NSU: Wurde Geheimdienstler Andreas Temme wieder beim Lügen erwischt?

Die Spiegel-Journalisten Gisela Friedrichsen berichtet über neueste Erkenntnisse im 9. Mordfall der Ceska-Mordserie. Die Anwälte der Familie des Mordopfers Halit Yozgat haben offenbar in Akten neue Informationen gefunden, die den damaligen Geheimdienst-Agenten Andreas Temme weiter belasten. Es wird zunehmend eng für ihn und seinen Schutzpatron Volker Bouffier (CDU).

Andreas Temme wurde vom Zeugen Ahmed A. vor dem Mord am Tatort gesehen. A. beobachtete, wie Temme mit einer Plastiktüte in das Internetcafe von Yozgat ging und sich neben ihn setzte. In der Tüte hätte sich ein schwerer Gegenstand befunden. Kurz darauf wurde Yozgat in seinem Cafe erschossen. In einem Teil der Ceska-Morde wurde eine Tüte über die Mordwaffe gestülpt, um die Hülsen aufzufangen:

“Der Zeuge erwähnte auch eine Tüte, die der T. in der Hand gehabt haben soll. Er sagte noch, dass er diese Tüte bemerkt habe, als der Mann das Internet Cafe betrat.” (Polizeiakte)

Daraufhin wurde der Zeuge in der ARD-Sendung “Panorama” unflätig angegriffen; die Sendung wollte Temme reinwaschen und zeigte ihn beim Kirchenpflücken. Der Zeuge wäre “bekifft” gewesen und hätte also halluziniert.

“Dieser Zeuge, Ahmed A., hatte am selben Nachmittag übrigens noch eine ganz andere Tüte gesehen: Kurz vor seinem Besuch im Internetcafé hatte er einen Joint geraucht, war offenbar bekifft.” (daserste)

Laut „Spiegel“ wären jedoch Telefonmitschnitte der Polizei jetzt aufgetaucht. Die Polizei hörte das Telefon Temmes ab, da er unter Mordverdacht stand. Seine Frau hätte einer Freundin am Telefon bestätigt, dass ihr Mann „eine Plastiktüte bei sich gehabt habe.“ 

Die Anwälte beantragen zum Beispiel, Telefonmitschnitte beizuziehen, in denen etwa T.s Ehefrau einer Freundin gegenüber bestätigt, dass ihr Mann eine Plastiktüte bei sich gehabt habe. Frage: Warum bestritt T. dies vor Gericht? Hat er die Unwahrheit gesagt? Und vor allem: Was war in der Tüte?

Diese Aussage erscheint rätselhaft: Wie kommt die Freundin überhaupt dazu, Temmes Ehefrau nach der Plastiktüte zu fragen? War ihr die Zeugenaussage bekannt? Warum wusste die Ehefrau Temmes von der Plastiktüte? 

„Bouffier habe in der Folge nicht nur eine Sperrerklärung betreffend die Vernehmung von T.s Quellen erlassen, sondern dem Verfassungsschützer T. zu einem Zeitpunkt Rückendeckung geben, als dieser Beschuldigter in einem Mordverfahren gewesen sei. „

5 Gedanken zu „NSU: Wurde Geheimdienstler Andreas Temme wieder beim Lügen erwischt?“

  1. Befragt nach der Ermordung des Kasseler Internet-Cafe-Besitzer Halit Yozgat und dem Umstand, dass der ehemalige, hessische Verfassungsschützer Andres Temme der zur Tatzeit am Tatort war und vom Mord nichts bemerkt haben will, erklärt Hans Leyendecker (SZ) 2012 aufgebracht:

    ” Das is ausermittelt. Das ist nun wirklich damals ausermittelt, das ist jetzt noch mal ausermittelt. Der saß da, das is auch ne Figur wie eigentlich aus ‘nem Roman, hat früher Mein Kampf intensiv gelesen. Es passte scheinbar alles. Aber es ist ausermittelt, er hat mit dieser Tat, wenn Sie gucken, die Mörder kamen aus Dortmund, es wäre möglich gewesen, dass sie in Münster gemordet hätten, dass sie woanders, er hat mit dieser Tat nicht zu tun gehabt. (…) Was ausermittelt ist und das ist ausermittelt. Und dann kann ich nicht mit ‘ner Verschwörungstheorie noch mal um die Ecke kommen.”

    https://machtelite.wordpress.com/2013/04/15/ard-hinterfragt-tiefen-staat-im-nsu-komplex/

  2. TKÜ-Auswertung i.S. Andreas TEMME
    (21.09.2006)

    Auf Grund verschiedener Beschlüsse des AG Kassel vom 19.04.06 bzw. 23.04.06 wurden gg. den Andreas
    TEMME TKÜ-Maßnahmen durchgeführt, weil er im Verdacht steht an einer Mordserie beteiligt zu sein.

    (es folgen 7 Anschlüsse…)

    Bei der Überwachung derTelefonanschlüsse konnten keine verfahrensrelevanten Gespräche festgestellt
    werden.

    Temme selbst nutzte die ihm zur Verfügung stehenden Telefonanschlüsse relativ wenig. Seine Telefonkontakte
    beschränkten sich überwiegend auf seine Ehefrau und andere Angehörige. Telefonate mit Bekannten fanden
    sehr wenige statt. Aus den geführten Telefongesprächen haben sich keine Hinweise ergeben, dass er zu irgendwelchen Bekannten ein besonderes Vertrauensverhältnis pflegt. Die Gespräche waren sehr oberflächlich. Nach
    hiesigen Feststellungen scheint er, neben seiner Ehefrau, lediglich zu seiner Schwester Gudrun Temme eine
    engere Bindung zu haben.
    Weiterhin . hatte Temme vereinzelt Telefonkontakte zu Kollegen und Kolleginnen aus dem südhessischen Raum.
    Diese Kontakte hatten meist einen privaten Charakter. Die derzeitige Situation des Temme wurde natürlich auch
    angesprochen. Weiterhin fanden Telefongespräche zwischen Temme und seinen Vorgesetzten in Kassel und
    Wiesbaden statt. Diese Gespräche betrafen ausschließlich seine derzeitige Situation in beruflicher und · privater
    Hinsicht. Nach dem durch die Medien bekannte wurde, dass die Polizei gegen Temme ermittelt, fand neben der
    Polizei, seitens seiner Dienststelle eine Betreuung hinsichtlich der möglichen Gefährdungslage statt; Hierzu
    kann weiterhin gp~Ag5*erden, dass keinerlei Telefonate registriert wurden, in denen Temme bedroht wurde
    bzw. den Schluss zulassen, dass er gefährdet ist.

    Weiterhin ist anzumerken, dass die Eva Schmidt-Temme mehrfach am „Festnetz 1“ mit Freundinnen bzw.
    Verwandten Gespräche geführt hat, die nur den Schluss zulassen, .dass ihr geschiedener Ehemann Urs
    S. [anonymisiert, fatalist] Drogen konsumiert und
    auch damit dealt. In dieser Sache wird ein entsprechendes Ermittlungsverfahren durch KHK Bilgic eingeleitet.
    ______________

    Lasst Euch doch nicht immer wieder aufs Neue verarschen, Leute…

    1. „Lasst Euch nicht verarschen“
      Sehe ich auch so.
      Die machen mit Temme wieder ’nen Ruck zum Gärtner. 😉

      Hessens IM und sein LfV müssen komplett doof sein: Erst die Aussagen der VP verbieten und dann den Namen von GP389 streuen? Echt souveräne Taktik, voll geheimdienst-like 🙂

  3. Zitat:
    Wie kommt die Freundin überhaupt dazu, Temmes Ehefrau nach der Plastiktüte zu fragen?
    [ZITAT ENDE]

    da steht’s:
    http://www.welt.de/print/wams/article137697123/Der-NSU-Komplex.html?ref=555601-skim725X175Xac400047d581b0e9f05bec3710315370&affmt=2&affmn=1

    Also fragte nicht die Freundin nach der Plastiktüte, sondern Temmes Frau sprach das Thema Plastiktüte zuerst an.

    außerdem steht da noch:
    Temme war nicht privat, sondern dienstlich in dem Internetcafe.

    – Temme weiß mehr als er der Polizei oder vor Gericht sagte, denn er sagte am Telefon:
    „Wenn der ganze Spaß rum ist, dann kann ich dir das mal erzählen, das ist am Telefon ein bisschen schlecht.“

    – Der Geheimschutzbeauftragte des Verfassungsschutzes weiß, dass Temme gelogen hat, denn er ist froh, dass die Polizei Temme nicht zu einer Tatrekonstruktion mitgenommen hat:
    „Aber sie haben dich – Gott sei Dank – da nicht mitgenommen, nä?“

    – Es gab Vorwissen über die Tat:
    „Ich sach ja jedem, äh, wenn er weiß, dass irgendwo so etwas passiert: Bitte nicht vorbeifahren!“

    – Woher weiß man, dass Benjamin Gärtner zur Tatzeit der Morde 6,7 und 9 in den jeweiligen Städten Nürnberg, München, Dortmund war? Vermutlich hatte man sämtliche Verbindungsdaten aller Funkmasten in Tatortnähe im Tatzeitraum gesichert und dann anschließend mit der Handynummer von Benjamin Gärtner verglichen. Warum aber hat man davon vorher nie etwas gehört? Bei einem derartigen Vergleich gab es auch zwei Treffer bei einem SPD-Abgeordneten, wodurch dieser kurz in Verdacht geriet. Aber bei Gärtner waren es sogar drei Treffer und man erwähnte es vorher nie. Das ist schon seltsam. Offenbar wird Gärtner beschützt.
    Falls die Aufenthaltsorte stimmen, welchen Grund gibt es für die Anwesenheit? So ein Dreifachtreffer ist schon ein Indiz für eine Tatbeteiligung.
    Warum schützte man Benjamin Gärtner mittels einer fehlenden Aussagengenehmigung für den gesamten Zeitraum vor April 2006?
    Sowas ist wie ein Joker, wie eine „Sie kommen aus dem Gefängnis frei“-Karte beim Monopoly.

    – Woher kannte das NSU-Trio die geheime Funkfrequenz des Hessischen Innenministeriums (168.040)?
    – Wozu brauchten sie diese Funkfrequenz?
    – Angeblichen Amateuren traue ich sowas nicht zu, also waren das Vollprofis. Andererseits hinterlassen vollprofessionelle Auftragskiller nach der Tat nicht eine derartige Menge an Beweisen gegen sich selbst.

    Daraus folgt:
    Das NSU-Trio brauchte entweder keinerlei Angst vor strafrechtlicher Verfolgung haben, weil sie in Staatsauftrag arbeiteten oder aber man hat nachträglich die (dann gefälschten) Beweise platziert.

    Zitat von fatalist:
    Lasst Euch doch nicht immer wieder aufs Neue verarschen, Leute…
    [ZITAT ENDE]

    Wie meinst du das?
    Glaubst du, Temme sagt die Wahrheit?
    Ich bin mir sicher, dass er lügt.

    Was schlägst du vor, um sich gegen die Verarscherei zu wehren?

    1. PFOSER (BKA, KT 21) BESTIMMTE DIE CESKA 83 BEIM MORD KASSEL SCHON AM 8.04.2006

      so meine ich das: alles abgekartet. 2006 desinfo, heute ebenso.
      lies es einfach 😉

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