NSU-Opfer Florian Heilig: Mord-Verdacht erhärtet sich

Der Artikel schreibt über den sich erhärteten Verdacht, dass der wichtige NSU-Zeuge Florian Heilig ermordet wurde. Die Polizei redet weiter von Selbstmord.

Der Vater des mutmaßlichen Mordopfers Florian Heilig berichtete der SÜDWEST PRESSE, dass sein Sohn immer wieder Drohanrufe aus der rechten Szene erhielt. Am Vorabend seines Todes wieder. „Er hat am Vorabend einen Anruf erhalten, der ihn sehr verstört hat.“ Wie war dies möglich, wenn er sich in einem „Ausstiegsprogramm für Rechtsextreme („Big Rex“)“ befand? Offensichtlich kann von einem Schutz nicht gesprochen werden, im Gegenteil. Der Vater berichtet: „Die Leute von Big Rex wollten nicht helfen, nur viele Infos aus ihm herauspressen.“ (swp)

Unklar ist weiter, warum Florian Heilig überhaupt in die Canstatter Festwiese einfahren und parken sollte. Er arbeitete in einer Eppinger Baufirma und war in der Nacht in einer anderen Stadt, am nächsten Morgen steht sein Wagen dann „in Cannstatt, einem „polizeibekannten Treffpunkt für Neonazis.“

„Am Sonntagabend vor seinem Tod sei er mit zwei Kollegen von Eppingen zur außerbetrieblichen Ausbildungsstätte nach Geradstetten bei Remshalden (Rems-Murr-Kreis) gefahren. Dort steht das Wohnheim des Ausbildungszentrums Bau. „Die kamen dort abends an“, sagt der Vater. „Dennoch stand Florians Auto am nächsten Morgen in Cannstatt, an einem polizeibekannten Treffpunkt für Neonazis, weit weg vom Wohnheim.“

Laut Polizeisprecher Thomas Ulmer hat eine Streife das Auto gegen 7 Uhr dort gesehen – zwei Stunden, bevor es brannte. Der Vater beklagt: „Wieso haben sie ihn nicht kontrolliert, obwohl das Auto aufgefallen war, falschherum im Parkverbot?“ (ebd)

Waren die Täter identisch?

Genauso wie beim unaufgeklärten Heilbronner Polizistenüberfall und Ermordung von Michele Kiesewetter geht auch in Florian Heiligs Auto der Zündschlüssel ab. Warum sollten Ermittler die Schlüssel einbehalten oder nahmen die Täter die Zündschlüssel vom Tatort mit?

„Der Zündschlüssel in Florians Auto fehlt, wie auch der im Streifenwagen der getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter.“

Dafür spricht auch, dass der schwer-verletzte Kollege Kiesewetters Herr Martin Arnold die Vorstellung quäle, „was wäre, wenn sein Attentäter noch frei herumlaufe?“ (bz)

Welche „Beziehungsprobleme“ meinte eigentlich die Polizei, als sie die Probleme als Grund für Florians angeblichen „Selbstmord“ anführte? Florians Vater dementiert, dass sein Sohn unglücklich verliebt gewesen wäre, „er sei vielmehr glücklich verliebt gewesen, das bestätige auch seine Freundin.“

Die Todesurkunde gibt einen Todeszeitraum „zwischen 20.30 und 9.17 Uhr“ an.

26 Gedanken zu „NSU-Opfer Florian Heilig: Mord-Verdacht erhärtet sich“

  1. „Unklar ist weiter, warum Florian Heilig überhaupt in die Heilbronner Theresienwiese einfahren und parken sollte.“
    Der war nicht in Heilbronn. Besser das mal bitte aus, es verwirrt.

    Wichtig ist aber das hier:

    „Laut Polizeisprecher Thomas Ulmer hat eine Streife das Auto gegen 7 Uhr dort gesehen – zwei Stunden, bevor es brannte. Der Vater beklagt: “Wieso haben sie ihn nicht kontrolliert, obwohl das Auto aufgefallen war, falschherum im Parkverbot?”

    „ihn Kontrollieren“ heisst, dass Florian H. im Auto sass. Betäubt oder schon tot, das ist die Frage.

  2. „Betäubt oder schon tot, das ist die Frage.“
    Laut Zeuge Andreas ist die Strasse einigermassen befahren, da wird wohl keine Leiche 2 Stunden im Auto sitzen ohne das jemand etwas bemerkt. Für einen Mörder würde es keinen Sinn machen solange mit der Zündung zu warten. Und so lange ist auch niemand bewustlos. Wenn die Angaben der Polizisten zutreffen sollte er da noch gelebt haben.
    Das Auto soll laut dem Vater im Parkverbot gestanden haben. Es wurde 2 Stunden lang nicht von der Polizei bemerkt. Heisst das nun das die da solange nicht langgefahren sind, oder wurde es später wieder an der gleichen Stelle geparkt ?

  3. Auszüge aus dem Interview mit den Eltern des verstorbenen Florian Heilig:

    Vater: Da jetzt das Autowrack in unserem Besitz ist, konnten wir es persönlich in Augenschein nehmen, und dabei sind uns einige Dinge aufgefallen, Florian soll den Innenraum mit Benzin aus einem Kanister getränkt, sich dann reingesetzt und mit einem Feuerzeug in Brand gesteckt haben. Aber wo ist der Kanister?
    Angeblich verschmort, aber es gibt keine Schmorreste.

    Die Polizei sagte zuerst, er habe ihn vor der Tat in einer nahegelegenen Tankstelle gekauft. Dazu gebe es ein Überwachungsvideo. Als wir das Video sehen wollten, wurde die Geschichte geändert. Der Kanisterkauf habe einige Stunden zuvor stattgefunden, hieß es plötzlich.
    Mutter: Bevor er losfuhr, bekam er einen Anruf, der ihn total verstört hat. Er sagte zu mir nur: „Ich komme aus dieser Scheiße nie wieder raus.“
    Vater: Er kam, kurz nachdem er losgefahren war, nochmal nach Hause zurück, um seine Sicherheitsschuhe zu holen, die er als Stahlbetonbauer brauchte. Offensichtlich ging er selbst felsenfest davon aus, dass er am nächsten Tag arbeiten würde.
    Vater: Entscheidend ist, dass Florian schon im Mai 2011 beim LKA aussagte und von einem Treffen in Öhringen berichtete, bei dem Mitglieder des NSU mit einer weiteren neonazistischen Zelle zusammengekommen ist, der sogenannten Neoschutzstaffel oder NSS.
    Mutter: Als unser Sohn nach dem offiziellen Selbstmord von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4.November 2011 aus den Medien erfuhr, sagte er mir: „Das war alles ganz anders. Die Presse lügt doch nur. Das wurde von höherer Stelle organisiert. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Beamte und hochgestellte Rechtsanwälte, ja sogar Politiker in diese Sache verwickelt sind.“
    Mutter: Einmal, als er noch in der rechtsradikalen Szene war, zeigte er mir eine Art Auftragszettel. Da standen links alle möglichen Einsätze drauf, die er machen musste – dem und dem Angst machen, den Soundso zusammenschlagen – und rechts standen die Summen, die er jeweils dafür bekommen würde.
    COMPACT 1/2014 S.21-23

    1. „Aber wo ist der Kanister? Angeblich verschmort, aber es gibt keine Schmorreste.“
      Wenn die Angabe zutrifft wäre das die dritte Fehlinformation der Polizei. Die anderen beiden waren Liebeskummer und jemand sollte gesehen haben wie H. in den Wagen stieg, letzteres haben sie nicht wiederholt.
      Zum Vergleich, Angaben des Polizei-Pressesprechers :
      „Im ausgebrannten Fahrzeug fanden die Ermittler einen geschmolzenen Plastikbehälter.“
      http://www.stimme.de/heilbronn/hn/Brandleiche-Staatsschutz-ermittelt;art31502,2896748
      ( 20/21 September ’13 )

    2. Zitat:
      Aber wo ist der Kanister?
      [/Zitat Ende]

      Vielleicht im Labor oder in der Asservatenkammer, schließlich ist sowas ein Beweisstück. Gleiches könnte für den Zündschlüssel gelten. Wer hat den zuletzt angefasst? Florian H. oder eine dritte Person? Also untersucht man den im Labor und deswegen ist der nicht mehr im Auto.

      1. „Vielleicht im Labor oder in der Asservatenkammer, schließlich ist sowas ein Beweisstück.“

        Kann sein. Scheint mir hier aber wenig wahrscheinlich.
        Wenn die Polizei was beschlagnahmt, wird ein Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände angefertigt. Und wenn die Polizei was zurückgibt, geht das nach der gleichen Systematik. Dann wird aufgeschrieben, was zurückgegeben wurde. Und es gibt ein Verzeichnis der Gegenstände, die (weil für die Ermittlungen erforderlich) noch einbehalten werden.
        Bis jetzt habe nicht erfahren, dass die Polizei was zum Verbleib von Zündschlüssel und Kanister gesagt hätte.

  4. Das ist jetzt alles keine Internet-Grübelei mehr. Wenn die Leute in diesem Land noch einen Funken Ehre im Leib haben, müssen sie öffentlich protestieren und auf die Straße gehen. Ich werde das bei der ersten sich bietenden Gelegenheit tun, es reicht nämlich jetzt. Morde staatlich zu decken und wie ein beim Schummeln erwischter Grundschüler zu lügen — da zieht es einem ja die Schuhe aus. Ärger als unter Bush.

  5. @E.Krüger:
    Zitat:
    Und so lange ist auch niemand bewustlos.
    [/Zitat Ende]

    Warum denn nicht?
    Schlaftabletten wirken durchaus auch länger als 2 Stunden und wenn man jemandem feste auf die Rübe haut und der ins Koma fällt, dann kann das auch wochenlang dauern bis der wieder zu sich kommt.

    Zitat:
    Wenn die Angaben der Polizisten zutreffen sollte er da noch gelebt haben.
    [/Zitat Ende]

    Gab es Rauch in der Lunge von Florian H.?
    Ja: er lebte noch
    Nein: er war vorher schon tot.
    Bei Uwe Mundlos haben wir das erfahren, bei Florian H. haben wir es nicht erfahren.

    1. Bei Uwe Mundlos sagt man uns das so… stimmen muss es noch lange nicht.
      Aber der Einwand ist berechtigt: Russ in der Lunge ist ein wichtiges Kriterium.

      Bei den Obduktionen von B&M wurde geschummelt, daran gibt es keinen Zweifel. Und zwar kräftig geschummelt.

  6. @Bolko :“ Warum denn nicht? “
    Wozu ? Warum sollte, vorausgesetzt es war Mord, der Täter so lange warten ?
    Es würde doch nur unnötig unsicher.
    Die Person die um 7 Uhr zu sehen war könnte theoretisch auch jemand anderes gewesen sein, aber vielleicht wird es dann mit der Zeit knapp. Dazu müsste man wissen on jemand mitbekommen hat wann H. das Wohnheim verliess.
    Zu dem Rauch : Vielleicht H. könnte auch durch die Verpuffung getötet worden sein, zumindest für bewustlos(keine Schreie) sollte sowas reichen können. Falls er vorher nicht die Luft angehalten hat müsste er Benzindämpfe eingeatmet haben. Laut Todesurkunde soll der Tod zwischen 20:30 und 9:17 eingetreten sein, werd einer schlau draus.

    @fatalist : Doch, ich zweifle daran. Wieso soll da geschummelt worden sein, in dem Gutachten das der Vater von Uwe Mundlos hat anfertigen lassen scheint ja auch nichts anderes drin zu stehen, oder ?

    1. @E.Krüger
      Zitat:
      Laut Todesurkunde soll der Tod zwischen 20:30 und 9:17 eingetreten sein, werd einer schlau draus.
      [/Zitat Ende]

      20:30 ist die Uhrzeit zu dem Florian H. zuletzt lebendig von einem Zeugen gesehen worden ist. Das war einer der Wohnheimmitbewohner.
      9:17 ist die Uhrzeit als die Leiche nach dem Löschen entdeckt worden ist.
      Seltsamerweise hat man den Todeszeitpunkt durch die Obduktionsergebnisse nicht weiter eingegrenzt bzw dieses Ergebnis nicht veröffentlicht.

      Zitat:
      Wieso soll da geschummelt worden sein, in dem Gutachten das der Vater von Uwe Mundlos hat anfertigen lassen scheint ja auch nichts anderes drin zu stehen, oder ?
      [/Zitat Ende]

      Die Polizei sagte aber Siegfried Mundlos, die beiden Uwes seien durch Pistolenschüsse gestorben. Durch die von ihm veranlasste Obduktion kam aber heraus, dass es sich um großkalibrige Gewehrprojektile handelte.

      1. Das wurde nirgendwo so verbreitet( ausser einmal anfangs Bild bezüglich Böhnhardt ). Könnte man damit erklären das sie den Vater erstmal erklären wollten das sein Sohn tot ist, bevor man auf enstellende Details eingeht. Was genau ist die Quelle, die Verhandlung wo der Vater befragt wurde ? Wie lange soll das ihm gegenüber aufrecht erhalten worden sein ?

  7. Udo Schulze legt nach:

    Doch jetzt kam heraus: Florian H. (21), Aussteiger aus der rechten Szene in Baden-Württemberg und in seinem Auto im September 2013 in Stuttgart aus unklarer Ursache (offiziell »Selbstmord«) verbrannt, hatte zuvor seinem Vater von Hintergründen des Mordes berichtet.

    Demnach soll über ganz Deutschland hinweg eine Untergrundorganisation namens »Neo-Schutzstaffel« (NSS) bestehen, die mit dem NSU kooperiert habe. Die NSS bestehe in der Spitze aus nach außen hin honorig auftretenden Bürgern, darunter ein Oberarzt, ein Richter und Kripoleute.

    Diese bedienen sich nach Angaben des Vaters von Florian H. Handlangern aus der rechten Szene, die die Drecksarbeit erledigen würden. Finanzieren würde sich die Organisation über den internationalen Drogenhandel.

    Und genau diese Gruppe habe die Polizistin Michèle Kiesewetter auf dem Gewissen, weil sie in die NSS involviert gewesen sei.
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-schulze/nsu-prozess-richter-polizisten-und-mediziner-involviert-.html

    1. Warum gibt Udo Schulze das Interview mit den Eltern von Florian H. nicht als solches wieder, sondern stattdessen seine Zusammenfassung davon ? Das macht keine so guten Eindruck, bei dem Gewicht der Aussagen hätte er das machen sollen. So wie da die NSS beschrieben wird kann ich sie mir auch nicht vorstellen. Als regional verwendeten Insiderbegriff oder Parole einer Gruppe die in ein grösseres Netz eingebunden ist schon.

  8. „Demnach soll über ganz Deutschland hinweg eine Untergrundorganisation namens »Neo-Schutzstaffel« (NSS) bestehen, die mit dem NSU kooperiert habe.“

    Fatalist, bist Du sicher dass Du uns was Gutes tust, wenn Du auf solche vollkommen haltlosen Verschwörungstheorien anspringst?
    Es ist schon äußerst zweifelhaft, ob je ein NSU existierte. Und nun auch noch eine NSS?
    Überleg doch mal!

    1. Im Oktober 2011 erhielt Zschäpe eine SMS von einem Handy, das in Stuttgart zugelassen war. Ein Mitläufer der rechten Szene soll ein gemeinsames Treffen von NSU und einer Gruppierung namens „Neoschutzstaffel“ (NSS) in Öhringen erwähnt haben. Das habe von den Ermittlern bisher allerdings nicht verifiziert werden können. Alles in allem Sachverhalte, die Galls Ministerium aus den Ermittlungsakten eigentlich bekannt sein müssten und die belegen, wie lückenhaft sein Bericht ist. http://www.kontextwochenzeitung.de/macht-markt/126/neonazi-mordserie-ungeloest-1692.html

  9. Nun soll zum fast unglaublichen NSU noch ein NSS dazugekommen sein? Wieder eine Organisation, von der keiner so richtig was über das Personal weiß. Von der keiner weiß, wer den Laden zusammenhält, wer das ganze finanziert? Die zwar allgegenwärtig ist, aber (wie das Terrortrio) bei seiner Tätigkeit keinerlei Spuren hinterlässt und auch so richtig von keinem gesehen wurde?
    Das alles mitten im biederen Deutschland, wo der Staat jährlich hunderte Millionen ausgibt für den verlogenen Krampf gegen Rechts? Wo Antifantenherden durchs Land ziehen und jeden Stein dreimal um drehen, damit denen nur ja das letzte Milligramm Nazi nicht entwischt. Hier haben wir mehrere geheime Naziarmeen in Gefechtsbereitschaft, die noch keiner bemerkt hat?

    Im Oktober 2011 hat jemand „NSS“ an die Wand geschrieben? Ist das die neue Konspiration, die Hakenkreuzfahne vor sich herzutragen? Das ist ja fast wie in Mittweida, wo die NSDAP-Mitglieder mit NSDAP-Jacken rumlaufen und couragierten Antifaschistinnen während der Ladenöffnungszeit vor dem Supermarkt Hakenkreuze ritzen.
    Der Absender ist also ein „Mitläufer der rechten Szene“, was ja bedeutet, dass nicht nur der „harte Kern“, sondern auch alle Mitläufer wussten Bescheid über den NSU. In der „rechten Szene“, die von V-Leuten durchseucht ist?

    Scheint mir sehr wenig wahrscheinlich.

    1. Zschäpe bekam keine SMS von der NSS. Es war ein Missverständnis:

      Thomas Moser: „Es geht hier also um zwei verschiedene Sachverhalte (1. Zschäpe bekam SMS von Stuttgart-Handy und 2. Ein Ex-Rechter – Florian Heilig! – erwähnte NSS) und NICHT um einen Zusammenhang.“

  10. Die NSU Affaire scheint offensichtliche Parallelen zu Anders Breivic zu haben.
    Hier analysiert Justin Raimondo auf AntiWar.com seine finanziellen Verhaeltnisse – verdient hat er ja kaum etwas. Und da kann man sich schon fragen, wie er fuer alles bezahlt hat.
    Und wenn er behauptet, dass die ‚Nights Templar Europe‘ existieren – warum dann nicht auch der ‚NSS‘?
    http://original.antiwar.com/justin/2011/07/28/anders-behring-breivik-mystery-man/
    Der Modus Operandi von Breivic und dem NSU scheint viel gemeinsam zu haben Beide scheinen Versionen von Verbrechen zu sein wie man sie a la Gladio erwarten wuerde – mit dem Ziel die jeweilige Regierung derart unter Druck zu setzen, dass sie sich in der geforderten Weise verhaelt.

    Und vielleicht haben die Moerderer von Florian vergessen, den Zuendschluessel ins Zuendschloss zu stecken, als sie ihn ins Auto brachten.

    1. Danke, daß Sie ins Geschehen eingreifen.
      Sind sie in der Lage, diese Breivic-Finanz-Geschichte in deutsch einzustellen? Aus meiner Sicht war das eine durchaus mögliche Sache. Wo sollte da der Haken liegen?

      – ‘Nights Templar Europe’ ….‘NSS’?
      Für diese Thematik würde ich Cointelpro empfehlen (z.B. Black Panthers).
      Die moderne Variante wurde (wird) in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Ukraine praktiziert. Da gab es von Deutschlandfunk/Deutschlandradio angemessene Beiträge.
      mf/lg e.

      1. @erman:

        Es tut mir leid, dass ich nicht daran gedacht habe, den Artikel zu uebersetzen. Ich mache es am Wochenende, ok?

        Breivik sagte aus, dass die Nights Templar Europe mehrere Zellen in Europa haetten, weitere Anschlaege folgen wuerden, und er eines ihrer Treffen in London besucht habe – er war zu der Zeit des Treffens nachweisslich in London.
        Heilig sagte, es gaebe eine NSS, eine Organisation die wie die Nights Templar Europe beschrieben wurde – nur mit einem anderen Namen.

        Gladio bestand auch aus mehreren Gruppen mit individuellen Namen, die unter dem Namen Gladio zusammengefasst wurden.

        Was den Zeugen angeht, der Heilig in sein Auto einsteigen sah denke ich, dass er/sie vielleicht nicht ganz glaubwuerdig sein koennte. Es gibt keine weiteren Informationen ueber diesen Zeugen – noch nicht einmal, ob es ein Spaziergaenger, Urlauber oder Autofahrer war.
        Aber es ist diese Aussage, aufgrund derer die Polizei Mord ausschliesst – denn der Zeuge sah keine weitere Person ausser Heilig.

        Bedauerlicherweise gibt es aber einen Spielraum von mehreren Stunden auf der Sterbeurkunde, was den genauen Zeitpunkt des Todes angeht.
        Waere der Zeuge derart glaubwuerdig, dann haette man seine Beobachtung sicher benuetzt, um den Zeitpunkt des Todes nach der Sichtung von Heilig – und keinen weiteren Personen – zu setzen.
        Vielleicht machte man sich Gedanken, die Familie wuerde sich um eine Obduktion bemuehen?

  11. @Anders Breivik

    > … seine finanziellen Verhaeltnisse – verdient hat er ja kaum etwas.

    Bei Wikipedia wird angeführt, daß er ca. eine halbe Millionen Euro mit dem Verkauf von gefälschten Universitätsdiplomen verdient habe.
    Ich schätze ihn als sehr zielfixiert ein. Was erklärt, daß er von seiner Mutter unterstützt werden mußte, während das Geld für Aktionen bereit lag.

    Die Ausgaben für Anschlag und Massenmord dürften ein paar Tausend Euro nicht überschritten haben.

    Bin also auf die Finanzaufstellung gespannt.

    > Breivik sagte aus

    Beziehen Sie sich da auf seine Gerichtsaussagen? Sind diese irgend nachlesbar?
    Oder geht es um sein „Manifest“?

    > Nights Templar Europe

    Soll dass „Knights Templar Europe“ heißen?
    Denn die Nacht-Templer würde ich ganz anders verorten…

    @Gladio

    Dieser Begriff ist mir immer etwas zu schnell im Spiel. Er ist auf alle Fälle dienlich, um auf die realistische Möglichkeit derartiger Absichten und Tätigkeiten hinzuweisen.

    Ich glaube aber, daß diese Art der Organisation der damaligen geistigen und staatlichen Verfassung entsprach. Also von mehr oder weniger doktrinären, noch dem Kriegsdenken entsprechenden Auffassungen geprägt war.

    Eher vorstellbar ist mir eine Art Fortentwicklung der P2-Logen-Dynamik in Italien.

    Mein erster Gedanke kurz nach dem 4.11.11 war ungefähr der: Ein bundesweiter Arbeitskreis nationalsozialistischer Beamter in den jeweiligen Verfassungsschutzämtern hatte die beiden unter Vertrag. Eine anderer Zusammenhang hat dieses Werkzeug „kaputtgemacht“. Da lief eine Abrechnung.

    Ein Hinweis auf eine eventuell absichtliche Handlungsweise gibt auch die Versetzung Roewers aus dem Bundesministerium des Inneren (Abteilung Verfassungsschutz) als Leiter der VS-Behörde in Thüringen, die zur praktischen Nichtarbeitsfähigkeit des Landesamtes führte (Untersuchungsbericht über in den Medien dargestellte Vorgänge in dem Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz und deren Auswirkung auf die Funktionsweise des Amtes).
    Nichtarbeitsfähig, außer den persönlichen Aktivitäten Roewers, der über das Amt mehrere Hunderttausend DM in die rechte militante (!) Szene pumpte.

    Ein zweiter Hypothesenstrang bildet das Cointelpro und seine Weiterentwicklungen, die in der arabischen Welt zu beobachten sind. Also ganz grob Aufstandsbekämpfung mit geheimdienstlichen Mitteln innen- wie außenpolitisch. Was die Black Panthers in den USA waren, war ein Ghadaffi global gesehen.
    Auf die NSU bezogen, hieße dies: In jeder Szene (rechts, links, islamistisch, rocker, hooligan etc.) Konfliktpotental ausnutzen, auf kleiner Flamme kochen, um es im Bedarfsfall hochkochen zu lassen. Kleine radikale militante Gruppen aufbauen, unterstützen, führen, auffliegen lassen.
    Diese können dann für geopolitische Kampagnen benutzt werden oder auch um missliebige Regierungen/Regierungsaktionen anderer Staaten zu ,kritisieren‘.
    (Übrigens darf auch die Kinderpornoszene mit dazugerechnet werden.)

    Ein drittes, bisher noch ungeöffnetes Fass liegt übrigens auch noch rum;)

    @Florian Heilig

    Der Zeuge, der den F.H. einsteigen sah, steht für mich auf derselben Stufe, wie die Videoaufzeichnung auf der Tankstelle, wo er den Kanister kaufte.
    Versank doch beides in der Stille…

    Für authentisch halte ich den fahrradfahrenden Zeugen, der hier auf der Seite zu Wort kam und das Auto bei Zündung des Feuers im Blick hatte.

    Der unbestimmte Todeszeitpunkt deckt sich ja mit dem Obduktionsbericht der beiden Uwes, wenn ich das recht erinnere.

  12. Nur damit es auch hier mal festgehalten ist:
    Ich vertrete die These, das der Fall Bögerl deshalb nicht aufgeklärt wird, weil genau die Leute über die Aufklärung wachen, die die NSU-Ermittlungen solange behindert haben und dass die Täter und die Tat selbst in einem Zusammenhang zu sehen sind, wie ihn Florian Heilig im Fall der NSU seinen Eltern klar machen wollte.
    Klar, dafür braucht es dann noch Beweise im Detail, aber soviel mal vorab.
    Der Fall Bögerl als Geldbeschaffungsmassnahme im Untergrund lebender Terrorzellen, ein ideologisch legitimes Ziel, ein politischer Hintergrund und ein Geldmotiv, eine unterwanderte Heidenheimer Polizei zur Zeit der Tat und eine weisungsgebundene Staatsanwaltschaft die aus dem Topf der Hinweise „zufällig“ die Allerunsinnigsten auswählt und „verfolgen“ läßt …

  13. Danke für den Tip.

    Habe mich mal kurz reingelesen in den Fall.
    Hier mal so grob die Fakten:

    Geldboten 14.20 Uhr in Niederstotzingen
    15.00 Uhr gibt Polizei Startsignal
    von 15.15 Uhr Verdächtiger in Nietheim bis 16.20 Uhr
    500 Meter weiter an der Autobahn 15.27 Uhr Geldabwurf.

    http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article8503644/Der-letzte-Tag-Maria-Boegerls.html

    Sind die Zeiten gesichert?
    Die machen dann so keinen wirklichen Sinn.
    Ein Zivilpolizist hätte von diesem Standort keine Einsicht auf den Geldübergabepunkt.

    Die mangelnde Spurensicherung, Zeugenbehandlung ist auffällig. Zwei Jahre später erst Mantrailer-Hunde…
    Die Perückengeschichte bräuchte es dafür nicht.

    >> Aus dem Besitz von Frau Bögerl
    >> fehlt ein Schlüsselbund

    http://www.hz-online.de/uploads/media/Fahndungs-Flyer_Kloster_Neresheim.pdf

    Der Autoschlüssel fehlt.
    Und genau an dieser Stelle wird es dann doch ein wenig unheimlich. Siehe Florian Heilig, Michelle Kiesewetter/Martin Arnold.
    Sammelleidenschaft? Kleiner Spleen? Täterprofil?

    Das skurilste an diesem Fall ist jedoch das abgelegte Lösegeld. Die Polizei observierte den Übergabeplatz. Trotzdem sammelten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei unbemerkt den Müllbeutel ein.
    Aufgeblasen?

    http://www.schwaebische.de/region/ostalb/aalen/rund-um-aalen_artikel,-Unklar-Der-Mordfall-Boegerl-wirkt-mysterioeser-denn-je-_arid,5053514.html

    Und wie geahnt, darf auch ein vermutlicher „Bandido“ nicht fehlen, der dem Phantombild ähneln soll.

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.inhaftierter-rocker-polizei-prueft-neue-spur-im-mordfall-boegerl.403f8ab3-b65d-4638-9784-d6f2062f012f.html

    >> Geldbeschaffungsmassnahme im Untergrund lebender Terrorzellen

    Aus dieser Sicht könnte auch die relativ geringe Forderungssumme plausibel sein.

    >> ein ideologisch legitimes Ziel

    ein Sparkassenchef?
    Für wen?

    >> eine unterwanderte Heidenheimer Polizei zur Zeit der Tat

    Welcher Art soll die Unterwanderung gewesen sein?
    Vermutung? Wissen?
    Oder bezieht sich dies auf das (angedrohte) Ermittlungsverfahren gegen eine undichte Stelle?

    Fragwürdig wird der Fall eigentlich erst, wenn auch die Art und Weise der Ermittlung mit einbezogen wird, in die Beurteilung des möglichen Motivs. Wenn ich auch keinen Nutzen für irgendwen sehe, so sehe ich doch das Resultat: Zwei tote Menschen, ein freier Arbeitsplatz und eine zerstörte Familie. War dieses Resultat beabsichtigt?

    Dazu ein Interview mit den Kindern der beiden:

    http://zeitenspiegel.de/de/projekte/interviews/vom-ende-einer-familie/article/

    Zu den Pannen der Polizei und den Ermittlungen gegen die Familie:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/mordfall-boegerl-merkwuerdigkeiten-und-vorwuerfe-11788397.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Alles in allem macht es glaubhaft, daß die Polizei auch bei „Ceska-Serie“ sich mehr selbst im Weg war, als für möglich gehalten. Wenn dann noch eine gestaltende Kraft vorhanden ist, muß die eigentlich nur noch punktuell eingreifen. Weil Fehler gerne unter den Teppich gekehrt werden.
    Eine mögliche Forderung: Gläserne Behörden.

    Interessant war nebenbei eine Bemerkung, daß die Soko „Flagge“ innerhalb von 4 Wochen mehr Spuren und Hinweise bearbeitet hatte, als beim Polizistenmord in Heilbronn innerhalb eines Jahres aufgelaufen sind.

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