Jetzt wollen NRW-Abgeordnete NSU-Verschwörungstheorien im Fall „Corelli“ vorbeugen

Der Nachrichtenkanal „n24“ informierte heute seine Leser darüber, dass der Todeszeitpunkt des Informanten Thomas Richter, alias „Corelli“, genau mit einem geplanten Verhör zeitlich zusammenfiel. Der Hintergrund war eine von „Corelli“ erstellte Foto-CD, die beweist, dass er über die Existenz des NSU informiert war. Bisher bestritt der Informant des Geheimdienstes dies.

Dank „n24“ ist ersichtlich, dass ein unglaublicher Zufall sehr abwegig ist: Genau in der Zeit, als „Corelli“ zur CD befragt werden sollte, brach eine Zuckererkrankung aus, die ihn in genau dieser Zeit dahinraffte.

Am 4. April 2014 informierte das BKA dann das BfV, dass „Corelli“ selber die CD an den V-Mann in Hamburg übergeben haben soll. Das BfV wollte daraufhin den Ex-V-Mann zu dem Vorgang befragen. Doch der beantwortete plötzlich keine Anrufe und Nachrichten mehr.

Am 7. April suchten BfV-Mitarbeiter Richter in seiner Wohnung in Paderborn auf und fanden ihn dort tot vor. „Corelli“ muss, so stellten die Rechtsmediziner fest, zwischen dem 4. und 7. April gestorben sein.

Ein atemberaubendes Timing: Am 4. April erfährt das BfV, dass „Corelli“ eine CD mit dem Namenszug NSU/NSDAP in den Umlauf gebracht haben soll, in den Stunden darauf stirbt er.“

Im Artikel von „n24“ steht eine weitere wichtige Information: Parlamentarische Ausschüsse können medizinische Gutachten beauftragen.

„Auch der NSU-Untersuchungsausschuss in Düsseldorf könnte eine solche Untersuchung anregen, dieser Tage will man sich mit der Staatsanwaltschaft absprechen.“

Nicht nur in NRW wären Begutachtungen angebracht, sondern vor allem in Thüringen: Der dortige Ausschuss gibt vor, den Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos aufklären zu wollen. Bisher ist nicht bekannt, dass dort Gutachten in Auftrag gegeben wurden.

So könnten Parlaments-Ausschüsse Tod von Mundlos/Böhnhardt aufklären

Als Grund, weshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben wird, geben NRW-Abgeordneten an, sie wollten „Verschwörungstheorien“ vorbeugen:

„Man wolle schnell handeln, um Verschwörungstheorien vorzubeugen, heißt es aus Ausschusskreisen.“

Offenbar glauben viele Abgeordnete lieber an Zufälle, als an Verschwörungen. Ich kann solche Leute nicht ernst nehmen, die ihre Vernunft aus Partei- und Staatsräson außer Kraft setzen, sich so zu nützlichen Idioten der Behörden machen lassen und zu einem Feigenblatt angeblich stattfindender Aufklärung.

6 Gedanken zu „Jetzt wollen NRW-Abgeordnete NSU-Verschwörungstheorien im Fall „Corelli“ vorbeugen“

  1. Die Parlamentarier setzen in dieser Sache alles daran, sich vor unser aller Augen als komplette Witzfiguren zu beweisen:
    „Man wolle schnell handeln, um Verschwörungstheorien vorzubeugen, heißt es aus Ausschusskreisen.“
    Offensichtlich hat die Montagsuntersuchung nicht ausgereicht, um Verschwörungstheorien vorzubeugen. Überhaupt finde ich „vorbeugen“ ein köstliches Wort, wenn die „Verschwörungstheorien“ seit Jahren florieren und in vielen Fällen deutlich besser sind als die offizielle Story der Bundesanwaltschaft: „Es war einmal ein blutrünstiges Trio, das lebte einsam und unerkannt zwischen Thüringer Wald und Erzgebirge….“ LOL!

  2. Schöner Beitrag! Mich interessiert vor Allem die Aussage des Professors, da sei post mortem nichts mehr nachweisbar… so hat das NSU watch getwittert.

    Stimmt das denn, rein fachlich gesehen? Er ist kein Toxikologe…

    1. Daß da nichts mehr nachweisbar wäre stimmt wohl nicht.
      http://nrw.nsu-watch.info/sitzung-vom-2-juni-2016-zusammenfassung/
      „Der Zeuge regte an, die Leichenasservate zielgenau nach Vacor zu untersuchen, da die beiden anderen vom ihm recherchierten Substanzen Aloxan und Streptozocin.
      andere Symptomerscheinungen hätten.“
      und
      „Der Zeuge teilte auch mit, dass dem sozialen Umfeld einer an Typ 1 Diabetes erkrankten Person deren starker Gewichtsverlust von 6-10 Kilo in wenigen Wochen auffallen müsste. Der Betroffene habe zudem starken Durst. Bei fortlaufender Erkrankung könne der Betroffene unter Wahrnehmungsstörungen leiden und nicht mehr adäquat reagieren. Der Zeuge war überzeugt, dass in allen Phasen der Erkrankung eine Rettungsmöglichkeit bestünde. Die Mortalitätsrate liege bei 30 Prozent.“

      Offenbar hat es nun bei Prof.Scherbaum geklingelt.
      Ähnliche Überlegungen wurden hier ja bereits angestellt.

      Zur Nachweisbarkeit von Vacor ist zu sagen, daß dies in geringen Mengen vor allem im Urin noch möglich ist und dass Vacor in menschl. Zellen charakteristische Spuren hinterlässt (vgl. hxxps://toxnet.nlm.nih.gov/cgi-bin/sis/search2/r?dbs+hsdb:@term+@rn+53558-25-1 )

  3. hxxp://arbeitskreis-n.su/blog/wp-content/uploads/2016/06/hammer2.png

    Getwittert wurde, die Schädigung sei nach dem Tod nicht mehr nachweisbar. Wortprotokolle wären optimal, die gibt es aber nicht. Nachgerichtete NSU-watch-Protokolle sind so alt wie der NSU-Prozess…

  4. 3 Substanzen möglich und benannt, laut WDR.

    In der Vorbereitung auf den Ausschuss hat sich der Diabetes-Experte noch einmal in die Tiefen seines Fachgebiets eingearbeitet und ist dabei auf drei Substanzen gestoßen, die einen hyperglykämischen Schock auslösen können: das Rattengift Vacor sowie Streptozocin und Alloxan, die häufig bei Tierversuchen verwendet werden. Alle drei Substanzen zerstören die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Wurde Corelli doch umgebracht?

    hxxp://www1.wdr.de/nachrichten/toter-v-mann-fall-corelli-100~.html

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