Archiv der Kategorie: Aufklärungs-Bemühungen

Thüringer NSU-Ausschuss propagiert Mundlos Selbstmord

„NSU-watch“ veröffentlichte heute eine Stellungsnahme zum (angeblichen) Selbstmord von Uwe Mundlos und stützt sich dabei auf den parlamentarischen NSU-Ausschuss in Thüringen. Wenig überraschend kam der Ausschuss zum gleichen Ergebnis wie das Bundeskriminalamt (BKA): Selbstmord Mundlos, kein dritter Mann. Ich gehe kritisch auf diese Darstellung in ausgewählten Punkten ein. Thüringer NSU-Ausschuss propagiert Mundlos Selbstmord weiterlesen

Gab es wirklich ein terroristisches NSU-Netzwerk?

Dank Veröffentlichung und kritischer Analyse der Ermittlungsakten im Internet sprach es sich in den letzten Jahren bei informierten Zeitgenossen herum, dass die Beweislast gegen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe,  verschiedene Verbrechen begangen zu haben, gering bis nicht-existent ist. Beispielsweise gibt es keine DNA, Fingerabdrücke der Drei an den 29 Tatorten, sondern teilweise von unbekannten Personen.

Ernstzunehmende Journalisten wie Thomas Moser melden daher deutliche Zweifel an der 3-Täter Theorie an, die geteilt werden seitens des momentan tagenden zweiten NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages sowie seitens eines Teils der Anwälte der Nebenklage im NSU-Prozess. Es müsste ein NSU-Netzwerk geben, mit anderen Tätern.

Im Falle der Untersuchungsausschüsse und der Nebenklage scheitert dieser Ansatz jedoch an einem wichtigen Punkt: Es wird nicht die sogenannte „NSU-Selbstenttarnung“ ab dem 04.11.11 massiv in Frage gestellt. Dazu gehört der angebliche Selbstmord von Böhnhardt, Mundlos, die Beweismittelsicherung in Wohnmobil und Zwickauer Zschäpe-Wohnung sowie die Erstellung und Verteilung des sogenannten NSU-Bekennerfilmes. Gab es wirklich ein terroristisches NSU-Netzwerk? weiterlesen

Persönliche Diskussion mit Dorothea Marx über den NSU

Mich erreichte ein persönlicher Bericht von einem Zuschauer folgender Veranstaltung: Podiumsdiskussion im Theaterhaus Jena, 3. Dezember 2016, „Erfolge und Blockaden der Aufarbeitung des NSU-Komplexes“. Nach der Diskussion führte die Person offenbar ein persönliches Gespräch mit der Vorsitzenden des thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx (SPD). Dieser mir zugeschickte Bericht wird wiedergegeben. Die Angaben konnte ich jedoch nicht auf Richtigkeit überprüfen, sie erscheinen mir jedoch glaubhaft. Persönliche Diskussion mit Dorothea Marx über den NSU weiterlesen

Wolfgang Schorlau wirft Katharina König (Linke) vor, die Augen vor NSU-Ungereimtheiten zu verschließen

Die thüringer Landtagsabgeordnete der Linken Katharina König lieferte sich einen harten Schlagabtausch mit dem Autor Wolfgang Schorlau während des diesjährigen „Fest der Linken“ in Berlin. Der Blogger „fatalist“ veröffentlichte audio-Mitschnitte einer schier unglaublichen Aussage Königs, die dort gefallen ist: Der Fokus auf Todesermittlungen von Böhnhardt und Mundlos würde vom Rassismus in der deutschen Gesellschaft ablenken und ist deshalb abzulehnen. Wolfgang Schorlau wirft Katharina König (Linke) vor, die Augen vor NSU-Ungereimtheiten zu verschließen weiterlesen

Der NSU-Krimi von Wolfgang Schorlau wird verfilmt

Gabriele Muthesius veröffentlichte Mitte November 2016 im „Blättchen“ den Artikel „Fünf Jahre NSU-Ermittlungen – Fakten, Fakes & Fehler“. Darin geht sie detailliert auf die Arbeit des thüringer NSU-Untersuchungsausschusses ein, offenbar liegen ihr die Wortprotokolle der Zeugen-Befragungen vor.

Die Befragungen offenbaren harmlose Fragereien uninformierter Parlamentarier. Wenn sich Zeugen in Widersprüche verstricken oder eigenen, früher getroffenen Aussagen widersprechen, lassen das Abgeordnete „unbeanstandet passieren“ (Muthesius). Sich aufdrängende scharfe Nachfragen oder gar Konsequenzen bleiben aus. Der NSU-Krimi von Wolfgang Schorlau wird verfilmt weiterlesen

NSU: Leitet Dorothea Marx (SPD) einen staatschützenden Wohlfühl-Untersuchungsausschuss?

Der anonyme Autor „Taucher“ veröffentlicht bei „nsu-leaks“ eine Artikelserie, in der er aus seinem Buch über den „Geheimdienstlichen Untergrund“ zitiert. Anhand der veröffentlichten Ermittlungsakten fasst er unter anderem die (fehlende) Beweislast gegen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos zusammen. Außerdem wird klar, dass die polizeilichen NSU-Ermittlungen oberflächlich und stümperhaft waren, zum Beispiel die Spurensicherung im Wohnmobil.

Anhand parlamentarischer Wortprotokolle zeigt „Taucher“ auch, dass es dem thüringer Untersuchungs-Ausschuss offenbar nicht darum geht, wirklich die skandalöse Tatortarbeit aufzuklären: Beteiligte Ermittler werden mit Samthandschuhen angefasst und nicht die Daumenschrauben angelegt, egal welchen Unsinn sie auch vorbringen. Diesen Eindruck hatte auch ich, als ich dort die Befragung des damaligen Ermittlungsleiters Michael Menzel verfolgte.

Thüringer NSU-Ausschuss erscheint selbstimmunisiert für offene Fragen

Welchen Ausschuss führt die Vorsitzende Dorothea Marx (SPD)? NSU: Leitet Dorothea Marx (SPD) einen staatschützenden Wohlfühl-Untersuchungsausschuss? weiterlesen

Clemens Binninger (CDU) bezweifelt alleinige Täterschaft von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt

Clemens Binninger ist Bundestags-Abgeordneter, Mitglied im Innenausschuss sowie stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr), Vorsitzender des 2. NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages.

Mitte Oktober 2016 berichtete der öffentlich-rechtliche Sender „mdr“ über eine bemerkenswerte Aussage Binningers:

„Keine DNA an den Tatorten. Kein Zeuge, der die Täter zweifelsfrei identifiziert hat. Keine Phantombilder, die so richtig passen. Eigentlich auch kein klares Selbstgeständnis. Tatorte, die so riskant sind, dass man eigentlich zu zweit keine Straftat verüben kann, weil man sonst entdeckt wird. Trotzdem schaffen es Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, 27 Mal nicht entdeckt zu werden. Da haben wir wirklich Zweifel, ob die wirklich alle Taten allein begangen haben.“ (mdr)

Richter Götzl glaubt Ex-Geheimdienstler Temme, entblößt NSU-Schauprozess

Am 06.04.2006 erschossen Unbekannte Halit Yozgat, den Betreiber eines kasseler Internetcafes. Dieser letzte Tatort der Ceska-Mordserie bot Ermittlern zum ersten Mal eine heiße Spur: Ausgerechnet war der Agent des Geheimdienstes „Verfassungsschutz“ Andreas Temme einer der Tatverdächtigen. Dessen Darstellung ist, dass er von der Erschießung nichts mitbekommen hätte, obwohl er am Tatort zur Tatzeit anwesend war. Er verließ zur Tatzeit den Tatort, nachdem er bezahlte und umsonst nach Halit Yozgat gesucht hätte, der erschossen hinter dem Schreibtisch lag.

Hier ist die polizeiliche Tatortbegehung mit ihm zu sehen:

Im Juli 2016 verlautbarte der vorsitzende Richter des münchner NSU-Prozesses, Manfred Götzl, dass der Staatschutz-Senat ihm glaube. Götzl begründete die Einschätzung u. a. mit der Aussage eines mehr als dubiosen Zeugen, der zeitweise gleichfalls als Tatverdächtiger galt.
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Wolfgang Drexler (SPD) sieht keine Hinweise auf Fremdverschulden bei Todesfall Florian Heilig

Wolfgang Drexler stützt sich auf die Darstellung der Behörden, deren Glaubwürdigkeit er eigentlich kritischer sehen müsste. Besonders kommt dies beim Todesfall Florian Heilig zum Vorschein: Wolfgang Drexler (SPD) sieht keine Hinweise auf Fremdverschulden bei Todesfall Florian Heilig weiterlesen

Thüringer NSU-Ausschuss zeigt sich desinteressiert bzgl. verpfuschter Totenschau von Böhnhardt, Mundlos

Am 28.04.2016 besuchte ich den thüringer NSU-Ausschuss und musste die größtenteils inkompetenten, harmlosen, ja fast schön lächerlichen Fragen der Abgeordneten ertragen. Ich kann diesen Vorwurf anhand eines weiteren Sachverhalts untermauern, dank eines veröffentlichen Protokolls aus der Sitzung. Thüringer NSU-Ausschuss zeigt sich desinteressiert bzgl. verpfuschter Totenschau von Böhnhardt, Mundlos weiterlesen