Flüchtlingskrise: Aufwiegelnder Kommentar von FR-Journalist Stephan Hebel

In den Medien wird viel über Hasskommentare von politisch rechts orientierten Menschen berichtet, ignoriert wird jedoch die linke Seite. Der Grund ist einfach: Viele Linke unterstützen Merkels Grenzöffnung und Einladungspolitik. Dabei sind manche deren Aussagen und Handlungen auch hasserfüllt. Beispielsweise erhielt die linke Spitzenpolitikerin Sahra Wagenknecht eine Torte ins Gesicht geschmissen, nur weil sie sich für eine Obergrenze aussprach und für die Abschiebung kriminell gewordener Asylbewerber. Geschmissen wurde sie von der „Initative „Torten für Menschenfeinde“.

Wie das politische Klima vergiftet wird, zeigt ein Kommentar des Leitartiklers der Frankfurter Rundschau (FR) Stephan Hebel. Er berichtetet mehr oder weniger wohlwollend von der Sommer-Pressekonferenz Angela Merkels, die unter dem Eindruck mehrerer Terrorangriffe stand.

Hebel schreibt grob vereinfachend, dass es doch nicht Merkels Schuld gewesen sei, dass sich unter den Terroristen auch Flüchtlinge befinden.

„Erst recht ist es nicht Merkels Schuld, wenn sich unter den Tätern, die Deutschland gerade in Angst versetzen, auch Flüchtlinge befinden.“ (FR)

Dabei ignoriert er, dass Angela Merkels Politik es den Terroristen einfach machte, von Syrien nach Deutschland zu kommen:

Bereits Anfang 2015 war man in Berlin über die eskalierende Situation auf der Balkanroute informiert. Statt dem ausbrechenden Chaos im Zuge des anschwellenden Massenansturms frühzeitig Einhalt zu gebieten, etwa durch öffentliche Stellungsnahmen, rief Angela Merkel Ende August 2015 sogar die Willkommenskultur aus. Ab September brachen alle Schranken, es kamen täglich 10.000 Migranten- und Flüchtlinge, darunter mischten sich eine Vielzahl von IS-Terroristen. Die „welt“ fasste die Hintergründe zusammen, als „Krise mit Ansage“:

„Immer wieder haben Sicherheitsbehörden, deutsche Botschaften und hohe Beamte die Kanzlerin und den Innenminister gewarnt – vergebens. Notwendige Maßnahmen wurden nicht umgesetzt, aus politischen Gründen ignoriert oder schlicht verschlampt. Die Geschichte der Flüchtlingskrise ist vor allem die Geschichte eines Staatsversagens.“

Dann setzt Hebel zu einem Frontalangriff auf Merkel-Kritiker an: Da Merkel nichts dafür kann, muss vor einer Vermischung von Sicherheits- und Flüchtlingsthema gewarnt werden. Dieser „Hinweis“ würde u. a. an Rechtsextremisten“ oder „Scharfmacher von der hässlichen Schwester aus Bayern“ gehen, die diese Vermischung vornehmen. 

„Und deshalb tat die Kanzlerin auch recht daran, vor einer pauschalen Vermischung des Sicherheits- mit dem Flüchtlingsthema zu warnen, indem sie Aufklärung auch im Namen der „vielen unschuldigen Flüchtlinge“ versprach. Ein Hinweis, der sowohl an die Rechtextremisten und –populisten im AfD-Umfeld ging als auch an die Scharfmacher von der hässlichen Schwester aus Bayern.“

Nachdem Hebel Merkels Mitschuld an den Terroranschlägen selbst grobschlächtigst weg-vereinfachte, sieht er genau diesen Kritikpunkt bei seinen politischen Kontrahenten: Das wären „Vereinfacher und Verschwörungstheoretiker“, die sich von trüben Wassern „aus dem rassistischen Untergrund nähren würden. 

„Ja, gegen die Vereinfacher und Verschwörungstheoretiker von ganz rechts wehrt sich die Bundeskanzlerin mit guten Gründen, auch wenn sie sie nicht beim Namen nennt. Aber es muss, andererseits, prognostiziert werden: Das trübe Wasser aus dem rassistischen Untergrund, von dem sie sich nähren, wird sie ihnen damit allein nicht abgraben können. Und das liegt dann eben doch an ihr selbst.“

Der Blogger „Hintermbusch“ analysierte ein Buch von Stephan Hebel, in dem er sich gegen die neoliberale Euro-Rettungspolitik Merkels ausspricht. Dass offene Grenzen, ohne soziale Gerechtigkeit, Teil der neoliberalen Agenda ist, wies Oskar Lafontaine hin.

6 Gedanken zu „Flüchtlingskrise: Aufwiegelnder Kommentar von FR-Journalist Stephan Hebel“

  1. Als Hass-Kommentar würde ich Hebels Kommentar nicht bezeichnen.
    Aber es ist doch sehr auffällig, wie scharf er Merkel in seinem Buch kritisiert hat, als die Probleme noch nicht offensichtlich waren und wie lau er sie jetzt kritisiert, wo ihre Politik an mehreren Fronten (Euro, Energiewende, USA / Russland / Ukraine, Migration / Erdogan) vom Zusammenbruch bedroht ist.
    Man sieht daran auch, wie raffiniert und skrupellos es von ihr war, mit der Grenzöffnung die Linken an ihre Seite zu holen.
    Inzwischen beschließt sie wieder gemeinsam mit den Konservativen aus CDU/CSU Maßnahmen, die von der AfD gestohlen sein könnten und kann gleichzeitig noch darauf rechnen, dass die Linke sie vehement gegen Angriffe der AfD verteidigt. Das ist purer Machterhaltszynismus, und viele Linke sind so blind, dass sie da brav mitspielen. Unglaublich!
    Das Links-Rechts-Schema hindert alle daran, das Spiel zu durchschauen, und endlich die Pestknolle aus der Kartoffelkiste zu werfen.

    1. Ich fühle mich angegriffen, weil Hebel mich mit „Rechtextremisten und –populisten im AfD-Umfeld (…) als auch (…) Scharfmacher von der hässlichen Schwester aus Bayern“ indirekt auf eine Stufe stellt. Indem er nur diese drei Gruppen erwähnt, die die „Vermischung des Sicherheits- mit dem Flüchtlingsthema“ vollziehen, muss ich mich dort auch zugeordnet fühlen. Hebel unterstreicht diese Diffamierung gleich darauf, dass Merkel sich aus „guten Gründen“ gegen „Vereinfacher und Verschwörungstheoretiker von ganz rechts“ wehren würde. Daraus kann mit guten Gründen heraus-gelesen werden, dass für Hebel alle, die diese „Vermischung“ machen, gleichzusetzen mit Rechten sind.

  2. Auch das Wort „pauschal“ macht es nicht besser: Hebel meint ja nicht diejenigen, die pauschal sagen „Jeder Flüchtling ist ein Terrorist“. Er greift jeden an, der Merkels Flüchtlingspolitik wegen ihres Sicherheitsrisikos kritisiert. Ausdrücklich schreibt er „Und deshalb“. Klartext: Weil Merkel nicht schuld ist, dass unter den Flüchtlingen Terroristen sind,[deshalb] ist eine „Vermischung des Sicherheits- mit dem Flüchtlingsthema“ rechtsextremistisch, hässlich, rassistisch etc.

  3. Es ist bei Hebel einfach die übliche Borniertheit des guten Deutschen. Wenn man ihm sagt, dass unter unkontrolliert einwandernden Massen garantiert 10% übles Gesindel, Pack und Schlimmeres sind, dann antwortet er: „Es ist nicht wahr, dass alle Flüchtlinge Gesindel sind, und überhaupt ‚Gesindel‘ und ‚Pack‘ darf man Menschen nie nennen“.
    Es ist ein blinder Fleck. Sie sehen es einfach nicht, dass sie immer etwas Schlimmeres abwehren, als gesagt wird, und dass sie mit zweierlei Maß messen. Abgesehen davon halte ich Hebel eher für einen bemühten Abwiegler. Das hier ist ein hetzerischer Kommentar von einem Redaktionskollegen von Hebel:
    http://www.fr-online.de/tv-kritik/tv-kritik—anne-will—das-erste-wenn-lafontaine-den-trump-macht,1473344,34802216.html
    Hass, weil jemand nicht für Hillary Clinton sein will: Wahnsinn, oder? Hebel traue ich einen solchen Stalinismus nicht zu.

  4. Oh Gott, was für eine Logik. Also wenn ich 200 Liter Benzin in Glasflaschen in den Kofferraum eines Kleinwagens stapele, habe ich ein Platzproblem, ein Sicherheitsproblem und andere Probleme. Die Problembereiche kann man eben NICHT voneinander trennen, auch wenn es den Treibstoff kostengünstig beim Hehler gab. Da wäre nach einer Verkehrskontrolle die Fahrt zu Ende.

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