Fukushima: Krebs-Verdacht bei 44% aller Kinder!

Die Internetseite „blogs.ausgestrahlt“ bietet kritische Analysen, Publikationen und aktuelle Berichte zum Thema Atomkraft. Der „Fukushima-Blog“ konzentriert sich auf den Super-Gau in Fukushima, Japan.

Beunruhigend ist das Forschungsergebnis der Universität der Stadt Fukushima. Der Untersuchungs-Bericht beschreibt einen starken „Anstieg in der Zahl von Kindern mit Veränderungen an der Schilddrüse.“ 

„So stellte man 2011 bei 35% der untersuchten 38.000 Kindern zwischen 0 und 18 Jahren Veränderungen der Schilddrüse fest; dieser Anteil ist bei der Untersuchung von 95,000 Kindern im Jahre 2012 auf 44% gestiegen. Drei Jugendliche sind an Schilddrüsenkrebs erkrankt.“ (Fukushima-Blog)

Laut der atom-kritischen Ärzte-Organisation „IPPNW“ können diese Knoten in den Drüsen als Vor-Erkrankung für einen aufkommenden Schilddrüsen-Krebs angesehen werden:

„Anders als bei Erwachsenen sind derartige Schilddrüsenveränderungen bei Kindern „als Krebsvorstufen“ anzusehen, so der ehemalige Chefarzt der Herforder Kinderklinik, Dr. Winfrid Eisenberg, einer der Autoren der IPPNW-Studie.“ (IPPNW)

Diese Zahlen aus Fukushima lägen im Vergleich sogar …

„… deutlich über den Erkrankungen in Nagasaki [Atombombenexplosion 1945] und Gegenden um Tschernobyl [Super-Gau].“(Fukushima-Blog)

Diese „Vor-Erkrankungen“ stehen höchstwahrscheinlich im direkten Zusammenhang mit folgender Entscheidung der japanischen Regierung:

„Das Kriterium der japanischen Regierung für eine Zwangsevakuierung, sowie daran geknüpfte Hilfeleistungen, ist eine durchschnittliche Strahlenbelastung von 20 Millisievert pro Jahr.“(ebd)

20 mSV pro Jahr ist das Zwanzigfache des Wertes (1 mSv pro Jahr), der internationalen Normen entspricht. 1 mSV pro Jahr beträgt auch die „als zulässige Maximalbelastung für japanische Bürger“. In den betroffenen Gebieten gilt dieser Grenzwert nicht, die Menschen werden dem Risiko ausgesetzt.

Ein Vertreter der UN-Menschenrechtskomission kritisiert daher diesen hohen Wert! Er weist darauf hin, dass in Tschernobyl bereits ab einem Grenzwert von 5 mSv / pro Jahr umgesiedelt wurde!

„I would like to recall that in Chernobyl the threshold limit for obligatory resettlement was 5 mSv/year or above, apart from soil contamination levels.“ (ohchr)

Der Fernsehkanal „Arte“ sendete einen Bericht über diese alarmierenden Funde. Die Gesichter der behandelnden Ärzte sind unerkennbar gemacht worden, da staatliche Repressalien gefürchtet werden.

Die Universitätsklinik Fukushima ist zuständig für die medizinische Betreuung der Bevölkerung. Deren Leiter, Dr. Shunichi Yamashita, wird von Kritikern als „Mister 100 mSv“ bezeichnet, denn „nach ihm könnte der Richtwert ohne Risiko sogar hundertmal höher liegen.“ Yamashita:

„Nach unseren Schätzungen sind sie weniger als 20 mSv pro Jahr ausgesetzt. Das hat keine Auswirkungen auf die Gesundheit. Es ist also absolut unangemessen, Fukushima als gefährliche Region zu bezeichnen.“ (arte, zeitindex: 41:30)

Das arte-Team spricht daraufhin den französischen Strahlungsspezialist Florent De Vathaire an. Er arbeitet im französischen Krebsforschungszentrum „Am Inserm“. Angesprochen auf die Knoten fordert er weitere Untersuchungen. Es wäre wichtig herauszubekommen, wo die betroffenen Kinder leben würden. Ab einer Strahlungshöchst-Dosis von 10 mSv pro Jahr könnte man bei Kindern von einem zunehmenden Krebs-Risiko ausgehen.

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