Informant der Thüringer Polizei war über NSU-Banküberfall in Eisenach informiert

Am 04. November 2011 fand ein Banküberfall in Eisenach statt. Die Bankräuber sollen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen sein. Ein Polizei-Informant traf Tage davor einen „Thomas“ aus der Eisenacher Friedensstraße, der ihm berichtete, demnächst eine Bank überfallen zu wollen. Er zeigt ihm eine schwarze Maske und eine Waffe.

„Die Abg. König (LINKE) weist auf einen im Damoko-System aufgeführten Auftrag vom 05.11.2011 hin, laut dem KHK Kre. eine Recherche im VP-Bereich um Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe anstellen soll.

Ergebnis ist, dass eine VP [Vertrauensperson] einen Thomas in der Friedensstraße in Eisenach besucht hat. Dort habe er „vor ein paar Tagen“ eine schwarze Maske und eine „Knarre“ gesehen. Thomas habe geäußert, eine Bank überfallen zu wollen.

Menzel ist der Vorgang erinnerlich. Er weiß aber nicht mehr, ob er den Auftrag gegeben hat. Die Polizei habe Vertrauenspersonen im Bereich der allgemeinen Kriminalität. Bei Straftaten in Eisenach würde dort auch gefragt werden. VP’s rechts würden bei der Polizei allerdings nicht geführt. Ob auf diese Meldung weitere Ermittlungen folgten, kann Menzel nicht sagen, weil ihm keine Rücksprache im Vorfeld des UA möglich gewesen sei. Die Abg. König (LINKE) sagt, dass die im Auftragsformular als Sachbearbeiter eingetragenen Walt. und Lo. zu der Zeit in Niedersachsen waren und den Auftrag nicht kennen würden. Kre. sei der Auftragnehmer, aber wer sei der Auftraggeber? Menzel berichtet, dies sei „nur die SoKo Kapron“ und nicht einzelne Personen. Es sei „vollkommen egal, wer mit Namen einen Auftrag erteilt“. (haskala)

Tatsächlich war Polizeichef Michael Menzel sehr gut vorbereitet auf den Banküberfall. Es waren bereits Einsatzkräfte zusammengezogen, die gezielt nach einem Transporter für Fahrräder suchen sollten, zum Beispiel einem Wohnmobil. 

„Daraufhin seien Einsatzpläne erstellt und mehrere Kräfte zusammengezogen bzw. in Bereitschaft versetzt worden.“ (Abschlussbericht, PUA-Thüringen)

Die offizielle Erklärung, warum die Polizei vorbereitet war, geht jedoch anders.

Anfang September 2011 fand ein Banküberfall im thüringischen Arnstadt statt. Menzel nahm an, dass die Täter wieder im Vorfeld eines Wochenendes in der Region eine Bank überfallen würden, mit einer ähnlichen Vorgehensweise (Flucht mit Fahrrrad zu einem in der Nähe geparkten Transporter, mit dortigen Abwarten der Ringfahndung).

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