Archiv der Kategorie: Erfolglose Polizei-Ermittlungen (1998-2011)

Polizistenmord an Michele Kiesewetter – 15 Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung

Am Mittwoch, dem 25.04.2007, überfielen Unbekannte kurz vor 14:00 die böblinger Bereitschaftspolizisten Michele Kiesewetter (MK) und Martin Arnold in der heilbronner Theresienwiese. Bis heute, elf Jahre danach, ist der Mord an MK und der Mordversuch an Arnold weiter ungeklärt. Handelt es sich bei den beiden wirklich um Zufallsopfer? Fuhr MK um 11:30 und 13:50 den Tatort an, nur um eine Pause zu machen? 

Um einen alternativen Hintergrund und Tatablauf aufzuzeigen, stelle ich 15 Fragen, was wirklich passiert sein könnte. Für jede Frage gibt es unterschiedliche Antworten, mit dafür und dagegensprechenden Indizien, die kurz umrissen werden. Verlinkungen leiten zu den jeweiligen Artikeln, die detailliert den Ermittlungsstand darstellen und diskutieren. Meine 15 alternativen Antworten stehen einerseits unabhängig voneinander, andererseits stützen sie sich gegenseitig. Wenn meine Antworten richtig wären, dann wäre die Hauptaufgabe der Sonderkommission (Soko) gewesen, den Überfall zu vertuschen.  Polizistenmord an Michele Kiesewetter – 15 Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung weiterlesen

Beobachtete Heilbronner Polizei den Polizistenmord an Michele Kiesewetter?

In früheren Artikeln diskutierte ich die Indizien, dass bis heute unbekannte Polizisten sich unmittelbar nach dem Heilbronner Polizistenüberfall am Tatort aufhielten, vielleicht sogar die Tat um 14:00 beobachteten. Sie könnten sich mit dem Blut der überfallenen Polizisten verschmiert haben, als sie anschließend ihre Kollegen umlagerten. Michele Kiesewetter (MK) wurde aus dem Auto gehoben und auf den Boden gelegt, eventuell um erste Hilfe zu leisten. Für diese Darstellung sprechen nicht nur die Aussagen verschiedener Polizisten und Zeugen, sondern auch das frühe Eintreffen der Notärztin sowie die Ausrufung der Tatortbereichsfahndung, noch bevor überhaupt die ersten (offiziellen) Polizisten eintrafen, um sich ein Bild zu machen. Beobachtete Heilbronner Polizei den Polizistenmord an Michele Kiesewetter? weiterlesen

Mehr Ungereimtheiten in Landfahrer-Ermittlungen

Im letzten Artikel über den Heilbronner Polizistenüberfall berichtete ich über den blonden Sinti und Roma Dusan L. und fasste die Verdachtsmomente gegen ihn zusammen, ich fragte:

„Um 13:15 sah der Zeuge Heinz H. einen blonden Mann an der Theresienwiese, den er als Russen einschätzte, um 14:05 sah Lieselotte W. gleichfalls einen blonden (blutverschmierten) Mann von der Theresienwiese weglaufen, den sie gleichfalls als Russe ansah! Handelt es sich um die gleiche Person?“

In diesem Artikel verfolge ich seine Spur in den Ermittlungsakten weiter. Es kamen weitere Ungereimtheiten zum Vorschein, deren Hintergründe sich nicht ergründen lassen. Mehr Ungereimtheiten in Landfahrer-Ermittlungen weiterlesen

Beobachteten Sinti und Roma den Heilbronner Polizistenüberfall?

Unbekannte überfielen am 25.04.2007 gegen 14:00 die Polizisten Michele Kiesewetter und Martin Arnold in der Heilbronner Theresienwiese. Die Streife parkte zuvor ihr Auto direkt neben einem Trafohäuschen, welches sich am Rande der Festwiese am Ufer des Neckars befindet. Zur gleichen Zeit bauten dort Schausteller ein Volksfest auf. Sie hatten ihre Wohnwägen und Wohnmobile auf der Festwiese geparkt. Auf der Festwiese parkten gleichzeitig auch Sinti und Roma („Landfahrer“), die mit dem Festaufbau nichts zu tun. Beobachteten Sinti und Roma den Heilbronner Polizistenüberfall? weiterlesen

Beeinflussten Kollegen Aussagen des überfallenen Polizisten Martin Arnold?

Der damalige Bereitschaftspolizist Martin Arnold wurde Opfer eines feigen Überfalls, ihm und seiner Kollegin Michele Kiesewetter (MK) wurden in die Köpfe geschossen, MK überlebte nicht. Seine Erinnerungen könnten ein wenig Licht ins Dunkel bringen, jedoch scheint er in seinen „Erinnerungen“ beeinflusst geworden zu sein.

Warum sollten die eigenen Kollegen ein Interesse daran haben, ihn zu manipulieren, wenn sie den Überfall hätten aufklären wollen? 2011 taucht schließlich ein ärztliches Attest auf, dass er sich an nichts mehr erinnern könnte, was den Überfall betrifft.

Auf welchen Beispielen basiert mein Eindruck der Zeugenmanipulation? Es könnte natürlich auch ein Zufall sein, aber Arnold scheint seine Erinnerungen an die jeweilige Ermittlungsrichtung angepasst zu haben. Manchmal erscheint es auch, dass er Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung durch (nachträgliche) Erinnerungen auflöst.

Ich will damit auf keinen Fall Martin Arnold angreifen – ich wüsste nicht, wie ich mich in seiner Situation verhalten würde. Falls mein Eindruck jedoch richtig wäre, könnten seine Aussagen damit erklärt werden, dass er Angst vor den Tätern hat(te) und sich deshalb fügte. 

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Heilbronner Polizistenmord: Zeugen sahen verdächtigen blauen Audi – Zivilfahrzeug der Bereitschaftspolizei?

Zeugen beobachteten vor, während und nach dem Heilbronner Polizistenmord ein verdächtiges blaues Auto. Es wurde meist als ein Audi A4 mit Mosbacher Kennzeichen geschildert, die Insassen wurden z. T. als Russen bezeichnet. Trotzdem spielt dieser Wagen in den Ermittlungsakten kaum eine Rolle. Im Gegenteil – es wurde sogar eine Nachfrage beim Kraftfahrtbundesamt falsch gestellt. Warum? 

Die Bereitschaftspolizei Böblingen hatte wahrscheinlich einen blauen Audi im Fuhrpark. Am Tag des Überfalls war ein Audi in Neckarsulm als Zivilfahrzeug eingesetzt gewesen. Sollte vertuscht werden, dass beim Überfall ein Zivilfahrzeug der Polizei verwickelt war? Wie könnte es in die Hände von Schwerkriminellen gelangt sein?

Dieser Artikel stellt sämtliche Zeugenaussagen vor, die während der Tatzeit 14:00 und kurz danach bis 14:30 getätigt wurden. Heilbronner Polizistenmord: Zeugen sahen verdächtigen blauen Audi – Zivilfahrzeug der Bereitschaftspolizei? weiterlesen

Vertuschte Soko-Chef Huber zweiten Streifenwagen an der Heilbronner Theresienwiese?

Am 25.04.2007 überfielen gegen 14:00 Unbekannte die Streife bestehend aus Michele Kiesewetter (MK) und Martin Arnold in der Heilbronner Theresienwiese, während die beiden Bereitschaftspolizisten neben dem Trafohäuschen in ihrem geparkten BMW-Streifenwagen saßen.

Am 28.11.2017 befragte der Baden-Württemberger NSU-Untersuchungsausschuss den Leiter der Sonderkommission (Soko) „Parkplatz“, Frank Huber. Er sollte den Abgeordneten die Ermittlungen schildern, die die Soko bezüglich der Streifenwagen unternahm, die an unterschiedlichen Stellen und Zeiten auf der Theresienwiese gesehen wurden. Für Huber handelte es sich offenbar stets um die Streife der überfallenen Polizisten. Er konnte einen Teil der Abgeordneten überzeugen, dass die Streife möglicherweise auf der Suche nach einem ruhigen, schattigen Pausenplätzchen gewesen wäre. Sie könnten ihren Streifenwagen einfach nur aufgrund Hitzeeinwirkung der Sonne umgeparkt haben. 

Im folgenden werden die unterschiedlichen Zeugenaussagen und Sichtungen vorgestellt. Dadurch wird die Erklärung Hubers in Zweifel gezogen. Es wird klar, dass sich dort mindestens zwei Streifenwagen zeitweise befunden haben müssen.

Dabei übernehme ich Teile einer Analyse, die ich von „riemenkarl“ erhalten habe.  Vertuschte Soko-Chef Huber zweiten Streifenwagen an der Heilbronner Theresienwiese? weiterlesen

War Dominik W. der Streifenpartner von Michele Kiesewetter, welche Rolle spielte Manuel B.?

In Teil 8 meiner Artikelserie über den Heilbronner Polizistenmord fragte ich, mit welchem Streifenpartner Michele Kiesewetter (MK) am Vormittag des 25.04.2007 unterwegs war. Diese Frage ist deshalb wichtig, da es sich bei der Person um einen wichtigen Zeugen handelt, der über das Einsatzziel Auskunft geben könnte und damit über den möglichen Täterkreis. Bis heute ist das Motiv ungeklärt: Warum schossen gegen 14:00 unbekannte Personen auf die Streife Kiesewetter/Arnold? Warum war MK am Vormittag in Heilbronn? Die offizielle Darstellung informiert falsch, dass es sich um einen harmlosen Einsatz handelte, und dass dieser Streifenpartner am Vormittag Martin Arnold gewesen wäre, nicht zu vergessen die Geschichte eines rechtsterroristischen Anschlags durch das Duo Böhnhardt/Mundlos.

Inzwischen analysierte ich die mir vorliegenden Vernehmungsprotokolle der Kollegen der überfallenen Polizisten dahingehend, ob der damalige Freund Kiesewetters, Dominik W., der Streifenpartner am Vormittag gewesen sein könnte. Er dementierte dies jedoch der Sonderkommission. Erstaunlich viele Punkte würden jedoch dafür sprechen, dass er doch mit seiner Freundin auf Streife war. 

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Fehler legt Zeugen-Manipulation der Soko Parkplatz nahe

Anfang 2015 schrieb ich einen Artikel über eine rätselhafte SMS, die Michele Kiesewetter (MK) vier Tage vor ihrem Tod geschrieben hätte: Sie wäre am 21.04.07 auf einer Beerdigung gewesen. Das Problem: Die Beerdigung fand laut Aussage ihrer Familie zwei Jahre davor statt! Ich deckte derart viele Ungereimtheiten in der Arbeit der Sonderkommission (Soko) auf, dass ich mir inzwischen folgende Erklärung ernsthaft vorstellen könnte: Die Soko beeinflusste vor der eigentlichen Vernehmung Zeugen und stiftete sie zu Falschaussagen an. Die Aussage wurde dann mit einer (teilweisen) erdichteten SMS bzw. Datumsangabe unterfüttert. Fehler legt Zeugen-Manipulation der Soko Parkplatz nahe weiterlesen

Rekonstruktion der letzten Tage der erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter

Die Sonderkommission (Soko) „Parkplatz“ befragte die Kollegen der überfallenen Polizistin Michele Kiesewetter (MK) rekonstruierte so die Aktivitäten, die sie in den Wochen vor dem Überfall am 25.04.2007 nachging. Im Zuge neu-aufgenommener Ermittlungen kamen ab 2010 wesentliche Ungereimtheiten zum Vorschein, die wegen der sogenannten „Selbstenttarnung des NSU“ nicht mehr nachgegangen werden. Diese Ungereimtheiten  in der „Vortatphase“ kann ich der Öffentlichkeit hiermit vorstellen, da mir 54 Ermittlungsordner vorliegen. Ich analysierte sie danach, was wirklich in den Tagen vor dem Überfall passierte. Dabei fällt ein Schatten auf drei Kollegen, deren Aussagen wahrscheinlich teilweise erlogen sind. Rekonstruktion der letzten Tage der erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter weiterlesen