Ukraine: Fernsehrat Cem Özdemir und die Medien-Gleichschaltung

Das Wirtschaftsportal „Querschüsse“ entblößte in einer Analyse die Propaganda in den deutschen Massenmedien und machte dafür eine Machtkonzentration verantwortlich.

Exemplarisch analysiert es, wie einseitig und gleichgeschaltet über den Ukraine-Kompromiss von Genf berichtet wurde. Dort steht in der gemeinsamen Erklärung, u. a. von Russland und den USA unterzeichnet, ausdrücklich, dass alle illegalen bewaffneten Gruppen entwaffnet und alle illegal besetzen Gebäude sowie alle illegal besetzten Straßen, Plätze oder anderen öffentlichen Flächen in den ukrainischen Städten und Gemeinden geräumt werden müssten. (tagesschau)

In den deutschen Medien ist über eine Entwaffnung des „rechten Sektors“ nicht viel zu hören. Es wird lediglich über die Verpflichtungen der pro-russischen Seite informiert und oft mit dem Zusatz, dass man Putin doch nicht trauen könne, verbunden mit der Forderung nach verschärften Sanktionen.

Als einen Grund für diese Gleichschaltung sieht „Querschüsse“, dass sich Medien in den Händen von ein paar wenigen Mächtigen befinden:

Konzentration in der Medienbranche: Marktmacht macht´s möglich

(…)Dass die Medien in der Berichterstattung überhaupt so weit gehen können wie oben exemplarisch verdeutlicht, ist nur deswegen möglich, weil die Medienbranche von vergleichsweise wenigen, sehr großen Akteuren dominiert wird. Genau aus diesem Grund ist eine Diskussion über die Grenzen in der Berichterstattung in Krisensituationen heute wichtiger denn je.“ (Querschüsse)

Doch machen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bei der Propaganda munter mit, obwohl sie auch unter der Kontrolle unserer gewählten Politiker stehen! Beispielsweise war Cem Özdemir, Parteivorsitzender von Bündnis90/die Grünen, bis März 2014 im ZDF-Fernsehrat (zdf). Woran könnte sein Unwille herrühren, dass das ZDF eine neutralere Rolle im Ukraine-Konflikt einnimmt und auf den Willen der empörten Zuschauer hört?

Cem Özdemir sieht Deutschland fest an der Seite der USA. Gefördert und aufgebaut wurde er auch im „jungen Führer Programm“ der US-deutschen Lobbyorganisation „Atlantik-Brücke“ (wiki).

Ihr Ziel:

„Das Young Leaders-Programm identifiziert und vernetzt exzellente deutsche und amerikanische Nachwuchsführungskräfte und bringt sie zu einwöchigen Konferenzen zusammen – abwechselnd in Deutschland und in den USA. (…) Über inhaltliche Debatten und durch Netzwerken entstehen dauerhafte berufliche und persönliche Verbindungen. Auf diese Weise wird der transatlantische Dialog in der nächsten Generation verankert.“ (Atlantik-Brücke, 2010)

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Screenshot: Atlantik-Brücke, Jahresbericht 2010/2011

Zitat:

„Monatlich führen wir weitere Atlantik-Gespräche durch. (so z. B. mit dem Vorsitzenden der Grünen, Cem. Özdemir, mit Botschafter James A. Dobbins, RAND Corporation (…).“

Weitere „junge Führer“ waren Christian Wulff (CDU), Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Thomas de Maizière (CDU), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Kai Diekmann (BILD), Jürgen Großmann (RWE), Thomas Enders (Airbus), Gerd Häusler (Bay. Landesbank). (Atlantik-Brücke).

Özdemirs Name stand auf der Einladeliste der „Bilderberger“. Auf der Teilnehmerliste des Treffens der Mächtigsten der Mächtigen in Athen 2009 war er jedoch nicht mehr. (lobbycontrol)

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Grafik: screenshot

Den Gegenwind aus der kritischen Öffentlichkeit im Ukraine-Konflikt gibt Özdemir offen zu. Viele Bürger wollen Deutschland „künftig stärker zwischen dem Westen und Russland“ sehen. Dies sei aber „nichts“, was …

„… dazu führen darf, dass wir diesem Wunsch nachgeben“. (welt)

Auf die „Atlantikbrücke“ und „Bilderberger“ angesprochen, giftet Cem Özdemir den Fragesteller auf unverschämte Weise an:

„Verschwörungstheorien sind etwas, was man medizinisch behandeln sollte, da bin ich von der Politik der falsche Adressat. (…) Es würde mich eher interessieren, was ihr Therapeut dazu sagt. (…) Das würde mich wirklich interessieren, denn ich bin Sozialpädagoge.“

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Quelle: youtube

Dies ist keine Ausnahme. Die „Nachdenkseite“ beschrieb die Ergebnisse einer Studie des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger. Ihm ging es um Verbindungen zwischen „Größen des deutschen Journalismus mit außen- und sicherheitspolitisch aktiven Eliten.“ Krüger zeigt, „dass sich Journalisten in verschiedenen Zirkeln mit den Mächtigen treffen, und sich dieses Eingebundensein in ihren journalistischen Werken niederschlägt.“ Wörtlich:

„Am auffälligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ (Kornelius), der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Frankenberger), der „Welt“ (Stürmer) und der „Zeit“ (Joffe) stark in US- und NATO-affinen Strukturen eingebunden sind.“ (nachdenkseiten)

4 Gedanken zu „Ukraine: Fernsehrat Cem Özdemir und die Medien-Gleichschaltung“

  1. Die gleichgeschalteten Blockparteien sind nur noch „Schergen des Teufels“. Selbiges gilt auch für die gleichgeschalteten Systemmedien. Kommt euch das nicht bekannt vor?

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