NSU-Selbstmord Florian Heilig: Geheim-Akten und das Schweigen der Medien

Am 16. September hätte sich laut Polizeiangaben Florian Heilig aus Liebeskummer selbst-verbrannt. Rein zufällig wollte ihn am selben Tag das Landeskriminalamt der Baden-Württembergischen Polizei befragen, „über rechtsextremistische Strukturen“. Geheim-Akten stellen jedoch fest, wie so oft im NSU-Skandal: „Das ist nur die halbe Wahrheit, wie sich nun herausstellt.“ Misstrauisch macht auch, dass die großen Medien, wie gleichgeschaltet, die Hintergründe des dubiosen Selbstmord ihren Lesern größtenteils verschweigen.

„Die SÜDWEST PRESSE hatte Einsicht in geheime Dokumente der Sonderkommission „Parkplatz“, die nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter (2007) in Heilbronn eingerichtet wurde. Demnach vertraute sich Florian H. 2011 Mitschülern einer Krankenpflegeschule an: Er wisse, wer die Polizistin getötet hat.

Ein Informant aus dem nahen Umfeld, der namentlich nicht genannt werden will, schildert unserer Zeitung: H. habe bereits im Mai 2011 Neonazis als Täter erwähnt. Welche Namen, daran könne er sich nicht erinnern. Der damals 18-jährige H. habe sich zu jener Zeit stark der Szene zubewegt, sich die Haare geschoren, typische Kleidung getragen. Der rechtsextreme Hintergrund des Polizistenmords war damals noch völlig unbekannt. „Wir haben dies daher als schizophrene Verhaltensweise abgetan und gedacht, der Florian will sich nur wichtig machen“, sagt sein Bekannter. (…)

War es Suizid? Die Polizei sagt ja. Die Mutter hat Zweifel, äußert dies auch im Internet. Der Informant beschreibt Florian H. als labil, versteht aber auch die Zweifel der Mutter. „Mein erstes Gefühl sagte mir, jetzt haben sie ihn doch noch gekriegt.“ (swp)

4 Gedanken zu „NSU-Selbstmord Florian Heilig: Geheim-Akten und das Schweigen der Medien“

  1. Auf einer im Zwickauer Haus gefundenen Karte waren 10 Orte markiert und diese Orte liegen alle bis auf einen direkt an der täglichen Route von Andreas Temme. Es wird vermutet, Temme habe beim Ausspähen von Zielen geholfen.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article121103405/Spaehte-Verfassungsschuetzer-NSU-Anschlagsziele-aus.html

    Temme lügt aber sowieso, denn der Tisch auf den er das Geld legte war voller Blut, während Temme behauptet er habe nichts gesehen.

    1. @Bolko : Da T. nun letztendlich vor Gericht eingeräumt hat das sein Auto vor dem Cafe parkte, und nicht gut 1min entfernt, müsste eigentlich auch sein 40sec-Zeitfenster futsch sein. Das hatte er ja basierend auf seinen vorigen Angaben. Wenn es also der Mörder geschafft hat ungesehen hinter T. in den Laden zu huschen, kurz den Mord beging, und wieder raus war, dann müsste T. ja eigentlich was gehört haben. Ob er nun davor stand oder drinnen war.

      @Lehle :
      a)Papier ist kein besonders geeigneter Untergrund für Fingerabdrücke
      b)Die Karte wurde im Brandschutt gefunden, also Hitze, möglicherweise Löschwasser, Asche, Reinigung…haben darauf eingewirkt
      c)Handschuhe ?

      1. Seltsamerweise befand sich aber dort eine „nicht ganz vollständige“ DNA-Spur von Mundlos.

        „Besonders interessant wird nun das Asservat mit der Nummer 2.7.30. Es ist ein stark verkohlter Falk-Stadtplan von Kassel, 10. Auflage von 2002 bis 2006, mit handschriftlichen Markierungen und Notizen. Der Kripobeamte Roman Glock schrieb in einem Vermerk vom 25. Juni 2012, dass zehn Orte auf dem Plan markiert wurden.

        Manchmal erhielten die Kreise eine Nummer, manchmal einen Stern oder die handschriftliche Notiz „Ali“. Eingekreist wurden Imbisse, Moscheen, Restaurants oder Bäckereien – meist mit türkischen Namen.“

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