Rechtsextremer Hassbrief an Peggys Mutter aus Polizeiakten aufgetaucht

Bisher war beim Mordfall der 9-jährigen Peggy keine Rede von rechtsextremen Tätern. Ist das die Unwahrheit? Laut eines „welt„-Artikels gab es wenige Tage nach ihrem Verschwinden einen Art Bekennerbrief:

„Der Brief soll auf den Übertritt der Mutter zum Islam anspielen und auf den Umstand, dass sie mit einem Türken zusammenlebte. Die Mutter habe ein „so arisches Kind wie Peggy nicht verdient“, heißt es in dem Bericht weiter.“

Entweder hätte den Brief Peggys Mutter selbst erhalten oder die Polizei hätte ihn aus ermittlungstaktischen Gründen abgefangen. Der „welt“-Artikel lässt auch unklar, wann die Mutter überhaupt der Brief übergeben, bzw. informiert wurde.

„Knobloch sei bei Überreichung des Briefes in Tränen ausgebrochen und hätte sich kaum beruhigen können.“

Will uns jemand ernsthaft weismachen, dass der Brief einfach zu den Akten gewandert und 17 Jahre später plötzlich aufgetaucht sein soll, passend zum dubiosen Fund von Böhnhardts DNA bei Peggys Knochen? Es hört sich absurd an. Es hätte sich zweifellos um ein wichtiges Beweisstück gehandelt.

„Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages, Clemens Binninger (CDU), reagierte unterdessen zurückhaltend auf den Bericht von dem Hass-Brief an die Mutter. „Der Brief muss nicht vom Täter sein“, sagte er dieser Zeitung. – (Berliner-Zeitung)

2 Gedanken zu „Rechtsextremer Hassbrief an Peggys Mutter aus Polizeiakten aufgetaucht“

  1. Wolfgang Geier sagte, „Da war nie eine Spur zu erkennen.“ (zwischen Peggy und „NSU“).

    http://www.bild.de/news/inland/kriminalfall-peggy/ermittler-nsu-morde-geier-48299444.bild.html

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/peggy-und-nsu-fatale-irrtuemer-eines-ermittlers-1.3205742-2

    Dabei hatte nicht nur der Profiler Alexander Horn Neonazis als mögliche Täter in den Ceska-Mordfällen vermutet:

    „Als einer von wenigen erkannte er in den Serienmorden an männlichen Migranten die Taten von Neonazis.“
    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/06/Profiler-Verbrecher-Motive-Ermittlung

    …sondern jetzt erfahren wir auch noch, dass es da einen Brief an Peggys Mutter gab, der von Neonazis geschrieben worden war.

    Wir haben also a) den Neonazi-Brief und b) das Neonazi-Profil, aber Ermittler Geier sah „nie eine Spur“?

    Würde aber ein Mörder mit Neonazi-Gesinnung nach so einem Mord auch noch einen Brief an die Mutter des Opfers schreiben und damit die Spur absichtlich in seine Richtung lenken?

    1. Bei den Ceska-Morden gab es, bis auf Temme, nie einen Hinweis auf rechtsextreme Täter, im Gegenteil. Erst die Beweismittel-Orgien ab 04.11., und das Verhalten/Aussagen der Angeklagten, vor allem Zschäpe, Wohlleben, würden dies jetzt nahelegen. Mir ist deren Verteidungsstrategie unklar. Die Anklage ist voller Schwächen, aber deren Anwälte ließen jeden Elfmeter aus, sie traten erst gar nicht an. Ein Prozessbeobachter fragte: „Wen verteidigen die eigentlich?“ Es könnte sein, dass etwas viel schwerwiegenderes gegen die vorliegt, dass die erpressbar sind.

      Bei „Peggy“ gab es schon einen Hinweis auf Rechtsextreme, dieser Brief. Es ist mir ebenfalls ein Rätzel, wie Geier hier darauf kommt, es hätte nie eine Spur gegeben. Warum berichtete nicht die Mutter Peggys darüber und wann erfuhr sie vom Brief?

      Gerade habe ich bei „thüringen24“ gelesen:
      „Die Ermittler in Bayern hätten das Schriftstück abgefangen und elf Tage nach Peggys Verschwinden an die Mutter des Mädchens übergeben, schreibt die „Bild“ weiter.“

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