Goldene Regeln, goldene Zeiten – so ist eine ausbeutungsfreie Wirtschaft möglich

Im Jahr 1800 ernährten 3 Bauern einen Städter; 200 Jahre später ernährt 1 Bauer 48 Städter. 1800 waren 360 Stunden Handarbeit nötig, um einen Hektar Getreide zu mähen und zu dreschen, heute 1-2 Stunden. Was ist der Unterschied?

Heute gibt es eine Infrastruktur, die es der Landwirtschaft ermöglicht, mehr zu produzieren. Die Allgemeinheit entwickelte sich weiter: Es gibt Straßen, Motoren und gutausgebildete Arbeitskräfte sowie eine Infrastruktur. Der hohe Bildungs- und Gesundheits-Standard ist Errungenschaft unserer Evolution.

Aber warum profitiert der einzelne Landwirt nicht von dem produzierten Ertrag? Weil ihm die Früchte seiner Arbeit weg-genommen werden. Pachtzahlungen steigen, im Gegensatz zu Preisen. Damit stehen immer mehr Landwirte vor dem Aus: Entweder sie produzieren immer größere Mengen oder sie gehen ein.

Wie kann es sein, dass trotz der Produktivitätssteigerung Kinder noch immer an armuts-bedingter Fehl- und Mangelernährung leiden, aber gleichzeitig Lebensmittel weggeschmissen werden? Auch bleiben die Löhne hinter den Produktivitätssteigerungen zurück. Heute ist die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung von Altersarmut bedroht, obwohl die Unternehmen immer produktiver werden.

Die ungleiche Vermögensverteilung ist hier am Beispiel der USA aufgezeigt.

In Deutschland sieht es nicht viel besser aus: Hier besitzen die obersten zehn Prozent über 50% des Nettovermögens, Tendenz steigend!

Das volkswirtschaftlich produzierte Vermögen eignet sich eine 10% Oberschicht an, die „Rentiers“, obwohl sie wenig dazu beiträgt. Wo ist deren Mitarbeit am Bruttosozialprodukt? Sind sie besonders schlau oder arbeiten sie besonders viel? Wo besteht die Eigenleistung in folgenden Punkten:

  • Anlageberater beraten, in welchem Unternehmen sie ihr Geld anlegen könnten, gegen Dividendenzahlungen.
  • Banken bieten sichere, festverzinsliche Geldanlagen, die zur Not vom Staat gerettet werden.
  • Grund- und Bodenkäufe ermöglichen Spekulationsgewinne, Miet- und Pachtzahlungen.

Trotz ihrer mangelnden eigenen Leistungsfähigkeit haben Rentiers eine unglaubliche Macht. Ihre Investitionen sind für das Überleben der Volkswirtschaft notwendig. Die Macht liegt darin begründet, dass Rentiers ihre Vermögen zurückzuziehen können, in Steueroasen verstecken, nicht in Unternehmen und Staaten investieren. Sie können Grund- und Boden in bester Lage sich aneignen, Monopolgewinne einstreichen: Die sogenannte „Bodenrente“ abkassieren. Beispielsweise könnte ein Großgrundbesitzer, angesichts hoher Fiskalsteuern, seinen Grund- und Boden einfach brach liegen lassen, statt einen Bauern dort für sich arbeiten zu lassen. Das gleiche Problem liegt bei Bargeld, Liquidität vor.

Von Linken vorgeschlagene sogenannte Reichensteuern, also stark erhöhte Vermögens- und Einkommenssteuern für Spitzenverdiener, könnten dazu führen, dass Unternehmungen des Rentiers unrentabel würden und seine Investitionsneigung zurückgeht. Im Kapitalismus versteckt sich das Kapital, gut angelegt, hinter Unternehmen und ihren Angestellten, die ihren Investoren dankbar sind. Globalisierung und Freihandel stärkten diese Machtposition.  

Andererseits bewirkt die steigende ungleiche Vermögensverteilung, dass sich 80% der Bevölkerung wachsend verschulden muss, um die von ihr selbst hergestellten Angebote nachfragen zu können. Ein Unding. Wenn der Punkt der Überschuldung eingetreten ist, geht die Nachfrage zurück. Eine völlig unnötige Wirtschaftskrise bricht aus, welche zu Arbeitslosigkeit und zu einem größeren Nachfrageausfall führt. 

Die Wissenschaftler Dr. Norbert Olah, Thomas Huth und Prof. Dr. Dirk Löhr errechneten grob die Umverteilung, von der arbeitenden Bevölkerung an die Rentiers, und den so verursachten volkswirtschaftlichen Schaden. Gleichzeitig weist Ihr Artikel „Goldene Regeln – goldene Zeiten“ auf eine Möglichkeit hin, unternehmensfreundlich den Hebel umzulegen: Ihre Vorschläge beruhen dem „Maurice-Allais-Theorem“ und „Henry-George-Theorem“. Folgende Gleichungen zeigen wie in einem ausbeutungsfreien Markt, das produzierte Sozialprodukt verteilt und verwendet würde:

  1. Arbeiter konsumieren Ihr Einkommen (Arbeitseinkommen = Konsum). Es gibt keine Ausbeutung der Arbeitskraft, da Vollbeschäftigung herrscht. Der Wettbewerb dreht sich um Arbeitskräfte und nicht wie heute um Kapital. Das Einkommen finanziert die Sozialversicherung.
  2. Sparbeträge und Zins-Einnahmen werden re-investiert (Kapitaleinkommen=Investition). Mit Einführung einer Umlaufsicherung auf Bargeld entfällt die Liquidität-Prämie. Rentiers legen auch dann ihr Geldvermögen bei der Bank mittel- und langfristig an, wenn der Zinssatz gleich der Sachkapitalrendite der Volkswirtschaft ist. Durch marktwirtschaftlichen Wettbewerb verringert sich die Rendite auf 0-1%. Damit ist die soziale Frage gelöst.
  3. Bodenrente und Gütersteuern = Staatsgüter. Der Staat finanziert seinen Konsum und Investitionen (öffentliche Güter) komplett über die Abschöpfung der Bodenrente, etwa mit einer bodenwertbasierten Grundsteuer sowie Gütersteuern, nach dem Motto „Steuern sind der Preis, dass wir in einer zivilisierten Gesellschaft leben.“ Die Infrastruktur wird umso mehr von den Personen und Unternehmen finanziert, je mehr sie die Vorzüge der Infrastruktur in Anspruch nehmen: Je höher der Bodenwert, desto mehr Infrastruktur steht zur Verfügung, desto höher die bodenwertbasierte Grundsteuer. Der dieser Steuer zugrunde liegende Wert sind die Grund- und Bodenpreise. Sie beruht zum Großteil auf der Produktivität des Staates und der Allgemeinheit, auch auf verfügbare natürliche Ressourcen am Standort.

Wenn diese drei Gleichungen erfüllt sind, ist der Wirtschaftskreislauf ausbeutungsfrei. Folgende Grafik veranschaulicht dies:

goldene-regeln

Aus „Humaner Wirtschaft“, „Goldene Regeln – Goldene Zeiten“

Anhand der goldenen Regel kann der Betrag ungefähr geschätzt werden, den 2015 die Rentiers als Bodenrente privatisierten: 498 Milliarden Euro. Die Kalkulation stützt sich auf Zahlen von „Destatis“ über Investitionen, des Bundesfinanzministeriums über Steuereinnahmen und des bayerischen Landesamts für Statistik über volkswirtschaftliche Gesamtrechnung:

  • Investitionen 583 Mrd. minus Abschreibungen über 535 Mrd.= Nettoinvestitionen 47 Mrd. Dieser Betrag wird wirklich neu investiert und fällt als zusätzliche Kosten an.

Dr. Norbert Olah, Thomas Huth und Prof. Dr. Dirk Löhr weisen in ihrem Artikel darauf hin, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Abschreibungen und der Bodenrente besteht, der in der „statistischen Realität recht gut erfüllt ist.“ Der „Land“-Anteil in der Finanzierung eines Unternehmens spiegelt den Eigenkapitalanteil wieder, der „im Wesentlichen aus Abschreibungen erfolgt.“ Das heißt, dass das durch Abschreibungen freigewordene Mittel im wesentlichen in Grund- und Boden und „virtuellen Land“ (Patente) re-investiert werden.

  • Kapitaleinkommen 717 Mrd. minus Nettoinvestitionen 47 Mrd, minus Außenbeitrag 236 Mrd. + Bruttoanlageinvestitionen des Staates 64 Mrd..= Bruttobodenrente 498 Mrd. Dieser Betrag spiegelt den Gewinn des Unternehmens wieder, der auf Ausbeutung basiert. 
  • Bruttobodenrente 498 Mrd. minus Gewinnsteuern 100 Mrd.(Körperschaftsst. 19 Mrd, veranlagte und nicht-veranlagte Einkommenssteuer 48 und 18 Mrd, Abgeltungssteuer 8 Mrd, Gewerbesteuer mit erhöhter 7 Mrd.)= Nettobodenrente 398 Milliarden Euro. Von dem Betrag könnte noch die Abschreibung auf staatliches Anlagevermögen abgezogen werden. 398 Mrd. – AfA 66 Mrd= 332 Mrd.
  • Mit den heutigen Gewinnsteuern werden nur 20% der Bodenrente abgeschöpft. Mit einer bodenwertbasierten Grundsteuer wäre dies jedoch komplett möglich. Im Gegenzug könnte der Staat die Gewinnsteuern und Lohnsteuer streichen und die Sozialversicherung von versicherungsfremden Leistungen entlasten.
  • Durch eine bodenwertbasierte Grundsteuer würden keine Unternehmungen unrentabler gemacht werden: Unternehmen mit geringeren Gewinnen würden dementsprechend weniger Grundsteuer bezahlen, da sie auch weniger von der Infrastruktur profitieren. 

„Destatis“ berechnete den Grund- und Bodenwert: Im Jahr 2014 betrug er 3.500 Mrd. Euro. Die bodenwertbasierte Grundsteuer würde also nur 14% betragen müssen, um die Bodenrente über 498 Mrd. abzuschöpfen.

wert-grund-boden-deutschland

Destatis„, „Grund und Boden als Bestandteil der volkswirtschaftlichen Vermögensbilanzen“ 

Die Preise sind in den Ballungsräumen am höchsten, auch das Bruttsozialprodukt pro Kopf ist ein Faktor. Das macht klar, dass nicht die Gebäude den Bodenpreis ausmachen, sondern die Infrastruktur.

Eine bodenwertbasierte Grundsteuer würde den Rentier sanft zwingen, in den Grund- und Boden zu investieren, eine Fabrik zu bauen, oder Mietwohnungen, oder das Grundstück zu verpachten. Sein Ziel ist, die Grundsteuerbelastung aufzubringen. Im Gegensatz zu „Reichensteuer“ kann er also nicht mit einer Blockade reagieren. Dasgleiche gilt bei einer Umlaufsicherung von Bargeld, die das Horten von Bargeld mit einer Gebühr belegt. Das Geld wird in die Investition oder Anlage getrieben.

Gleichzeitig kann der Rentier die Steuerlast nicht an den Landwirt durch höhere Pacht weitergeben: Erstens, weil eine höhere Pacht für den Landwirt wirtschaftlich untragbar wäre. Der Landwirt würde sich eine günstigere Fläche suchen. Zweitens, weil mehr Grund- und Bodenbesitzer Land verpachten würden, würden die Rentiers vermehrt um Landwirte konkurrieren.

Mit Mut in eine bessere Zukunft

Wer in die Geschichte zurückblickt, bemerkt diegleiche ungleiche Vermögensverteilung wie heute: Im Mittelalter sahen sich Adlige von Gott privilegiert, mehr zu besitzen als andere, in der frühen Neuzeit rechtfertigte der Adel seine Privilegien durch edle Geburt und so gewonnene höhere Erfahrung und Bildung. Im Kapitalismus besitzt der Vermögende durch bloßen Besitz das Recht, andere für sich arbeiten zu lassen und von deren höherer Produktivität zu profiteren. 

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Wie das heute möglich ist, erklärt der Kabarettist Georg Schramm.

Im: Gegensatz zu den (angeblichen) Hartz4-Schmarotzern würde “Teutonia Geldadel” in Hochglanz-Broschüren stets ins “rechte Licht” gerückt, von Werbefotografen ab-fotografiert, denn die …

„… fein-geschnittenen Gesichtszüge eines gutbetuchten Rotwein-Trinkers, der das in nicht vorhandene Schweiße seines Angesichts vererbte Geld in der Bank für sich arbeiten lässt, das taugt nicht für den Schmarotzer (…).” (youtube)

10 Gedanken zu „Goldene Regeln, goldene Zeiten – so ist eine ausbeutungsfreie Wirtschaft möglich“

  1. Georg L. „Eine bodenwertbasierte Grundsteuer würde den Rentier sanft zwingen, in den Grund- und Boden zu investieren, eine Fabrik zu bauen, oder Mietwohnungen, oder das Grundstück zu verpachten. Sein Ziel ist, die Grundsteuerbelastung aufzubringen. Im Gegensatz zu „Reichensteuer“ kann er also nicht mit einer Blockade reagieren. Dasgleiche gilt bei einer Umlaufsicherung von Bargeld, die das Horten von Bargeld mit einer Gebühr belegt. Das Geld wird in die Investition oder Anlage getrieben.“

    1) Wir haben bereits eine „bodenwertbasierte“ Grundsteuer.
    wiki: „Die Grundsteuer (teilweise auch Bodenzins genannt) ist eine Steuer auf das Eigentum an Grundstücken (Substanzsteuer). Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer ist meist der Wert des Grundstücks. In vielen Ländern wird der Steuersatz auf kommunaler Ebene festgelegt.“
    M.E. wird da gar nichts „sanft“ gezwungen, sondern eine Grundsteuererhöhung wird auf Pächter und Mieter umgelegt.

    Erst recht nicht wird durch eine Grundsteuererhöhung folgendes ausgelöst: „in den Grund- und Boden zu investieren, eine Fabrik zu bauen, oder Mietwohnungen….

    2) Bargeld generell zu besteuern ist ein enteignungsgleicher Vorgang und ist mit hohen (Verwaltungs)Kosten verbunden.

    Zudem sollte man aus mehreren Gründen sowas dem Grossteil der Bürger, die täglich Bargeld verwenden, nicht aufoktroyieren bzw. zumuten.
    Diese Bargeldgebühr kassiert wer? und soll dann bitte wie verwendet werden bzw. was auslösen????
    „Das Geld wird in die Investition oder Anlage getrieben“
    Von wem und wie?
    Wir sehen doch, daß trotz Null Zinspolitik der EZB für die Banken keine Investitionen getätigt werden, weil kein Markt vorhanden ist. Es wird im Wallstreet Casino verzockt, da liegt der Hund begraben!
    Bitte etwas mehr über die folgen von Vorschlägen nachdenken!

    Eine Reichensteuer ist m.E. schon vernüftig. Ich sehe nicht wie diese „Blockade“ von der hier geschrieben wird, aussehen soll, ausser daß die Reichen auswandern/weichen.

    Weiterhin wäre eine Börsentransaktionssteuer (Tobin Steuer )
    wünschenswert und absolut nötig.

    Plus eine Entlastung der Masse der Menschen z.B. über die Abschaffung der Mehrwertsteuer und einen Ausgleich über
    eine Mikrosteuer wie dies derzeit in der Schweiz dikutiert wird.

    http://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Mikrosteuer-Bald-Volksinitiative-fur-revolutionare-Steuer

    “ Eine automatisch erhobene Mikrosteuer auf allen elektronischen Transaktionen soll Schritt für Schritt die meisten Steuern ersetzen.“

    Vgl. Rechenmodelle im Artikel. So muß man die Dinge , neben einer Zügelung der Banken, angehen! Einfach klar und effektiv.

    1. Das Problem mit der heutigen Grundsteuer ist, dass der Gebäudewert miteinfließt, die Grundstückpreise von 1964 (West), 1935 (Ost) als Grundlage genommen werden und sie zu niedrig ist.

      Prof. Dr. Löhr: „Die reformierte Grundsteuer ändert nichts, sondern verschärft das Problem nur noch.
      Der Bundesfinanzhof (BFH) hält die gegenwärtige Grundsteuer, die auf Einheitswerten von 1964 (West) bzw. 1935 (Ost) basiert, für verfassungswidrig. Die Entscheidung über entsprechende Vorlagebeschlüsse (1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14 sowie 1 BvL 1/15) durch das Bundesverfassungsgericht wird in Kürze erwartet. Möglicherweise lässt sich das Bundesverfassungsgericht ein wenig Zeit, um dem Gesetzgeber vorweg die Möglichkeit einer Korrektur zu geben.
      Das Gesetzesvorhaben der Länderfinanzminister beschränkt sich einstweilen auf die Reform des Bewertungsgesetzes; die eigentliche Reform – nämlich die des Grundsteuergesetzes – wurde einstweilen verschoben. Dennoch ist schon die Novellierung des Bewertungsgesetzes umstritten. Die Kritiker, die sich v.a. in der Initiative „Grundsteuer: Zeitgemäß!“organisiert haben, monieren die Einbeziehung des Gebäudes in die Bemessungsgrundlage.“ http://www.insm-oekonomenblog.de/14859-bundesratsinitiative-zur-grundsteuerreform-ein-weg-aus-der-sackgasse/

  2. Also bedeutet der eine Vorschlag „bodenwertbasierte Grundsteuer“ lediglich eine Erhöhung der bisherigen Grundsteuer. Äusserst magere Entgegnung.

    Keine Antwort z.B. auf die angeblichen wundersamen Folgen einer erhöhten (angepassten) Grundsteuer. Den zwang des Rentiers und der angeblaiche Blockadenbruch.

    Keine Antworten auch zu den Fragen zum anderen Punkt im ARtikel, der Bargeldgebühr und deren angebliche wundersame Folgen. U.a. waren meine Fragen:

    Diese Bargeldgebühr kassiert wer? und die soll dann bitte wie verwendet werden bzw. was auslösen????
    „Das Geld wird in die Investition oder Anlage getrieben“
    Von wem und wie?

    Desweiteren keine Würdigung der Alternativen
    wie Tobinsteuer oder der Vorschlag aus der Schweiz mit der Mikrosteuer.

  3. Nachtrag:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/11/05/immobilien-erhoehung-der-grundsteuer-kommt/#cxrecs_s

    „Der Bundesrat hat die Feststellung neuer Richtwerte beschlossen. Erhöhungen der Grundsteuer erscheinen die logische Folge. “

    Da müssten sich dann (zumindest teilweise) ja die eingangs visionierten Folgen einstellen.

    G.Lehle: “ Eine bodenwertbasierte Grundsteuer würde den Rentier sanft zwingen, in den Grund- und Boden zu investieren, eine Fabrik zu bauen, oder Mietwohnungen, oder das Grundstück zu verpachten. Sein Ziel ist, die Grundsteuerbelastung aufzubringen. Im Gegensatz zu „Reichensteuer“ kann er also nicht mit einer Blockade reagieren.“

  4. Bevor man neue Steuerfronten aufmacht, wäre eine Anpassung der Kernsteuer fällig, mit der Unternehmen ihren Beitrag leisten müssen.

    Der Gewinn als Steuerbasis ist ein Auslaufmodell.
    Steueroasen dank Globalisierung und Onlinehandel weltweit sind ganz anders anzugehen. Die Steuern sind auf die Umsätze zu erheben. So wie der Konsument über die Mehrwertsteuer mitmachen muss, sind auch die Unternehmen ins Boot zu holen.

    Allein Amazon macht bei uns fast 8 Milliarden Umsatz. Zahlen sie darauf mit jeder Rechnung Steuern, ist das Firmensitzgejammer geschenkt. Das Geld kommt regelmäßig, sofort und angemessen.

    Der Wurf ist deutlich größer, als Stellschraubendiskussionen.

  5. roger: „Die Steuern sind auf die Umsätze zu erheben.“
    Im Prinzip schon richtig, es gibt ja die Umsatzsteuer bzw. MWSt.
    Wie man das (ohne grossen Aufwand!) besser machen kann und die „Grossen“ endlich erwischt, hatte ich doch (vgl. oben) vorgeschlagen, nicht gelesen?

    http://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Mikrosteuer-Bald-Volksinitiative-fur-revolutionare-Steuer

    “ Eine automatisch erhobene Mikrosteuer auf allen elektronischen Transaktionen soll Schritt für Schritt die meisten Steuern ersetzen.“

    1. Erhöhte MWST: Damit würden Unternehmen unrentabel werden. Diese Steuer wirkt wie eine Maschinenpistole: Alle werden getroffen, die großen Rentenbezieher, wie die kleinen. Die kleinen Rentenbezieher scheiden aus dem Markt aus.

      1. Georg, dein Maschinengewehr hat Platzpatronen.
        Unternehmen zahlen keine Umsatzsteuer, die kannst du also auch nicht erhöhen, um sie zu treffen.
        Das ist zur Zeit ein Nullsummenspiel für das Unternehmen.

        Selbst wenn du als Unternehmer alle Umsätze in Deutschland machst, kannst du dich dieser Finanzamtskreditierung entziehen.
        Du meldest deine Firma z.B. in Österreich an und machst von da deine Deutschlandumsätze mit Unternehmen.
        Diese Umsätze sind alle innerhalb der EU von der Umsatzsteuer befreit.

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