Kiesewetter Mord: Böhnhardt, Mundlos beim NSU-Prozess entlastet!

Zeugen des Heilbronner Polizisten-Überfall vom 25.04.2007 und Sachverständige sagten in den letzten Tagen beim NSU Prozess aus. Es wurden dabei keine Beweise für die Täterschaft des Trios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe erbracht. Dafür traten das Trio entlastende Ungereimtheiten zu Tage, die hier zusammengefasst werden. Trotzdem gibt sich die Bundesanwaltschaft weiter überzeugt, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Mörder waren, genauso viele Medienvertreter, etwa Tanjev Schulz (sz) oder Gisela Friedrichsen (spiegel).

Der Journalist Franz Feyder beschreibt in der Stuttgarter Zeitung dagegen genau die entlastenden Aussagen.

1. Die gefundene Jogginghose

Es geht um die dubiose „graue Jogginghose“ von Mundlos. Sie wurde am 04.11.11 in der Zwickauer Brandruine gefunden, mit Blutspuren Kiesewetters daran. Sie dient der Bundesanwaltschaft als Beweis, dass Mundlos der Mörder der Polizistin Michele Kiesewetter wäre. Feyder weist darauf hin, dass ein Zeuge zwar zwei männliche Fahrrad-Fahrer sah, eine halbe Stunde vor dem Anschlag, „am gegenüberliegenden Neckar-Ufer“ – aber sie hatten Radlkleidung an!

„10:45 Uhr: Der Tübinger Rechtsmediziner hat auch eine graue Jogginghose untersucht, die im mutmaßlichen Unterschlupf des Nationalsozialistischen Untergrunds in Zwickau gefunden wurde. Die Hose wurde über DNA-Spuren Uwe Mundlos zugeordnet. An der Sporthose wurden auch Blutspuren gefunden, die von Michèle Kiesewetter stammen. Wehner macht deutlich, dass es „ein, zwei Spurentypen gibt, die mit dem wahrscheinlichen Tathergang bedingt kompatibel sind. Das ist allerdings nur vage Angaben.“ Das heißt: Mundlos könnte die Hose bei dem Anschlag auf die Polizistin getragen haben.

Allerdings würde das den gestrigen Aussagen eines Elektrikers der Deutschen Bahn widersprechen. Der hatte auf dem dem Tatort gegenüberliegenden Neckarufer gegen 13.30 Uhr zwei Radfahrer gesehen. Die beiden seien mit Radlerkleidung bekleidet gewesen. Die gezeigte Jogginghose hingegen ist eine graue Pluderhose. Das Attentat wurde wahrscheinlich gegen 14 Uhr am 25. April 2007 verübt.“ (stuttgarter zeitung)

2. Keine massiven Blutflecken auf Jogginghose

Laut des Ermittlungsberichtes hätte die Hose des Mörders Kiesewetters aber „massiv“ mit Blut befleckt gewesen sein müssen.

10.1.7 Beschmutzung der Täter (mit Blut)
Nach vorstehender Rekonstruktion erscheint es als sehr wahrscheinlich, dass sich die beiden Schützen, vor allem der Täter auf der Fahrerseite mit Opferblut beschmutzt haben. Hierbei wären primär folgende Körperpartien betroffen: (…)

Schütze 2 (Fahrerseite): Hose im Oberschenkelbereich (massiv), Brustbereich, Innenseite der Oberarme und Unterarme, und Hände.“ (Ermittlungsbericht, S. 51)

Dagegen befinden an der Jogginghose „Blutstropfen von Kiesewetter“ (…), die direkt angeschleudert wurden.“ (nsu-nebenklage)

3. Böhnhardt wird zum Rechtshänder

Der Täter, der auf Kiesewetters Kollege schoss, war höchstwahrscheinlich ein Rechtshänder. Als Linkshänder wäre er in großer Gefahr gewesen, vom ersten Schützen angeschossen zu werden. Die tödliche Kugel durchschoss Kiesewetters Kopf, flog durch den Innenraum, vorbei an der geöffneten Beifahrertüre und „schlägt in einer Höhe von 42 cm an der Außenwand des Trafohäuschens ein (…).“ (Ermittlungsakten, S. 49) Problem: Uwe Böhnhardt war ein Linkshänder, so hätte er während Banküberfälle seine Waffe links gehalten.

Die Ermittlungsakten beschreiben „plausible Opfer- und Täterpositionen“ mit Schussbahnen der Kugeln:

kiesewetter-ueberfall-nsu

„11:20 Uhr: Martin Arnolds Rechtsanwalt Walter Martinek fragt den Gutachter, ob er auch eine Simulation angefertigt hat, bei der ein linkshändiger Täter auf Arnold schoss. Der Rechtsmediziner ist davon ausgegangen, dass beide Schützen Rechtshänder gewesen sind. Ein linkshändiger Täter hätte bei seinem Schuss auf Martin Arnold in der Schussbahn des Täters gestanden, der auf Michèle Kiesewetter schoss. Uwe Böhnhardt, der mutmaßlich auf Arnold feuerte, war Linkshänder.“ (stuttgarter zeitung)

4. Mundlos wächst um 10 cm

Ein weiteres Problem ist, dass der Todeschütze Kiesewetters …

„… nach allen Berechnungen von Professor Wehner (…) wahrscheinlich etwa 190 cm groß [war].“  (ebd)

Uwe Mundlos war jedoch nur 180 groß (nsu-watch).

4 Gedanken zu „Kiesewetter Mord: Böhnhardt, Mundlos beim NSU-Prozess entlastet!“

  1. “ Auf Frage Götzls sagt Böhnhardt, ihr Sohne sei vorwiegend Linkshänder gewesen, habe aber beidhändig arbeiten können, geschrieben habe er mit links. “
    http://www.nsu-watch.info/2013/11/protokoll-58-verhandlungstag-20-november-2013/

    Die graue Hose mit den Spuren wird auch „Pluderhose“ genannt, dh sie sollte geeignet sein um sie über anderer Kleidung zu tragen(zur Hosengrösse habe ich bis jetzt nichts gelesen, bei der Spur wird es sich wohl um das Taschentuch handeln).

      1. Ich denke das sagt nicht viel aus. Wenn Böhnhardt der Mörder war und mit links schoss, dann könnte er ja derjenige gewesen sein der auf dem unteren Bild rechts steht. Dann wäre er trotzdem nicht gefährdet gewesen.
        Ausserdem wurden die Schüsse aus kurzer Entfernung abgegeben, ich meine 90cm bei Martin a. und 30cm bei Kiesewtter.

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