US-Geheimdienst forscht gezielt sexuelle Orientierungen aus

Der schweizer „Tagesspiegel“ berichtet, dass der US-Geheimdienst „NSA“ im Internet „Zielpersonen“ identifiziert und dort deren sexuelle Orientierungen ausforscht. Die Maßnahme wendet sich nicht nur gegen islamistische Terror-Verdächtige, sondern auch gegen sogenannte „Radikalisierer“ – etwa Personen mit der Überzeugung, die USA würden „selber hinter 9/11“ stehen. Das Ziel wäre, die Person dann ggf. kaltzustellen und sie mit einer (möglichen) Veröffentlichung der intimen Vorlieben zu erpressen.

„In einem neuen Dokument aus dem Schatzkästlein des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, das am Wochenende von dem Journalisten Glenn Greenwald vorgelegt wurde, rechtfertigt der Dienst die Ausforschung sexueller Online-Aktivitäten als Waffe gegen «Radikalisierer» in der islamischen Welt. Das Dokument wurde im Büro von NSA-Direktor Keith Alexander angefertigt und datiert vom Oktober 2012. (…)

Obwohl alle Zielpersonen der NSA zu Folge nur «minimalen Kontakt zu Terroristen» hatten, war der Dienst überzeugt, dass sie eine Gefährdung darstellten: Zum «Publikum» der sechs überwachten Personen gehörten «Individuen, die noch keine extremen Ansichten haben, aber empfänglich sind für extremistische Botschaften». (…)

Eine andere «Zielperson» wird als «bekannte Medien-Celebrity im Nahen Osten» beschrieben. Sie vertrete die Ansicht, dass die USA selber hinter 9/11 gestanden hätten –  eine Verschwörungstheorie, die laut diversen Umfragen von mindestens einem Fünftel der Amerikaner geteilt wird. Der Promi, so der Befund der NSA, führe einen «glamourösen Lebensstil». Unausgesprochen bleibt, dass die NSA darin die Möglichkeit einer Erpressung sieht. (…)

„Besonders alarmierend an dem jetzt bekannt gewordenen Dokument ist zudem, dass US-Regierungsbehörden, vor allem das FBI, aber auch die NSA sowie die CIA, in der Vergangenheit die Privatsphäre unliebsamer Aktivisten und Kritiker auf der Suche nach sexuellen Informationen illegal durchleuchteten. So liess FBI-Direktor J.Edgar Hoover die Telefonate Martin Luther Kings jahrelang abhören, um Einblick in die sexuellen Affären des Bürgerrechtlers zu bekommen. Zahlreichen Opfern des FBI wurde überdies bedeutet, dass die Behörde von ihren Seitensprüngen oder homosexuellen Neigungen wusste.

Erfreut berichtete etwa Hoovers rechte Hand Cartha DeLoach, ein verheirateter Senator sei in Washington «in Begleitung eines gutaussehenden Frauenzimmers» betrunken am Steuer erwischt worden. Dem Senator sei prompt mitgeteilt worden, dass das FBI darüber informiert sei: «Wir haben mit ihm nie mehr Probleme bezüglich der Haushaltsbewilligungen für das FBI gehabt», konstatierte DeLoach zufrieden.“ (tagesanzeiger)

Dazu passend äußerte sich der Kabarettist Volker Pispers:

Quelle: youtube

„Was ist eigentlich lächerlicher? Die Vorstellung Barack Obama habe nichts davon gewusst, dass seine Super-Spione Muttis Handy abhören, oder die Vorstellung unser Verfassungsschutz und der BND hätten nichts davon gewusst? Natürlich hat Obama nichts gewusst. Haben Sie noch nie einen James Bond Film gesehen? Da heißt es immer: „Bringen Sie mir die Informationen, aber wenn Sie erwischt werden, müssen wir leugnen sie gekannt zu haben.“

Und natürlich müssen auch die deutschen Geheimdienste leugnen von den Abhörmöglichkeiten und Maßnahmen der Verbündeten irgendwas gewusst zu haben. Sollen die deutschen Superspione etwa zu Mutti gehen und sagen: „Klar haben wir das gewusst, wir haben uns jahrelang beim Feierabend-Bier mit den Kollegen von NSA und CIA köstlich über die Mitschnitte ihrer Handygespräche amüsiert.“ Und natürlich muss auch Frau Merkel jetzt ganz empört auf die Enthüllung reagieren, dass sie abgehört wurde. Soll sie etwa sagen: „Natürlich weiß ich seit Jahren, dass unsere Geheimdienste immer schon gewusst haben, dass ich von den Amis abgehört werde. Was glauben Sie denn, warum ich diesen braunen Saustall trotz NSU-Affäre und diverser anderer Pannen nicht aufmisten lassen kann? Natürlich weil die dank der Telefonmitschnitte alle soviel über mich wissen, dass ich nur eines weiß: Dieses Wissen darf nie in die Öffentlichkeit gelangen.“

Und dieses Spielchen: Ich weiß, das Du weißt, das ich weiß, was Du weißt – das nennt man Politik bzw. internationale Diplomatie. Egal ob Verfassungsschutz, BND oder MAD diese Leute lassen sich doch seit Jahren in der Öffentlichkeit lieber als absolute Volltrottel darstellen, die selbst mit dem Aufspüren von Popeln in der eigenen Nase überfordert sind, als zuzugeben, was sie wirklich wissen, draufhaben und in diesen Land veranstalten.

Was mit demjenigen passiert, der dieses mafia-ähnliche Schweigegelübde bricht, dass weiß man doch seit Bradley Manning und Edward Snowden. Wer das eigene Nest beschmutzt, indem er die demokratische Öffentlichkeit darüber informiert, was wirklich zu ihrem Schutz geschieht, der muss Asyl beim lupenreinen Demokraten Putin suchen. Es sei denn er ist scharf auf einen tödlichen Autounfall oder spitz darauf den Rest seines Lebens als Staatsfeind Nr. 1 in einem amerikanischen Spezialknast eine Spezialbehandlung zu genießen. Der eigentliche Skandal ist, dass die mediale Empörung größer ist, wenn Obama Mutti abhört, als wenn er mit seinen Dronen weltweit unschuldige Menschen über den Haufen schießen lässt. Bis neulich.“

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