Stefan Niggemeier beschwichtigt Fake-Luftbild von Trump-Vereidigung

Der Blogger „Hintermbusch“ machte mich auf eine interessante online-Analyse des Journalisten Stefan Niggemeier aufmerksam. Niggemeier zeigt, dass tatsächlich mehr Zuschauer bei der Vereidigung von Obama anwesend waren, als bei der von Trump. Gleichzeitig gibt er zu, dass die Medien bei dem Luftbild-Vergleich der Menschenmassen nicht sauber gearbeitet haben. Die zwei Luftbilder stammen wirklich von verschiedenen Uhrzeiten!

Niggemeier beschwichtigt jedoch gleichzeitig, dass der Unterschied vernachlässigbar sei. Auch zu einem späteren Zeitpunkt kamen nicht viel mehr Anhänger Trumps. Das Endergebnis wäre dasselbe gewesen.

„Yogeshwar hat recht, wenn er sagt, dass man Fotos vergleichen muss, die zur selben Zeit entstanden sind. Leider sagt er nicht, dass bei einem solchen Vergleich das Ergebnis praktisch identisch ist mit dem, das er als untauglich abgelehnt hat (wofür er als Enthüller öffentlich-rechtlicher „Fake-News“ gefeiert wird).“

Diese Darstellung scheitert, kritisch zu hinterfragen: Warum zeigen Medien ein Luftbild der Vereidigung Trumps, auf dem weniger Menschen zu sehen sind,  als tatsächlich kamen? Warum wird überhaupt auf die (leeren) hinteren Plätze, im Vergleich zu Obama, herumgeritten? Unbestritten ist, dass vorne hunderttausende Menschen anwesend waren. Weil Trumps Präsidentschaft von Anfang an de-legitimiert werden soll und das ist der eigentliche Skandal. 

Folgender Vergleich veranschaulicht, dass das Ergebnis nicht „praktisch identisch“ ist. Dieses Foto wurde bei der Talkshow von Markus Lanz gezeigt:

trump_lanz

Quelle: Stefan Niggemeier, Foto bearbeitet von Georg Lehle

Dieses folgende Luftbild zeigt die maximale Ausdehnung der Menschenmasse, nur zu einem späteren Zeitpunkt. Es zeigt eine größere Zuschauerzahl.

trump-vereidigung

Quelle: youtube

Es wäre sehr naiv, von einem Fehler auszugehen.

2 Gedanken zu „Stefan Niggemeier beschwichtigt Fake-Luftbild von Trump-Vereidigung“

  1. Zum unterschiedlichen zeitlichen Vorlauf des jeweiligen Fotos kommt noch das unterschiedliche Wetter:
    Bei Regen (Trump-Foto) geht man halt später zum Event als bei Sonnenschein (Obama-Foto), so dass selbst „zeitgleiche“ Bilder nur eingeschränkt beweiskräftig sind. Das kam bei der Talkshow mit Yogeshwar ebenfalls zur Sprache.

    Auch die endgültige jeweilige Gesamtzahl dürfte (bei angenommen gleich beliebten Präsidenten) am Regentag tendenziell geringer sein. So hat Trump zwar gerade nicht argumentiert, aber bereits die Medien hätten (bevor sie bei einem politisch eher nebensächlichen Ereignis ein erklärungsbedürftiges Detail hämisch aufbauschen) mal sachlich-nüchtern die Rahmenbedingungen miterwähnen müssen statt – wie geschehen – entscheidende (aber „unpolitische“) Faktoren auszufiltern.
    Will man vielleicht Trump mit gezielten Halbwahrheiten zur Weißglut bringen, um sich dann daran zu ergötzen?

    Weiteres Beispiel für die hämisch-unsaubere Berichterstattung: Trump-Beraterin Kellyanne Conway habe ein „Bowling Green Massaker“ erfunden, um Trumps Einreiseverbote zu rechtfertigen,
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/kellyanne-conway-donald-trump-beraterin-erfindet-bowling-green-massacre-a-1133013.html

    Der guten Dame war tatsächlich etwas durcheinander geraten und sie hat sich dafür entschuldigt. Aber wie groß war ihre „Unwahrheit“ denn tatsächlich und wie bös ihre Absichten?
    Betraf der Lapsus überhaupt den Kern ihrer Aussage?

    Sie sprach von den „Planern des Bowling Green Massakers“, hat also kein Massaker erfunden, sondern allenfalls Pläne hierzu. Zumindest kann man sich noch gerade so ausdrücken (d.h. das Unterbleiben einer Planausführung unerwähnt lassen, ohne die „Planer“ zu verleumden), wenn man im folgenden seine Argumente auf die (gerichtlich verurteilten) Planer richtet und deren Behandlung durch den Staat, wenn also die Argumente nicht von einer tatsächlich geschehenen (und vor allem „zusätzlichen“) Buttat abhängen.

    Die „Planer“, zwei laut SPIEGEL-Text zwecks Waffen- und Geld-Beschaffung für irakische Aufständische eingereiste und dann verhaftete Iraker hatten allerdings „gestanden, im Irak Sprengsätze gegen US-Soldaten eingesetzt zu haben“.
    So etwas wie ein Massaker an Amerikanern hatten sie also tatsächlich bereits begangen, wenn auch nicht auf US-Boden und nicht in Bowling Green, wo sie nur verhaftet wurden .

    Dafür waren sie mit ihrer Beschaffungs-Reise in die USA bereits an der Vorbereitung weiterer Massaker (an US-Bürgern, auszuführen aber wiederum „nur“ im Irak) tatkräftig beteiligt, waren also über das Stadium einer reinen Planung schon eindeutig hinaus.

    Das Massaker an der Columbine High School von 1999 wurde 2002 von Michael Moore in seinem berühmten Dokumentarfilm aufgearbeitet – Titel: „Bowling for Columbine“.
    Die 2011 in Bowling Green festgenommenen und 2013 wegen Terrorismus zu langen Haftstrafen verurteilen Iraker hatten mit griffigen Wörtchen „Bowling / umpusten“ also eine Gemeinsamkeit mit einem tatsächlichen US-Massaker-Ort. Dass die vielbeschäftigte Trump-Beraterin da ohne Absicht was durcheinander brachte ist nachvollziehbar.

    Kern ihrer Aussage war auch nicht, die Amerikaner über ein ihnen bisher unbekanntes Massaker aufzuklären, sondern klarzustellen, dass bereits unter Obama aus einem ganz konkreten Einzel-Anlass (eingereiste aktive Terroristen aus einem kritischen Land) die Einreise für alle Angehörigen des dortigen Staates erschwert wurde.

    Dieser Kern war und bleibt richtig.
    Hätte sie „die in Bowling Green verhafteten Massaker-Täter und -Planer“ gesagt statt „Planer des Bowling Green Massakers“, dann wäre uns viele heiße Luft erspart geblieben.

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