Wir haben keine Schuldenkrise, sondern eine Vermögenskrise!

Volker Pipers: Vermögenskrise – Schulden, Hehler und Reichtum, ab 1:10:

„Wir haben keine Schuldenkrise, sondern eine Vermögenskrise! Die Griechen vermögen die Schulden nicht mehr zu bezahlen. Und Schulden und Vermögen hängen nun-mal zusammen. Ihre Schulden, das ist ihr [eines Anderen] Vermögen. Und der Witz im Kapitalismus ist, den Menschen zu erzählen, dass sie ihr Geld für sich arbeiten lassen. Das ist der größte Unsinn des Jahrhunderts. Haben Sie schon-mal versucht, einen 50 Euro Schein eine Schippe in die Hand zu drücken? Geld kann nicht arbeiten, arbeiten können nur Menschen.

Wenn Sie bei ihm Schulden haben, müssen Sie dafür arbeiten, um die Zinsen zu erwirtschaften, die sein Vermögen vermehren sollen. Und sein Vermögen wird immer größer durch die Zinsen, die Sie erwirtschaften, und irgendwann ist sein Vermögen so groß, dass Sie die Zinsen nicht mehr erwirtschaften können. Und das ist, was jetzt passiert! Wir haben eine Zinses-Zins-Krise. (…)

Das Schuldenproblem ist zu lösen, denn wenn sie bitte mal angucken: Die Entwicklung der Staatsschulden in den letzten 20 Jahren ist gleich der Entwicklung der Vermögen der Reichen in Europa. Schulden und Vermögen halten sich immer die Waage. In Deutschland könnten wir das Schuldenproblem morgen lösen. Wir haben 2.000 Milliarden Euro Staatsschulden. Jeder von uns hat 25.000 Euro Staatsschulden. Ja, hört sich furchtbar an, aber jeder von uns hat auch 60.000 Euro Barvermögen zuhause auf der hohen Kante liegen. Ja, jeder. Sie auch. Lachen Sie nicht. Sie müssen zuhause mal ein bisschen aufräumen.

Das Geld ist doch da. 5000 Milliarden Euro Barvermögen gibt es in Deutschland, da sind die Immobilien noch gar nicht drin. Es geht nur um das Barvermögen. Das sind pro Kopf 60.000 Euro. So und jetzt habe ich mal eine Frage: Sie haben doch 60.000 Barvermögen, warum haben Sie dann 25.000 Euro Schulden gemacht? Ist das nicht ein bisschen blöd? Auflösung: Die 25.000 Euro Staatsschulden, die haben Sie wirklich, das ist ihr Anteil an Deutschland. Die 60.000 Euro Barvermögen pro Kopf, die gibt es auch, aber die haben Sie nur statistisch. Das Geld ist da, aber in der Hand von wenigen Menschen. Das reichste 1 % in Deutschland verfügt über 34 % des Gesamtbar-Vermögens. (…) Die reichsten 10 % verfügen über 3.200 Milliarden Euro Barvermögen.

Also können wir die Schuldenkrise morgen lösen. Jeder von uns nimmt seine 60.000 Euro, wir sind doch eine Schicksalsgemeinschaft. Wir sind eine Solidargemeinschaft, das hat der Schäuble immer gesagt und den Schwätzer wollte ich immer schon-einmal ernst nehmen. Jeder. Jeder nimmt seine 60.000 Euro, zahlt die 25.000 Euro Schulden ab und alle fangen mit 35.000 Euro nochmal neu an. Wäre das einmal ein Vorschlag?

Wenn die 10% richtig Reichen bereit wären, die Hälfte ihres Vermögens aufzugeben, dann wäre die Staatsverschuldung praktisch weg. (…)

… und die Gesetze könnten wir morgen machen, da spricht nichts im Grundgesetz dagegen, es gibt nur ein einziges Problem: Wir haben eine Demokratie und Sie kriegen in einer Demokratie keine Mehrheit für eine Politik von der 90% der Bevölkerung profitieren würde. Schade.“

Anmerkung: Die Zahlen sind in etwa richtig, siehe „Vermögensverteilung in Deutschland„.

Vermögen und Verschuldung verlaufen tatsächlich spiegelbildlich:

 

Ein Gedanke zu „Wir haben keine Schuldenkrise, sondern eine Vermögenskrise!“

  1. Kommentar am 15. Dezember 2013 um 10:49 geschrieben für:
    http://www.geldsystempiraten.de/wp/polulare-irrtumer-banken-benotigen-spareinlagen-um-kredite-zu-vergeben/#comment-19193

    „Mit Bedauern stellte ich Ihre wissenschatlich unhaltbare Position fest.

    In Realität arbeiten Kredit-Institute mit dem Geld Anderer (Menschen / Unternehmen) und verleihen die bei ihnen angelegten Guthaben an Krediteure. So fließt in einem ständigen Kredit-Vermittlungs-Geschäft das Zentralbank-Geld (essentiell Bargeld) wieder in den Wirtschafts- Geldkreislauf. Dieser Kreislauf ist belastet durch den Zinses-Zins.

    Den Kreislauf erklärt Volker Pipers in seinem Stückchen “Wir haben keine Schuldenkrise, sondern eine Vermögenskrise!” in verständlichen Worten, Auszug, ab 1:10:
    “(…)”

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