Bargeld-Hortung würgt griechische Volkswirtschaft ab

Der griechischen Volkswirtschaft geht das Bargeld aus. Es wird jedoch dringend als Zahlungs- und Tauschmittel benötigt. Der Griechenland-Blog berichtet heute über die „Stunde Null für Unternehmen in Griechenland“. Für das Fehlen des Bargeldes ist jedoch nicht die europäische Zentralbank verantwortlich. Laut des „Keiser Report“ gäbe es in Griechenland mehr Bargeld als im gesamten Rest von Europa. Da große Mengen Bargeld auch in Deutschland gehortet werden, bezieht sich die Aussage wahrscheinlich auf die gehortete Menge Bargeld pro Kopf (pro Grieche).

„Wie viel Geld ist abgehoben worden? Am Mittwoch hatte die Zentralbank bekanntgegeben, dass Bürger und Unternehmen in den ersten fünf Monaten des Jahres 29,4 Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben haben. Damit fielen die Geldeinlagen in Griechenland auf rund 128 Milliarden Euro. Vor Ausbruch der schweren Finanzkrise im Jahr 2009 lagen in griechischen Banken knapp 233 Milliarden Euro Geldeinlagen.“ (Bilanz)

Ein Großteil dieser Gelder sind jedoch gehortet.

Versteckt in Safes, vergraben im Garten

Der grösste Teil des in den vergangenen Tagen abgehobenen Geldes – rund 20 Milliarden Euro – sei im Lande geblieben und vermutlich in Safes und Truhen versteckt, berichtet die griechische Presse.“ (ebd)

Der dritte sogenannte „Hilfskredit“ an den griechischen Staat ist über 80 Mrd. Euro hoch. Davon bestehen allein 35 Mrd. Euro in Liquidität-Spritzen. Die europäische Zentralbank wird also noch mehr Bargeld in das griechische Bankensystem pumpen! Dadurch steigt die Staatsverschuldung Griechenlands noch weiter an, genauso wie das Inflations-Potential, wenn das Bargeld irgendwann ausgegeben wird!

Dies hätte vermieden werden können, wenn es eine effektive Umlaufsicherung von Bargeld geben würde. Bisher thematisiert die mainstream-Wirtschaftswissenschaft lediglich Inflation als eine Art der Umlaufsicherung.

Wegen der geringen Inflationsrate, der Wirtschaftskrise, dem Misstrauen gegenüber den Banken und der Angst vor einer Staatspleite funktioniert diese Sicherung offensichtlich nicht. Das Bargeld wird nicht ausgegeben, weil es vor allem in einer Krise vorteilhafter ist, liquide zu bleiben.

Wirtschaftsexperten von neoliberal bis links informieren die Öffentlichkeit nicht über eine andere Art der Umlaufsicherung: Eine Gebühr auf Bargeld-Hortung, wie sie Silvio Gesell vor hundert Jahren vorgeschlagen hat! Nur wenn Bargeld nicht ausgegeben sondern gehortet wird, verliert es an Kaufkraft!

Der Freiwirtschaftler Steffen Henke bietet Vorträge über eine so umlaufgesicherte Währung an. Dort präsentierte er folgenden 10-Euro Schein:freigeld-euro

 Quelle: transition-minett

5 Gedanken zu „Bargeld-Hortung würgt griechische Volkswirtschaft ab“

  1. und ihr glaubt mit einer gebühr würden die leute das geld auf einmal zu den banken tragen, die es nur noch tröpfchenweise auszahlen und morgen beschlagtnahmen könnten? es würden sich lediglich die leute um auslandskonten kümmern die dafür bisher zu faul waren/zu wenig cash hatten.

    1. Auch auf Auslandskonten würden sie die Gebühr entrichten müssen, außer sie tauschen die Währung an der Grenze in eine andere Währung um. Das wäre unproblematisch, da dann das Bargeld automatisch in den Währungsraum zurückgelangen würde.

  2. Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.
    Was ist Geld?
    Ach ja genau das was man von den anderen haben will, am Besten ganz ohne Gegenleistung allein aus „Gnade“ – wessen Gnade – genau die Gnade eine Staates.

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