Verschuldungskrise: Wir sind gegeneinander ausgespielt!

Aufgrund der Medien-Kampagne – sind die „kleinen Leute“ nun gegeneinander ausgespielt. Ein Großteil der Deutschen ist inzwischen dermaßen verhetzt,  dass sie für die europäische Verschuldungskrise staatliche Misswirtschaft verantwortlich machen, oder sogenannte Sozialschmarotzer, die nicht arbeiten und von staatlicher Fürsorge leben. Die super-reichen 10 % der Bevölkerung dagegen, die auch nicht arbeiten sondern lediglich ihr Geld auf der Bank für sich arbeiten lassen, sind kein Thema.

Georg Schramm geht auf den höchst ungerechten Umverteilungs-Mechanismus ein, der die Reichen immer reicher macht und die Armen arm bleiben lässt. Beispielsweise würden heute in den Preisen 30-40 % Zinsen stecken:

In der Tat zahlt jeder Zinsen – auch die, die keine privaten Schulden haben. Die Zinszahlungen des Staates stecken in den Steuern und Abgaben, die Zinszahlungen der Unternehmen in den Preisen und Privatleute zahlen ihre Zinsen sowieso direkt an die Bank.

Nach Berechnungen von Helmut Creutz zahlten die deutschen Privat-Haushalte im Jahr 2000 durchschnittlich 28 % ihrer Einkommen nur Zinsen. Er teilte dazu die Haushaltsausgaben mit den Bankzinserträge.

„Diese Belastung ergibt sich, wenn man die Bankzinserträge, die in etwa der Schuldenzinsbelastung unserer Volkswirtschaft entsprechen und im Jahr 2001 bei 382 Mrd Euro lagen, an den Haushaltsausgaben in Höhe von 1.232 Mrd misst. Der sich daraus ergebende Durchschnittssatz von 31% muss für die Verzinsung des schuldenfreien Sachkapitals jedoch noch erhöht werden.“ (Quelle: Helmut Creutz)

Zinsanteil in Preisen

Grafik: Helmut Creutz

Seitdem stieg jedoch die Verschuldung der Unternehmen, Privatleute und des Staates weiter, so dass der Zinsanteil inzwischen 40 %, Stand 2011, beträgt. Dies ist ein riesiger Umverteilungs-Mechanismus von unten nach oben; Georg Schramm fragt:

„Wer kriegt denn dieses schöne Geld? Dieses große Stück Kuchen. Das kriegen natürlich die Kreditgeber und da ist der kleine Mann tendenziell durchaus in der Minderzahl.“

Verschuldungs-Zwang

Da das Tausch- und Zahlungsmittel Geld über Kredite / Schuld in den Umlauf gerät und darauf Zinsen bezahlt werden, muss -gezwungenermaßen- die Verschuldung immer weiter steigen! Die Zinsen werden durch neue Schulden bezahlt, ein klassischen Schneeball-System.

Dieser Verschuldungs-Zwang führte dazu, dass die Neuverschuldung des deutschen Bundesstaates inzwischen den Zinszahlungen entspricht. In den letzten 30 Jahren zahlte jedoch Deutschland 1,5 Billionen Euro Zinsen (Quelle: Helmut Creutz), trotzdem stieg die staatliche Verschuldung weiter an (2 Billionen Euro)!

Quelle: Helmut Creutz

Kein Staat der Erde kann gegen dieses Geldsystem ankommen – wie wir an der steigenden Staatsverschuldung Griechenland, Portugal, aber auch Deutschlands sehen!

Irgendjemand muss die Schulden machen, sonst fehlt das Geld in der Wirtschaft! Wenn der Staat sich zurückzieht, müssen Privatleute und Unternehmen dafür als Schuldner einspringen. Die Verschuldung Spanien basiert beispielsweise darauf, dass der spanische Staat Pleite-Banken mit ihren schlechten Schuldnern übernimmt.

Quelle: Querschüsse „Spanien dramatische Lage“

Daher ist es höchst verkürzt, wenn sich Kritiker auf (vermeintliche) Sozialschmarotzer konzentrieren, da sie keineswegs Nutznießer dieses ungerechten Geldsystems sind, sondern deren Opfer. Sie verursachen auch wesentlich weniger Schäden als, wie es Georg Schramm ausdrückt, „Teutonia Geldadel“. Sie würden stattdessen in Hochglanz-Broschüren immer ins „rechte Licht“ gerückt, von Werbefotografen ab-fotografiert, denn die …

„… fein-geschnittenen Gesichtszüge eines gutbetuchten Rotwein-Trinkers, der das in nicht vorhandene Schweiße seines Angesichts vererbte Geld in der Bank für sich arbeiten lässt, das taugt nicht für den Schmarotzer (…).“

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