Fukushima: Kosten sozialisieren, Atom-Gewinne privatisieren!

„Alternativlos“ in einer markt-konformen Demokratie: Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren. Die Allgemeinheit, sprich der europäische Steuerzahler, rettet irische und spanische Banken bzw. ihre vermögenden Sparer, die jahrelang von der dortigen Immobilienblase profitierten. Auch die Kosten des „größten anzunehmenden Unfalls“ (GAU) im Atomkraftwerk Fukushima, Japan, übernimmt der japanische Staat. Die Betreiberfirma „Tepco“ wurde verstaatlicht.

Den Hintergrund des staatlichen Einstiegs in Tepco erklärt Taro Kono von der Liberaldemokratischen Partei:

„Die demokratische Regierung will Tepco nicht pleite-gehen lassen. Ganz einfach deshalb, weil bei einer Pleite das ganze Geld, das die Banken Tepco geliehen haben, verschwunden wäre. (…) Sie schützen ganz einfach die Interessen der Banken. (youtube)

Die Entschädigungen sind viel zu gering

Laut Greenpeace entstanden bisher 185 Milliarden Euro Kosten, die der Steuerzahler übernahm. In diesem Betrag sind jedoch nicht die gesamten Verluste von Haus und Besitz mit-eingerechnet, die entstanden, als hundert-tausende Menschen evakuiert wurden oder freiwillig aus der Umgebung des Unglücks-Reaktors flüchteten.

Die Regierung geht davon aus, dass ein Teil der Flüchtlinge bald wieder in Gebiete mit einer Strahlenbelastung von „weniger als 20 mSv pro Jahr“ zurückkehren könnte. International gilt jedoch ein Grenzwert von maximal 1 mSv pro Jahr.

Auch die angebotenen Zahlungen sind aus den Augen vieler Betroffenen viel zu gering.

Ein Beispiel ist Masumi Kowata aus Okuma, einem Dorf nur 5 km vom Unglücks-Reaktor entfernt. Man bot für ihr 180 Jahre altes, 300 Quadratmeter großes Haus 8.000 US-Dollar! Vor dem „GAU“ wäre es jedoch mindestens 8-Mal so wertvoll gewesen.

„For example, Masumi Kowata (57), from Okuma, a town in Fukushima Prefecture, just 5km from the crippled plant, has been offered only ¥700,000 ($8,000) for her 180-year-old, 300m2 house. She wants a real estate agent to assess the property, which she believes was worth at least eight times that amount before the accident, but she cannot persuade anyone to visit the contaminated zone.“ (greenpeace-studie)

Tobias Riedl von Greenpeace:

„Was sich in Japan abspielt, kann sich überall auf der Welt wiederholen. Die Menschen tragen das finanzielle wie gesundheitliche Risiko einer atomaren Katastrophe, während die Atomindustrie den Profit einsackt.“ (greenpeace)

Das Hintergrund ist, dass …

„… Nach dem internationalen Haftungsrecht (…) die Betreiber von Atomkraftwerken maximal 350 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro für Atomkatastrophen zahlen [müssen]. Die Zulieferer zahlen gar nicht.“ (ebd)

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