Die „Welt“ meldet wachsenden Vorsprung von Clinton, trotz FBI-Ermittlungen

Die Umfragewerte von Hillary Clinton brechen ein, seitdem die Bundespolizei „FBI“ wieder gegen sie ermittelt. Hier werden die momentanen Umfragewerte ersichtlich, aus Befragungen von „USC Dornsife/Los Angeles Times“. Diese Organisation prognostizierte die Ergebnisse der letzten Präsidentschaftswahlen mit am besten, bis auf die Nachkomma-Stelle. Ersichtlich wird, dass die rote Linie von Trump steil nach oben schießt. Er liegt inzwischen 5,6% im Vorsprung.

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Quelle: „Cesrusc

Die „Welt“ titelt dagegen, dass Clinton trotz der neuen Ermittlungen ihren Vorsprung ausbauen könnte.

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Quelle: welt

Die „Welt“ beruft sich auf eine Umfrage, die u. a. von der Zeitung „Washington Post“ in Auftrag gegeben wurde. Deren Redaktion unterstützt jedoch offiziell Clinton und titelte am 13. Oktober: Hillary Clinton for president. Die „Welt“ gibt ihren Lesern diese Information nicht.

Die Hintergründe werden hier erklärt:

Deswegen sagen Lügenmedien Wahlsieg von Hillary Clinton voraus

4 Gedanken zu „Die „Welt“ meldet wachsenden Vorsprung von Clinton, trotz FBI-Ermittlungen“

  1. Man wird am Mittwochmorgen sehen, was dabei herauskommt. Es würde ja wenig Sinn machen, in Deutschland durch falsche Berichte Stimmung für Clinton zu machen: wir dürfen nicht wählen.
    Ich sehe ein ganz anderes Motiv am Werk: Angst und Autosuggestion. Die politisch-mediale Klasse in Deutschland spürt, dass sie gegen den Unmut im eigenen Land auf verlorenem Posten steht, wenn Trump Präsident wird. Sie haben wahnsinnig viel investiert, um mit einem US-Establishment im Boot zu bleiben, das jetzt wankt. Sie sind am Ende, wenn ihnen die große Schwester abhanden kommt.
    Eine erstklassige Langfristanalyse vieler Aspekte des US-Wahlkampfs habe ich gerade auf mein Blog gestellt:
    https://hintermbusch.wordpress.com/2016/11/06/das-amerika-von-trump/
    Mein liebster Denker sagt dort u.a. folgende Sätze:
    „Das ist das, was man populistische Revolte nennt, das man Populismus nennt in der Sprache des globalisierten Establishments. Ich spreche lieber von Volksrevolte oder demokratischer Aufwallung“
    „Und nun, 35 Jahre später, habe ich das Gefühl, dass die anglo-amerikanische Welt dabei ist, mit einer zweiten Revolution niederzukommen.“

    @Johannes
    Der Text von Dietz passt sehr gut dazu, wenn er auch einen ganz anderen Zungenschlag hat. Dietz war für mich lange Zeit ein absolut unerträgliches Arschloch: er hat eine absolut fixe Idee von Gut und Böse, die er (weiterhin) zu 100% auf die einen und die anderen zuordnet.
    Aber nicht nur in diesem Artikel, sondern auch schon im letzten hat er gezeigt, dass er anfängt, etwas zu verstehen. Interessanterweise hat das genau in dem Moment begonnen, als er erstmals aus den USA geschrieben hat. Er ist nach meinem Kenntnisstand jetzt Fellow an irgendeinem Institut dort. Vielleicht hat er einen Realitätsschock erlitten, als er Amerika erstmals oder nach längerer Abwesenheit wieder gesehen hat, wie es tatsächlich ist, nämlich in weiten Teilen anders und unglücklicher als die Amerika-Propaganda in Deutschland.
    Extrem auffällig ist für mich aber seine Schwarz-Weiß-Malerei bei Personen: es gibt nur Lichtgestalten wie Obama und Bösewichter wie Trump. Todd dagegen findet im selben Interview gute Worte für Obama und Trump, aber gar keine für Killary.

  2. @hintermbusch
    Danke für den Radiobeitrag (und die hervorragende Übersetzung!) Emmanuel Todds. Einer der durchdenken kann. Vgl. auch
    http://amideg.com/etoddfrankreichi/index.html

    Das einzige was ich bei ihm vermisse ist die Analyse der Rolle Frankreichs in Afrika , gekoppelt mit dem seit 1945 bestehenden CFA Franc in 13 afrikanischen Ländern.

    https://de.wikipedia.org/wiki/CFA-Franc-Zone
    und
    https://en.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7afrique
    Bezeichnenderweise existiert kein deutscher wiki Eintrag zu Franko- Afrika.

  3. @Johannes
    Danke, gern geschehen.
    Ich kenne inzwischen die meisten wichtigen Bücher von Todd. Es hat sich ein Stapel gebildet, seitdem ich im Urlaub 2015 sein Buch „Qui est Charlie?“ entdeckt habe. Er gehört zu den Leuten, die durch ihre Arbeit widerlegen, dass Sozialwissenschaften Käse sind und nichts zum Verständnis der Welt beitragen. Ich habe eine ganze Menge Auszüge seiner Texte bei mir auf dem Blog.
    Er interessiert sich in erster Linie für die Grundlagen des Denkens und der Mentalität der Völker. Politik interessiert ihn eher als Produkt dieser Mentalität. Das einzige, was ich im Bereich Kolonialpolitik von ihm kenne, sind Überlegungen zu den Einflüssen, die die Algerienfranzosen in diesem Bereich mitgebracht haben.

    Hier noch ein Nachtrag zu dem, was ich spekulativ über Diez geschrieben habe: der USA-Schock. Hier ist ein brandneuer Artikel, der genau diese Erfahrung beschreibt:
    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159303989/Lasst-Amerika-in-Trump-sein-ungeschoentes-Abbild-sehen.html
    Jetzt fangen also dieselben Leute (z.B. Tenenbom+Posener), die den Deutschen jahrzehntelang gepredigt haben, dass sie bedingungslos den USA gehorchen müssen, mit dem USA-Bashing an! Ist das nicht krass? Was wird da gespielt?
    Vor 10-15 Jahren war unsereiner ein Antiamerikaner, wenn er gesagt hat, dass in den USA nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass die (imperfekte) amerikanische Demokratie kein Argument für unsinnige Kriege ist. Es macht mir deshalb jetzt doppelten Spaß, Verständnis für das amerikanische (und englische) Volk zu zeigen, mit Todd im Rucksack. Die wollen eigentlich auch nur leben wie die meisten Deutschen, die meisten Russen, die meisten Japaner, und müssen aufpassen, dass sie nicht aufgehetzt und für falsche Interessen eingespannt werden.

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