Schwere Vorwürfe der NSU-Opfer gegen Bundesanwaltschaft

Der seitens der Politik weisungsgebundene Generalbundesanwalt (GBA) oder Bundesanwaltschaft weigert sich, wichtige Akten für das NSU-Verfahren freizugeben. Es geht um den ehemaligen Verfassungsschützer Andreas Temme, der (angeblich) zufälligerweise an einem der Tatorte der Ceska-Morde war. Ein Redakteur der Pforzheimer Zeitung schreibt aus dem NSU-Verfahren, eine Auswahl:

„Mehrere Opferanwälte fordern Erklärung der Bundesanwaltschaft, ob andere Behörden hinter der verwehrten Akteneinsicht stehen

Kienzle: „Es finden Behinderungen durch die Bundesanwaltschaft statt.“ Die GBA gewähre nicht ausreichend Akteneinsicht.

Senat riskiere, dass ein Urteil von interessierten Kreisen für „Legendenbildung in der rechten Szene“ benutzt werden könnte.

Kienzle: Welche Rolle spielte dabei eine mögliche Verstrickung des Ex-Verfassungsschützers T.?

Der Mord an Yozgat war der letzte NSU-Mord an einem Migranten. Danach habe der NSU seinen „Modus Operandi“ komplett geändert. Warum?

Opferanwalt Kienzle: „Die Überprüfung der Glaubhaftigkeit der Angaben T.s gebietet die vollständige Beiziehung der Akten“.

Fehlende Aktenfreigabe „macht deutlich, dass auch dieses Gericht die vollständige Aufklärung der Tat zum Nachtteil Yozgat nicht wünscht“

Unterbrechung der Verhandlung für 3/4-Std. Opferanwälte widersprechen Fortsetzung der Vernehmung von Andreas T. wegen fehlender Akten

Andreas T. („Klein-Adolf“) war im Internetcafé in Kassel, als der im April 2006 den 21-jährigen Halit ermordete.“ (twitter)

2 Gedanken zu „Schwere Vorwürfe der NSU-Opfer gegen Bundesanwaltschaft“

  1. „Knapp ein Jahr nach Beginn des Prozesses gegen mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ ziehen die Opfer und ihre Anwälte eine ernüchternde Bilanz.

    Yvonne Boulgarides, die Ehefrau des in München ermordeten Theodoros Boulgarides, äußerte sich vor dem heutigen 100. Verhandlungstag „enttäuscht“ darüber, dass die Nebenklage „nicht die Beachtung bekommt, die ihr zustünde“. Anklage und Verteidigung bildeten „eine Mauer des Schweigens um die schrecklichen Geschehnisse“, teilte sie mit.

    Boulgarides Anwalt Yavuz Narin sagte am Montag unserer Zeitung, „dass die Sicherheitsbehörden, insbesondere die Bundesanwaltschaft, an einer umfassenden Aufklärung nicht interessiert“ seien.“
    http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Opfer-Familien-beklagen-Mauer-des-Schweigens-im-NSU-Prozess-2075247051

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