„ARTE“ informiert über Vermögensungleichheit durch Zinses-Zins Faktor!

Der Rundbrief des freiwirtschaftlichen Verbundes „Initiative für eine natürliche Wirtschaftsordnung“ weist auf interessante Dokumentationen von „Arte“ hin. Hier kann der Rundbrief bestellt werden: http://inwo.de/newsletter/newsletter-bestellen/

Auszüge: „Auf Ar­te lief im Au­gust der Film Mam­mon – Ei­ne Rei­se durch das Geld­sys­tem von Phil­ipp En­ders. (…)

Zum Film Mam­mon (…) gibt es ein Ra­dio­in­ter­view mit Phil­ipp En­ders bei WDR 3.“
„Was Ar­te noch bis Mit­te nächs­ten Jah­res an­bie­ten will, sind Film­aus­schnit­te und wei­ter­ge­hen­de In­ter­views, dar­un­ter die kur­ze Ani­ma­tion „Von der ver­fluch­ten Ver­tei­lung der Ver­mö­gen“ – die in ih­rer Ar­gu­men­ta­tion er­freu­lich na­he an die IN­WO-Li­nie bzw. an die Ana­ly­se von Hel­mut Creutz kommt.“

13 Gedanken zu „„ARTE“ informiert über Vermögensungleichheit durch Zinses-Zins Faktor!“

  1. Da kann man nur feststellen: Wenn sich Journalisten, die auch sonst gern lügen, sich an dem seit hundert Jahren bekannten Thema Zinsen abarbeiten, dann muss man den Zeitpunkt dieser journalistischen Absonderungen beachten.
    Doch das genügt mir nicht. Ich sehe außerdem das Ganze im Kontext einer linksliberalen Enteignungsdiskussion.
    Marx, Thälmann, Ulbricht, Honecker lassen grüßen!

  2. Kuno:
    “ Ich sehe außerdem das Ganze im Kontext einer linksliberalen Enteignungsdiskussion.“
    Sehe ich nicht so. Vgl. Vorschläge unten:

    Dass die Vermögen ungleich verteilt sind und dies verurssacht wurde durch das Privat-Bankenmonopol, der Entwicklung von Grosskonzernen (z.B. Energie,Wasserversorgung, Müllabfuhr, Rüstungskonzerne) mit z.T. Monopolcharakter, der den Multis und Reichen angepassten Steuerpolitik und schliesslich durch das Zinsezins System verbösert wurde dürfte unstrittig sein.

    Allein die beiden „Vorschläge“ von Creutz:

    Bargeldumlaufgebühr
    „Richtiger wäre also jener Weg, den die von Gesell ausgehende Freiwirtschafts-Schule schon seit fast hundert Jahren vertritt und die auch bereits von Keynes als sinnvoll anerkannt wurde: eine Gebühr auf die Bargeldhaltung, die ja – durch die heute noch möglichen künstlichen Verknappungen des Umlaufs – die Ursache der ständig positiven Zinsen ist! Das heißt, es geht letztlich nur darum, die Nutzung des Geldes zu verstetigen und von allen Geldblockierungen und Zins-Erpressungen zu befreien.

    Als praktikable Lösung für eine solche Reform bieten sich in unseren Tagen zum Beispiel Geldscheine mit Magnetstreifen an, so dass an den Kassen der jeweilige zeitbezogene Wert des Scheins ausgewiesen und die Differenz als „Geldhaltekosten“ in Abzug gebracht werden kann. Ein Vorschlag, mit dem die unsäglich großen und problembeladenen Hortungen des Geldes ebenso überwunden werden könnten wie die daraus resultierenden Armut-Reichtums-Gegensätze.“

    und Negativ Zinsen (damit alle den Banken und entsprechenden Kontrollen und Pressionen ausgeliefert sind)

    sind angesichts der o.g. Ursachen der d ü m m s t e Weg.

    Folgende Änderungen (Aufzählung nicht vollständig) sind gemäss der wirklichen Ursachen notwendig.
    1) Brechung des Privat-Bankenmonopols mit
    Aufteilung von Geschäfts- und Investment Banken
    Kontrolle der Grossbanken und der multinationalen Konzeren durch 51 % Staatsbeteiligung.
    2) Der Staat (das sind wir) sollte für die staatlichen Aufgaben bei der Zentralbank Kredite zu günstigen Zinsen aufnehmen können und sich nicht von den den Grossbanken abzocken lassen.
    3)Steuerpolitik die der Umverteilung Einhalt gebietet!
    z.B. Vermögenssteuer
    4)Zinsbesteuerung , Verbot von Wucherzinsen und Obergrenzen für Zinsen und Kapitalerträge dem Konjunkturverlauf angepasst

    Was Creutz da vorschlägt ist bei Beibehaltung des heutigen Systems grober Unfug!

  3. Bargeldhaltungsgebühr ist Enteignung pur!
    Immer wenn Krisen im Schwange sind, erinnert man sich an diese Spinner wie Gesell mit seinem Regionalgeld.
    Das ist immer aus der Not geboren und verschwindet wieder, wenn nach der Bereinigung wieder normal gewirtschaftet wird.
    Warum waren denn diese Leute wie Gesell vor 25 Jahren noch nicht „in“ oder in Mode?
    Alle diese Methoden ermöglichen ein Überleben, weil damit, sofern der Supermarkt (wo man einkauft) dieses Freigeld akzeptiert, eingekauft werden kann. Aber es ist nicht zum sparen geeignet, weil das „Ersparte“ immer weniger wird.
    Unde es ist nicht konvertibel. Keine Fremdwährung, egal ob Kronen oder Franken kann man damit nicht kaufen.
    Es ist und bleibt ein Notgeld!

  4. Der Zinseszins ist in einer freiheitlichen Gesellschaft, d.h. frei von Enteignung durch den Staat, unvermeidlich.
    Es ist ganz einfach so. Nur wer das nicht akzeptiert, weil er sich am Geld anderer Leute selbst leistungslos bereichern möchte,
    sieht darin ein Problem.
    Wenn mein Nachbar doppelt soviel verdient wie ich, dann verdiene ich deshalb kein Stück weniger wie vorher.
    Ich verdiene nur im Vergleich zu diesem weniger.
    Aber wenn ich das nicht weiß, kann ich glücklich und zufrieden sein. Und wenn ich es weiß auch. Vorausgesetzt ich gehöre nicht zu den Dieben und Enteignern, siehe oben.

  5. Wenn 90% der vorhandenen Geldmenge „Zockergeld“ ist, das die Super-Reichen nicht (oder zumindest nicht rentabel genug) in der Realwirtschaft unterbringen können (wo die restlichen 10% umlaufen), dann schreit das förmlich nach der (von der Finanz-Lobby bisher erfolgreich verhinderten) Finanzmarkt-Transaktionsteuer.
    Schon ein minimaler Steuersatz hätte auf Zockergelder erhebliche Auswirkungen (nicht jedoch auf das Geld der kleinen Anleger und das der Real-Investoren) – denn „richtige“ (d.h. große) Zocker spekulieren bevorzugt sehr kurzfristig, z.B. in der beliebten Version des besonders schädlichen Hochfrequenz-Handels.
    Durch eine Zocker-Steuer würde sich der „Geldumlauf“ entgegen der Gesell’schen Ziele zwar verringern, aber es gibt halt auch einen „falschen“ Geldumlauf (=außerhalb der Realwirtschaft), dessen Schwächung zugleich das Steuersäckel füllen würde – gleich zwei positive Effekte.

    Da die armen Super-Reichen dann nicht mehr zocken können und gar nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld, sollte man sich auf Pikettys Feststellungen zur fortschreitenden Vermögenskonzentration besinnen und den Reichen ihre schwere Bürde in angemessenem Umfang abnehmen:
    Zocker-, Einkommens- und Vermögenssteuer können ganz ohne utopische Experimente (Schwundgeld) Gerechtigkeit zurückbringen, Risiken beseitigen und Wohlstand für alle ermöglichen. Es bräuchte keine blutige Revolution, denn die Reichen wären auch nach einer angemessenen Besteuerung immer noch reich – aber nicht mehr zum Schaden der Allgemeinheit.

    Pikettys pessimistische Weltsicht (fortschreitende Vermögenskonzentration bei den Super-Reichen quasi als unabänderliches Naturgesetz) ließe sich also ganz einfach überwinden. Nicht nur per Steuern, sondern auch durch eine angemessene Lohnentwicklung.
    Mehr Geld in Händen der kleinen Leute kurbelt nämlich die Nachfrage und damit Wirtschaftsleistung an, viel besser als wenn das Geld bei den Reichen nutzlos liegen bleibt – daher: „Umlaufsicherung“ durch Umverteilung! Eine klare und gerechte Verteilung des Erwirtschafteten bringt Konsum in einer allseitigen Vertrauens-Atmosphäre. Schwundgeld schafft dagegen nur Panik und Fluchttendenzen bei den Reichen statt mehr „Umlauf“ im Sinne einer Wirtschafts-Ankurbelung.

    Und eine Lohnentwicklung, die (anders als in den letzten 15 Jahren in Deutschland) den Arbeitenden ihren gerechten Anteil am mitgeschaffenen Produktivitätsfortschritt gäbe, wäre sogar im Sinne der seligen FDP („Leistung muss sich wieder lohnen“), wenn sie ihre Sprüche je erst gemeint und unter „Leistungsträger“ nicht nur „Reichtumsträger“ verstanden hätte.

  6. Zinsen sind eine Nutzungsgebühr. „Leiht“ ein Fabrikant sich eine Maschine, dann sieht jeder ein, dass das nicht gratis laufen kann – sonst stünde eine riesige Nachfrage einem winzigen oder fehlenden Angebot an Maschinen gegenüber. Denn schon aus Wettbewerbsgründen wäre jeder Konkurrent gezwungen, ebenfalls zu „leihen“ statt zu kaufen.
    Und auf der Anbieterseite: Wer baut schon eine Maschine, wenn er nur die Lohnkosten, nicht die Materialkosten („Kapitalzins“) erlösen kann?

    Ob man eine Maschine „leiht“ oder das Geld zu deren Kauf, kann aber in einer Marktwirtschaft keinen Unterschied machen, denn Geldbewegungen und auch Zinsen spiegeln (zumindest in der Realwirtschaft) die Knappheit der Güter und das Angebots- und Nachfrage-Verhalten der Marktteilnehmer. So heißt ja auch die Miete im BGB „Mietzins“ und ist nicht nur eine Art (Ab-)Nutzungs- und / oder Bearbeitungsgebühr, sondern ein Kapitalzins für das vom Vermieter investierte Kapital. Ohne Zins keine Investition.

    Schon in einer einfachen Agrargesellschaft muss für geliehenes Kapital (Land) ein Kapitalzins fließen, der Pachtzins heißt. Erzwungene „Gratis-Pacht“ ist Enteignung – wer das will, sollte lieber gleich offen sagen, dass eine Bodenreform ansteht und diese „Grausamkeit“ besser schnell durchziehen. Ein Umweg über Schwundgeld wäre dann weder notwendig noch sinnvoll, sondern nur eine Quelle zusätzlicher Unsicherheit und zusätzlichen Misstrauens.

  7. @ bekir

    Da der Staat derjenige ist, der das „Zockergeld“ erst einmal geschaffen und in die Welt gesetzt hat, geht die Forderung nach einer Transaktionssteuer ins Leere. Soll der Staat sich selbst besteuern?
    Der Staat und die Privatvanken schaffen ungedecktes Geld per unkorrekter Gegenbuchung. Wenn dieses Geld dann da ist, findet es seinen Weg in die reale Wirtschaft- z.B. in den Aktienmarkt. Mit Aktien finanzieren sich die Unternehmen hauptsächlich. Das ist dann profitabel, wenn die Dividende auf Jahre hin ausfällt und der Aktienbesitzer, meistens Kleinsparer, nicht verkaufen will weil der Kurs zwischenzeitlich gesunken ist. Dann können die Unternehmen mit zinslosem Geld arbeiten, welches überdies nicht gesichert ist. Bei einer Anleihe hat der Geldgeber wenigtens einen Anspruch auf das Restvermögen der Gesellschaft, soweit noch vorhanden.
    Aber eine AG kann jederzeit, wenn der Konkursverwalter dies als Rettungsweg akzeptiert, als GmbH weitergeführt werden. Dann erlöschen alle Rechte der Aktienbesitzer.

    1. „Da der Staat derjenige ist, der das ‚Zockergeld‘ erst einmal geschaffen und in die Welt gesetzt hat, geht die Forderung nach einer Transaktionssteuer ins Leere. Soll der Staat sich selbst besteuern?“
      – Egal wer es geschaffen hat: die Zocker haben das Geld und sein Schadenspotenzial in IHRER Verfügungsgewalt. Steuern auf dieses Geld sind echte Einnahmen des Staates, da wandert nichts nur von der linken in die rechte Tasche.

      „Wenn dieses Geld dann da ist, findet es seinen Weg in die reale Wirtschaft- z.B. in den Aktienmarkt. Mit Aktien finanzieren sich die Unternehmen hauptsächlich.“
      – „Normale“ Aktienmärkte sind sinnnvolle Ergänzung, aber nicht Teil einer modernen Realwirtschaft. Sie stehen zwischen Realwirtschaft und dem Zocker-Casino. Dominiert das Blasen-Geld der Zocker den Aktienmarkt, dann ergänzt und fördert er mehr das Zocker-Casino als die Realwirtschaft. Das Geld zirkuliert nämlich nur dort und gelangt eben nicht in die Realwirtschaft – sichtbar daran, dass die Geldblase nur die Aktienpreise inflationiert , nicht die Konsumentenpreise.
      – Mit Aktien (d.h. mit dem vielen Börsengeld) finanzieren die Unternehmen sich nur genau einmal: bei der jeweiligen Emission. Danach „muss das Kapital arbeiten“ (d.h. die AG), um Jahr für Jahr Dividenden zu erwirtschaften, nicht die Börse!
      – Das Auf und Ab der Börsenkurse ist ein Spiel, das die (zockenden oder normalen) Aktionär e und die reinen Zocker (s. Optionen als „aktienfreie“ reine Wetten von Leer[ver]käufern etc.) unter sich allein ausmachen. Gewinne und Verluste aus dieser Zockerei fließen nicht von und zu den AGs – allerdings können Spekulanten mit ihren Spielchen die feindliche Übernahme einer AG und ähnliche Unannehmlichkeiten einleiten.

  8. Wer eine Bodenreform plant, also eine Enteignung von Grund und Boden, sollte dies nicht nur schnell „durchziehen“, sondern jede Menge Konzentrationslager bauen.
    Denn in der Sowjetunion hatte der Genosse Stalin die Möglichkeit, Widerständler gegen seine Enteignungen und andere Querulanten nach Sibirien zu verfrachten.
    Das geht in Mitteleuropa nicht. Deshalb wären Konzentrationslager in diesem Fall unerlässlich.
    Das muss man einfach wissen, wenn man das als Vergleich bemüht um die Zinsfrage zu klären.

    1. „Wer eine Bodenreform plant, also eine Enteignung von Grund und Boden, sollte dies nicht nur schnell ‚durchziehen‘, sondern jede Menge Konzentrationslager bauen. (…) Das geht in Mitteleuropa nicht. Deshalb wären Konzentrationslager in diesem Fall unerlässlich. Das muss man einfach wissen, wenn man das als Vergleich bemüht um die Zinsfrage zu klären.“
      – Es ging zunächst mal um den Enteignungs-Charakter eines Zinsverbots im Vergleich zu dem einer Bodenreform.
      Also gerade nicht darum, ob und wo eine Bodenreform wünschenswert oder durchführbar ist, sondern dass so etwas Heikles (falls bereits anlaufend) nicht auch noch über einen (zudem untauglichen) Umweg angegangen werden sollte.

  9. Ansonsten ist das schon richtig: der Zinsdienst ist derselbe; egal ob ich kaufe oder miete.
    Wenn ich miete bin ich nicht Eigentümer der Maschine oder des Wohnhauses und wenn ich kaufe auch nicht.
    Denn der Kreditgeber (die Bank) verlangt zur Sicherheit das Kaufobjekt als Pfand.

  10. Kuno
    „Da der Staat derjenige ist, der das “Zockergeld” erst einmal geschaffen und in die Welt gesetzt hat, geht die Forderung nach einer Transaktionssteuer ins Leere. Soll der Staat sich selbst besteuern?“

    Das ist natürlich Unsinn, das Zockergeld schaffen die Grossbanken per Geldschöpfung via dem gegenwärtigen Bankensystem und nichts, absolut gar nichts spricht gegen eine Transaktionssteuer, analog der Umsatzsteuer für die Finanz“industrie“ die 30x mehr Umsätze ohne Besteuerung generiert als die Realwirtschaft und dem jetzigem System das Genick brechen wird.
    Stimme bekir voll zu.

  11. @ Johannes

    Es ist aber so, dass die bundesbank die Privatbanken genau dazu ermächtigt hat.
    Deshalb ist es immer und immer nur der Staat, der Schulden macht!
    Woher kommen denn wohl die ständigen ausgaben des Bundes und der Länder- bei über zwei Billionen Schulden?

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