Milliardär Donald Trump: „Ich stehe Euch bei – den US-Bürgern.“

Donald Trump hielt eine Rede beim Parteitag der Republikaner, die seine erfolgsversprechende Wahlkampf-Strategie zeigt. Er wird die immer kleiner werdende Mittelschicht und die bereits abgerutschten Armen des Landes im Wahlkampf direkt ansprechen und Hoffnung auf Verbesserung ihrer prekären Lage machen. Seiner Konkurrentin, Hillary Clinton, wird er vorwerfen, die Ursache der sozialen Probleme im Land zu sein, da sie u. a. „unfairen“ Handelsabkommen zustimmte.

Donald Trump redete 5x Mal Amerikaner lateinamerikanischer Herkunft („Latinos“) und Afroamerikaner direkt an:

„Fast vier von 10 Afro-Amerikanern leben im Armut, während 58% der afro-amerikanischen Jugend arbeitslos ist. Heute leben 2 Millionen Latinos mehr in Armut als vor 8 Jahren, als der Präsident seinen Eid ablegte. Weitere 14 Millionen Menschen verließen das Arbeitsleben komplett.

Das Haushaltseinkommen ist mehr als 4.000 Dollar geringer als 2000. Unser Handelsdefizit erreicht einen Höchststand, fast 800 Mrd. Dollar in einem einzigen Jahr.“

„Dekaden der Rekord-Einwanderung haben niedrigere Löhne und höhere Arbeitslosigkeit für unsere Bürger gebracht, vor allem für Afro-Amerikaner und Latinos. Wir werden ein Einwanderungssystem haben, das funktioniert, aber für die US-Bürger.“

„Wir werden eine große Mauer bauen, um illegale Einwanderung zu stoppen, die Banden und die Gewalt sowie die Drogen, die in unsere Gemeinschaften einsickern.“

Trump betonte:

„Ich bin euer Mann“. „Ich stehe Euch bei – den US-Bürgern.“

„Der größte Unterschied zwischen unserem Plan und der unserer Gegner ist, dass unser Plan die USA an erste Stelle setzt. Amerikanismus nicht Globalisierung wird unser Motto sein.“

„Ich besuchte entlassende Arbeiter und ihre Gemeinschaften, die von unfairen und entsetzlichen Handelsabkommen zerstört wurden. Das sind die vergessenen Männer und Frauen unseres Landes. Menschen, die hart arbeiten, aber nicht länger eine Stimme haben.“

„Die US-Bürger werden wieder zuerst kommen. Mein Plan wird mit Sicherheit im Inland beginnen, sichere Nachbarschaften, sichere Grenzen und Schutz vor Terrorismus. Es kann keinen Wohlstand ohne Recht und Ordnung geben. Der Wirtschaft werde ich Reformen auftragen, die Millionen neue Arbeitsstellen und Billionen neuen Wohlstand schaffen werden, die genützt werden, um die USA wiederaufzubauen.“

„Die USA sind eine der am höchsten besteuerten Nationen der Welt. Die Steuerlast zu verringern, wird neue Unternehmen schaffen und bewirken, dass Arbeitsplätze wieder zurück in unser Land strömen. Dann werden wir uns dem Problem der Regulierung zuwenden, als einen der größten Arbeitsplatzvernichter überhaupt.“

Dass Trumps Strategie Erfolg haben könnte, zeigt das Abstimmungsverhalten vieler Britten. Gerade Arbeiter, Arbeitslose und Arme stimmten für den „Brexit“, darunter waren auch farbige Menschen. Sie machen die Europäische Union für ihre sich verschlechternde ökonomische Lage verantwortlich. Das Thema „Einwanderung“ wurde auch dort kritisch gesehen. 

Inwieweit sich ihre Hoffnungen erfüllen, steht mehr als in den Sternen. Dass gerade ein Milliardär wie Donald Trump gezielt arbeitslose Einkommen aus Zinsen und Bodenrenten abschöpfen wird, ist wenig glaubhaft. Donald Trump begründet einen Teil seines Reichtums auf Grund- und Bodenbesitz und den darauf resultierenden Mieten, Pachten, Spekulationsgewinnen.

3 Gedanken zu „Milliardär Donald Trump: „Ich stehe Euch bei – den US-Bürgern.““

  1. Es ist Wahlkampf. Da sagt man halt das nach, was einem seine Berater und PR Leute vorsagen. Ein Kandidat fürs höchste Amt in diesem System ist grundsätzlich immer Systemkandidat. Und abgesehen davon : was kümmert mich mein Geschwätz von vorhin ? Da es aber in den USA, wie wohl überall auf dieser Welt, mehr arme als reiche Wähler geben dürfte, werden in den nächsten Wochen und Monaten bis zum „election day“ von beiden Kandidaten Worthülsen zu vernehmen sein, so dass man glauben könnte, das Paradies der Werktätigen und Unterprivilegierten steht vor der Tür, sollte einer von beiden gewählt werden. Hinterher war alles nicht so gemeint, wetten dass ?

    MfG

  2. Die Dinge ändern sich – hin und wieder. Es ist schon möglich, dass sich ein Trend einstellt, dass die Globalisierung etwas in Ungnade fällt. Dieser hier sieht den Brexit, Sanders und Trump als Zeichen für diesen Trend:
    https://hintermbusch.wordpress.com/2016/07/09/brexit-den-englandern-folgen/
    Die Globalisierung produziert inzwischen einfach zu viele Verlierer und zu wenige Gewinner. Solange es so etwas wie freie Wahlen gibt, macht das objektive Probleme. Ob Trump ein wenig von dem Wechsel liefert, den er verspricht, ist absolut ungewiss. Wenn er nichts vom Versprochenen liefert, könnte er mit Obama einen Club aufmachen.

  3. Der Brexit hat einige Leute ganz schön auf Trapp gebracht. Dass sie langsam anfangen, etwas zu verstehen, zeigt dieses Stück von Alan Posener in der Welt:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article157234454/Dem-Westen-droht-ein-Aufstand-der-Abgehaengten.html
    Er kann sich noch nicht richtig entscheiden zwischen seiner Gruppenarroganz und dem persönlichen Erkenntnisfortschritt.
    Der wird aber besonders deutlich, wenn man es mit diesem schäbigen Propagandastück vergleicht, das er vor der Abstimmung im Guardian abgeliefert hat:
    https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/jun/20/german-nationalism-contained-united-europe-brexit-alternative-fur-deutschland
    Er wollte die Engländer dadurch vom Brexit abhalten, dass er ihnen Angst vor den Deutschen macht. Er hat damit gezeigt, dass er wenig verstanden hatte und gerne hetzt.

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