Aydan Özoguz im Bundestag: Wer schoss wirklich auf NSU-Opfer und warum?

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD), hielt am 05.11.14 vor dem Deutschen Bundestag eine bemerkenswerte Rede – ein Glanzpunkt der parlamentarischen Demokratie. Anlass war, dass am 04.11.11 der „National-Sozialistische-Untergrund“ (NSU) aufgeflogen wäre. An dem Tag hätten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem mit Beweismaterial vollgestopften Wohnmobil Selbstmord verübt. Im Plenum des Bundestages zweifelte sie an der Täterschaft der medial und politisch vorverurteilten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe und nannte sie „mutmaßliche Hauptverdächtige“. Außerdem hinterfragte sie indirekt auch die Motive der Morde – bisher wurde immer „Rassismus“ (Ceska-Morde) oder „Hass auf die Staatsgewalt“ (Heilbronner Polizistenüberfall) genannt.

wer-schoss-wirklich-auf-die-opfer-bundestag

Quelle: Youtube

„Es sind viele Fragen offen: 

Aus welchen Grund (…) wurden diese Opfer ausgewählt? Wer hat auf sie aufmerksam gemacht, wer hat tatsächlich auf sie geschossen?

Ich glaube, dass einfach diese Fragen es sind, die für die Angehörigen, ja nicht erst seit drei Jahren, quälende Fragen sind.

Wer hat den drei mutmaßlich Hauptverantwortlichen geholfen, das ist eine Frage, die uns ja nun sehr beschäftigt, und die wir unmöglich unbeantwortet lassen können.

All diese anderen Fragen: Was nun eigentlich wirklich in diesem Wohnmobil war? Waren wirklich zwei so abgebrühte Menschen so leicht aus der Fassung zu bringen, von einem Polizeiwagen? Ich bin den Kollegen Binninger und Ströbele sehr dankbar, dass sie dies in einem gemeinsamen Interview einfach nochmal angesprochen haben (…), dass da sehr viel offen ist (…).

Manchmal kann man schon den Eindruck gewinnen, „Wir klären auf, was vorher bewusst verschleiert wurde.“ Das ist eine sehr schreckliche Einsicht und bei den eigentlichen Fragen, die ich ja eben schonmal angerissen habe, sind wir noch nicht so richtig zufriedenstellend weiter gekommen.“

Dazu im Gegensatz gab sich der grüne Bundesvorsitzende und Abgeordnete Cem Özdemir als Einpeitscher und Propagandist der offiziellen Darstellung.

cem-oezdemir-bundestag-nsu

Quelle: Youtube

In seiner Rede beteiligte er sich skrupellos an den Vorverurteilungen.

„Gestern vor drei Jahren kamen Ermittlungsbehörden den NSU-Mördern auf die Spur“.

Zuvor hätten sie „unbehelligt mehr als ein Jahrzehnt durch Deutschland ziehen und morden, Angst und Schrecken verbreiten, Familien ins Unglück stürzen“ können. Von rechtsstaatlichen Empfinden ist nichts zu spüren. Es ist unverständlich, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung nicht gelten soll – stellte doch Cem Özdemir selbst vor den Selbstmorden von Mundlos und Böhnhardt ein „vermutlich“ an.

7 Gedanken zu „Aydan Özoguz im Bundestag: Wer schoss wirklich auf NSU-Opfer und warum?“

  1. Interview von Rainald Becker mit Cem Özdemir (Transkript Bericht aus Berlin 14.4.2013) :

    Becker: “Stimmt der Vorwurf insbesondere von türkischer Seite in Deutschland neige man zu Verharmlosungen, zu Vertuschung ? Stimmt auch der Vorwurf hier, oder die Vermutung, hier gebe es auch so etwas wie einen Tiefen Staat ?”

    Özdemir: (…) Ich weise das in aller Klarheit, aber auch in aller Deutlichkeit und Schärfe zurück diesen Vorwurf. Aber jetzt frage ich Sie als Journalisten: Sie hätten Informationen bekommen über acht Deutsche, die in der Türkei ermordet worden sind, Akten beim Verfassungsschutz in der Türkei seien vernichtet worden, geschreddet worden, die Polizei hat Photos gemacht von den Tätern, ist diesen Spuren nicht nachgegangen. Also de facto hätte man ihnen zu jedem Zeitpunkt auf die Schliche kommen können. Offensichtlich gab’s kein großes Interesse daran. Und man würde Ihnen die Frage stellen, was würden Sie dann sagen ?

    Becker: Ja. Das ist in der Tat eine Frage..

    Özdemir: Man muss es zurückweisen, aber wir sehen da nicht sehr gut aus. (…) Diese unglaubliche Serie an Pannen, diese unglaubliche Serie an Verharmlosungen, das ist glaub ich nicht rational erklärbar.

    http://machtelite.wordpress.com/2013/04/15/ard-hinterfragt-tiefen-staat-im-nsu-komplex/

  2. Wer hier den Begriff „Ermittlungspannen“ in den Mund nimmt bei dem sollten die Handschellen klicken, Solch ein Unfug wie man zu Ermittlungen im Fall NSU liest zeigt doch ganz klar welches Rechtsverständnis in der BRD vorliegt.
    Da wird uns erzählt das ein rechtsextremes Trio durch unsere Republik reist und wahllos Türken abknallt. Das hätte das Trio in Berlin viel einfacher gehabt. Dort sind fast alle Morde Selbstmorde ( siehe Kirsten Heisig und deren Bekannter). Deshalb mache ich auch einen großen Bogen um Berlin

  3. Ich hatte doch vor einigen Monaten von den Kurdinnen in Paris geschrieben und dass in Altona am Bhf demonstriert wurde, jeden Mittwoch.
    Und ich sagte der Frau, mit der ich sprach, sie soll ihren Leuten erzählen, dass Zschäpe unschuldig ist und die beiden Uwes umgebracht wurden und nun sehe ich gerade, dass Aydan O. aus HH kommt. Vielleicht kennen die sich alle und vielleicht hat es was gebracht, dass ich das gesagt habe?
    Wäre ja gut, denn wie kommt sie darauf, diese Frage zu stellen, wo sie doch selbst Türkin ist?
    Mit einem Deutschen verheiratet und ihre Brüder unter Beobachtung des VS standen… die weiß vielleicht viel mehr?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *