Archiv der Kategorie: Euro-Krise

Italien: Operation gelungen, Patient wirtschaftlich tot

Während Italien in den ersten Jahren mit Euro-Währung die Staatsverschuldung sogar leicht abbauen konnte, stieg sie seit Beginn der Finanzkrise 2008 auch wegen Bankenrettungen, steigender Zinsen um 30% an. Das Wirtschaftswachstum dümpelt seitdem nahe 0% dahin: Nach dem Einbruch 2008 liegt die Industrieproduktion hinter dem Niveau von 1996! Es steigen die Unternehmenspleiten an, in den letzten Jahren auf Rekordwerte.

Während die Arbeitslosigkeit in den ersten Jahren nach Euro-Einführung sank, verdoppelte sie sich seit 2008 um 100%, von 6 auf 12 %. Gestützt wird die schwächelnde Wirtschaft von der positiven Handelsbilanz mit dem Ausland. Das ist auf den boomenden Dienstleistungssektor zurückzuführen, etwa dem Tourismus. Italien: Operation gelungen, Patient wirtschaftlich tot weiterlesen

EU will vielleicht keine Zinsgewinne mehr mit überschuldeten Griechenland machen

Vor einigen Tagen „retteten“ die Gläubiger mal wieder den griechischen Staat vor der Pleite. Die EU mit ihrem „Rettungsschirm“ EFSM und die Zentralbank EZB pumpen etwas über 10 Mrd. Euro in das überschuldete Land. Wie immer sind vor allem Banken die Nutznießer. Neu ist aber, dass die Europäische Union vielleicht darauf verzichtet, zukünftig den griechischen Staat mit Zinsen abzuzocken. EU will vielleicht keine Zinsgewinne mehr mit überschuldeten Griechenland machen weiterlesen

Der Irrsinn der Griechenland-Rettung einfach erklärt

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras macht seiner geschundenen Bevölkerung Hoffnung, dass er einen Schuldenschnitt ausgehandelt hätte. Auf Seiten der Gläubiger betont die Merkel-Regierung das Gegenteil. In der Studie des Instituts für Weltwirtschaft (ifw) „So viel kosten die Schuldenerleichterungen für Griechenland“ kommt der Hauptautor Prof. Dr. Stefan Kooths zum Schluss, dass es einen indirekten Schuldenschnitt gibt, den aber niemand direkt zu zahlen hat. Der Irrsinn der Griechenland-Rettung einfach erklärt weiterlesen

Argentiniens Geldpolitik nach dem Crash 2001 – Vorbild für Europa?

Im Zuge wachsender Verschuldung verlieren Staaten ihre Handlungsfähigkeit. Das tritt im Kapitalismus immer ein, denn die Kehrseite der Schulden sind umso mehr wachsende Guthaben bei 10% der Bevölkerung. Diese Minderheit gibt die Kredit-Bedingungen vor: Wenn keine Sozialkürzungen und Privatisierungen von Staatseigentum durchgeführt werden, bekommen Staaten keine Kredite mehr. Aufgrund dessen fallen ganze Volkswirtschaften in Depressionen. Ein gutes Beispiel dieser Geld-Diktatur gibt im Moment Griechenland. Aber bereits vor 15 Jahren war ein Land in einer ähnlichen Lage: Argentinien. Das Land hatte eine zu starke Währung und hielt sich an die Vorschläge des Internationalen Währungsfonds (IWF). Deshalb rutschte es Anfang 2000 in eine Wirtschafts- und Währungskrise, die in der Sperrung der Bankkonten 2001 gipfelte. Massenunruhen im ganzen Land brachen aus und zwangen die Regierung zum Rücktritt. 2003 kamen Nestor und Christina Kirchner an die Macht und verweigerten die weitere Aufnahme sogenannter IWF-Rettungskrediten. Inwieweit könnte Argentinien heute als Vorbild dienen, die Verschuldungskrise zu lösen?

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Bereits 1916 erklärte Silvio Gesell die heutige Finanzkrise

Der deutsch-argentinische Kaufmann Silvio Gesell veröffentlichte 1916 sein Hauptwerk „Die natürliche Wirtschaftsordnung“. Dort beschreibt er deutlich die Problematik der Zinswirtschaft und warnte vor den bis heute praktizierten Schein-Lösungen. Sein Werk wird trotz der Finanzkrise von den meisten sogenannten Experten ignoriert, obwohl Gesells Analyse aktueller denn je ist. Bereits 1916 erklärte Silvio Gesell die heutige Finanzkrise weiterlesen

Islands Botschaft: „Lasst die Banken pleitegehen!“

2008 schlitterten in Island die Banken in die Krise. Doch der Isländische Präsident Olafur Ragnar Grimsson widersetzte sich den „orthodoxen“ neo-liberalen Rat”schlägen” des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der sozialdemokratisch geführten Regierung. Stattdessen hörte er auf die Stimme des Volkes:

Die Verluste der Banken wurden nicht sozialisiert, man ließ die Banken pleitegehen. Für Grimsson wären Banken nicht die „heiligen Stätten“ der modernen Wirtschaft. Daher empfiehlt er auch den Europäern: Islands Botschaft: „Lasst die Banken pleitegehen!“ weiterlesen