Mit Minus-Zinsen aus der Verschuldungskrise

Die kapitalistische Propaganda verbreitet, dass die steigende Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen auf Dummheit, Faulheit oder „Geldschöpfung aus dem Nichts“ zurück gehen würde.

Es wird vorgeschlagen, dass höhere Zinsen, eine Gold-Deckung des Geldes oder verstärktes Sparen das Verschuldungs-Problem lösen könnte.

Das Resultat dieser Maßnahmen wäre keine fallende Verschuldung, sondern eine deflatorische Weltwirtschaftskrise, wie man am Beispiel 1929 sieht.

Die europäische Zentralbank ließ sich darauf nicht ein. Doch bewahrte sie Geschäftsbanken vor dem Bankrott. Ein Ausweg aus der Verschuldungskrise ist das auch nicht. Der Präsident der europäischen Zentralbank Mario Draghi antwortete auf die Frage …

„Könnten negative Einlagenzinsen ein Instrument sein, das hier Abhilfe bringt?

… folgendermassen:

„Über einzelne Instrumente will ich nicht spekulieren. Jedes Instrument kann zum Einsatz kommen, wenn es die Situation verlangt, auch das von Ihnen erwähnte.“ (NZZ)

Mit Minus-Zinsen auf Bargeld und Einlagen wäre das Verschuldungs-Problem lösbarer. Genauso wie Geldvermögen jahrzehntelang durch den positiven Zinses-Zins stark stiegen, könnten sie jetzt durch Minus-Zinsen wieder schrumpfen und damit auch die Verschuldung. Das Geldvermögen des einen, ist die Schuld des anderen.

Gerade jetzt sieht man, dass sich der deutsche Bundesstaat an geringen Zinsen auf seine Staatsanleihen erfreut. Im Gegensatz zum Rest Europas, wo Staaten unter hohen Zinsen leiden und von der Zentralbank gestützt werden müssen.

Doch Zinsen könnten gesenkt werden und sogar in den Minusbereich absinken – ganz einfach durch eine Umlaufsicherung auf Bargeld und Sichtguthaben. Damit wäre die Macht des Geldes gebrochen! Statt Bargeld zurückzuhalten wäre der Geldbesitzer motiviert, es weiter zu verleihen oder auszugeben.

Mit Minus-Zinsen könnte die Verschuldung leicht gesenkt, aber auch der Volkswirtschaft geholfen werden.

„Die Staatshaushalte der USA, Grossbritanniens und der Euro-Zone sind durch die niedrigen Zinsen und die Wertpapierkaufprogramme der Zentralbanken zwischen 2007 und 2012 um gesamthaft 1,6 Bio. $ entlastet worden.“ 

„Niedrige Zinsen wirken sich hier positiv aus, versetzen sie doch Firmen in die Lage, ihre Zinskosten zu reduzieren und neue, niedriger verzinste Schulden aufzunehmen.“ (nzz)

Diese Maßnahme träfe jedoch auf erbitterten Widerstand der Bevölkerung. Verständlicherweise durch die Super-Reichen, die ihr Geld weiter für sich arbeiten lassen wollen.

Aufgewiegelt durch die Medien würden sich jedoch auch viele weniger reiche Menschen empören: Nicht der Nutzen geringerer Verschuldung, einer sich erholenden Volkswirtschaft würde gesehen werden, sondern sinkende Geldvermögen auf den Bankkonten. Das wäre „ungerecht“.

Offenbar bestünde ein Recht auf Hortung und Zins-Erpressung, obwohl Bargeld ein unverzichtbarer Bestand der Volkwirtschaft ist, gebraucht als Zahlungsmittel. Daran sieht man, wie sehr der Kapitalismus der Geisteshaltung der Mehrzahl der Menschen entspricht. Wir sind ein Volk von Zins-Wucherern geworden. Nicht der Mensch schafft sein Lebenswerk, sondern das Geld – dessen Bestandshöhe, zusammengehortet, eifrig verteidigt und sich stetig vermehrend. Dieser Tanz um das „goldene Kalb“ ist für die meisten Menschen entscheidend, ob ihr Lebenswerk erstrebenswert oder nicht ist.

Der momenten Verschuldungskrise liegt also eine geistige Krise zugrunde.

14 Gedanken zu „Mit Minus-Zinsen aus der Verschuldungskrise“

  1. Auch wenn ich mich selbst als einen Befürworter der Freigeldtheorie sehe, so denke ich nicht, dass wir durch bloße Negativzinsen durch die EZB aus der Problematik kommen.
    1. Ist nicht gesichert, dass Negativzinsen der EZB dazu führen, dass Banken die Kreditfreigabe lockern
    2. Sollten es tatsächlich zu einem Absinken des Kapitalzinses kommen, stellt sich die Frage ob die Geldmenge nicht massiv in die Realwirtschaft drängt und so eine extrem hohe Inflation auslöst.

    Ich denke, dass Negativzinsen eine Lösung sein können, nur habe ich meine Zweifel daran, dass es mit dem Euro klappen kann, denn wenn riesige Mengen an Geld den Markt überschwemmen kann das langfristig für Freigeld mehr Schaden anrichten.

    1. 1. Warum? Das Kreditrisiko fällt doch, wenn der Rückzahlungsbetrag durch Minus-Zinsen verringert wird.
      2. Die Geldmenge M0 stieg nicht, nur die Guthaben. Tatsächlich haben wir mit den Sichtguthaben ein Inflations-Potential, aber nur theoretisch. Es kann nicht zu Inflation führen, da die Sichtguthaben nicht identisch mit Bargeld sind. Die G-Banken könnten weder die Sichtguthaben „überweisen“ oder bar auszahlen.

  2. Glauben Sie denn tatsächlich, daß ein künstlicher, oder sollte ich sagen: manipulierter(?), Zinssatz die Verschuldungsprobleme löst und es gleichzeitig nicht zu Fehlkallokationen von Geld in der Realwirtschaft führt? Es ist nichts weiter als eine Enteignung durch die Hintertür, wenn der Zins sich nicht am Markt entwickelt sondern massiv nach unten geprügelt wird. Bezahlen müssen das nämlich nicht die Superreichen, die ihr Geld dort anlegen können wo noch bessere Renditen zu erwarten sind oder die gleich in großem Stil zum Kauf von Sachwerten schreiten, sondern die Kleinsparer, denen man glauben machte, sie müssten sich mit Riester-, Rüruprente oder Lebensversicherung eine kapitalgedeckte Altersvorsorge schaffen.
    Während die Verantwortlichen mit diesen Maßnahmen lediglich Zeit erkaufen können, um ein bereits bankrottes System vor dem endgültigen Kollaps zu bewahren, erodiert die Fähigkeit weiter Teile der Bevölkerung, die kommenden Verwerfungen zu überstehen.

    1. Tatsächlich sind heute Zinsen manipuliert – durch das Vorrecht der Geld-Besitzer Bargeld zurückzuhalten. Die daraus resultierende Fehlentwicklung zeigen die Berechnungen / Grafiken von Helmut Creutz.
      Unten ist zu entnehmen, dass die Zinszahlungen sich wesentlich stärker entwickelten als die Wirtschaftsleistung. Das heißt, dass Geld-Besitzer mit Geld mehr Wachstum erzielen, als Unternehmen mit Arbeit.
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      1. Die überproportionlae Kreditausweitung ist ein äußerst problematischer Teil unseres Wirtschaftssystems, der uns zu einem großen Teil in die Sackgasse geführt hat, in der wir jetzt stecken. Das der Kreditzins durch das Zurückhalten von Bargeld wesentlich beeinflusst wird, erschliesst sich mir nicht, da Bargeld derzeit keine nennenswerte Aufbewahrungs oder Investitionsfunktion hat, sondern mehr dem Erwerb bzw. Austausch täglich benötigter Güter dient. Die Bargeldmenge ist im Gesamtkreislauf deshalb eher vernachlässigbar. Es ist doch mehr die quasi exponentielle Vermehrung von u.a. Giralgeld, das, zur Kreditvergabe genutzt, das Kreditvolumen massiv erhöht hat und in Folge über den Zins und Zinseszinseffekt zu erheblichen Abflüssen von Mitteln aus der Realwirtschaft in die Finanzwirtschaft führt. Der kreditfinanzierte Anteil von Realgütern ist heute so hoch wie nie zuvor, weshalb jeder Verbraucher über die von ihm nachgefragten Produkte einen erheblichen Schuldendienst zu erbringen gezwungen ist.

        Der Erkenntnis, daß Zinszahlungen sich wesentlich stärker entwickeln als die Wirtschaftsleistung und das Geld-Besitzer mit Geld mehr Wachstum zu erzeugen imstande sind, als Unternehmen durch Arbeit stimme ich uneingeschränkt zu. Verstärkt wird dieser Prozeß übrigens von der politisch gewollten steuerlichen Bevorzugung von Kapitalerträgen. Dies sei nur mal am Rande erwähnt.

  3. Prinzipiell sehe ich das Problem, der „Geldhortung“ großer Vermögen, auch wenn es in meinen Augen nicht das einzige Problem ist und eine Änderung an dieser „Stellschraube“ damit auch nicht die alleinige Lösung wäre.
    Mir geht es aber hauptsächlich um etwas anderes:
    Es geht um einen „Wettstreit der guten Ideen“. Ich möchte jetzt also keinen Verfechter umlaufgesicherten Geldes als jemanden darstellt, der nicht nachdenkt. Das liegt mir fern. Ich möchte, aufbauend auf dem Artikel oben einige Probleme benennen und darüber möglichst ein Nachdenken bei allen erzeugen, die es lesen.
    Wenn jemand einen Fehler in meinen Ideen entdeckt, wunderbar, dann heraus damit. Nur so kommt man in einer Diskussion weiter.

    Was viele Verfechter eines umlaufgesicherten Geldes vergessen, ist, dass es nicht nur „große Vermögen“ gibt. Auch die vielen „kleinen Leute“ haben mehr oder weniger Sparvermögen auf der „hohen Kante“. Und auch dieses Geld würde durch einen „Umlaufimpuls“ entwertet.
    Andereseits möchte (fast) jeder eine gewisse Rücklage für Notfälle haben, sei es eine teure Zahnbehandlung, ein Schaden am Haus, am Auto, eine Neuanschffung,… die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
    Was passiert denn mit solchen „kleinen“ Vermögen?
    Vermögen für die Altersvorsorge wären das nächste Problem. Allerdings müssen derartige Vermögen nicht jederzeit hochgeradig liquide sein, im Gegensatz zu Geld für die o.g. Zwecke, das innerhalb weniger Tage bis maximal Wochen verfügbar sein muss (falls ein Notfall eintritt). Daher ist das Problem bei der Altersvorsorge nicht ganz so drängend. Man könnte auf andere „Sparformen“ ausweichen. Gleichwohl gilt es auch darüber nach zu denken.
    Es gibt eine Lösungsmöglichkeit, die aber auch ihre Tücken hat:
    Man könnte pro Person eine bestimmte Summe vom Umlaufimpuls ausnehmen. Diese könnte dann gespart werden.
    Problem hierbei: Ich sehe es absolut nicht ein, mir von einer staatlichen (oder sonstwie legitimierten) Stelle vorschreiben zu lassen, wie viel ich sparen darf. Was ist denn genug? 10000 Euro? Vielleicht bin ich ein sicherheitsbedachter Mensch und fühle mich eher mit 20000 oder 25000 besser. Für eine Altersvorsorge müsste es natürlich mehr sein… Nicht ganz einfach zu lösen…
    Selbst wenn man das macht, wäre aber noch zu bedenken, dass dies einen erheblichen bürokratischen Aufwand erfordern würde…von den Daten, die anfallen und eine Überwachung der Personen erfordern, die an die festgelegte finanzielle Grenze stoßen, ganz zu schweigen. Und bei den von mir genannten Summen stößt man sehr schnell an diese Grenze. Wollen wir das wirklich? Mag sein, dass es Menschen gibt, die damit kein Problem hätten. Ich hingegen wollte das auf keinen Fall.

    Ich hätte einen Lösungsvorschllag, den ich mir zwar nicht selbst ausgedacht habe (die Idee ist auch nicht neu), den ich aber immer wieder mit eigenen Gedanken ergänze:

    Zum einen: Parallelwährungen. Warum nicht einerseits eine umlaufgesicherte, ich will sie mal „Wirtschaftswährung“ nennen, mit der im Alltag gezahlt wird und andererseits eine Parallelwährung, die keinen Umlaufimpuls besitzt und in der gespart werden kann, die aber zu festgelegten Regeln jederzeit in die umlaufgesicherte „Wirtschaftswährung“ getauscht werden kann.
    Helmuth Reinhardt (der auch bei „cashkurs“ schreibt), erweitert diese Idee noch um eine dritte Währung, die im internationalen Zahlungsverkehr eingesetzt wird. Außerdem hat seine Idee noch einige andere, sehr interssante Details Bei Interesse einfach mal dort nachlesen. Darum soll es mir aber jetzt nicht gehen, sondern wenn, dann muss die Idee der „Wirtschaftswährung“ (mit Umlaufimpuls) in Kombination mit einer Sparwährung (wertstabil) meiner Meinung nach noch um ein Element ergänzt werden:

    Obergrenzen für Vermögen und Grundbesitz: Jetzt könnte man denken: „Ok, jetzt kommt er ja doch mit einer Obergrenze um die Ecke“. Stimmt zwar, aber eine anders geartete als die o.g. für Kleinbeträge, die eine Gängelung der Bürger darstellen würde.

    Eine Vermögensobergrenze sollte pro natürlicher Person (Privatpersonen) aber auch pro juristischer Person (sprich Unternehmen, Stiftungen, etc.) gelten.
    Bei Privatpersonen muss die Grenze so hoch liegen, dass bei ihrem Erreichen jeder für den Rest seines Lebens von diesem Vermögen leben kann, gut situiert leben kann(!) ohne nochmals arbeiten zu müssen. Sollte ich eine Grenze in heutiger Währung nennen, würde sie zwischen 5 und 10 Millionen Euro liegen. Eine Fixierung an einer heutigen Währung hielte ich aber für falsch, besser wäre eine Orientierung an einem Sachwertkorb. Über die Zusammensetzung dieses Sachwertkorbes, über die Höhe der Grenze, könnte (und sollte) man diskutieren und demokratisch entscheiden. Allerdings, sie muss dann auch gelten (darf nicht nachträglich nach politischem Gutdünken angepasst werden)
    Für Unternehmen gilt ebenfalls eine Grenze, die sich natürlich an der Branche orientieren muss, in dem das Unternehmen tätig ist.
    Probleme wie heute die massive Einflussnahme von Riesenvermögen auf die Politik wären passe. Und auch der Geldhortung von Riesenvermögen wäre ein Riegel vorgeschoben.
    Die Überwachungsproblematik hält sich, ebenso wie der bürokratische Aufwand in engen Grenzen, da nur relativ wenige Menschen eine Grenze in dieser Höhe im Laufe ihres Lebens erreichen. Wichtig ist jedoch: Jeder kann sie erreichen! (Ansporn und Chancengleichheit!)

    Wer überzähliges Vermögen erwirtschaftet (Privatperson oder Unternehmen) zahlt dieses in Fonds ein, z.B. für soziale Projekte aber auch (wichtig!) für Forschungsprojekte, deren Ergebnissen dann wieder allen (z.b. Unternehmen) zur Verfügung stehen.

    Obergrenzen für Grund und Boden: Ebenso wichtig! Niemand könnte mehr wie heute in den Entwicklungsländern „land- grabbing“ betreiben, auch keine großen Unternehmen oder fremde Staaten. Wobei durchaus darauf zu achten wäre, wo man sich mit seinem Stück Land befindet. In großen Metropolen könnten die Grenzen relativ niedrig liegen, in Nordkanada oder Südpatagonien wären sicher auch etliche Hektar pro Person kein Problem.

    Für wichtig halte ich allerdings noch: Ein Grundstück (unterhalb der Obergrenze), das gekauft wurde, gehört einem dann auch selbst. Das heißt: Keine Grundsteuer auf Grundstücke, die nicht bebaut sind! Stellt die Allgemeinheit eine Infrastruktur zur Verfügung (Strom, Wasser, Müllabfuhr, etc.) kann das wieder anders aussehen, aber laufende(!) Steuern auf Grund und Boden ohne irgendetwas darauf, sind m.E. ein Unding. Dann sollte lieber mit dem Kauf eine höhere Gebühr (von mir aus: Erwerbssteuer) fällig werden.

    Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt, aber ich denke wie gesagt, dass so etwas als Diskussionsgrundlage(!) wichtig ist

  4. Hallo Thorsten,
    ich finde deine Idee sehr gut. Ich bin Mitglied der Piratenpartei und habe mir erlaubt gestern in der AG bedingungsloses Grundeinkommen dein Konzept kurz anzusprechen.
    Dort wurde u.a über einen Freicoin gesprochen und dass dazu eine größere Gesprächsrunde stattfinden soll. Kommst Du eventuell auch? Parteimitglied muss man dazu nicht sein. In den Sprachchat kommt jeder. Das nötige Programm dafür heißt Mumble. Es steht zum kostenlosen Download bereit auf der Homepage der Piratenpartei (.de). Einfach klicken auf mitmachen, Arbeitsweisen und Tools, Mumble. Ich bin dort häufig zu finden. Mein Nikname ist Andre (olle icke).

    1. Hört sich interessant an. Ich denke darüber nach.
      Ich bin allerdings schon auf einigen Plattformen und Foren aktiv (in keiner Partei!) und will mich auch zeitlich nicht verzetteln.
      Und wichtig ist: Es ist nicht „mein Konzept“, sondern es sind Ideen, die von vielen Leuten stammen, teilweise schon sehr alt sind, und von mir lediglich in einer bestimmten, in meinen Augen sinnvollen, Kombination zusammengestellt und mit eigenen Überlegungen ergänzt wurden (z.B. die Sache mit dem tatsächlichen(!) Eigentum an einem entsprechenden Stück Land unterhalb bestimmter Obergrenzen).

      Eine der Ideen, die sicher nicht(!) von mir stammen, ist das im ursprünglichen Artikel angesprochene „Geld mit Umlaufimpuls“.
      Wenn Du (oder sonst irgendjemand) diese Ideen in einen Diskussions – oder gar politischen Prozess einbringen will, umso besser.

  5. Hallo Thorsten,
    was das Sparen betrifft, meint Silvio Gesell (sinngemäß):
    Angenommen man leiht jemandem einen Sack Kartoffeln für beispielsweise vier Monate, so gibt einem der Schuldner nach der Zeit natürlich nicht die verfaulten und verschimmelten Kartoffeln zurück, sondern frische. Dasselbe gilt für das Freigeld: Wenn ich jemandem z.B. 1000€ umlaufgesichertes Geld leihe, so erhalte ich später wieder 1000€ zurück und die Umlaufgebühr hat derweil der Schuldner gezahlt. Das ist übrigens auch die Antwort auf die Frage, weshalb in der Freiwirtschaft jemand motiviert sein sollte, einen Kredit zu geben – er erspart sich so die Umlaufgebühr. Jedenfalls kann besagter Schuldner auch eine Sparkasse sein (d.h. ich bringe 1000€ auf die Sparkasse und erhalte später 1000€ zurück). In der Freiwirtschaft ist Sparen also auch mit nur einer Währung möglich.

  6. Minus-Zinsen auf Einlagen also das Allheilmittel?

    Dumm nur, daß jeder Anleger, der noch einigermaßen seine Sinne beisammen hat, dann unverzüglich sein Geld von der Bank abheben würde – aber so weit denken Linke offenbar nicht.

  7. „Mit Minus-Zinsen auf Bargeld und Einlagen wäre das Verschuldungs-Problem lösbarer. “
    In der REALITÄT ankommen bitte.
    Minuszinsen auf Bargeld sind ein völlig falscher Ansatz, eine Reform des Geldsystems an Haupt und Gliedern ist notwendig, keine Minuszinsen oder Steuer(=Umlaufgebühr) auf Bargeld oder gar die Abschafung von Bargeld!

    Warum? Bitte mal lesen!
    http://www.krisennews.com/2015/04/25/abschaffung-von-bargeld-nur-noch-funf-euro-scheine-fur-die-kunden/
    “ Die Diskussion um die Abschaffung von Bargeld gewinnt an Fahrt. Die Finanzbranche sondiert Wege, um den Bank-Kunden den Fluchtweg gegen Strafzinsen für Sparguthaben abzuschneiden. Der neueste Vorschlag: Es sollen künftig nur noch 5-Dollar (Euro)-Scheine ausgegeben werden, um den Zahlungsverkehr bei kleinen Einkäufen zu erleichtern.

    Weil mit Bargeld die Negativ-Zinsen umgangen werden können, mehren sich die Stimmen für die Abschaffung von Cash. Bei Straf-Zinsen sei es nur logisch, dass Bank-Kunden ihre Einlagen abziehen. Dies müsse mit dem Verbot verhindert werden.

    Der jüngste Vorschlag kommt von Willem Buiter, dem Chefökonom der Citigroup. Denn er ist der Auffassung, dass in schwachen Konjunkturphasen die Notenbanken die Zinsen immer weiter senken würden, berichtet Bloomberg. Unter die Null-Grenze könnten die Zinsen hingegen kaum gedrückt werden, da die Anleger in Bargeld ausweichen würden. Bargeld bietet den Anlegern den letzten möglichen Weg, um Negativ-Zinsen zu umgehen,. ohne in hochriskante Investments gezwungen zu werden. Dies könnte mit dem Verbot verhindert werden.

    Buiter sieht drei Möglichkeiten: Bargeld könnte grundsätzlich verboten werden, der Staat könnte Steuern auf Bargeld erheben, der fixe Wechselkurs zwischen Zentralbanken und Währungen könnte aufgehoben werden.“

    Es ist also völlig falsch, beim heutigen Stand der Geldwirtschaft die Forderung
    „Mit Minus-Zinsen auf Bargeld und Einlagen wäre das Verschuldungs-Problem lösbarer. “
    Damit läuft man den Bankstern (=grosse Finanzbanken, global playern die in den „wall street bzw. city of London Casinos zocken“, nicht die Sparkasse oder Raiffeisenbank um die Ecke!) voll ins Messer.
    Die Forderung muss z.B. lauten: Bruch des Geldschöpfungsmonopols (ob nun aus dem Nichts oder nicht) der Banken. Trennung der (echten) Dienstleistungsbanken von Finanzbanken (=Bankster).
    Grosskreditvergabe (an Staat und Wirtschaft) durch die Zentralbanken zu günstigen Konditionen.
    Es ist völlig unnötig dass sich Bankster auf diesem Wege bereichern.

  8. Die Minuszinsen gehen am Problem vorbei.

    Das Problem ist die Geldschöpfung durch Banken und die weitere Geldvermehrung durch Wetten mit Derivate.
    Damit hat das Geld seine Austauschfunktion im Warenverkehr verlassen und wird zur unkontrollierbaren Waffe, fremdes Vermögen mit „Nichts“ zu entern.

    Laut BIZ haben die umlaufenden Derivate einen Wert von 1000 Billionen Dollar. Völlig Gaga, denn die notwendige Wertschöpfung, die das decken müsste, gibt es in der Größe gar nicht. Das weltweite jährliche Bruttosozialprodukt liegt bei ca. 80 Billionen Dollar.

    Und die Differenz will man jetzt über Minuszinsen abbauen?
    Quatsch, man will weiter fremdes Vermögen vernichten.

    Der Weg aus der Finanzblase besteht darin, dem Investmentbanking die Luft raus zu lassen und den Banken die Geldschöpfung zu verbieten.
    Deutschland beispielsweise zahlt 30 Milliarden jährlich an Zinsen für geborgtes Geld. Niemals muss sich Deutschland Geld borgen. Dem Staat gehört seine Währung. Er kann davon soviel in Umlauf bringen wie er will, mit entsprechenden Folgen, aber er muss es sich nicht von Banken leihen, die diese Geld aus dem Nichts schaffen und mit Nichts Geld verdienen.

    Deutschland kann seine Kredite bei seiner Bundesbank aufnehmen. Die Bucht das in die Bilanz und gut ist. Kein einziger Steuergroschen müsste als Zins an die Finanzoligarchen abgedrückt werden.

    So aber zahlen wir jährlich 30 Milliarden Euro aus unserer Wertschöpfung für Nichts. Mit 10 würden wir schon den gesamten Bedarf an Infrastrukturinvestitionen decken.

    1. Als Geld würde ich Derivate nicht bezeichnen. Es handelt sich bei Derivaten letztlich nur um Verträge mit Willenserklärungen sich dann so und so zu verhalten, was zu bezahlen oder zu liefern zu dem Zeitpunkt. Das abzuschließen ist keine „Geldvermehrung“. Mit diesen Verträgen wird spekuliert, sie haben einen (zweifelhaften) Wert, der oft vom Tagesgeschehen abhängt. Ich sehe sie aber nicht so kritisch, weil damit auch Handelsgeschäfte abgesichert werde könnten.

      Mit einer Steuer auf Bargeld und sich daraus ergebenen Minus-Zinsen auf Sichtguthaben würde massiv Luft aus den spekulativen Derivatemärkten entweichen können. Die Bargeldmenge würde schrumpfen, genauso wie die Beträge auf Sichtguthaben. Mit sinkenden Zinsen würden auch die Gewinnmöglichkeiten von Finanz-Spekulanten sinken. Statt ihr Geld Finanzhaien zu geben, würden Anleger ihr Bargeld hoffentlich mittel- und langfristig bei Geschäftsbanken anlegen.

      1. Völlig falsch,
        bitte endlich beachten dass wir im Westen (aber auch im Osten) keine Freiwirtschaft haben, wo solche Vorschläge (in diesem Zusammenhang Ideen zu Gunsten der Banken) funktionieren könnten.

        Der Beitrag von roger zeigt das Problem absolut richtig auf!

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