US-Botschafter John Kornblum: Ukraine-Politik wird in den USA gemacht

Während einer Diskussion bei Günther Jauch im ersten Programm, äußerte sich der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, abwertend zu den Friedensverhandlungen im weiß-russischen Minsk. Der Präsident des europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), forderte die USA auf, sich beim Ukraine-Konflikt „zurückzuhalten“, es wäre ein „europäisches Problem“. Kornblum antwortete unverblümt, dass Europa zwar in Minsk verhandeln könne, „aber im Endeffekt liegt die Macht in Washington.“ Treffenderweise verdrehte das Motto der Jauch-Diskussion „Auf wen hört Putin noch?“ den Sachverhalt. Die entscheidende Frage ist vielmehr: „Auf wen hört die EU?“

Martin Schulz:

Die vereinigten Staaten sind nicht der Nachbar Russlands. Dieser Krieg findet auch nicht vor den Toren der Vereinigen Staaten von Amerika statt. (…) Das ist ein europäisches Problem und ich finde, die vereinigten Staaten müssen sich auch mal ein Stück zurückhalten.“

John Kornblum:

„Nachbar in diesem Fall ist nicht das Problem. In dieser globalisierten Welt sind alle Nachbarn. Die Frage ist, wer hat die Weitsicht und wer hat auch die Stärke und es ist wunderbar, wenn Europa verhandelt, aber im Endeffekt liegt die Macht in Washington und Putin weiß das ganz genau.“

Es verwundert nicht, dass Moderator Günther Jauch nicht auf diese unglaubliche Aussage einging und nachfragte, was das bedeutet. Heißt das, dass „die Macht“ letztlich auch die Politik der euopäischen Union bestimmt? Ist die EU machtlos? Jauchs Rolle besteht offensichtlich nur darin, vorgefertigte, möglichst Putin-kritische Fragen abzulesen.

Die Reaktion von Martin Schulz auf diesen Affront passt ins Bild. Statt sofort dem Eindruck mangelnder Souveränität und Machtbefugnisse entgegenzutreten und zu protestieren, dreht sich Schulz schmunzelt zu Kornblum um und tätschelt ihm die Hand. Dann lachen die beiden Männer, offenbar empfinden sie die Situation als wirklich nicht besonders ernst.

us-botschafter-martin-schulz-ukraine

Quelle: youtube

13 Gedanken zu „US-Botschafter John Kornblum: Ukraine-Politik wird in den USA gemacht“

  1. Kann man es eigentlich noch deutlicher sagen als Schäuble:
    Wir sind seit dem 8.5.1945 nicht mehr voll souverän…
    Dies alles hat er „schön“ eingekleidet in den sog. Globalismus
    und es gibt keinerlei Absicht dies national zu ändern.
    Wen stört es in Berlin, dass der 8.12.2010 sozusagen die meisten Bewohner dieses Landes „staatenlos“ gemacht hat.
    Et Kütt – wie et kütt…sagen die Rheinländer jetzt gerade im Karneval…un do kann ma suwisu nix dran maache, folgt unmittelbar an eine entsprechende Diskussion.
    Fressen, Suffen und Po… und mir sin mir…Kölle alaaf !

    1. @erich Richter….das will ich nicht gelten lassen….Schäuble sagt es ja richtig, aber wir müssen uns das nicht gefallen lassen, was vor 70 Jahren mit Hilfe der Banken-Mafia ( City of London usw. ) eingefädelt wurde.
      Wir und verschiedene Aufgeklärte können nicht ständig einem agressiven menschenverachtenden profitgeilem Staat weiterhin Tribut zollen.
      Das angestrebte TTIP u. Ceta und Geoengineering Program sind nur ein Beispiel in dieser von verrückten Administranten geführten Welt.

      1. Martin Schulz und fast alle anderen sind auch nur ein Pudel der US-Finanzoligarchie / Weltordnung.

        An dieser Szene wird deutlich, was durch die flächendeckende NSA-Überwachung erreicht werden soll: Es ist neben der Gefahr vor dem Terrorismus (vielleicht nur vorgeschoben) der Versuch, alle möglichen Daten über Personen zu sammeln. Später werden die gesammelten Daten wichtiger Politiker ausgewertet, damit sie politisch gefügig werden. Unabhängig davon, ob das auf Martin Schulz zutrifft, das ist reine Spekulation und durch nichts belegt, erfüllt die NSA-Überwachung aus US-Sicht dennoch flächendeckend ihren Zweck im politischen Betrieb. Schon geringe moralische Verstöße von Politikern, z.B. eine aufgehübschte Biographie oder eine unbezahlte Rechnung, die bekannt werden, lassen jeden Betroffenen erpressbar werden. So ein Dossier lässt sich einfach an die Presse weiter zu reichen. „Dankbare“ Abnehmer gibt es immer. Das nennt sich dann „investigative Recherche“, wenn es nötig werden sollte. Da die meisten darum wissen, spielen sie ihre Rolle als „Politdarsteller“, um eine Publikation, die ihnen schadet, zu vermeiden.

        So wird auch das TTIP von den EU-Akteuren vermutlich einfach durch gewunken werden. Es verwunderte schon vorher, wie gering die Widerstände aus Brüssel gegen die von den USA aufgezwungenen Verhandlungsbedingungen sind.

        Martin Schulz´ devote Haltung ohne Format in dieser kleinen Szene zeigt jedem ziemlich deutlich, dass er überhaupt nicht an einem ernsthaften Widerspruch interessiert ist, wenn ein US-Vertreter das Wort erhebt. Er knickt sofort ein – voller Ehrfurcht. Natürlich belegt das nichts – aber im Kontext mit allen Dingen, die wir in der Vergangenheit erlebt haben, schon nicht mehr erstaunlich. Die ansteigende Hasenfüßigkeit vieler europäischer Politiker im Verhältnis zu den USA ist dagegen schon bemerkenswert – vor allem hat sie sich nach dem Ende des Kalten Krieges noch gesteigert.

        Der nette Martin Schulz – offenbar ein idealer Mann Washingtons auf dem Posten in Brüssel.

  2. Ich habe diese Sendung bis zum Schluss gesehen. Auch in dem hier verlinkten Video wird in 59:02 von Frau Krone-Schmalz wiedergegeben Nein, aber Sie verstehen was ich meine?“ Doch soweit ich mich erinnere sagte sie zu Kornblum „Nein, aber Russland ist nicht Morgenthau, Sie verstehen, was ich meine?“ Das findet man jetzt aber nirgends mehr!

    Dabei weiß natürlich die Geschichte, dass der Morgenthauplan von den Amerikanern für Deutschland vorgesehen war und dass es Russland, namentlich Molotow in seiner Reden vor der Pariser Außenministerkonferenz im Juni 1946 war, der sich gegen den Morgenthauplan stellte und Deutschland Schutz davor anbot, wenn es kommunistisch werden würde. Darauf hin waren die USA gezwungen, diesen Plan aufzugeben, wenn sie Europa nicht verlieren wollten.

    Damit hat eben Deutschland allen Grund, gerade Russland dankbar zu sein. Nur leider ist unser Geschichtswissen hier so flach geworden, dass man dieser Umstände in Deutschland nicht mehr bewusst ist.

  3. Schön, daß es hier noch einmal zur Sprache kommt. Ich fühlte mich von Martin Schulz aber so was von verarscht. Erst macht er ein auf dicke Hose und dann, wenig später: „War ja nicht so gemeint aber wir müssen doch hin und wieder auch mal so tun als ob wir selbstbestimmt handeln!!!“ Und ehrfürchtig sieht er dabei noch auf den Fußboden. Das soll Partnerschaft auf Augenhöhe sein? Enttäuschen können mich diese PolitikStatisten schon lange nicht mehr

  4. Jauchs Fragen sind immer im Trend, was als politisch korrekt gilt. Sie sind billig, teilweise versteckt polemisch in der Wortwahl und damit der Politstammtisch für das einhämmern des Merkelkurses.
    Das Ganze vorgetragen mit Schwiegermuttergewinnerlächeln.

  5. Kornblum: …… aber im Endeffekt liegt die Macht in Washington und Putin weiß das ganz genau.”
    Dieses — größen-wahnsinnsgehabe —- ala Nazis hat sich Kornblum vermutlich von den Nazis abgeguckt hat, äußerte Kornblum auch schon einmal in einer anderen T-Schau.
    (Diverse USA Politiker waren ja während des Krieges und danach durchaus fasziniert von Nazipropaganda und deren Vorpreschen) .
    Das Tätscheln von Schulz provoziert doch bei Typen wie Kornblum lediglich noch mal richtig zuzuschlagen.

  6. Martin Schulz ist Deutschlands höchster SPD-Mann für Europa; Sigmar Gabriel ist SPD-Chef und kämpft angeblich für die Interessen der deutschen Bevölkerung in den TTIP-Verhandlungen.

    Beim anbiedernden Einknicken vor den US-Interessen eiert er aber nicht lange rum, wenn er sich auf Englisch äußert und sich vom deutschen Stimmvieh unbeobachtet fühlt:
    „Vielleicht ist es in Deutschland manchmal schwieriger als in anderen Ländern, weil wir ein Land sind, das reich und hysterisch ist. Diese Kombination ist manchmal schwierig.
    … Bitte lesen sie das nicht, äh, bringen Sie das nicht in den Zeitungen… wir sind hier unter uns und unter Freunden. Ich kann hier sehr offen und frei sprechen!“
    http://www.bz-mg.de/politik-verwaltung-parteien/spd/sigmar-gabriel-zu-ttip-deutsche-sind-reich-und-hysterisch.html

    Zur Erinnerung: TTIP, das ist der Handels-„Vertrag“, bei dem die europäische Seite (d.h. die Abgeordneten) nur eingeschränkt die „vereinbarten“ Regelungen lesen dürfen, denen sie dann zustimmen sollen,
    http://www.tagesspiegel.de/politik/verhandlungen-zwischen-eu-und-usa-ttip-papiere-sollen-geheim-bleiben/11317752.html

  7. Es ist eigentlich Schade,
    das die verstorbenen großen SPD´ler kein Internet oder Fernsehen mehr haben. Wenn es so wäre hätten wir ein zweites Hiroshima , was von den Friedhöfen ausgehen würde.
    Liebe SPD ihr habt sie doch nicht mehr Alle!!!!

  8. jauch ist als moderator da fehl am platz.als US troll wird er kaum nachfragen bei so heiklen ansagen. das wäre nicht im sinn seiner dienstgeber wenn dieser machtanspruch so genau erörtert würde

  9. Erstens stimmt das mit der fehlenden Nachbarschaft nicht.
    Wenn man sich von der eurozentristischen Perspektive löst stellt man mit Blick auf den Globus leicht fest, daß der Osten Sibiriens und Alaska sich auf Blickweite nahe liegen.
    Der offiziellen Logik zufolge müßten dort z. B. die Waffenmassierungen extrem sein. Da dies nicht zutrifft belegt es, daß hier kein Streit zwischen USA und Rußland vorliegt sondern ein Streit von USA und Rußland um Europa!

    Zweitens steckt auch Deutschland wesentlich tiefer „drin“ als zugegeben wird.
    Es dürfte „unserer“ Regierung nicht entgangen sein, daß die Ukraine wegen fehlender militärischer Expertise gezielt ehemalige Stabsoffiziere der NVA anzuwerben versucht, da diese ihre Ausbildung in der UdSSR, teilweise sogar in der Ukraine absolvierten.

    Übrigens wird in der „freien Presse“ auch nicht publiziert, daß massive Fluchtbewegungen junger Ukrainer stattfinden, die sich ihrer Einberufung entziehen weil sie in diesem Konflkt nicht verheizt werden wollen.
    Sie fliehen … nach Rußland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *