Archiv der Kategorie: Vermögen und Schulden

Leseempfehlung: „Überwindung des Kapitalismus unter Beibehaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs“, von Karl Walker

Karl Walker war ein Sozialwissenschaftler und Politiker der Partei des „Neuen Bundes“, verstorben 1975, siehe wikipedia. Er veröffentlichte Artikel und Bücher u. a. über freiwirtschaftliche Geldreformen und die Geschichte des Geldes.

Sein aus dem Jahr 1954 kommender Artikel „Überwindung des Kapitalismus unter Beibehaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs“ erschien als Reaktion auf ein Streitgespräch mit einem britischen Sozialisten. Daher fehlt es nicht an Grundsatzkritik an den Thesen von Karl Marx. Entnommen sind die Textbausteine hier. Leseempfehlung: „Überwindung des Kapitalismus unter Beibehaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs“, von Karl Walker weiterlesen

Widerlegung einer Geldschöpfung aus dem Nichts

Kreditinstitute würden Geld aus dem Nichts schaffen können, meinen Befürwortet des „Vollgeldes“. Während der Kreditvergabe würden Banken per Knopfdruck dem Kreditnehmer ein Sichtguthaben einräumen. Eine Refinanzierung des gewährten Guthabens wäre nicht notwendig, da Banken ihre Forderungen und Verbindlichkeiten gegenseitig abrechnen, bis auf den „Nettoabfluss“. Deshalb würde die Kreditvergabe lediglich von der Mindestreserve gebremst werden, sie beträgt 1% der Guthaben. So könnten die Banken aus 100 Euro Guthaben, 10.000 Euro Kredit schöpfen.  Widerlegung einer Geldschöpfung aus dem Nichts weiterlesen

So reagieren Vollgeld-Befürworter und Blogger auf Bundesbank-Stellungsnahme

Im April 2017 veröffentlichte die deutsche Bundesbank eine Stellungsnahme zur Kernforderung der sogenannten „Vollgeld-Initiative“, Sichtguthaben zu 100% mit Bargeld zu decken. Es gibt verschiedene Stellungsnahmen im Netz. Eine besondere Rolle spielt dabei die sogenannte Fristentransformation. Darunter versteht man folgendes: Banken verleihen Geldvermögen auf Sichteinlagen an Krediteure. Die Sichteinlagen sind kurzfristig abrufbar, die Kredite werden jedoch erst mittel- und langfristig zurückgezahlt. So reagieren Vollgeld-Befürworter und Blogger auf Bundesbank-Stellungsnahme weiterlesen

Deutsche Bundesbank distanziert sich von Vollgeld

Im April 2017 äußerte sich die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht kritisch zum sogenannten „Vollgeld“. In der Schweiz wird es voraussichtlich 2018 eine Volksabstimmung über die Kernforderung der Vollgeld-Initiative geben, Sichtguthaben zu 100% mit Zentralbankgeld zu hinterlegen, siehe „Vollgeld-Initiative„. Deutsche Bundesbank distanziert sich von Vollgeld weiterlesen

Dr. Gero Jenner vergleicht die Werke „Geldsyndrom“ und „Monetäre Modernisierung“

Dr. Gero Jenner veröffentlichte auf seinem Blog folgende Analyse: 

Prof. Dr. Joseph Hubers Vollgeldtheorie – gebaut auf Sand und schlechtem Denken

Er vergleicht dazu die Hauptwerke von Helmut Creutz und Prof. Dr. Joseph Huber und kommt zu einem klaren Ergebnis.

Empfehlenswert ist auch sein Vortrag und die anschließende Diskussion, die bei „youtube“ zu sehen ist.

Steigende Zinsen würden Staatsverschuldung untragbar machen

Die Internetseite „Querschüsse“ veröffentlichte einen Gastbeitrag der „Mack & Weise Vermögensverwaltung“. Darin beschreiben die Autoren den Hintergrund, warum die US-Zentralbank „FED“ bisher nicht die Leitzinsen erhöhte. Die Folgen steigender Zinsen wären für den US-Staat verheerend.  Steigende Zinsen würden Staatsverschuldung untragbar machen weiterlesen

Geldmuseum der deutschen Bundesbank klärt über Geldschöpfung auf

Es gibt viele Missverständnisse, wie Geschäftsbanken Geldschöpfung betreiben. Die Organisation „Monetative“ etwa meint, dass Banken nicht Einlagen ihrer Anleger kreditieren, sondern den Kreditbetrag einfach selbst „aus dem Nichts“ schaffen. Professor (em) Bernd Senf stellte eine Liste dementsprechender Zitate verschiedener Persönlichkeiten zusammen. Das Geldmuseum der deutschen Bundesbank klärt über diese heute durchaus populäre Idee auf. Die Zitate stammen aus aufgestellten Schautafeln und der ausgelegten Broschüre „Geld und Geldpolitik„. Geldmuseum der deutschen Bundesbank klärt über Geldschöpfung auf weiterlesen

Egal ob angebots- oder nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik – Schuldenlast eskaliert immer

Es gibt innerhalb linker Parteien die Hoffnung, den „Euro“ zu retten, mit einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Exemplarisch steht der Artikel „Portugal als Referenz gegen Austeritätswahn“- veröffentlicht bei „Telepolis„.

Seit der linken Regierungsübernahme wäre die Wirtschaft gewachsen. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich. Portugal wäre jetzt auf dem richtigen Weg. Das linke Rezept wäre vermehrte Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, durch Sozialtransfers an die Armen:

„Die Linksregierung hilft darbenden Familien, was die nationale Nachfrage und Wirtschaft angekurbelt hat.“

Weil durch den Wirtschaftsaufschwung gleichzeitig die Steuereinnahmen und Einnahmen in die Sozialkassen stiegen, könnte Portugal 2016 sogar das Haushaltsdefizit unter die Grenze von 3% drücken „und das Stabilitätskriterium wieder einhalten“.

Diese Hoffnung ist jedoch unbegründet. Egal ob angebots- oder nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik – Schuldenlast eskaliert immer weiterlesen

Super-Reiche kommen seit Mittelalter bis heute aus denselben Familien

Die „welt“ berichtete heute, dass die „reichsten Familien (…) die gleichen [sind] wie vor 600 Jahren“. Dazu werden 3 Studien angeführt:

  • Eine wissenschaftliche Untersuchung von Guglielmo Barone und Sauro Mocetti stellte fest, dass die höchsten Steuerzahlungen in der Stadt Florenz sowohl im Mittelalter wie heute aus den gleichen Familien kommen. Umgekehrt kommen die geringsten Steuerzahlungen von den gleichen Familien, aus der sogenannten „Unterschicht“. Welt.de: „Demnach kommen die wohlhabendsten Bürger der Stadt aus denselben Sippen, die Florenz schon im Mittelalter ökonomisch beherrschten.“ 
  • In Großbritannien fanden Gregory Clark und Neil Cummins heraus, dass viele Studenten der privaten Eliteuniversitäten Oxford und Cambridge zwischen 1170 und 2012 aus denselben Familien kommen. „Die Studenten kamen über mehr als acht Jahrhunderte hinweg vorwiegend aus den gleichen Familien.“
  • Der Ökonom Hervé Joly stellte fest, dass  die alte wirtschaftliche Elite hierzulande trotz „Entnazifizierung“ nach dem Krieg schnell wieder an die Macht zurückkehrte. Die Namen der deutschen Wirtschaftsführer veränderte nach 1945 kaum.

Folgende Grafik erklärt, dass heute wie im Mittelalter Reichtum meist nicht aus eigener Arbeit resultiert, sondern aus der Aneignung von Privilegien.

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Professor Dr. Dirk Löhr bezeichnet die heutige Marktwirtschaft daher als „Machtwirtschaft“, „in der wenige Leute, wenige Konzerne tatsächlich den Ton angeben und auch die Politik in diesem Lande bestimmen.“

An dem Urteil der Anarchistin Emma Goldman scheint was dran zu sein:

„Wenn Wahlen etwas verändern würden, dann wären sie verboten.“