Verhör des Zeugen Christoph Meyer-Manoras – Sternstunde des NSU-Ausschusses im Ländle?

Ewald T. Riethmüller, ter@jurtex.de, schrieb:

Die heutige Zeugenvernehmungen im Stuttgarter NSU – Untersuchungsausschuss könnte zu einer Sternstunde der parlamentarischen Aufklärung werden, wenn der PUA wirklich Aufklärungswille hat, obwohl es „nur“ um die Frage geht, warum die Phantombilder im Zusammenhang mit dem Mord auf der Theresienwiese nie zur Fahndung frei gegeben wurden.

Verantwortlich für diese Nichtfreigabe war der Heilbronner Staatsanwalt Christoph Meyer- Manoras. Dessen offizielle Begründung war, das die Zeugenaussagen viel zu vage wären um die nach den Angaben der Zeugen angefertigten Phantombilder zu veröffentlichen.

Ob diese offizielle Begründung tatsächlich der wahre Grund der Nichtfreigabe war, muss bezweifelt werden. Einige der Phantombilder haben Ähnlichkeiten mit polizeilichen und nachrichtendienstliche V- Leute. Schmunzelnd könnte fast von einem V- Mann- Treffen am Mittwoch, den 25.4.2007 auf der Heilbronner Theresienwiese „phantasiert“ werden.

 Könnte oder muss?

Heilbronn ist eine Kleinstadt in der schwäbisch-fränkischen Grenzregion. Verschlafen und verträumt, in der eine kleine Schlägerei oder ein kleiner Verkehrsunfall mit Personenschaden schon Nachrichtenwert hat. Sicherlich sind diese Feststellungen ironisch übertrieben. Aber so in etwa ist dieses Städtchen treffend beschrieben.

Was also sollte diese zu vermutende V- Leute- Ansammlung auf der Heilbronner Festwiese, auf der gerade die „Attraktionen“ des Frühlingsfestes aufgebaut wurden?

Es wird noch mysteriöser, glaube ich dem Buch Heimatschutz, dessen Autoren wissen wollen, das unmittelbar nach dem Mord eine Karlsruhe SEK- Einheit am Tatort war. Wenn ja, muss man sich fragen, was die Karlsruher in dem Stuttgarter SEK- Revier Heilbronn machten.

Karlsruhe ist Regierungsbezirk Nordbaden und gute 40 Autominuten von Heilbronn entfernt. Heilbronn ist Nordwürttemberg, weshalb das SEK Stuttgart für Heilbronn zuständig ist.

Dies ist nicht das Ende der Liste der Merkwürdigkeiten, denn an diesem Tag war auch ein Schlapphut des Stuttgarter Verfassungsschutzes ebenso auf dem Weg nach Heilbronn wie ein amerikanischer Geheimdienstoffizier, der auf der Autobahn eine Radarfalle übersah, weshalb wir von seiner Absicht nach Heilbronn zu fahren, wissen. Geheimdienstoffizier? Er könnte auch als Polizist unterwegs gewesen sein, denn die Amerikaner trennen Nachrichtendienst und Polizei nicht.

Wir sind immer noch nicht am Ende dieser Liste der Merkwürdigkeiten. Auch der CIA- MIT- BKA – V- Mann Mevlüt Kar, Spezialist für selbst initiierte Terrorzellen (z.B. Sauerlandgruppe) und Lieferant funktionsfähiger Sprengkapseln, soll nach einem Bankbesuch auf dem Weg zur Theresienwiese gewesen sein.

War dies die Liste?

Nein, den auf diese Liste gehören auch Michèle Kiesewetter und ihr Kollege Martin A. Beide bei der Göppinger BePo – der Weiterbildungseinheit in Böblingen zugeteilt. Deren ursprünglicher Einsatz war entfallen und sie waren (überraschend?) mit weiteren Kollegen nach Heilbronn abkommandiert worden.

Dies war es nun?

Leider nicht. Zu den Schaustellern auf der Theresienwiese gehörte die Landfahrersippe „Heilig“, welche gleich mit 167 (Seh- und Hörgeschädigten) Personen anwesend war. Polizeilich keine Unbekannten. Die Sippe ist nach meinen Informationen seit Jahren im Fokus der OK- Ermittler.

Nein, diese Sinti oder Roma Sippe Heilig ist nicht mit der Familie Florian Heilig verwandt.

Nun reicht es.

Ach wo, an diesem Tag hielten sich, glaube ich Informanten des Compact – Magazins, auch Angehörige des serbisch- bosnischen Sabac- Clans in Heilbronn auf, welcher durch seine Schmuckdiebstähle als „Pink Panther“ zu einem traurigen Ruhm kamen.

Und, ein inhaftierter Mörder – teilweise bestätigt durch eine Zufallszeugin – behauptet einen größeren Drogentransport der wegen einer Autopanne (zufällig) auf der Theresienwiese hängen blieb. Zufall oder nicht, der angebliche Boss dieser Drogenbande hat sich wenig später in sein Geburtsland abgesetzt.

Zum Schluss der Liste soll auch die Bundesanwaltschaft zu ihrem Recht kommen, denn nach ihrer Meinung waren an diesem Tag ja auch noch Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos auf der Theresienwiese.

Diese Festwiese liegt in einem verschlafenen und verträumten Städtchen in der schwäbisch- fränkischen Grenzregion, weshalb diese lange Liste der angeblich Anwesenden doch sehr verwundert. (Ausgeklammert habe ich das Phantombild des angeblichen Tatzeugen und damit das Schicksal von zwei bzw. drei Jugendlichen.)

Zusammenfassend muss festgestellt werden, das der Verdacht einer größeren, geplanten Operation nachrichtendienstlicher oder polizeilicher Art auf der Theresienwiese an diesem Mittwoch reichlich mit Argumenten unterfüttert werden kann.

Alleine die (angebliche) Anwesenheit des SEK- Karlsruhe reicht völlig aus, um diesen Verdacht zu begründen, zumal es in den Akten keinen Hinweis auf diese Anwesenheit gibt. Nichts Ungewöhnliches, bei einer geplanten und gescheiterten polizeilichen Operation gegen das organisierte Verbrechen. Die Buchautoren von „Heimatschutz“ schweigen, was mich nicht verwundert. Sie wollten auch nach meiner Einschätzung mit ihrem Buch nur Geld verdienen und keine Wahrheiten finden.

Und der PUA? Wir werden es heute Abend wissen, ob er sich mit der offiziellen Version von Christoph Meyer- Manoras zufrieden gab oder tiefer bohrte. Warten wir es ab.

27 Gedanken zu „Verhör des Zeugen Christoph Meyer-Manoras – Sternstunde des NSU-Ausschusses im Ländle?“

  1. Meyer-Manoras ist nicht glaubwürdig. Einerseits gibt er den Obervorsichtigen, wenn es um die Herausgabe der Phantombilder geht, obwohl es in dieser Frage ja zunächst nur darum ging, Verdächtige zu finden, nicht unbedingt Mordverdächtige, sondern evtl. auch nur Gelegenheitsdiebe unter blutigen Umständen.
    Andererseits behauptet er, dass es keine Zweifel daran gebe, dass es Böhnhardt und Mundlos gewesen sind. Das ist einigermaßen absurd: Er hat keine Zweifel, obwohl Mögelin sagt, dass es in Heilbronn nichts gab und gibt, was darauf hindeutet. Das versteht kein gescheiter Mensch, weil es nicht logisch ist.
    Der Staatsanwalt baut offensichtlich ganz darauf, weniger logische Menschen mit Autorität zu einem Ergebnis zu drängen. Und das ist genau das, was sie alle machen, in den Behörden, in den Untersuchungsausschüssen und in den Medien: Viehtreiberei!

  2. Das Schweigen im „Heimatschutz“ kann ich nicht ganz unterschreiben: Du schreibst ja selbst, dass sie vom SEK Karlsruhe berichten, und von dem US-Offizier berichten sie auch. In den Kapiteln zu Heilbronn drängen sich die Merkwürdigkeiten dem Leser auch sonst regelrecht auf: die „ominöse“ Besprechung vor dem tödlichen Einsatz, das schlechte Gefühl der Kollegen bei der Beerdigung, die umstrittenen Mittagspausengewohnheiten, die Weigerung der Kollegin Susanne M. später die Ermittlungen zu unterstützen… Da ist viel drin, nur Böhnhardt und Mundlos fehlen praktisch komplett.
    Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich mir: „Au Backe, das Heilbronn-Zeug wird den Offiziellen aber nicht gefallen!“ Vor mehr als einem Jahr war das nicht ganz schlecht. Natürlich wollten die in erster Geld verdienen, und natürlich haben sie auch heikle Sachen weggelassen und Schlüsse (s.o.) nicht gezogen, aber richtig eindeutig und plump gelogen oder am Thema vorbei geredet haben sie viel weniger als die meisten anderen. Wenn ich Laabs heute bei Veranstaltungen als Propagandist höre, wundere ich mich regelrecht, dass er das geschrieben hat 🙂

    Deine Zusammenfassung und Deine Schlüsse im Beitrag oben sind natürlich viel besser! Du schreibst „bei einer geplanten und gescheiterten polizeilichen Operation gegen das organisierte Verbrechen.“ Das könnte grundsätzlich ein Teil der Wahrheit sein. Aber wenn ich eine Operation GEGEN das organisierte Verbrechen durchführe und die erschießen mir zwei Polizisten, dann ziehe ich die erst Recht durch und greife gegen sie durch. Stattdessen wurden die Täter und das Motiv jahrelang vertuscht, bis heute nämlich. Es muss hier also in dem Spiel mächtige Akteure gegeben haben, die eine andere Aktion durchgeführt haben, womöglich MIT der OK. Sonst ist das Bild definitiv nicht vollständig.

  3. Die Aussage von Meyer – Manoras überrascht nicht. Natürlich war zu erwarten, das dieser bei seiner bisherigen Version bleibt. Trotzdem hatte ich mir etwas mehr versprochen, denn entgegen dem OLG München schien der PUA davon auszugehen, dass die unter Hypnose gemachte Aussage von Martin A. tatsächlich auf dessen Erinnerungen basieren könnte und wenn ja, dann fragt es sich warum nach dem Täter, den das Opfer sah und von dem es ein Phantombild gibt, nicht gefahndet wurde.

    (Den Expertenstreit – ob mittels Hypnose durch Schock verdrängtes Wissen tatsächlich re-aktiviert werden kann, sollten wir nach meiner Meinung bei den Experten lassen. Es gibt Fälle in denen die Hypnose funktionierte – aber auch solche – wo sie nur Trugbilder hervorrief. Vergessenes Wissen – also nicht wirklich realisiertes Wissen – wird zum Teil sehr erfolgreich unter Hypnose bei Zeugen re- aktiviert. Zum Beispiel Autonummern bei einem Verkehrsunfall.)

    Im übrigen Zustimmung. Die gesehenen und gezeichneten Personen waren nicht direkt Tatverdächtig. Hätten aber trotzdem wichtige Zeugen sein können, weshalb eine Öffentlichkeitsfahndung durchaus vertretbar gewesen wäre.

    Mir ging es um etwas völlig anderes.

    Es gibt zwei Fälle im NSU Komplex in denen wurde mit falschen Fahndungsbildern gefahndet. Der AK des Sicherungsblogs hat in Sachen „Sprengstoffanschlag in Köln“ fast zwingend nachgewiesen, dass das Fahndungsfoto tatsächlich einen Polizisten zeigt. „Uwe- Verschnitt“ spottet Fatalist.
    Und, in Hamburg gab es das Fahndungsfoto eines Herrn mit Mongolenbart. Ein Nachbar des Opfers, der neugierig sehen wollte warum die Polizei abgesperrt hatte und dabei einem Zeugen verdächtig vorkam. Der Mongolenbartträger war 24 Stunden später ermittelt. Sein Phantombild wurde bis 2011 als Fahndungsfoto missbraucht.

    D.h., es gibt zwei Fälle in denen wissentlich mit falschen Fahndungsfotos gesucht wurde und es gibt Heilbronn, wo die Phantombilder der Zeugen unter Verschluss gehalten wurden.

    Wer nichts finden will sucht gar nicht oder er sucht die Falschen und er findet Jogginghosen mit Blutanhaftungen eines Mordopfers. Vier Jahre ungewaschen im Schrank eines Wohnmobils. Eine frei erfundene und manipulierte Spur, wie wir heute wissen.

    Dies und die von mir im Artikel aufgezählten Gründe hätten eigentlich Grund sein müssen massiv nachzufragen. Zu den Aussagen der Polizisten später.

    Im Moment erscheint mir die Frage:

    „Tor oder Eigentor“

    in Bezug auf den Prozess in München wichtiger zu sein. Ich persönlich tendiere noch zum Eigentor. In Wahrnehmung berechtigter (eigener) Interessen dürfen Anwälte natürlich ihre Verschwiegenheitspflicht verletzen. Die Sache ist hart an der Grenze. Es wird auf Feinheiten (juristische Haarspaltereien) ankommen. Geht die Strafanzeige in die Hose, dann darf sich die Angeklagte nicht wundern, wenn ihr das Gericht in einem Urteil ein hohes Maß an (manipulierender ) Berechnung vorwirft. Das war es dann mit dem „arglosem Mädchen“ zwischen zwei Männern. Mit der ahnungslosen Mitläuferin. Sie läuft Gefahr zur Mittäterin zu werden.

    Wird eine schwierige und interessante Prüfung und vielleicht ein interessanter Artikel.

  4. @ hintermbusch

    Zur Frage des Schutzes der OK empfehle ich die Bücher von Jürgen Roth. Der ist schön längst der Meinung, das zum Beispiel Sie, er oder ich nicht in bestimmte Ministerien kommen – wohl aber die Bosse der OK und hinter schlechter personeller und finanzieller Ausstattung der Polizei System steckt. Es ist so einfach die Polizei und die Justiz zu fesseln mit Berichtspflichten, in denen bestimmte Worte nicht geduldet werden.
    Ich habe einen mir namentlich bekannten polnischen Zigeuner wegen Diebstahl angezeigt. Es wurde eine Anzeige gegen Unbekannt daraus gefertigt. Ausländerfeidlichkeit oder gar Rassismus wollte sich der PK nicht nachsagen lassen. „Erstmals schrieb ich voller Wut: „Ich würde mich schämen wenn ich ihren Job machen müsste….“
    Mein Schwager erzählte mir, das Schwarzfahrer in NRW nur auf Ausländer machen müssen. Kontrolleure die zu viele Ausländer zu Anzeige bringen müssen sich mit dem Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit dienstlich auseinandersetzen.

    Berichtspflichten dieser Art verhindern jede Ermittlung. Für den damaligen Leiter der Abteilung 1 der StA Stuttgart durfte es im Ländle keine OK und insbesondere keine organisierten Rechtsradikalen geben. Die Rot/Grünen schickten ihn nach der Übernahme der Regierung ins Archiv und dann in Pension. OK und organisierte Rechtsradikale gibt es für die Ländle Justiz immer noch nicht. Verfahren dieser Art werden verschleppt und im Laufe der Zeit verniedlicht.

    Als Referendar ignorierte ich den Strafvorschlag des Staatsanwaltes (45 Tagessätze für einen Schläger) und beantragte für den Typ 12 Monate ohne Bewährung. Er bekam 9 Monate und ich keinen Ärger, weil der Richter ebenfalls nicht bereit war die Gnadeninstanz für einen Polizeiinformanten zu spielen und Druck bei dem StA machte. Dies war vor über 30 Jahren. Solche Gnaden- Strafvorschläge werden schnell zur Routine. Jürgen Roth hat Recht. Wir werden längst von den Erfüllungsgehilfen der Mafia regiert. Die Herren im PUA wissen, warum sie nicht aufklären wollen. Die Wahlen stehen vor der Tür und Rot/Grün kann sich der Mehrheit nicht mehr sicher sein. Florian Heilig verbrannte nicht zu Zeiten der CDU/FDP Regierung. Sondern zu einer Zeit, als die Grün/Rote Polizeireform die Ländle Polizei fast lahm legte.

  5. „Die Herren im PUA wissen, warum sie nicht aufklären wollen.“
    Könnte schon passen: sie lügen, vertuschen und falschermitteln, weil sie Angst haben, vor Machtverlust oder Schlimmerem. Und sie unternehmen praktisch nichts gegen die Leaker und die Netzopposition, weil sie wissen, dass wir Recht haben (muss ja auch mal erklärt werden). Wenn dann einer umkommt, lügen, vertuschen und falschermitteln sie wieder. Die Massen werden derweil von den Mainstreammedien beruhigt, weil ja alles nur schlimmer wird, wenn sie merken, was los ist. Die Parteizugehörigkeit eines Amtsträgers oder einer Regierung produziert in dem Spiel nur graduelle und zufällige Unterschiede. So kann ich es mir grundsätzlich auch vorstellen. Danke für die Einsichten.

  6. Falsche Diskussion, der 2007 eingebaute Diensttauschzeuge Marcello Penna war wichtig, nicht Meyer-Manoras.

    Die SMS von Penna fehlen in den Handys… genauer gesagt die Verabredungs-SMS Pennas mit Kiesewetter für den 24.4.2007.

    Den „Pink Panther Sabac Klan“ am Tatort in Heilbronn würde man kennen, wenn man wenigstens den Heilbronn Ordner 1 gelesen hätte. Ist aber erkennbar nicht der Fall gewesen.

    17.10 Spur 3735 (Komplex Amigo)
    Die weitere Vorgehensweise bezüglich der genannten festgenommenen Personen, wie Dakty- und DNA-Erhebungen, ist noch nicht abgeschlossen
    Die Enmittlungen wurden nach dem 04.11.2011 eingestellt Die bisherigen Ermittlungen sind in der Spur 3735 abgelegt.

    Schade, aber so wird das nichts bei rauskommen, die Aufklärer sind ebenso aktenunkundig wie die Abgeordneten im NSU-Ausschuss.

  7. @ fatalist
    Gräbst du Dich gerade ein oder willst Du nur Mimosen pflanzen? Forget it – es gibt keine Mimosen zwischen uns, war die Abmachung. Eingraben bringt nichts. Mich bringt keiner in einen Schützengraben.

    Zu den Vernehmungen der Polizisten später. Ich will erst den jüngsten Schachzug von Beate Zschäpe aufhellen. Das braucht es Zeit.

    Zunächst aber zu einer Angst, die ich bei „Hintermbusch“ sehe:

    1. Was bereits Gegenstand einer Einsichtnahme, einer Verlesung, einer Erörterung etc. in einer Hauptverhandlung war fällt unter kein Veröffentlichungsverbot. Die Strafanzeige des PUA gegen den AK Heilbronn ist also weitgehend kalter Kaffee, zumal die Mitglieder des AK Heilbronn namentlich nicht bekannt sind. Auch mir nicht. :-)(Bevor Drexler auf dumme Gedanken kommt. Auch bin ich nicht Funke und beantworte weder Kernfrage noch Nebenfragen. Gebe aber gerne Nachhilfe in Sachen Zeugnisverweigerungsrecht).

    2. Wer nur Papierakten hat, der ist richtig Dankbar für PDF Dateien mit Suchfunktion. So dämlich können selbst die Schwaben nicht sein diese Quelle zu ignorieren. Im Bundestag gilt der Sicherungsblog längst als Geheimtipp.

    Mit anderen Worten: Versuchte Einschüchterung

    und solltest Du es noch einmal wagen meine Aktenkenntnis mit der nicht vorhandenen Aktenkenntnis des Ländle- PUA auf eine Stufe zu stellen, dann ……. 🙂 Frechheit!

    1. Auf sachliche Einwände reagiert ein kluger Mann nicht mit ad personam. Auch ellenlange Selbstrechtfertigungen sind da wenig zielführend, helfen jedoch bei der Einordnung enorm.

      Wozu Marcello Penna mit gefakten SMS (!!!) in die Story der letzten Nacht von MK integriert wurde ist erkennbar nicht verstanden worden. Gedöns ersetzt Aktenkenntnis.

      1. Warum machst Du es dann auf dem S-Blog und behauptest, dass sich Riethmüller „bei der Antifa“ einreiht? Im Vergleich ist das oben von Bärlaus nur ein freundschaftlicher Rempler mit der Bitte, genau das nicht zu tun.
        Erstens gibt es Antifaschisten, die durchaus nicht an diesen NSU glauben können und sich deshalb von der Staats- und Medienantifa distanzieren. Zweitens hat Riethmüller für (fast) jeden erkennbar einen eigenen Zugang zu der Sache, selbst wenn sich der vielleicht mal bei einem Aspekt mit einem anderen überschneiden sollte.

  8. Die Aussagen der Polizisten

    Wie schon bei dem Staatsanwalt Meyer- Manoras hinterfragte der PUA auch bei den Polizisten keine einzige Merkwürdigkeit, obwohl sich ein solches Hinterfragen zumindest bei den „fehlenden, zwingenden Spuren“ regelrecht aufgedrängt hat.

    Als Beispiel will ich die fehlenden Fingerabdrücke und DNA Spuren am Lenkrad nehmen. Es bedarf keiner Erklärung, wenn Michèle Kiesewetter den Streifenwagen gefahren hat und dabei keine Handschuhe trug, dann müssen derartige Spuren vorhanden sein, es sei denn, das Lenkrad wurde vor dem Eintreffen der Spurensicherung gesäubert oder aber sie hatte dieses Lenkrad nie angefasst, also diesen Streifenwagen nicht gefahren.

    Das Fehlen dieser Spur hätte eigentlich zumindest zu Nachfragen führen müssen. „Wie erklären Sie sich dieses FEHLEN?“ „Was wurde unternommen um diese Ihre Erklärung zu überprüfen?“ Und so weiter….
    Oder bei ihren Kollegen von der BePo: „Es soll ja Personen geben die reinigen bei jeder Gelegenheit das Lenkrad. Wissen Sie ob Ihre Kollegin zu diesen Personen gehörte?“…..

    Die fehlenden, zwingenden Spuren sind dem PUA offensichtlich fremd oder für ihn völlig uninteressant.

    Lustlos wurde vom Ausschuss konsumiert, was die Zeugen für wichtig hielten und selbst in diesen Bereichen waren die Nachfragen harmlos, selbst dann, wenn über eine Erinnerung berichtet wurde, welche dem Zeugen erst einige Jahre nach der Tat wieder kam.

    Ich will mir die weiteren vier Pflichtbereiche ersparen, zu denen ich Fragen vermisse, denn ich kann wirklich keinen ernsthaften Aufklärungswillen beim PUA mehr erkennen. Der Ausschuss ist als Tiger abgesprungen – mit teilweisen bestechenden, scharfsinnigen Fragen in seiner Anfangsphase – und sucht sich nach meinen Eindruck nun zum Bettvorleger mutiert seinen Landeplatz.

    Weitere offene Bereiche:

    • Der Kollege von Frau Kiesewetter, Marcello Penna interessiert im Rahmen der These meines Artikels – mögliche, geplante OK- Operation – nicht. Im Rahmen der ebenfalls sehr spekulativen OFA „Kollegen- Mord“ des Sicherungsblogs hat er Bedeutung.
    • Unterstellt, diese meine Theorie ist richtig, warum gab es dann nach dem Polizistenmord keinen Zugriff? Einen Zugriff aus „Rache“ wird man bei OK- Ermittlungen sehr selten finden. Der Vorlauf, der zu einem Zugriff führt, dauert in der Regel viele Monate und ist sehr aufwendig, teuer und nicht ohne Risiko. Diese Vorarbeiten gefährdet Keiner leichtfertig. Ist der Zugriffsgrund entfallen – zum Beispiel durch ein störendes Ereignis – dann ziehen sich die OK- Ermittler in der Regel diskret zurück und wartet auf die nächste Chance.
    • Sollte der Sabac Clan etwas mit einer geplanten OK- Operation zu tun gehabt haben, dann muss unterstellt werden, dass ausländische Polizeidienste das Sagen hatten. Ermittlungen gegen diesen Clan dürften einen überwiegend ausländischen Anteil haben, da Deutschland nur Absatz- und Operationsgebiet des Clans war. Sie kamen ins Land – griffen zu (oder machten ihre Geschäfte, meist mit anderen OK- Strukturen die sie aus ihrer Heimat kannten) – und entschwanden wieder in das serbisch- bosnische Grenzgebiet.
    • Die Sabac- Clan Spur der Ermittlungsakten interessierte in diesem Zusammenhang nicht.

  9. @fatalist
    Du klagst:
    „Schade, aber so wird das nichts bei rauskommen, die Aufklärer sind ebenso aktenunkundig wie die Abgeordneten im NSU-Ausschuss. „

    Aktenunkundig als Argument?
    Warum?
    Weil du einen schlechten Job machst Fatalist.
    Der NSU-AK hat an der Anti-Front den qualifiziertesten Kenntnisstand Akten. Daraus definitiv die beste Übersicht der größten Taschenspielertricks der staatlichen Märchenerzähler.
    Und?
    Wird verwurstet in einem Blog.

    Öffentlichkeit geht anders.

    Beispiel.
    Die PUAs haben vor jeder Sitzung Übersicht, wer geladen ist.
    Damit sind die Themen klar.
    Also werden zwanzig Fakten aus dem Wissenspool des NSU-AK als Frage zu dem anleigenden Thema formuliert. Jede Frage wird mit Aktenkopie unterlegt, die das Problem schwarz auf weiß dokumentiert.
    Prof. Wittmann schickt das als Person (nicht als NSU-AK) an die Ausschussmitglieder und im Ländle cc als Mail an alle Abgeordnete.
    Freundlich ohne Vorwürfe, sonder als Bürger, der den PUA begrüßt und gern sein Wissen einbringt, um zu helfen, aber eben auch als besorgter Bürger, der die Antworten braucht.

    Ob der PUA jetzt darauf anspringt oder nicht, die Mitglieder haben sofort ein Problem.
    Sie wissen das man weiß was sie wissen.
    Das engt das dämlich stellen deutlich ein und bringt Druck auf die Qualität der Fragen. Du musst den Kaiser schon am eigenen Hofe nackig machen, damit er Schiss bekommt, das dann einer vortreten und das auch sagen kann … ;-))

    1. Zitat: „Sie wissen das man weiß was sie wissen.“

      Genau darin liegt auch ein Problem. Das wissen dann nämlich nicht nur die Ausschussmitglieder, sondern auch die Geladenen.

      Oder glaubst du, das bliebe im parlamentarischen Ränkespiel geheim? Die Geladenen können sich gleichfalls entsprechend vorbereiten. Man ist dann praktisch auf einem gemeinsamen Wissenslevel. Sich blöd stellen oder die Dinge wirklich nicht verstehen, geht übrigens auch dann noch. Bei Geladenen UND bei den Ausschussmitgliedern.

      Mal ganz abgesehen von deiner mutigen Vorstellung, es gäbe ein echtes Interesse an VOLLSTÄNDIGER Aufklärung bei den Ausschüssen. Die sind an ihre Untersuchungsaufträge gebunden. Da geht das Problem schon los.

      1. Aus meiner Sicht machst du zwei Betrachtungsfehler.
        Die Fragen sind keine Fallen, sondern der Aufbau von Druck. Alle kommen vorbereitet, da die Probleme bereits im Netz stehen. Das Wissenslevel ist also definitiv ohne Fragen bereits gleich. Kein Argument.
        Fragen stellt man, um Positionen des Gegners abzuklopfen, Widersprüche zu provozieren, Angriffsstellen zu finden.
        Dazu muss man das Instrument aber scharf machen.
        Der AK hat das Potential, das war mein Hinweis.

        Zweitens unterstellst du alle Befragten sind Verschwörer, geschult und vorbereitet.
        Das sind die wenigsten und nicht alle wollen nicht antworten. Siehe Feuerwehr Eisenach. Die waren frustriert und haben ihre Spitzen platziert. Noch bessere Fragen hätten geholfen das noch auszubauen.

        1. Ich sehe dann, da du die Waffengleichheit einräumst und die entsprechende Möglichkeit, Verteidigungsstrategien auszuarbeiten und den UA zu beeinflussen, nur einen „Betrachtungsfehler“.

          Ja, ich unterstelle, dass die Befragten gebrieft werden, je nach Erfordernis und umso mehr, je brisanter die Themenbereiche sind, die bereits im Vorfeld bekannt werden.

          Warum es überhaupt zur Befragung der Feuerwehrleute kam, wissen wir nicht. Du hältst das für Aufklärungswillen, ich halte das für ein politisches Manöver unbekannter Absicht. Warum? Seit dem ist Schweigen im Walde, auch bei den PUA-Leuten resp. ihren Parteien.

          Und was genau hält dich davon ab, Befragungshilfen auf Basis der geleakten Akten und des gesamten NSU-Fundus selbst zu erarbeiten und an die Ausschüsse zu verteilen?

          1. „Und was genau hält dich davon ab, Befragungshilfen auf Basis der geleakten Akten und des gesamten NSU-Fundus selbst zu erarbeiten und an die Ausschüsse zu verteilen?“

            Was gaukelt dir deine Fantasie da als Model vor?
            Ich deale Secondhand Infos als Frage an einen UA mit Verweis auf Quelle NSU-AK, mit dem Redakteur Fatalist?
            Noch so eine Idee?

            Würde ich auf den Akten sitzen, wäre das selbstverständlich Teil meiner Öffentlichkeitsarbeit, weil es eben selbstverständliche Strategie ist, größtmögliche Öffentlichkeit herzustellen.

            Genau das war mein Hinweis an Fatalist, um dich vielleicht wieder aufs Thema zu bringen.
            Er beklagte das die UA wohl keine Aktenkenntnis haben und es so nichts wird.
            Und ich habe geantwortet, dass er sich da an die eigene Nase fassen muss.
            Du entschuldigst seine Passivität, wird Gründe geben, ist ok.

          2. Roger, hast du schon mal nach den Terminen und Befragungsplänen des Thüringer PUA gegoogelt? So als ersten kleinen Schritt? Viel Spaß.

            Dass du erst den kompletten Aktenbestand brauchst, um einen faktengestützten Fragenkatalog zu erstellen, das nehme ich dir nicht ab.

            Das Aktenhandling des AK kann man kritisieren. Da gebe ich dir recht. Wirklich überzeugend wäre diese Kritik aber erst, wenn das verfügbare Material komplett ausgewertet ist und diese Auswertungen den UAs zugeänglich gemacht wurden. Z.B. von dir. Ich bin jedenfalls mit dem schon vorhandenen Konvolut noch immer nicht durch.

            Ich sehe hier auch weniger einen mangelnden Willen, Passivität schon gar nicht, sondern eher ein Kapazitätsproblem.

            Neben der Gefährlichkeit deiner Idee als solcher, die letztlich eher den Befragten in die Hände spielen könnte, gibt es die allzumenschliche Gefahr, zu viel von anderen zu erwarten (AK). Lenkt natürlich auch herrlich von der eigenen Passivität ab.

    2. @roger

      „Sie wissen das man weiß was sie wissen.
      Das engt das dämlich stellen deutlich ein und bringt Druck auf die Qualität der Fragen“ Zitat Roger Ende

      Eine alte Idee von mir, welche ich auch praktisch umgesetzt habe. Mein Ziel war von Beginn an nicht die „Aufklärung“, sondern den Herrschaften den Rückzugsweg abzuschneiden. Ein „Das haben wir aber nicht gewusst“ – sollte es nicht geben!

      Verkannt wurde dabei auch von mir, dass es sich hier um eine wirklich heisse Kiste handelt, d.h., mehrfacher Mord an Migranten, an Polizisten, an Zeugen!

      Da baut so ein Schriftsatz eher keinen Druck auf. Wenn die Leute abwegen müssen, ob sie am nächsten Tag an einer Lungenembolie sterben oder in den Puff gehen sollen, dann gehen sie lieber in in Puff!

      1. @Kay-Uwe

        Natürlich ist Puff auch ein Argument 🙂
        Als Bildsprache sowieso.

        Aber deine Einschränkung fasst in Summe zu kurz. Um keinen langen Vortrag zu halten, weil es viele Argumente dagegen gibt.
        Nur ein einfaches Beispiel. Die Rußlungenlüge hat der TUA salonfähig gemacht. Als er den O-Bericht hatte, wie viele andere vor ihm, hat er nicht auch noch abgeduckt, er hat es rausgehauen.

        Das und der verschämte Umgang damit durch die Auftragsschreiber aus den Medien, erzeugt schon Wirkung.
        Aber auch hier gilt das Gesetz der großen Zahl, ein Treffer reicht nicht.

  10. Die fehlende Aktenkenntnis ist für die Aufklärungsbemühungen fatal. So auch im neuen Compact-Bericht zu Kassel und Temme: „Bei Anruf Mord“

    „Fakt ist… Anruf 20 Minuten nach dem Mord… linke Prozessbeobachter glauben, das sei Benjamin Gärtner gewesen… das ist aber reine Spekulation“

    Leute Leute, die Nummer ist vollständig bekannt, der Halter ist nicht ermittelbar gewesen, aber die Nummer steht in den Akten (und mehrfach fett im S-Blog). Es ist eine Geheimnummer, es glaubt auch niemand, das sei eine Gärtner-Nummer… ausser Bärlaus, natürlich 😉

    Das Problem ist, dass niemand jemals in Ausschüssen, im Prozess oder in den Medien gefragt hat, was das denn für eine Nummer sei! Wen hat Temme 20 Minuten nach dem Mord angerufen, und warum ist das dann „bei Anruf Mord“?

    Gedöns-Artikel… brain bekommt ihn per Mail…

  11. @ Fatalist

    Habe einen Termin und deshalb wenig Zeit für Deinen Kommentar. Du bist im Falle Temme nicht mehr auf dem Laufenden, so mein bescheidener Eindruck. Die Formulierung von JE zu verteidigen muss nicht meine Sache sein. Ich war definitiv davon ausgegangen, das Temme die Notfallnummer seines Nachrichtendienstes anrief, die ihn unter Umgehung des Dienstweges direkt mit einem Mitarbeiter des Krisenstabes verband. JE hat mit dieser Formulierung abgeschwächt, da natürlich auch andere Alternativen möglich sind. Wo ist das Problem?
    In Kürze:
    Temme hatte Tat- und Täterwissen, wie die Vernehmungen zweier Polisten der Soko Cafe in München ergab. Die Widersprüche in seinen bisherigen Aussagen reichten selbst dem BAW um zu unterstellen, das Temme zur Tatzeit in dem Internetcafe war.
    Die Hintergründe seiner „Falschaussagen“ lassen sich bisher nur erahnen. JE und ich tippten darauf, das er in eine Falle gelockt wurde. Dies vermutet wohl auch der hessische PUA, weshalb er bestimmte Personen – die es in Deinen alten Akten gar nicht gibt – nach der Sommerpause vernehmen will.
    Kurz zu Deinen heißgeliebten, alten Akten. Mit diesen wurde keiner der Fälle vor dem 4.11.11 aufgeklärt. Wäre vielleicht Zeit sich zu fragen, inwieweit Deine Akten stimmen und warum selbst in München neuere Akten die Basis des Strafprozesses sind. Inwieweit die stimmen frage ich jetzt lieber nicht.

    Eine Anmerkung in eigener Sache:

    Ich schrieb zu einem Artikel auf Deiner Webseite zwei Kommentare. Einen hast zu zum Zwecke der Stigmatisierung in einem neuer Artikel veröffentlich, den zweiten nicht. Warum?

    Der lautete:

    „Eine E- Mail Anfrage aus NRW möchte ich an dieser Stelle öffentlich beantworten, bevor noch weitere Anfragen dieser Art mich zum unnötigen Lesen zwingen:
    Es bleibt jedem überlassen, ob ich mit meinen Zweifeln am Tod von Richter (Corelli) nur Druck aufbauen will oder ob mir tatsächlich Fakten vorliegen. 🙂 Nach meiner Meinung gehört der Obduktionsbericht von Richter in den PUA. Und, Corelli wäre nicht der erste V-Mann dessen Zeugenschutzprogramm eine Reise ohne Wiederkehr ist. Neu wäre allenfalls der amtliche Totenschein. Die Medikamentengeschichte stimmt. Bestünde Sicherheit, das der Metformin- Verteiler tatsächlich Corelli war, dann wäre diese Geschichte nicht in einem Kommentar, sondern in einem Artikel zu lesen gewesen.“

    Der passte wohl nicht so ganz in Dein Konzept?

  12. „Temme hatte Tat- und Täterwissen“ & „JE und ich tippten darauf, das er in eine Falle gelockt wurde.“

    Temme hatte Wissen zur Ceska-Serie, das er nicht von der örtlichen Polizei oder aus Medien erhielt.
    Ein „reingelegter“ (d.h. wohl frustrierter?) Temme soll mit diesem Ceska-(Selbstbelastungs-)Wissen vor Kollegen geprahlt haben, die ihn als „Einzelgänger“ (Klein-Adolf evtl. als Täter?) betrachteten, jedenfalls nicht seine verschwiegenen dicksten Freunde waren?
    Und diese VS-Kollegen sollen Temmes Prahlen „unbürokratisch“ an die Polizei weitergemeldet haben? Obwohl selbst „normale“ Beamte (außerhalb von Sicherheitsbereichen) für jeden Pieps (nicht nur gegenüber der Presse, auch gegenüber anderen Behörden und Gerichten) eine Aussagegenehmigung brauchen und Temme in Gestalt des gemeinsamen Dienstherrn (Min.-)Präs. Bouffier seit langen 9 Jahren einen verlässlichen Schutzengel hat?

    Nein: Das (lage-bedingt unglaubwürdige) Prahlen ist ebenso Teil eines roten Herings wie das „versehentliche“ Verpetzen der Prahlerei. Temme und Bouffier zelebrier(t)en einvernehmlich, gezielt und mit Temmes Kollegen als Statisten die Entstehung bzw. Verstärkung eines Verdachts gegen genau diesen Temme – und mit Fake-Infos genau aus seiner eigenen Behörde heraus. Der große Vorhang des Staatsgeheimnisses wurde absichtlich ein Zipfelchen gelüftet. Genug um den roten Hering sehen (und fehldeuten) zu können. Dann fiel der Vorhang wieder und schützt Temme seither verlässlich.
    Neuere Enthüllungen (WELT 2015) werden an letzterem vermutlich nichts ändern, zeigen aber, dass die Leute, die hinter der Springer-Presse stehen (also zumindest keine Bouffier-Feinde) starkes Interesse an der weiteren Kultivierung eines Verdachts haben, der Temme aber nichts anhaben kann. Dafür sorgt in München schon die BAW: Wohl selten zuvor wurde ein dringendst Tatverdächtiger so hartnäckig als „Zeuge“ behandelt.

    Anlass und Hintergrund des Schauspiels müssen in der großen Politik gesucht werden, wo Bouffier und kooperierende Minister-Kollegen schließlich zu Hause sind und die BAW ihre Weisungen abholt. Der außenpolitische Bezug (Erdogan verwies ausdrücklich auf den „tiefen Staat“ als Ansatzpunkt) liegt nahe, ebenso ein Ablenkungs-Bedarf von USA-Bezügen – warum sonst „enthüllt“ gerade die Springer-Presse neue Kassel-Details so fleißig und zu so verräterischen Zeitpunkten? Dass aus dem Fund der Uwe-Leichen eine ganz große Story wurde, die u.a. den fast vergessenen Mord in Kassel wieder aufrührten, war eine Entscheidung „der Behörden“, die das 2011 (wie bereits 2006) auch ganz anders hätten arrangieren können, wenn sie gewollt / gedurft hätten.

    Politische Motive werden in den AK-Akten aber vermutlich nicht protokolliert sein und auch ermittelte Handy-Nummern /-Besitzer von Temme-Gesprächspartnern werden da wohl kaum weiterhelfen.

  13. @bekir
    Lesenswerter Beitrag mit sehr interessanten Thesen, auch wenn ich diese nur teilweise teile. Danke!
    Der Compact- Artikel „Bei Anruf Mord“ ist kein Artikel der den Leser dieses Blogs – ohne das Magazin – zugänglich ist. Da Fatalist ihn in die Diskussion brachte, hoffe ich auf Tolerierung, wenn ich auf Ihren Kommentar antworte.

    Die „Arbeits- Überschrift“ des Artikels lautete: „Eine spekulative Verbindung loser Enden“. Sie zeigt, um was es in dem Artikel ging, nämlich um das Aufzeigen der bisherigen Widersprüche in den Aussagen , die zwischenzeitlich derart massiv sind, das sie zu einer OFA verbunden werden können.
    Ablenkung spielt im Falle Temme eine sehr große Rolle, alleine die Show des pensionierten Geheimhaltungsbeauftragten Hess vor dem hessischen PUA machte dies überdeutlich.

    Aber wir haben auch zwei Äußerungen die stutzig machen:
    • Es waren noch weitere Behörden beteiligt und
    • dies ist doch nur ein Tötungsdelikt, von dem wir uns nicht beeinflussen lassen können. Andernfalls muss uns ein Nachrichtendienst nur eine Leiche vor die Tür legen und schon wären wir neutralisiert.

    Beide Äußerungen hinterfragt machen klar, das hinter diesem Fall mehr zu vermuten ist als die bisherige, offizielle Version es uns vermitteln will, weshalb diese mit einem dicken, fetten Fragezeichen versehen werden muss.

    Temme war wohl auch nicht der kleine V- Mann- Führer. Diese sind in der Regel nur Spezialisten auf einem Gebiet. Temme führte V- Leute in zwei Arbeitsgebieten. Auch bei einer kleinen Außenstelle eines kleinen LfV ein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Und, ein Prahlhans war er sicherlich nie. Vermutlich auch nicht im Kollegenkreis. Ich habe den Eindruck, das bestimmte Informationen der Öffentlichkeit das Bild des einfachen, etwas beschränkten – aber sehr ehrgeizigen, ehemaligen Postbeamten – vermitteln sollen, welcher zufällig Verfassungsschützer wurde.

    Auch ich muss abwarten, was die weitere Beweisaufnahme erbringt. Auch wenn ich schon voreilig einen Euro verwettet habe, das sich die Ceska nach dem Mord an Halit Y. im Panzerschrank des hessischen VS befand, weshalb diese Mordserie endete.

    Einfach zu erklären, wenn Temme bewaffnet und zum Zeitpunkt des Mordes in dem Internetcafe war. „Darf Waffen führen“ – steht in den VS- Dienstausweisen. Nicht jeder Bewaffnete macht von seiner Waffe Gebrauch, auch dann nicht, wenn ein Mörder unter Zurücklassung seiner Tatwaffe flieht.
    Unterstellt, Temme habe erst 20 Minuten nach der Tat die Notfallnummer seiner Behörde angerufen, dann zeigen diese 20 Minuten sehr deutlich wie verstört und durcheinander dieser Mann nach der Tat war. Verständlich, er hatte auch noch nie einen Mord miterlebt und vermutlich auch noch nie seine eigene Waffe auf einen Menschen – in der Absicht notfalls zu schießen – gerichtet.

    Doch dies ist alles Spekulation. Der PUA und das OLG müssen aufklären. Wir können über ihre Arbeit nur berichten und in den Kommentaren etwas spekulieren.

  14. @ bf
    Gerne in der Zusammenfassung.
    Fatalist kritisiert die mangelnde Aktenkenntnis des UA.
    (Kritisiert in Wirklichkeit aber, warum man ihn nicht liest und offiziell auf ihn Bezug nimmt … warum wohl nicht … 😉 )
    Das heißt, er kritisiert etwas, was er als Erster und inhaltlich am allerbesten abstellen könnte.
    Das war mein Hinweis an ihn!

    Da kommt jetzt bf auf die Bühne und meint, nö, falscher Ansatz. Das was fatalist an Wissen rund um die Uhr aus den Akten stemmt, zusammen mit vielleicht zwanzig Helfern, das kann roger alleine am Feierabend auch.
    Der König ist entschuldigt, der Knappe soll aufs Pferd.
    Sehr schön.
    Das ist Logik aus dem Legoland oder (!) … dem Diensthandbuch für das satteln toter Pferde.

    Der die Akten hat, hat eine Verantwortung der Auswertung und bestmöglichen Verbreitung.
    Heißt, Inhalte die wichtig sind, sind dort zu platzieren, wo sie wichtig werden können und Öffentlichkeit haben.
    Das stellt bf in Abrede.
    Er präferierst selbsternannte Unterhändler für den Fatalistblog an einen UA … ???
    Was außer den Papierkorb beim UA kann eine solche Witzfigur wie es dieser Unterhändler wäre, noch grüßen?

  15. @brainfreeze

    „Roger, hast du schon mal nach den Terminen und Befragungsplänen des Thüringer PUA gegoogelt? So als ersten kleinen Schritt? Viel Spaß.“

    Du bist ein kleiner Schwätzer. Immer seicht, geschmeidig formulieren, keinem wehtun.
    Hier die Angaben TUA:
    nächste Sitzung:
    Donnerstag, 27. August ab 10:00 Uhr.
    Als Zeugen sind geladen:
    – 2 Feuerwehrleute
    – die Gerichtsmedizinerin
    – eine Fotografin die vor Ort Bilder gemacht hat
    – 4 Mitarbeiter des Abschleppunternehmens

    1. Dir tue ich bestimmt nicht weh, Roger, du bist kein Gegner.
      Trotzdem danke für die Info. Vll. überwindest du dich und machst einen kleinen Service daraus. Das würde allen Beteiligten helfen.

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