Theresienwiese) unterwegs gewesen sei. Im Bereich Otto-Konz-Brücke seien ihm zwischen 14.05 und 14.10 Uhr zwei Männer und eine Frau mit weißem Kopftuch entgegengekommen. Kurz bevor er mit ihnen zusammengetroffen sei, sei einer der Männer auf einer Treppe zum Neckar hinuntergegangen. Herr M. habe deutlich gesehen, dass dieser Mann Blut an den Händen hatte und sich die Hände im Neckar reinigte. (…)

Herr M. fragte die Frau, ob etwas passiert sei, worauf diese entgegnete, dass nichts sei. Der zweite Mann hielt sich ständig hinter der Frau auf und sprach nicht. Seine Arme seien stark tätowiert gewesen. Herr M. hielt sich daraufhin eine Zeitlang am Freibad auf. Als er wieder auf dem Rückweg war, bemerkte er im südlichen Teil des Wertwieseparks auf Höhe einer Gaststätte aus einiger Entfernung die gleichen drei Personen. Diese hätten Herrn M. ebenfalls erkannt und seien sofort in verschiedene Richtungen weggerannt.
Diese Beobachtung korrespondiert mit der Zeugenaussage des türkischen Ehepaares K., die einen Mann vom Neckarufer her kommend durch den Wertwiesepark rennend beobachtet hatten. Dieser Mann habe sich vor einem überfliegenden Hubschrauber versteckt.“ (EB, S. 216)

Ein Zeuge sah eine blutverschmierte Person süd-westlich der Theresienwiese:

„Nach Zusicherung der Vertraulichkeit gab ein Hinweisgeber zu Protokoll, dass er am 25.04.2007, gegen 13:40 Uhr von Sontheim kommend zu Fuß Richtung Stadtmitte Heilbronn gegangen sei. Etwa auf Höhe der Verkehrsinsel in der Sontheimer Straße sei
links am rechten Fahrbahnrand ein Fahrzeug mit laufendem Motor gestanden. Das Fahrzeug, ein dunkelblauer Audi 80 habe Mosbacher Kennzeichen gehabt. Als der Zeuge noch ca. 4 bis 5 m von dem Fahrzeug entfernt gewesen sei, habe er gesehen, wie ein Mann von der gegenüberliegenden Seite aus auf das Fahrzeug zu rannte. Er habe noch gehört, wie der Fahrer „dawei, dawei“ rief und der Mann mit dem Kopf voran ins Fahrzeug hechtete. Die Tür wurde geschlossen und der Wagen fuhr mit quietschenden Reifen weg. Der Mann sei zwischen 28 und 30 Jahren alt gewesen, ca. 180 cm groß mit einer auffälligen Tätowierung (Kreuz auf Hügel) am muskulösen Unterarm. Er war schlank, kurze glatte, hellblonde Haare, bekleidet mit einem weißen T-Shirt und einer beigen Hose, die an den Knien grüne Flecken (vermutlich Grasflecken) aufwiesen. Am auffälligsten an dem Mann sei jedoch gewesen, dass dessen rechter Arm voller Blutflecken gewesen sei. Auch im vorderen rechten Bereich des T-Shirts seien Blutspritzer zu sehen gewesen. Die von ihm zuerst genannte Zeit (13:40 Uhr) relativierte der Zeuge dahingehend, dass es möglicherweise auch 14:30 Uhr gewesen sein konnte und er möglicherweise die auf seiner digitalen Uhr abgelesenen Zahlen verwechselt hatte.“ (EB, S. 39)

Zwei weitere blutige Papiertaschentücher (SO.17.11) wurden nördlich der Theresienwiese auf dem anderen Neckarufer gefunden, in der Nähe des Betriebsgeländes eines regionalen Busunternehmens. Wahrscheinlich warf sie der verletzte Angreifer während seiner Flucht dort aus dem Auto.

Der damals zuständige Staatsanwalt Christoph Meyer-Manoras sah keine schlüssige Beweiskette und verhinderte die Veröffentlichung der Phantombilder. Er widerspricht auch Binningers Interpretation einer Flucht in südlicher Richtung pauschal.

„Und diese Bewertung ist falsch, die ist falsch.“ (Bundestag, NSU-Ausschuss, Protokoll 29a)

Eine seiner Begründungen ist, das die Zeugen keine Waffen sondern ja nur Blut sahen:

„… schwer erklärbar war, dass diese Personen auf der Theresienwiese – nicht Theresienwiese -, im Wertwiesenpark, der ungefähr 1,5 Kilometer entfernt ist, sich sozusagen flüchtend bewegen. Kein Zeuge hat irgendwelche Waffen bemerkt, sondern es wurde in allen Fällen lediglich angeblich – ich bin davon auch nicht überzeugt, dass es stimmt – Blut am Körper entdeckt.“ (ebd)

Außerdem wären manche Schilderungen teilweise unrealistisch gewesen. Herr Meyer-Manoras führt aus, dass die Täter fast so schnell hätten rennen müssen, wie Olympiasieger:

„Eine 74-Jährige, die eine Beobachtung am Kiosk Theresienwiese gemacht hat. (…) Sie ist ja mit dem Auto in Richtung Otto-Konz-Brücke gefahren -, an welcher Stelle sie die Schüsse gehört hat. Dann wurde das rekonstruiert, dass sie in dem Moment, wo sie den möglichen Tatverdächtigen gesehen hat, dann stand Karlsruher Straße/Ecke Theresienstraße. Man hat die Strecke gemessen, und es waren 40 Sekunden. Wenn zwischen Schussabgabe und der Beobachtung 40 Sekunden liegen und die Entfernung vom Trafohäuschen bis zum Kiosk circa zwischen 300 und 400 Meter liegt, dann würde dieser Tatverdächtige noch nicht einmal dort stehen, selbst wenn er direkt nach Schussabgabe losgelaufen wäre.

Ich erinnere nur daran: Michael Johnson hält den Weltrekord über 400 Meter, und das sind 43,18 Sekunden. Und wie Michael Johnson sah der Tatverdächtige definitiv nicht aus. Das heißt: Diese Zeugin ist komplett wertlos. (ebd)

Clemens Binninger (CDU/CSU): Ich will es nicht vertiefen, Herr Zeuge, ich will nur sagen: Haben Sie bei der Strecke, die Sie gemessen haben – von der Wahrnehmung der Schüsse, Hören, bis zum Sehen des Mannes an einer Ampel stehend -, mit ins Kalkül gezogen die Rotlichtzeit dieser Ampel, dass möglicherweise nicht nur die Fahrstrecke zurückzulegen war, sondern die Zeugin dort auch schon 15 oder 20 Sekunden bei Rot stand? Dann sind wir nämlich bei 50 Sekunden, und die laufe ich Ihnen sogar die 300 Meter.“ Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, 2. Untersuchungsausschuss, Protokoll Nr. 29 (Zeugenvernehmung: Öffentlich), 5. November 2012.

Folgende Grafik verdeutlicht den Tatort:

kiesewetter-tatort

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27 Gedanken zu „NSU: Rekonstruktion des Heilbronner Polizistenüberfalls“

  1. –Es könnte eine Ähnlichkeit bestehen mit einem früheren Mitglied des Ku Klux Klans und Kollegen Kiesewetters: Timo H.–
    Bei der abgebildeten Person soll es sich um den Beamten handeln, der 2010 Zugführer der BFE war[1]. Der erwähnte Klansman war 2007 einer der Gruppenführer. Wieso sollen die identisch sein ? Die Aufnahme vom Zugführer stammt von einem S21-Einsatz, mit Google-Videosuche unter ‚Prügelglatze‘ zu finden. Für (Phantom-)Vergleichsfreudige, ein weiterer Beamter von dem Einsatz ist hier zu sehen :
    https://www.radio-utopie.de/wp-content/uploads/2010/10/Polizist-aus-BFE-Einheit-zuvor-bei-zivilem-Trupp.jpg

    Der erwähnte Radfahrer mit den Handschellen kommt aus der Richtung in die er eugentlich fliehen müsste, wahrscheinlich wurde die Aussage also gemacht nachdem das mit den entwendeten Handschellen in den Medien kam.

    –Mögliche Erklärung des Raubes–
    Vielleicht haben die Uwes(oder sonstwer vom NSU) nicht geschossen, nur Schmiere gestanden, hätten aber gerne geschossen. Sie gehen das Risiko ein um sich zu beweisen, die Waffen kommen ins Video und werden bei der Präsentation auch mal rumgezeigt. Treffend heisst dieser letzte Abschnitt in dem Streifen dann „Aktion Polizeipistole“.

    Die Angaben zu der Händewaschenden Dreiergruppe sind recht detailliert, steht da ob Phantom Nr.2 derjenige mit den Tatauwierten Armen ist ? Steht da was zur Körpergrösse, zum Grössenverhältnis zwischen den Männern und der Frau ?

    [1] http://www.focus.de/politik/deutschland/stuttgart-21/polizeipruegel-bei-stuttgart-21-protest-angriff-durch-herumstehen_aid_694761.html

  2. Alternative Theorie 1:
    Die Polizeistreife war nicht auf der Theresienwiese, um Pause zu machen, sondern weil die Theresienwiese einer der Brennpunkte der Straßenkriminalität ist.

    Zitat:
    Ihr Tod stellt das Konzept der „Sicheren City“ nicht in Frage. „Wir sind damit seit Jahren sehr erfolgreich“, sagt Heilbronns Revierleiter Andreas Mayer. 2006 hätten die hauptsächlich von Bereitschaftspolizisten getragenen Kontrollen 150 Drogendelikte zur Anzeige gebracht. Die Böblinger Bepo-Streifen werden brennpunktorientiert eingesetzt, schwerpunktmäßig gegen die Rauschgiftszene in Heilbronn. Die Theresienwiese ist einer der Treffpunkte dieser Szene.
    http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/stadt/Polizei-stellt-Sichere-City-nicht-in-Frage;art1925,994930

    Kiesewetter ist von Drogensüchtigen abgeknallt worden.
    Nicht weil sie Kiesewetter war, sondern weil sie eben der beliebige Polizist an diesem Standort war, der im Rahmen der Aktion „Sichere City“ den Treffpunkt und Drogenhandelsplatz „Theresienwiese“ durch die bloße Anwesenheit sabotierte.
    Die Drogenverkäufer konnten wegen der Polizeistreife direkt vor Ort keine Drogen mehr verkaufen und waren daher natürlich extrem angepisst.
    Die Drogensüchtigen konnten keine Drogen mehr kaufen und waren mehr als nur extrem angepisst, denn sie brauchten das Drogenzeugs unbedingt. So einem Drogensüchtigen auf Entzug ist es dann auch völlig scheißegal, wenn er mit blutigem T-Shirt ganz offen durch die Stadt läuft.
    Die Waffen und die sonstigen Ausrüstungsgegenstände nimmt man mit, weil man sie verticken kann und für das Geld kann man wieder Drogen kaufen.
    Ein derartiger Verkauf wird natürlich der Polizei „publik“ und so kann sie relativ leicht an die geraubten Waffen kommen und durch weitere Ermittlungen dann an den Verkäufer. Dann hat man auch recht schnell die Tatwaffen, denn solche Drogensüchtige sind nicht sehr willensstark und packen aus. Die Tatwaffen kann man dann jemand anderem unterschieben.
    Die Frage bleibt, warum man das vertuscht hat. Vielleicht weil der Mörder ein naher Verwandter eines Politikers war (pure Spekulation)?

  3. Alternative Theorie 2:

    Motiv Rache und lokaler Bezug

    – Die Polizisten waren eingesetzt im Rahmen der Aktion „sichere City“ (Konzeptionseinsatzprojekt, Reduzierung der Straßenkriminalität durch mehr Uniform-Präsenz, „das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöhen“).
    Wenn die Täter während einer solchen Aktion namens „sichere City“ beweisen, dass sie beliebig Morden können, sogar Polizisten am hellichten Tag ermorden können, dann ist das die genaue Umkehrung des von der Polizei angestrebten Zustands „sichere City“.
    Das deutet auf lokale Täter hin, denn warum sollte einen Täter, der weit entfernt lebt, der Zustand in der City Heilbronn interessieren?

    – „öffentlich und brutal“ (Zitat aus dem Film „Der Schakal“ 1997).
    Ein Mord auf der Theresienwiese ist sehr öffentlich und die Art und Weise der Ermordung war brutal.
    Man hat nicht etwa jemanden leise und heimlich vergiftet, sondern man hat jemanden auf einem belebten öffentlichen Platz lautstark und blutig gekillt.
    Der Auftraggeber (ein Russe) des Mordes im Film „Der Schakal“ wollte ausdrücklich einen „öffentlich und brutal“-Mord, um eine Botschaft zu senden und seine Rache zu befriedigen. Der Auftraggeber hat also negative Erfahrungen entweder mit den Opfern persönlich oder mit den Opfern als Repräsentanten des Staates. Dieser Umstand plus der lokale Bezug plus die Zeugenbeschreibungen der möglichen Täter (blond, „dawai dawai“, Mosbacher Kennzeichen) führt zu der Russendisko „Luna“ in Kornwestheim, wo Kiesewetter undercover tätig war.
    Jedoch: Kiesewetter und ihr Kollege Martin A. waren am Mordtag zum ersten Mal gemeinsam unterwegs. Daher ist ein Motiv in Bezug auf die Person Kiesewetter eher unwahrscheinlich, denn wenn jemand ausdrücklich Kiesewetter ermorden wollte, dann hätte er nicht unbedingt auch noch ihren Kollegen töten müssen, sondern der Täter hätte sie dann ermordet, wenn sie alleine war. Daraus könnte folgen: es war eine Aktion gegen Repräsentanten des Staates, mit lokalem Bezug und aus Rache und es ging nicht um Kiesewetter persönlich. Wenn der Täter aber abgebrüht war und es ihm um Kiesewetter persönlich ging, aber eben auch um ein „öffentliches brutales“ Zeichen, dann tötet man eben alle anwesenden „Repräsentanten des Staates“.

  4. Alternative Theorie 3:
    Heilig-Sabac („Chico“)
    passt auch zu Straßenkriminalität, gegen die die Aktion „sichere City“ gerichtet war.
    Wie erklärt man das dreimalige (Adolf „Adel“ H., Gilbert H., Florian H.) Auftauchen des Familiennamens „Heilig“ in Bezug auf den Fall Kiesewetter, wenn angeblich alle drei nichts miteinander zu tun haben? Kann es solche Zufälle geben?

    Alternative Theorie 4:
    Die offizielle „NSU“-Theorie stimmt.
    jedoch:
    – Zeugenaussagen passen nicht
    – DNS an den Taschentüchern passt nicht
    – fehlendes Motiv
    – völlig andersartige Opferauswahl als sonst
    – völlig andere Vorgehensweise als sonst (zum Beispiel werden die Hülsen nicht aufgefangen, kein Schalldämpfer, keine Fahrräder)

  5. – Ist dieses Foto von Timo H. wirklich verifiziert?

    – Der Ku-Klux-Klan hat vermutlich überhaupt gar nichts mit dem Mord zu tun. Der KKK war nur ein Honigtopf und die Polizisten liefen nicht in diese Honigtopf-Falle, sondern sie wurden dafür eingeteilt, um für Eventualitäten abzusichern, falls wirklich ein paar echte KKK-Extremisten „vorstellig“ werden und die Sau raus lassen wollen.

    – Kiesewetter war zu jung für den KKK.

    – Selbst wenn Kiesewetter etwas über den KKK gewusst hätte und plaudern wollte, wäre übrhaupt nichts passiert. Lass sie doch plaudern was sie will. Der KKK war ein Honigtopf und deswegen ist die Anwesenheit der Polizisten gar kein Problem.

    – Warum sollte Timo H., der spakulationsweise der Typ auf dem Phantombild sein soll, so dilletantisch vorgehen und mit blutverschmierter Kleidung S-Bahn fahren?
    Außerdem passen die Haare auf dem Phantombild überhaupt nicht zu dem Glatzkopf auf dem echten Foto.

  6. Waren die Täter vielleicht deswegen blutig, weil sie sich gegenseitig angeschossen hatten, weil sie bei ihren Schüssen die falsche Position eingenommen hatten?
    In der Schusskanalanalyse in einem vorherigen Artikel meinte der Gutachter, zwei Rechtshänder hätten sich gegenseitig treffen können. Vielleicht war genau das auch der Fall.
    Irgendwoher muss dieses Blut gekommen sein und da die Taschentücher nicht die DNS der Polizisten zeigenn stammt es von den Tätern.
    Für die Polizisten ging das alles viel zu schnell, so dass sie selber nicht mehr schießen konnten.
    Woher aber stammen die beiden „überzähligen“ Hülsen, vor allem die auf der Südseite des Gebäudes? Waren das Warnschüsse, um sich die schaulustigen Ziganer vom Leib zu halten?

    1. „Waren die Täter vielleicht deswegen blutig, weil sie sich gegenseitig angeschossen hatten, weil sie bei ihren Schüssen die falsche Position eingenommen hatten?“

      An den gefundenen Projektilen hätten Spuren des so angeschossenen Angreifers sein müssen. Jedoch gab es 3-4 Hülsen. Das spricht auch für 3-4 Schüsse.

      1. Wieso 3-4 ? 2 sind bestätigt, und eine Polizistin meint auf dem Sitz wäre noch eine gewesen. Die Polizistin war aber nicht weiter damit befasst, das übernahmen dann die Kollegen.

          1. „Beginnend ab dem 25.04.2007 wurden im erweiterten Bereich des Tatortes, aber auch an sonstigen Örtlichkeiten im Stadtgebiet von Heilbronn und auch anderenorts, im Rahmen von Absuchaktionen und aufgrund von Hinweisen, insbesondere aus Polizeikreisen, ballistische Spuren in Form von Schuss- und Schmauchspuren sowie Munitionsteilen mit dem Ziel der Durchführung eines gezielten Abgleichs mit der Tatmunition gesichert. Die Spuren/Asservate werden in nachfolgender tabellarischer Übersicht beschrieben:“

  7. @E.Krüger
    Zitat:
    Der erwähnte Radfahrer mit den Handschellen kommt aus der Richtung in die er eugentlich fliehen müsste,
    [/Zitat Ende]

    Die Richtung stimmt doch.
    Er ist am Neckarufer nach Süden gegangen und an der Otto-Konz-Straße in Richtung Osten. Am östlichen Ende der Brücke wurde er von Zeuge 1 gesehen (Handschließe) und an der nächsten Kreuzung 150 weiter in Richtung Osten wurde er von Zeugin 2 gesehen (Einstieg ins Fahrzeug).

    Im Wertwiesenpark 100 Meter süd-westlich des Schwimmbades befindet sich ein Parkplatz auf dem einige Wohnmobile stehen.

    49.130562° N 9.204270°E

    Diese Wohnmobile stehen 500 Meter von den anderen Zeugensichtungen der Verdächtigen entfernt (Verkehsinsel Sontheimer Str. und Gaststätte im Wertwiesenpark, Wertwiesen 6).
    Vom Tatort bis zu der Zeugensichtung an der Gaststätte im Wertwiesenpark (Wertwiesen 6) sind es 1500 Meter.
    Von der Gaststätte bis zu der Verkehrsinsel sind es nochmal 870 Meter.
    Diese unkonventionelle Flucht deutet auf ein eher nicht geplantes Verbrechen hin.
    Warum sollte man erst so weit zu Fuß fliehen und damit wertvolle Zeit vergeuden und sich Zeugensichtungen aussetzen, um dann erst in Fahrzeuge zu steigen?
    Die Tat war also eher spontan, was für die Drogensüchtigen-Spur bzw die Straßenkriminalität-Spur spricht, aber eher gegen Rache und gegen NSU.
    Die NSU-Täter wären auf Fahrrädern geflohen statt zu Fuß.
    Sie hätten ihre Räder am Wohnmobilparkplatz am Schwimmbad im Wertwiesenpark eingeladen und wären weggefahren. Eine weitere Flucht zu Fuß weiter nach Süden zu der Gaststätte oder nach Osten in die Innenstadt wäre völlig unnötig und gefährlich gewesen.

    1. Weissjetzt nicht wie ich auf Radfahrer gekommen bin, jedenfalls wurde die Person mit den Handschellen auf der Otto-Konz-Brücke gesehen, und ging Richtung Kreuzung Theresienstraße/Karlsruher Strasse, also nach Westen, Richtung Tatort. So wie der Zeuge, der muss ihn dann überholt haben.
      Ergibt also wenig Sinn.

      1. @E.Krüger
        Zitat:
        Weissjetzt nicht wie ich auf Radfahrer gekommen bin, jedenfalls wurde die Person mit den Handschellen auf der Otto-Konz-Brücke gesehen, und ging Richtung Kreuzung Theresienstraße/Karlsruher Strasse, also nach Westen,
        [/Zitat Ende]

        Das ist Richtung Osten.
        Die Kreuzung Theresienstraße/Karlsruher Strasse befindet sich östlich der Brücke (rechts davon).
        Sowohl der Zeuge als auch der Fußgänger mit der Handschelle bewegten sich von West nach Ost (von links nach rechts).
        Vorher bewegte sich der Fußgänger auf dem Neckaruferweg von Nord nach Süd (von oben nach unten, weg vom Tatort).

        1. O.k., Richtung Osten. Jedenfalls Kommt er von dem gegenüberliegenden Ufer, geht zu dem wo Theresienwiese und diese Kreuzung sind. Du siehst das doch auf der Karte. Jemand der ihn überholt hat meint da habe einer Handschellen sichtbar dabeigehabt, die seien nicht ganz vom T-shirt verdeckt worden. Also kurzes T-shirt.

  8. @E. Krüger
    Zitat:
    O.k., Richtung Osten. Jedenfalls Kommt er von dem gegenüberliegenden Ufer
    [/Zitat Ende]

    Da muss ich widersprechen.
    Er ging am östlichen (rechten, Tatortseite) Neckarufer vom Tatort nach Süden.
    Als er an die Otto-Konz-Brücke kam, da ging er in Richtung Osten. Die Stelle wo sich der Neckaruferweg und die Brücke kreuzen ist „noch auf der Brücke“, so wie der Zeuge sagte.

    Karte mit rot eingezeichnetem Weg des Handschellenmannes:
    http://i.imgur.com/59C4azB.jpg

    1. Da ist die Brücke gerade zuende. Sieh dir die Satellitenansicht an. Deiner Karte nach müsste der Verdächtige auf der roten horizontalen Linie überholt worden sein, das wäre auf jeden Fall nicht mehr auf der Brücke, passt also nicht. Und da will der Zeuge dann eine halbe Handschelle unter einem T-sjirt vervorluken gesehen haben, also einen halben Metallring wohl, beim Überholen, also im Rücksüiegel oder so.
      Ist ein wenig schwammig…

  9. Wenn diese Tat geplant gewesen wäre und man die Waffen und Handschellen rauben wollte, dann hätte man bestimmt auch eine Tasche oder Rucksack mitgebracht anstatt die Handschelle einfach so halb in die Hose zu stecken und halb heraushängen zu lassen.
    Im Fall Heilbronn sah kein einziger Zeuge irgendeinen Rucksack oder Tasche an den Verdächtigen.

  10. TEIL 1

    Ich versuche mich mal an einer Übersicht der Personen, die mit Oberweißbach in Verbindung stehen. Ich selbst hatte den Faden bei drei Nachnamen für zwei Anja-Freundinnen von Michele Kiesewetter verloren.
    Ich poste die Übersicht als Dreifachbeitrag, damit es eine bleibt falls jemand das kommentieren will…

    -ausgehend von KIESEWETTER-

    Michéle Kiesewetter (Polizistin) :
    Beteiligt sich in Oberweißbach an den Vorbereitungen der Kirmis.
    -2003 fahren Kiesewetter, ihr Freund, ihr Patenonkel und dessen damalige Freundin Anja Te(später Anja Wi) zusammen in den Urlaub.
    -2003 tritt Kiesewetter den Dienst in der BFE523 in Böblingen an.
    -2006 ist Kiesewetter 12 mal bei rechten Demonstrationen und sonstigen Veranstaltungen im Einsatz[1].
    -2006 war Kiesewetter laut Anja Wi/Te in eine Auseinandersetzung am Ortseingang von Oberweißbach verwickelt (2-3 Autos), das habe Kiesewetter ziemlich verstört[2].
    -2007 wird sie in Heilbronn erschossen, ihr Kollege Martin A wird lebensgefährlich verletzt. Zu dem Anschlag bekennt sich gut vier Jahre später der NSU in dem Paulchen-Video.

    Mike We (Polizist) :
    Der Patenonkel von Kiesewetter. War zeitweilig beim Staatsschutz, sein Vorgesetzter ist Michael Menzel, der 2011 für das Wohnmobil in Eisenach zuständig ist, in dem die Leichen der Uwes gefunden werden.
    Beruflich hatte Mike We mit Tino Brandt und Andreas R zu tun[4]. Tino Brandt war Chef des THS, dem das Trio angehörte. Andreas R holte im Auftrag Wohllebens das Fluchtauto des Trios ab, auf der Fahrt nach Chemnitz gab es eine Panne. Brandt und Andreas R wurden vom VS als V-Personen Otto und Alex geführt.
    Laut Anja Wi/Te nahm Mike We Untersuchungsakten vor Razzien mit nach Hause[2].
    -2007, gut eine Woche nach der Ermordung von Kiesewetter, sagt Mike We es könne einen Zusammenhang mit der Ceska-Mordserie bestehen. Mike We will das von einem Kollegen haben, was dieser aber bezweifelt[4].
    -2010 oder 2011 übergibt Mike W das Handy von Kiesewetter den Ermittlern. Mike We hat ein baugleiches Modell und hat vorher die Gehäuse vertauscht[4].

    Tochter von Mike W :
    2003-2005 soll sie laut Anja Wi/Te zur rechten Szene gehört haben. Hatte möglicherweise eine Beziehung mit einem Blood&Honour-Mitglied[2].

    Anja Te/Wi (Polizistin):
    -2002 kam sie mit Kiesewetters Patenonkel Mike We zusammen, war mit ihr befreundet.
    -2002-2004 nutzt Kiesewetter den Rechner von Aja Te/Wi, schreibt darauf ihre Abschlussarbeit.
    -2007 kurz vor dem Mord trennt sie sich von Mike We, kommt noch in dem Jahr mit Ralf Wi, dem Betreiber einer Sicherheitsfirma, zusammen. Dieser hat mal in einem Prozess gegen Böhnhardt ausgesagt, ist selbst mit Ronny W verwandt, einem Nazi aus dem Umfeld des Trios[2]. In seiner Firma arbeitete ein Bekannter von Andre K und einem Cousin von Zschäpe[3].
    -2009 wird Anja Wi/Te vom Dienst suspendiert, wegen vermeintlicher illegaler Abfragen im Polizeicomputer (so stellt es Wi/Te dar).
    -2011 wird Mike We von Anja Wi in einer e-mail als Verräter bezeichnet.
    -2012(?) statten zwei Männer in Sakkos Anja Wi/Te nach ihren Angaben einen Besuch ab, zeigen (zu) kurz ihre Ausweise und raten zur Demenz[2].
    -2012 wird Anja Wi/Te laut eigenen Angaben bedroht, die Reifen aufgestochen, nachdem über ihre BKA-Vernehmung berichtet wurde[2].

    Ronny W (Verwandter von Ralf Wi) :
    -1995 nimmt W an dieser Kreuzverbrennung bei Jena teil[6], bei der auch Zschäpe, Wohlleben und Holger G anwesend sind.
    -1998 steht W auf der Garagenliste
    -2004 soll W auf dem 18-stündigen Viva-Überwachungsvideo zu sehen sein, das auch die NSU-Uwes am Tag des Anschlags in der Kölner Keupstrasse zeigt[5].
    -2011(oder später) unterhält sich Ronny W mit Wohlleben auf Facebook über das Trio[2].

    [1] http://www.nsu-watch.info/2014/01/protokoll-79-verhandlungstag-28-januar-2014/
    [2] https://haskala.de/2014/03/10/ticker-zum-nsu-untersuchungsausschuss-10-3-2014/
    [3] http://www.taz.de/!101623/
    [4] https://haskala.de/2014/03/06/ticker-zum-nsu-untersuchungsausschuss-6-3-2014/
    [5] http://www.neues-deutschland.de/artikel/825353.camouflage-nach-stuttgarter-art.html
    [6] http://www.sueddeutsche.de/politik/nsu-ausschuss-in-erfurt-raetselhafte-zeugin-rechte-verbindungen-1.1909115

  11. TEIL 2

    -ausgehend vom TRIO-

    Uwe Mundlos :
    -2005 : Journalisten berichten das fünf Zeugen unabhängig voneinander angeben Mundlos hätte sich in dem Jahr in Oberweißbach aufgehalten. Einer davon gehörte zu einer Gruppe Jugendlicher die Rechtsrock hörten und Sprengkörper im Wald gezündet haben. Mundlos soll Kontakt geknüpft und versucht haben deren Handynummern zu kriegen. Ermittler interessierten sich offensichtlich nicht dafür[7].

    Uwe Böhnhardt :
    Laut einer Freundin von Kiesewetter (Anja Kl) und deren Freund soll sich Böhnhardt in der Gaststätte ‚zur Bergbahn‘ in Oberweißbach aufgehalten haben[8].

    Schwager von Wohlleben :
    -2005-2006, von Jahresende zu Jahresende hat er die Gaststätte ‚zur Bergbahn‘ betrieben. Hatte mal ein Verhältnis mit Beate Zschäpe. Der Schwager erklärt den Ermittlern Böhnhardt sei von den Zeugen mit einem Brownie verwechselt worden. Und Brownie erklärt das der Schwager nichts mehr mit Zschäpe zu tun gehabt hat, was dann wohl Stand der Ermittlungen ist[8].

    Ralf Wohlleben :
    Will vier oder fünf mal in Oberweißbach gewesen sein[9].

    Patrick Wieschke :
    Nachdem das Trio abgetaucht war wurde Wieschke einer der Organisatoren eines Kameradschafts-Zusammenschlusses, dem sich ua der THS und die SSS anschlossen.
    -2006 organisiert Wieschke eine NPD-Veranstaltung im Gasthof ‚zur Bergbahn'[10].
    -2011 schlägt in Eisenach, wo die beiden Uwes umkamen, in der Nähe von Wieschkes Wohnung ein Spürhund auf Zschäpe an[11].
    -2012 will Petra S alias V-Frau Krokus nach eigenen Angaben von mehreren Personen, darunter Wieschke, auf einem Schiessstand eingeschüchtert worden sein[12]. Petra S stetzt sich daraufhin mit ihrem Lebensgefährten nach Irland ab. Sie hatte berichtet das Nazis versucht haben sollen sich über den Gesundheitstzstand von Kiesewetters niedergeschossenen Kollegen Martin A zu informieren (Auf der Garagenliste von Mundlos ist eine dazu passende Krankenschwester zu finden).

    Frank Rennicke :
    -2005, bis Ende diesen Jahres wohnt der rechte Barde im Landkreis Böblingen.
    -2006 tritt er bei der besagten Veranstaltung im Gasthof ‚zur Bergbahn‘ in Oberweißbach auf[10].

    [7] http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&ved=0CFcQFjAI&url=http%3A%2F%2Fwww.mdr.de%2Fexakt%2Fpolizistenmord126-download.pdf&ei=Y-LrUo-3I8bUswbWjoHQDg&usg=AFQjCNFsBrmYoqjV6ehBOwxxVjsMr_Hj4g&bvm=bv.60444564,d.Yms
    [8] http://www.nsu-watch.info/2014/01/protokoll-77-verhandlungstag-22-januar-2014/
    [9] http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-terror/nazi-terror-ex-npd-funktionaer-wegen-terrorverdachts-festgenommen_aid_688828.html
    [10] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.raetselraten-geht-weiter-neue-theorie-um-thueringer-polizistin.8ad6cf52-537f-4f5b-b7f7-34e1c4670fcf.html
    [11] http://www.swr.de/blog/terrorismus/2011/12/18/zschape-ermittler-auf-den-hund-gekommen/
    [12] http://www.freitag.de/autoren/gsfrb/informantin-krokus-wann-platzt-die-bombe

  12. TEIL 3

    -dies & das-

    BFE523 : Die Einheit zu der Kiesewetter gehört, sitzt in Böblingen westlich von Stuttgart.
    -2001-2002 sind zwei der Beamten Mitglieder der EWK KKK von Achim S[13], die Klanstreffen finden bei Schwäbisch Hall statt (dort ist auch Thomas R alias Corelli Mitglied, er steht auf der Garagenliste von Mundlos).
    -2006 sind einige alkoholisierte Beamten ausserdienstlich an einer tätlichen Auseinandersetzung mit zT Migranten beteiligt[13].
    -2006 lädt Kiesewetter ein dutzend ihrer Kollegen, darunter den Eiheitsführer, zur Kirmes nach Oberweißbach ein[14].
    -2007 Kiesewetters Vorgesetzter, der eines der beiden ehemaligen EWK KKK-Mitglieder ist, ist während des Mordes in Heilbronn beim nahen Bahnhof im Einsatz, er hatte wahrscheinlich die Möglichkeit Anweisungen zu geben[15].
    -2007 besetzt die Polizeidirektion Böblingen nach dem Anschlag in Heilbronn bei Vehrkehrskontrollen zehn Posten. Die Datensätze dazu verschwinden komplett[16].

    KKK :
    -1991 verschwindet ein Klan aus Rheinland-Pfalz. Zu den Mitgliedern zählten US-Soldaten, der Anführer kehrte in die USA zurück[13].
    -In dem Jahr lädt Carsten Szczepanski (Piatto), ein Kader der Nationalistischen Front(NF), einen Klan-Anführer aus den USA ein. Mehrere Klangruppen treten in dem Jahr und dem darauf in Erscheinung. Auch in der Nähe des Hauptquartieres der NF, wo zu der Zeit Thomas R gewohnt haben soll, der dann als Corelli bekannt wurde[17].
    -1992 treten die ‚International Knights (of the KKK)‘ im Raum Stuttgart-Heilbronn in Erscheinung[18].
    -1998 tritt Achim S den ‚International (White) Knights‘ bei. In dem Jahr taucht die Bezeichnung EWK KKK (European White Knights) kurzzeitig im Internet auf[13]. Im nächsten Jahr tritt Corelli den ‚International (White) Knights‘ bei.
    -2000 gründet Achim S die EWK KKK bei Schwäbisch Hall. Laut Achim S war mit einem der Polizisten eine Bürgerwehr geplant, die Dealer überwachen und mit der Polizei zusammenarbeiten sollte. Die Mitglieder der Klan-Gruppe kommen aus verschiedenen Bundesländern, eines kommt aus Eisenach.
    -2002 begeht ein VS-Mitarbeiter Geheimnisverrat und warnt Achim S in einem Combat-18-Forum vor Überwachung. Die anderen Mitglieder, abgesehen von den beiden BFE523-Polizisten, werden mit der Ansprechaktion Limerick gewarnt. In Folge dessen erklärt der VS die EWK KKK für aufgelöst.
    -2007, bis zu diesem Jahr soll die Existenz der ‚International Knights‘ belegt sein[18].

    Böblingen :
    -In der Gaststätte ‚zum Kachelofen‘ sollen sich laut einem Journalisten KKK-Mitglieder getroffen haben[19][20].
    -In den Böblinger Panzer Barracks sind Marines stationiert.
    -In einem Hotel haben US-Geheimdienste auf einer Jobmesse Mitarbeiter angeworben.
    -Zwischen Böblingen und Stuttgart sind die Eucom, die Africom und der NSA angesiedelt. Von hier aus koordinierten die USA Einsätze in Jugoslawien, und nun sind es die Drohneneinsätze in Afrika[21].

    [13] http://presse.polizei-bwl.de/Lists/Pressearchiv/Attachments/39136/Bericht_KKK_Ver%C3%B6ffentlichung.pdf
    [14] http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nsu-prozess-neue-fragen-im-fall-kiesewetter.0968eb7e-b1a8-459c-a1f9-304a146ddc33.html
    [15] http://www.nsu-watch.info/2014/01/protokoll-76-verhandlungstag-21-januar-2014/
    [16] http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-terror/report-im-pappkarton-begraben_aid_755331.html
    [17]“Blut und Ehre“, Beitrag von Andreas Förster
    [18] http://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/BERICHT_zu_Bez%C3%BCgen_des_NSU_nach_BW.pdf
    [19]http://m.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rechtsextremisten-im-kreis-boeblingen-ein-rechtes-milieu-in-lauerstellung.a091f437-0a5c-4d69-9a9e-ce4c474c3bf0.html
    [20] http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.weitere-rechts-kontakte-fuehrt-ku-klux-klan-spur-zum-mordfall-kiesewetter.9f54c8e8-d0e3-4da1-9525-9425fb4e58d5.html
    [21] http://www.geheimerkrieg.de/#entry-5-7879-das-projekt

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