Dr. Gero Jenner vergleicht die Werke „Geldsyndrom“ und „Monetäre Modernisierung“

Dr. Gero Jenner veröffentlichte auf seinem Blog folgende Analyse: 

Prof. Dr. Joseph Hubers Vollgeldtheorie – gebaut auf Sand und schlechtem Denken

Er vergleicht dazu die Hauptwerke von Helmut Creutz und Prof. Dr. Joseph Huber und kommt zu einem klaren Ergebnis.

Empfehlenswert ist auch sein Vortrag und die anschließende Diskussion, die bei „youtube“ zu sehen ist.

6 Gedanken zu „Dr. Gero Jenner vergleicht die Werke „Geldsyndrom“ und „Monetäre Modernisierung““

  1. Aus meiner Sicht eine viel zu ausladende Betrachtung, die im Kern obendrein falsch aufgestellt ist. Er meint:

    „Ich werde später, nämlich unter Hub-f2, ausführen, warum Hubers Theorie aus rein ökonomischen Gründen haltlos ist: Es lohnt sich für Geschäftsbanken nicht, Buchgeld aus dem Nichts zu schöpfen, obwohl sie dazu theoretisch durchaus in der Lage wären. Der Grund: Aus dem Nichts geschaffenes Geld, ist für sie einfach zu teuer.“

    Das ist schlicht Unfug.
    Seine Betrachtung klammert sich an die Realwirtschaft. Er übersieht aber völlig, das die gar keine Bezugsgröße mehr für die Finanwirtschaft ist. Investmentbanking ist das Stichwort. Geldschöpfung mit Geld. Das sind dann die Gewinne in der Bankenbilanz.
    Genau das ist ja das Problem.
    In Zahlen, die rum schwirrenden Derivate, und das ohne die Schattenbanken, liegen bei 1000 Billionen Dollar. Die jährliche Wertschöpfung dagegen bei ca. 80 Billionen Dollar.
    Völlig Gaga und als Blase wohl klar erkennbar.

    1. Auch die deutsche Bundesbank bestätigt die Aussage, siehe:
      Können Banken unbegrenzt Geld schöpfen?

      Die Bundesbank antwortet mit einem klaren Nein, weil Geschäftsbanken den Kreditbetrag refinanzieren müssen. Damit wird auch der Gedankenfehler bei Prof. Richard Werner klar. Er ignoriert, dass das geschaffene Geld vom Kreditnehmer ausgegeben wird!

      „Für die Kredit gebende A-Bank bedeutet dies, dass die Sichteinlage des Kunden, das selbstgeschaffene Buchgeld, abfließt – und dass sie den Kredit nun „refinanzieren“ muss. Im einfachsten idealtypischen Fall wird ihr dazu die B-Bank einen Kredit gewähren (…). (…) für den sie der A-Bank einen Zins (…) in Rechnung stellt.“

      Desweiteren besteht neben dem Kreditausfallrisiko, das Zinsänderungsrisiko und Liquiditätsrisiko.

      „Steigt dieser Zins tatsächlich, schmälert dies den ihr verbleibenden Anteil aus dem Zinsertrag des Kundenkredits. Drittens besteht das Risiko, dass die A-Bank einmal keine andere Bank findet, die bereit ist, die benötigte Refinanzierung zu gewähren (…).“
      http://friedensblick.de/23268/geldmuseum-der-deutschen-bundesbank-klaert-ueber-geldschoepfung-auf/

      Bei der von „roger“ genannten Zahl 1000 Billionen Dollar Derivate handelt es sich um den gesamten Umsatz mit Derivate-Absicherungen. Wenn ein bestimmtes abgesichertes Ereignis nicht passiert, löst sich die Absicherung in Luft aus. Das ist so ähnlich wie bei Unfall-Versicherungen.

      1. @Georg

        Werfe doch bitte mal deine Logik an!
        „Derivate-Absicherungen“

        Was bitte sollen 1000 Billionen in der Realwirtschaft absichern, die nur 80 Billionen auf die Beine stellt?

        Derivate sind Wetten auf Finanzprodukte in alle Richtungen, mit exorbitanten Verlusten und Gewinnen dank Hebel. Das Geld dafür schöpfen die Banken sehr wohl aus dem Nichts, damit sind die Gewinne auch Nichts, denn sie sind nicht das Ergebnis einer Wertschöpfung.
        Das müssen sie aber sein, Geld allein schafft keine Wertschöpfung.

        Ich habe es dir schon mal empfohlen, Goethe Faust Teil II, da bringt er es auf den Punkt. Den Punkt hat er sich in Auswertung vom ersten Papiergeldbankrott der Welt geholt. John Laws großes Rad.
        http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/historische-finanzkrisen-frankreich-1720-aufstieg-und-fall-von-john-laws-finanzsystem-1283673.html

  2. „Was bitte sollen 1000 Billionen in der Realwirtschaft absichern, die nur 80 Billionen auf die Beine stellt?“
    Sehr gute Frage! Es wird aber noch schlimmer kommen.

    http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Donald-Trump-Deregulierung-Banken

    Und natürlich schöpfen die Banken Geld via Kreditvergabe.
    Sie tun das natürlich nicht – unbegrenzt- wie die Bundesbank das simplifiziert und mittels Bank A „beweisen“ will.
    Es gibt im heutigen System ja nicht nur Bank A, sonern auch Bank B, C, D, etc.
    Geben diese in etwas gleich viele und hohe Kredite aus und werden diese im Giroabgleich innerhalb dieser Banken erledigt, dann (falls die Kreditnehmer und deren Lieferanten in etwa gleich verteilt sind , was die Regel ist) schöpfen über diesen (Kreditausgabe) Weg die Banken natürlich Geld, ohne daß dazu Zentralbankgeld benötigt wird.
    Sollte endlich mal ankommen.

  3. Nachtrag:
    in seinem Beitrag zur Geldschöpfung :
    http://www.gerojenner.com/wp/?p=1116
    macht Gero Jenner genau die gleichen Fehler:
    er vergleicht nur eine eine Bank (A) und zieht daraus natürlich falsche Schlüsse. Weiterhin wiederholt und „bestätigt“ er die Milchmädchenrechnung von Creutz, der Einlagen (zu denen bei Umbuchung auch Kredite zählen!) und echte Spareinlagen gleichsetzt bzw. verwechselt.

  4. Geldschöpfung und -vernichtung gehören zusammen wie Kreditgewährung und -tilgung. Viele komplexe Regeln (wie der Dodd Frank Act 2010, den Trump jetzt abschaffen will) sorgen dafür, dass die Geld schöpfenden Banken für die korrespondierende Geldvernichtung verantwortlich sind und bleiben. Und dafür, dass die Abzocker nur sich selber schädigen, sowie allenfalls noch Leute, die sich freiwillig und sehenden Auges (und nur mit ihrem eigenen Geld) mit ihnen einlassen.

    Erst diese Regeln stellen sicher, dass die Bank bei einem pleite gegangenen Kreditnehmer nicht einfach und ohne weitere Folgen den Kredit ausbuchen oder mit neu geschöpftem Geld dem Pleitier das Geld zur Tilgung alter Kredite geben kann.
    Und nicht per Geldschöpfung sich als Bank gleich selber die Taschen füllen (d.h. die Bilanzen vergolden) kann, während im Schnelldurchgang gleich die Währung weginflationiert wird.

    Wenn die gegen Trump geifernden Medien sich nur an Äußerlichkeiten und Harmlosem festbeißen, dann sind sie evtl. zu dumm oder faul dazu, sich mit den wahren Gefahren zu beschäftigen. Wer aber als vermeintlicher Geldexperte stundelange Videos ins Netz stellt, und dann nur geheimnisvoll von Schulden und Krisen schwadroniert, aber von Geldschöpfung spricht ohne die Geldvernichtung zu streifen, kann m.E. kein Experte sein.

    Denn er müsste klar zum Ausdruck bringen:
    Zur Geldschöpfung gehört die Geldvernichtung und die Beschreibung, warum und wie sie (jedenfalls in jedem gesunden System) zusammenhängen – und wie das weitere Zusammenhängen-Müssen unter veränderten Rahmenbedingungen sichergestellt werden kann.

    Denn bei allen Fehlern unseres Systems: Es funktioniert im Großen und Ganzen seit Jahrzehnten hervorragend, muss also einen gesunden Kern haben, den es zu erkennen, zu bewahren und ggf. wiederherzustellen gilt.

    Als zweites müssten diese Experten dann klar erkennen und benennen, was genau sich als korrupter Mantel um den gesunden Kern legt und ihn ausschaltet oder ggf. zerstört.
    Das sind zwar insofern dunkle Mächte, als sie nicht mit offenen Visier kämpfen. Aber ohne großen Mystizismus kann man ganz einfach sagen: Es sind Gruppen von reichen und mächtigen Egoisten, die sich Politiker und damit maßgeschneiderte Gesetze kaufen, mit denen der gesunde Kern des Geldsystems korrumpiert wird. Indem z.B. die eigentlich unverzichtbaren Regeln und Kontrollen über Bord geworfen werden, nur um für das egoistische Abzock-Interesse der Zocker schnelle Gewinne zu ermöglichen, jedoch die Risiken auf andere, insbesondere auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.

    Dabei gibt es ja sogar einen Sockel an sinnvollem Spekulantentum, das Risiken auf sich nimmt, die keine Versicherung finden würden, wie die Absicherung von Währungskursen für Exporteuere und von Erntepreisen für Landwirte. Kostolany, der verstorbene Gentleman-Spekulant, war so einer und hat Bücher darüber geschrieben. Für ihn war aber klar, dass er nicht too big to fail ist, sondern alle Verluste selber verschmerzen muss.

    Das System als Ganzes zu verteufeln und auf ein apokalytisches reinigendes Gewitter zu warten, kann nicht die Meinung eines ernst zu nehmenden Experten sein. Denn ich bezweifle, dass diese vermeintlichen Experten einen brauchbaren Plan B in der Tasche haben, wenn sie beim bestehenden System schon nicht den gesunden, erhaltenswerten Teil vom Krebsgeschwür unterscheiden können oder wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.