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Analyse des schweizer „Spiez“-Instituts erhärtet Verdacht: Erst Skripals mit BZ betäubt, dann Proben А234 hinzugefügt?

Der russische Außenminister Lawrow machte gestern die Analyseergebnisse des schweizer „Spiez“-Instituts öffentlich. Das Institut untersuchte Proben, die von der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Tatort entnommen wurden. Es fand sich nicht nur das hochgiftige А234 in reinster Form, sondern auch ein Betäubungsmittel namens BZ, mit dem höchstwahrscheinlich in Wahrheit Vater und Tochter Skripal angegriffen wurden. Drei Ergebnisse fallen ins Auge. 

  1. Die Giftdosis hätte die Skripals töten müssen.

„Zugleich seien in den Proben auch Spuren des Nervengifts А234 (in Großbritannien als „Nowitschok“ bekannt — Red.) entdeckt worden, so Lawrow weiter. „Nach der Einschätzung der Spezialisten hätte die nachgewiesene hohe А234-Konzentration unvermeidlich den Tod verursacht.“ (sputnik)

2. Wie konnte die Konzentration und Reinheit des Giftes in den Proben so hoch sein? Das Gift verflüchtigt sich schnell und wurde am Tatort entnommen.

„Dass А234 trotz seiner hohen Flüchtigkeit in den Proben in primärem Zustand und dazu noch in einer derart hohen Konzentration entdeckt worden sein soll, „ist sehr verdächtig, weil zwischen der Vergiftung und der Probenentnahme ein gutes Stück Zeit gelegen hat“, führte der russische Außenminister aus.“

3. Zum anderen fanden die schweizer Experten ein zusätzliches Gift, welches jedoch nicht tödlich ist. Es heißt BZ und setzt Menschen mehrere Tage „außer Gefecht“.

„Ich zitiere jetzt wörtlich aus dem Gutachten, das dieses Labor an die OPCW geschickt hat: Im Zuge der Untersuchung sind in den Proben Spuren der toxischen Chemikalie BZ und deren Präkursore nachgewiesen worden, die zu den chemischen Waffen zweiter Kategorie gemäß der Chemiewaffenkonvention gehören“, las Lawrow vor.“

„Die psychotoxische Wirkung entfaltet sich innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach der Anwendung und hält zwei bis vier Tage an“, so der russische Außenminister.“

Aus den Untersuchungsergebnissen ergibt sich ein plausibles Szenarium: Die Skripals wurden erst mit „BZ“ angegriffen, so dass sie das Bewusstsein verloren und mehrere Tage im Krankenhaus verbringen mussten. Nachträglich wurde in die Proben das „А234“ eingefügt.

Warum informierte die OPCW in ihrer jüngsten Stellungsnahme  am 12.04. nicht die Öffentlichkeit, dass BZ in den Proben gefunden wurde? Dort steht lediglich, dass die großbritannischen Analysen richtig seien! Aufgrund dessen, berichtet heute die „tagesschau“, wirft Lawrow der Organisation Manipulation vor.

„Die Erkenntnisse des Schweizer Labors seien in dem Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) jedoch verschwiegen und somit manipuliert worden, sagte Lawrow.“ (tagesschau)

Interessanterweise textete der „Spiegel“ bereits am 12.04, „Moskau weist OPCW-Bericht zurück“! Im Artikel wird keine Quelle für diese Behauptung gegeben, dass „Moskau“ den Bericht zurückweist, und warum es das tun soll!

Warum könnte die OPCW die Information weggelassen haben? Das könnte ein Erklärung sein:

„Wie der frühere Leiter der OPCW dargestellt hat, ist die OPCW nicht unabhängig von Washington. Sie sollte es sein, ist es aber nicht. Der brasilianische Diplomat Jose Bustani berichtet, dass ihm John Bolton, der gefährliche neokonservative Kriegstreiber und gegenwärtiger Nationaler Sicherheitsberater von Trump, befohlen habe, von seinem Posten als Generaldirektor der OPCW zurückzutreten. Bustani wies Bolton darauf hin, dass er von den Mitgliedsstaaten der OPCW ernannt worden war und nicht von den USA und weigerte sich zurückzutreten. Hier ist Boltons Antwort: „Ok, mache Dich auf Vergeltungsmaßnahmen gefasst. Bereite Dich darauf vor, die Konsequenzen zu tragen. Wir wissen, wo deine Kinder sind.“ (rubikon)