Archiv der Kategorie: Giftgas in Syrien

Russland beantragte im UN-Sicherheitsrat, dass Experten vor Ort Giftgas-Einsatz untersuchen – Westen blockiert

Vorgestern Nacht übte Russland seine Vetomacht aus, um im UN-Sicherheitsrat einen westlichen Antrag zum Scheitern zu bringen. Auch der russische Vorschlag fand dort keine Zustimmung. Beide Anträge hatten das Ziel, den jüngsten (mutmaßlichen) Giftgas-Angriff aufzuklären. Für die deutschen Medien ist Russland der Schuldige – aber welchen Hintergrund hat die Uneinigkeit wirklich? 

Russland beantragte im UN-Sicherheitsrat, dass Experten vor Ort Giftgas-Einsatz untersuchen – Westen blockiert weiterlesen

UN-Mitarbeiter vor Ort bestätigen keinen Giftgas-Einsatz in Duma

Die Internetseite des „zdf“ berichtet „von UN-Mitarbeitern vor Ort“, die „Berichte über einen mutmaßlichen Chlorgaseinsatz in der Rebellenregion um Duma nicht verifizieren können.

„Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in der Region Menschen mit Atembeschwerden behandelt. Ob diese durch Chemiewaffen ausgelöst wurden, könnten die Mitarbeiter vor Ort aber nicht beurteilen, hieß es.

Auch Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und das UN-Nothilfebüro (Ocha) haben keine Erkenntnisse zu einem möglichen Chlorgaseinsatz.“

Die Giftgas-Vorwürfe gegen Assad basieren auf Weißhelmen

Professor Günter Meyer vom Zentrum „Orientforschung“ der Universität Mainz stellte gestern im Interview mit der ARD heraus, dass die Berichte über den (angeblichen) Giftgasangriff auf den „Weißhelmen“ basieren. Sie werden vom Westen finanziert, mit inzwischen weit über 100 Mio. US-Dollar. Sie erhielten den „alternativen Nobelpreis“, dabei ist Ihre Hauptzielsetzung …

„… solche Dinge zu inszenieren und propagandistisch gegen das brutale Assad-Regime einzusetzen. Es sind immer wieder Kinder, die gerettet werden, von den Weißhelmen. Dabei sind genau solche Aufnahmen, wie wir sie jetzt seit Sonntag gesehen haben laut Presseberichten schon vor etlichen Wochen in der von Oppositionellen kontrollierten Provinz Idlib von Weißhelmen aufgezeichnet worden.

Das heißt, die Macht der Bilder, die ist so ungeheuerlich, dass der Verstand ausgeschaltet wird, dass nicht mehr nach Logik gefragt wird, und dass vor allem auch nicht mehr danach gefragt wird, wer ist tatsächlich verantwortlich“.

Bereits in der Vergangenheit wären von der Assad-Opposition „unter falscher Flagge“ Chemiewaffen gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt worden, um den Angriff dann Assad in die Schuhe zu schieben, um den Westen zum Militärschlag zu bewegen. 

Ein norwegischer Journalist beschwerte sich bei der kanadischen Journalistin Eva Bartlett über ihren Vorwurf, dass die westlichen Medien über die reale Lage in Syrien lügen würden. Dabei würden doch ihre Berichte auf internationalen „Hilfsorganisationen vor Ort“ basieren. Daraufhin fragte sie ihn, welche „Hilfsorganisationen“ in dem (damals) von Islamisten besetzten Ost-Aleppo das gewesen seien. Diese Frage konnte er nicht beantworten. Sie antwortete:

Keine. Die Berichte basieren auf der „Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, die in England sitzt und aus einer einzigen Person besteht. Desweiteren stützen sich die Berichte auf die Organisation „Weißhelme“, die 2013 von einem britischen Militär gegründet wurde. Die „Weißhelme“ sind vom Westen mit 100 Mio. US-Dollar finanziert. Sie geben vor, Menschen zu retten. Eva Bartlett war jedoch in Ost-Aleppo unterwegs und fand keine einzige Person, die jemals etwas von „Weißhelmen“ gehört hätte, geschweige denn jemals von ihnen gerettet geworden zu sein.

„Die weißen Helme geben vor neutral zu sein, dennoch tragen sie Waffen und stehen auf den Leichen syrischer Soldaten“.

Sie kommt zum Schluss: Beide Organisationen sind nicht glaubwürdig. „Ihre Quellen vor Ort gibt es gar nicht.“

USA kündigen Reaktion auf Assads angebliches Chemiewaffen-Massaker an

Es gibt keine unabhängige Untersuchung, keine Beweise, dass die Assad-Regierung Chemiewaffen eingesetzt hätte, sondern nur Vorwürfe! Die westlichen Regierungen betonen jedoch, dass es keine andere Erklärung geben könnte, die Umstände würden dafür sprechen. Aber warum sollte Assad jetzt Chemiewaffen einsetzen? Die Enklave in Duma war zu 90% militärisch besiegt, die vom Westen unterstützten islamistischen Milizen (und ihre Familien) wurden in Bussen bereits evakuiert. Noch nie während des Bürgerkrieges war Assad militärisch so stark wie jetzt. Also wem nützt es? Natürlich den Islamisten, weil sie so auf verstärkte militärische Unterstützung der USA hoffen können, dass sie das Blatt noch wenden können. Was ist daran so schwer zu verstehen, dass diese Möglichkeit einfach ausgeschlossen wird? USA kündigen Reaktion auf Assads angebliches Chemiewaffen-Massaker an weiterlesen

Welt.de vorverurteilt Assad-Regime, „Giftgasangriff“

Die fette Schlagzeile von „welt.de„:

„NACH GIFTGASANGRIFF

USA feuern Marschflugkörper auf Luftwaffenbasis in Syrien ab“

Dabei ist gar nicht geklärt, ob es einen „Giftgasangriff“ überhaupt gegeben hat. Erst im Textteil steht etwas von „mutmaßlich“.

Als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff haben die USA den Luftwaffenstützpunkt al-Schairat in Syrien attackiert.“

Die Kommentarfunktion des Artikel ist bei mir nicht erreichbar, 07:48. Ausgeschaltet?

Syrien: US-Experten entlasten Assad von Giftgas-Angriff

In meinem Artikel Giftgas-Morde in Syrien: UNO-Bericht belastet Diktator Assad schwer stützte ich mich auf eine fehlerhafte Darstellung von „Human rights watch“. Als entscheidender Punkt wird dort angegeben, dass die beim Angriff verwendeten Raketen bis zu 9,6 Kilometer hätten geflogen sein können und deshalb aus dem Gebiet des Assad-Regimes kommen mussten. Dem widersprechen jedoch zwei namhafte US-Experten, die die Reichweite der verwendeten Raketen einschätzten und sogar der Leiter der UN-Waffenkontrolleure Ake Sellstrom selbst, der in Damaskus die Raketenteile untersuchte. Syrien: US-Experten entlasten Assad von Giftgas-Angriff weiterlesen

Giftgas-Morde in Syrien: UNO-Bericht belastet Diktator Assad schwer

[Hinzufügung am 8/9/15: US-Experten entlasten Assad]

Am 21. August 2013 kamen bei einem schrecklichen Giftgas-Angriff in der Nähe von Damaskus Hunderte Menschen um, nach US-Angaben wären es sogar 1400 Menschen gewesen. Für den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wäre es „der bedeutendste bestätigte Einsatz chemischer Waffen gegen Zivilisten seit dem Angriff Saddam Husseins auf Halabdscha 1988“ gewesen. Ein unabhängiges Team der UN unter Führung des schwedischen Chemiewaffen-Experten Professor Åke Sellström (wiki) untersuchte den Tatort, die Ergebnisse belasten das Assad-Regime schwer. Ein Sturz des Assad-Regimes ist notwendig, um den Bürgerkrieg zu beenden. Giftgas-Morde in Syrien: UNO-Bericht belastet Diktator Assad schwer weiterlesen