Elias Davidsson prangert Rufmord-Kampagnen von Wikipedia an

Elias Davidsson stellte vor einem Jahr bei Ken Jebsen („KenFm“) sein Buch „Der Gelbe Bus – Was geschah wirklich am Breitscheidplatz in Berlin?“ vor. Wegen der jüngsten Enthüllungen um dem angeblichen Einzeltäter Anis Amri, weckte das Interview nun mein Interesse. Obwohl ich Davidssons These einer Anschlagsinszinierung nicht teile, schilderte er am Ende des Gesprächs treffend die verbreitete Angst, seine Meinung öffentlich zu sagen, Zeitindex 1:35:00:

„Ich schreibe Sachen und bei wikipedia da gab es Leute, die etwas über mich Schlechtes schreiben wollten. „Wir haben irgendwie gefunden, dass ich mal, einmal bei der Burschenschaft  einen Vortrag gehalten habe.“ Ich würde auch bei der SPD einen Vortrag halten (Lachen). Das ist so eine Berührungsangst. So. Ich habe mit der Burschenschaft und Rechtsradikalen überhaupt nichts zu tun. Das war so ein Zufall. Aber die haben das jetzt im Internet. Und jetzt schreibe ich eine email an jemanden, „Ich möchte mit Ihnen sprechen.“ Dann geht er auf wikipedia und sagt: „Aha, der ist ein Rechtsradikaler, der Typ, ein Antisemit sogar.“ Zwischenfrage Kenfm: Wo sind Sie geboren? Antwort: Palestina, also vor der Errichtung des Staates Israels. KenFm: Das heißt, Sie haben jüdische Wurzeln? „Ich habe jüdische Wurzeln, deutsch-jüdische (…).“

„Aber ich möchte das jetzt weitererzählen. Was bedeutet das? Wenn zum Beispiel jemand eine Stelle sucht, dann muss er zweimal bedenken: „Wenn ich das und das tue, zum Beispiel dieses Buch lese oder darüber ein Buch schreibe, vielleicht komme ich auf wikipedia, als ein Verschwörungstheoretiker (…) und dann muss ich auf meine Stelle, wenn ich eine Stelle suche, hmmm.“ Das heißt, die Einschüchterung ist viel subtiler als mit einer Polizei. Es geht über wikipedia. Es geht über Facebook. (…)

Und insofern ist diese Angst vorhanden, aber sie ist nicht ausgesprochen. Die Leute sagen es nicht, dass sie Angst haben. (…) Ich rufe immer wieder auf, unsere Intellektuellen, die Leute, die doch irgendwie gelernt haben, Wissenschaft, Wahrheit usw. und auch an die Kirchen, (…) jetzt mal aufzustehen. Und ein Vorbild zu geben.“

KenFm: „Herr Davidsson, das ist die größte Schwierigkeit in der heutigen Zeit, keine Angst zu haben.“

Davidsson: „Das ist die Sache. Es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Das ist die Sache. Wenn jemand wirklich überzeugt ist, dass er Recht hat. Also ganz normal, rational, also ich meine jetzt nicht einfach ein glauben. Ich sage: „Das habe ich belegt, hier ist ein Tisch, hier ist ein Glas. Nichts zu diskutieren.“ Und das kann man von Wissenschaftlern schon fordern.(…)“

KenFM: „Ich muss Ihnen an dieser Stelle natürlich auch sagen, (…) dass gerade Wissenschaftler mit einer sozialen Fallhöhe (…) oft viel ängstlicher sind, weil sie etwas zu verlieren haben. Ich habe oft festgestellt, dass je einfacher die Menschen sind, desto eher war ihnen die Wahrheit zugänglich, weil sie sie einfach gesehen haben. „Der Kaiser ist nackt“, hat ja auch ein Kind gesagt, als Metapher. Leute, die weit oben sind, um ihre Reputation, ihre Einnahmen, (…) alles, was sie geschafft haben, in dieser Blase. Das könnten sie verlieren und das machen sie dann lieber nicht. (…)“

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