NSU-Ausschuss trifft absurde Aussagen zur DNA-freien Jogginghose, zweiten Pumpgun-Hülse und Zschäpes DNA-freiem Benzinkanister

Der Innenausschuss des Bundestages wurde vor Jahren über die Ungereimtheiten bei der Beweismittel-Sicherung informiert. Der Bundestag setzte daraufhin einen zweiten NSU-Untersuchungsausschuss ein, der jedoch keine der Punkte aufklären konnte. Anhand verschiedener Beispiele wird deutlich, dass die Parlamentarier parteiübergreifend die Augen verschlossen haben.

Jogginghose von Uwe Mundlos mit Blut von Michele Kiesewetter

In dem ausgebrannten Katzenzimmer von Beate Zschäpe befand sich ein zur Asche und verkohlten Stücken verbrannter Kleiderschrank. Trotzdem wäre dort unversehrte Bekleidung gefunden worden, welche ohne Dokumentation vor Ort einfach als Konvolut abtransportiert wurde. Später fand sich darin eine vom Brand unbeschädigte Jogginghose (angeblich) von Uwe Mundlos, mit Blutstropfen der erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter! Darin befand sich ein benütztes Taschentuch, mit der DNA von Uwe Mundlos. An der Jogginghose selber wurde keine DNA von Uwe Mundlos festgestellt, obwohl sie ja seit 2007 nicht gewaschen wurde.

„Außerdem musste die Bundesanwaltschaft im Interview mit der ARD einräumen, dass innen in der Trainingshose keine DNA von Mundlos gefunden wurde. “ (BR)

Die fehlenden Hautschuppen und Körperflüssigkeiten an der Jogginghose werden von den Bundestags-Abgeordneten nicht problematisiert! Dafür werden im Abschlussbericht das Mundlos-Taschentuch und ein einziges Haar herausgestellt, welche per DNA-Analyse Uwe Mundlos zugeordnet wurde.

„Auf dem in der Jogginghose festgestellte Taschentuch konnten DNA Spuren von Uwe Mundlos festgestellt werden. Außerdem konnten von der Hose im Innen- und Außenbereich Haare gesichert werden. Darunter befanden sich Haare menschlichen und tierischen Ursprungs, wobei nur die im Innenbereich der Hose aufgefundenen, menschlichen Haare für eine molekulargenetische Untersuchung geeignet waren. Die untersuchten Haare wiesen Merkmale von Uwe Mundlos auf, wobei bei einem der Haare „Anzahl und Art der untersuchten Merkmalssysteme praktisch keinen Zweifel“ daran ließen, dass sie von Mundlos stammen.“

Der baden-württemberger Ausschuss befragte eine beteiligte Forensikerin.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Und wer hat denn jetzt – das ist ja noch mal interessant – die Hose getragen? Wo gibt es Spuren und von wem an dieser Hose?
Z. Dr. E. S.: Um den Träger herauszufinden, konzentrieren wir uns bei unserer Untersuchung erst mal auf Stellen, bei denen man durch den normalen Gebrauch oder durch das normale Tragen einer Hose davon ausgehen könnte, dass ein direkter Hautkontakt stattgefunden hat. Hautspuren kann man nicht mit bloßem Auge erkennen, d. h., wir sind da mehr oder weniger auf Erfahrungswerte angewiesen. Und von mehreren Stellen an dieser Hose haben wir dann Proben entnommen und diese molekulargenetisch untersucht.

„Bei vielen Proben haben wir keine verwertbaren Ergebnisse erzielt. An drei Stellen dieser Hose hatten wir Mischspuren als Ergebnis, d. h., die Anhaftungen, die wir da untersucht haben, stammten von mehr als einer Person. Wir haben u. a. in diesen Befunden Merkmale gefunden, wie sie die Person U. M. 1973 aufweist.“

„Vorsitzender Wolfgang Drexler: Waren denn auch Spuren von einer anderen Person zuordenbar?
Z. Dr. E. S.: Außer den Blutspuren, die wir der Frau K. zugeordnet haben, konnten wir keine wirklichen Zuordnungen treffen.“

Der Forensikerin machte die Jogginghose einen ungewaschenen Eindruck. Die Blutspritzer Kiesewetters waren ungebleicht.

Vorsitzender Wolfgang Drexler: Jetzt haben Sie noch ein weiteres Gutachten erstellt – – Noch etwas anderes: Hätten Sie feststellen können, wenn Sie das Blut untersucht haben, ob die Hose mal gewaschen worden ist?
Z. Dr. E. S.: Das können wir nicht feststellen. Ich kann jetzt nur aus der praktischen Lebenserfahrung sprechen: Sie machte nicht den Anschein, als wäre sie gewaschen worden.
Vorsitzender Wolfgang Drexler: Wir hatten vorher einen Gutachter, das war ein 72-jähriger Professor. Auch er hat das Hausfrauliche, das Waschen einer Hose uns erklärt.
Sachverständigenmäßig können Sie nichts dazu sagen?
Z. Dr. E. S.: Nein, aber die Blutspuren – – Ich sage mal, wenn die Hose gewaschen worden wäre, hätte ich erwartet, dass die Blutspuren sich verwaschen dargestellt hätten,
ausgeblichen. Das war nicht der Fall.
Vorsitzender Wolfgang Drexler: Das war nicht der Fall?
Z. Dr. E. S.: Nein.“

Zweite Pumpgun-Hülse im Wohnmobil

Es gab zwei leere Pumpgun-Patronenhülsen! Uwe Mundlos konnte nach dem Kopfschuss nicht den Kolben nach hinten ziehen, um die Hülse mechanisch auszuwerfen.

Die Abgeordneten konnte das nur kurzzeitig irritieren, da eine Pumpgun sich selbst entladen kann. Das wäre dann der Fall, wenn der Griff mit Wucht auf dem Boden aufschlägt.

„Auf den ersten Blick irritierend war, dass auch die Hülse der Patrone, die Mundlos tötete, ausgeworfen wurde. Jedoch führte das BKA den Nachweis, dass die betreffende Pumpgun auch nachladen konnte, wenn der Griff aus einer Höhe von mindestens zehn Zentimetern mit Wucht auf dem Boden aufgeschlagen und hierdurch der Verschluss zurückgegangen wäre. Dies wäre der Fall gewesen, wenn sich Mundlos im Stehen in den Kopf geschossen hätte. Hierfür sprechen sowohl das relativ senkrechte Austrittsloch im Dach des Wohnmobils über dem Leichnam Mundlos´ als auch die Blutspritzer auf dem Toilettendeckel der Nasszelle des Wohnmobils, die von Mundlos stammten. Nach der Beweisaufnahme steht für den Ausschuss daher fest, dass die Annahme eines BKA-Gutachtens nicht richtig sein kann, wonach Mundlos in sitzender Haltung sich erschossen haben soll. Der Ausschuss geht davon aus, dass sich Mundlos im Stehen in den Kopf schoss.“

Tatsächlich wird der Kolben durch die Schwerkraft nach unten gezogen und öffnet teilweise den Verschluss. Im Ausnahmefall kann die Hülse dann von selbst aus dem Lauf fallen. Dafür muss die Waffe jedoch von oben mit dem Griff senkrecht nach unten herunterfallen. Die Waffe darf nicht seitlich auf dem Boden aufprallen, da dann die Schwerkraft nicht genügend auf den Kolben wirken kann.

Uwe Mundlos lag mit dem Oberkörper an dem unteren Klappbett gelehnt, an dessen Matratze keine Blutspritzer erkennbar sind. Aufgrund der Lage der Leiche im Wohnmobil hätte Mundlos also im Gang direkt über dem Austrittsloch stehen und die Pumpgun senkrecht in seinen Mund halten müssen. Beim Fallen hätte er mit Mund, Armen und Füßen die Waffe nicht berühren dürfen, um ihre senkrechte Flugbahn nicht abzulenken. Auch aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse ist dies schwer vorstellbar. Wenn er in der Nasszelle stand, mit dem Kopf zum Gang, ist die Frage, warum er nicht auch in diese Richtung umfiel.

Benzinkanister von Beate Zschäpe

Es wurde in der Zwickauer Wohnung ein größtenteils unversehrter, leerer Benzinkanister gefunden. Damit hätte Zschäpe das Benzin in der Wohnung verschüttet und angezündet. Dann hätte sie den Kanister im Eingangsbereich liegen lassen. An dem Kanister befinden aber keine Fingerabdrücke von ihr, nicht einmal DNA-Spuren.

“Als „Spur 05“ wurde der Behälter gesichert und von Kriminaltechnikern untersucht – mit überraschendem Ausgang: Nirgends fanden sich Zschäpes Fingerabdrücke. Nach ihrem DNA-Muster suchte man ebenfalls vergeblich.” (focus)

Das erklärt der Ausschuss damit, dass das Feuer die DNA zerstört hätte.

„In sämtlichen Räumen konnte Benzin festgestellt werden; Teelichter standen am Boden; ein 10-Liter-Benzinkanister wurde aufgefunden. Weder auf ihm noch auf der Ausgusstülle waren DNA-Spuren auffindbar, was sich jedoch durch die Wirkung des Brandes auf DNA erklären lässt.“

Keine Einatmung von Brandgasen, -ruß von Mundlos

„Nach der Beweisaufnahme steht fest, dass nach dem Ausströmen des Gases ein Handlungszeitfenster von einigen Sekunden bis zu sehr wenigen Minuten bestand. Denn die heißen und gefährlichen Brandgase, auch Ruß, steigen zunächst nach oben ab. Nach Aussage eines Sachverständigen vor dem Ausschuss konnte es daher gut sein, dass es in dem Wohnmobil einen Bereich gab, in dem noch atembare Luft vorhanden war, ohne dass man Rußpartikel in der Lunge haben finden müssen. Für Mundlos hätte demnach die Zeit gereicht, vor der Selbsttötung – unabhängig von der Reihenfolge – Feuer zu legen und Böhnhardt zu erschießen.“

Nachfindungen sogenannter NSU-Bekennerfilme im Wohnmobil

„Die Bekenner-DVDs befanden sich auch in einem Tourenrucksack, der am 5. November 2011 auf der Rückbank des Wohnmobils gesichert wurde. Diese DVDs waren jedoch im vorläufigen Spurenband nicht aufgeführt. Erst am 1. Dezember 2011 wurden die Bekenner-DVDs des NSU in diesem Rucksack erstmals dokumentiert: In einem BKA-Vermerk vom 6. Dezember 20113587 wird genau das Äußere des Rucksacks beschrieben, der Inhalt aufgelistet und die Lage bei Spurensicherung durch das Thüringer LKA. Als Inhalt des Rucksacks werden sechs DVDs mit den Spurennummern 1.7./30.1 bis 1.7./30.6 genannt. Der vorläufige Spurenband hatte bei 1.7./30.0 geendet. Auf Nachfragen des Ausschusses wiesen Zeugen darauf hin, dass die sechs DVDs erst zu einem späteren Zeitpunkt, also wohl am 1. Dezember 2011, bei der Feinasservierung durch die Tatortgruppe des LKA Thüringen aufgefunden und ausgewertet wurden. Die Verzögerung bei der Asservierung des Inhalts des Rucksacks ist für den Ausschuss nicht nachvollziehbar.“

Voraussehbares Ergebnis

„Der Ausschuss hat an der Spurenlage keine Zweifel und hält eine manipulative Einwirkung auf das Beweismaterial nach Durchführung der Beweisaufnahme und intensivem Aktenstudium für ausgeschlossen.“

Ein Gedanke zu „NSU-Ausschuss trifft absurde Aussagen zur DNA-freien Jogginghose, zweiten Pumpgun-Hülse und Zschäpes DNA-freiem Benzinkanister“

  1. „Aufgrund der Lage der Leiche im Wohnmobil hätte Mundlos also im Gang direkt über dem Austrittsloch stehen und die Pumpgun senkrecht in seinen Mund halten müssen. Beim Fallen hätte er mit Mund, Armen und Füßen die Waffe nicht berühren dürfen, um ihre senkrechte Flugbahn nicht abzulenken. Auch aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse ist dies schwer vorstellbar. “

    Vor allem aufgrund der L a g e des Großhirnanteils von Mundlos (und noch eindeutiger auch des Großhirnanteils von B.) inklusive eines dreieckigen Schädeldachknochenausrisses ( all dieses alles fand sich am Boden unterhalb des Spülen/Kochbereichs neben einem pendelnden Mikrofonkable) ist w e d e r die stehende n o c h die sitzende Selbsmordtheorie der Polizei bzw. der Behörden von M. (aber auch die vorhergende angebliche Erschiessung von B. durch M.) stimmig.

    Hinzu kommt dass diese Hirn-und Schädelknochenanteile n i c h t asserviert wurden (wiewohl jede Wasserflasche und jedes Papierchen asserviert wurden) und diese über den Mord an den beiden eindeutig Aufschluss gebenden (Großhirn)Anteile und ein Schädel Knochenausriss einfach weggeputzt und weggeworfen wurden. Vermutlich geschah dies weil sie die offizielle Theorie eines erweiterten Suizids von B. und M. ad absurdum führen.

    vgl. z.B. https://parlograph.wordpress.com/2015/11/22/black-box/

    und

    http://das-blaettchen.de/2016/09/%E2%80%9Ebesenrein%E2%80%9C-%E2%80%93-oder-%E2%80%9Ewie-viel-staat-steckt-im-nsu%E2%80%9C-37111.html#_edn2

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