„Lebensläufe“ (1994-1998) der „Uwes“ und Beate Zschäpe

1994 Helmut Roewer kommt ins Amt, Verfassungsschutz-Präsident von Thüringen. Geheimdienst-Operationen „Rennsteig“, „Saphira“ mit Vielzahl an bezahlten Informanten in Thüringen. (Friedensblick)
1995
  • Tino Brandt: 27. Januar 1995 wird als V-Mann geführt. Erste Zahlung waren bereits am 9.August’94. „Das Zwickauer Terroer Trio“, S.31 .
  • Thomas Dienel: ab 1995 V-Mann, (bild)
  • Thomas Starke (?): Anfang 2001 war er bereits eine „langjährige Vertrauensperson“ und lernte 1995 Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt kennen. (bild)
  • Mundlos lernt Thomas R. (ab 1997 Informant Corelli“) (weiße-faden).

Gründung der Sonderkommission (Soko) Rechtsextremismus („Rex“) in Thüringen. Warnung vor brauner RAF. (Friedensblick)

Anfang 1995 Korrespondenz des inhaftierten Starke mit Mundlos (Parlamentarischer Untersuchungs-Ausschuss des Bundestages (PUA)-Bericht).
13. Februar 1995 Carsten Szczepanski zu 8 Jahren Haft wegen versuchten Mordes an Asylbewerber verurteilt. Während Haft geheimdienstliche „Anwerbung“(Friedensblick), 1991 Gründung Ku Klux Klan (Friedensblick).
21. Februar 1995 Mundlos: Ersterfassung im Nachrichtendienstlichen Informationssystems, „NADIS“.
13. März 1995 Zschäpe: Ersterfassung in NADIS
31. März 1995 Uwe Mundlos beendet Grundwehrdienst (Schäfer-Gutachten). Ein Freund berichtet: „Uwe sagte mir damals auch, dass er selbst Kontakt zum Verfassungsschutz hatte“, sagte H. laut Protokoll. Der Freund habe gesagt, er sei wegen verschiedener Disziplinverstöße „gelegentlich in seiner Kaserne im Arrest (gewesen) und dort soll er Kontakt bzw. Besuch vom Verfassungsschutz bekommen haben“ (spiegel)
08. Juni 1995 Letzter Strafbefehl gegen Beate Zschäpe wg. Diebstahls einer Schachtel Marlboro am 26. Juli 1994, Arbeitsauflage 120 Stunden gemeinnützige Arbeit
12. Juni 1995  ……….. …………. ……………. …….. ……………. …….. ……  cccccccccccccc     29.06.1995 ………….. …… ……………. ……….. . . …………………… …………. ….. …….. …….. …….
Im Jenaer Horten-Kaufhaus wurde ein Sprengsatz gefunden. Verdächtigte: Henning Haydt, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben und André Kapke (indymedia) …… …….. …… .
Uwe Mundlos wird zu einer Geldstrafe wg. Verstoßes verfassungswidrigen Kennzeichen verurteilt. Er meldete sich bei der Rechtsberater des Wehrbereichskommandos: „Da Uwe Mundlos zum Zeitpunkt der Tatbegehung Grundwehrdienst leistete, war der gleiche Fall auch Gegenstand eines Verfahrens beim Truppendienstgericht Süd in Kassel.“ (PUA)
3. August 1995.. ……… ……. .… …. …. ………… ……….. ..k

10. August 1995 ……. ……… … ….               ……. ………….. …….. ……. ……………….. ……….. ……………… ……….. ……………. ……… ……. ………

„Ab dem 3. August 1995 besuchte Mundlos das Ilmenau-Kolleg zur Erlangung der Hochschulreife. Ab Anfang Januar 1998 erschien er dort nicht mehr zum Unterricht.“ PUA („Vermerk des BKA (BAO „Trio“) vom 28. März 2012, MAT A BY-14/1a, Bl. 83 ff. (84).“ Er hat dort ein Zimmer im „Christlichen Jugenddorf“ (spiegel)………………….. .Bundesamt für Verfassungsschutz legt Personenakte zu Uwe Mundlos an! “Am 29. August 2012 hat das BfV dem MAD den Befragungsbericht Mundlos mit der Bitte um Freigabe für das BKA übersandt. Das BMI hat mit Schreiben vom 11. September 2012 mitgeteilt, der Bericht sei aufgrund eines Zahlendrehers nicht der am 10. August 1995 angelegten Personenakte Mundlos, sondern einer thematisch nicht einschlägigen Akte zugeführt worden.“ PUA-Bericht
31. August 1995 Beate Zschäpe schließt Lehre im Gartenlandschaftsbau ab.
Sommer 1995 In einem Waldgebiet bei Jena fand eine Kreuzverbrennung statt, in der der sogenannte „Franken-Gruß“ und „Kühnen-Gruß“ gezeigt worden wäre. Teilnehmer u. a. Zschäpe, Böhnhardt, aber nicht Mundlos. (Friedensblick)
September/Oktober 1995 Beate Zschäpe musste 120 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten, wg. Diebstahl einer Schachtel Marlboro.
10. September 1995 Wohnungsdurchsuchung bei Beate Zschäpe wg.
NS-Kennzeichen. „Zufällig“ wurden Fotos von der Kreuzverbrennung gefunden. bbbbbbb Wohnungsdurchsuchung bei Uwe Böhnhardt wg. Tragen rechtsradikaler Gürtelschnalle. Baulaser und Teil Luftdruckwaffe wurden gefunden.
September 1995 Bombenattrappe KZ Buchenwald
01.09. bzw. 01.11.1995 bis 15.09.1996 Unklar, von was Beate Zschäpe über ein Jahr lang lebte hat. Von Sozialhilfe? Laut Schäfer-Gutachten ist in der Aufstellung der Versicherungszeiten keine Beschäftigung aufgeführt, auch kein Bezug von
Arbeitslosengeld.
05.11.1995 Puppe mit gelben Davidstern in Jena angezündet
08.11.1995 Anonyme Bombendrohung Gedenkstätte Buchenwald (otz)
09.11.1995 Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen 12 Mitglieder, wobei die Drei nicht darunter fielen.
10.11.1995 In Jena-Nord, in der Scharnhorststraße, wird
ein selbstgebauter Sprengkörper durch ein offenes Fenster in ein Wohnheim für bosnische Kriegsflüchtlinge geworfen –  verletzt wird niemand, geringer Sachschaden. (Buch „das Zwicker Terror-Trio“) Polizei schließt politischen Hintergrund aus. Mundlos wird belastet durch Aussage eines früheren Vorstandsmitglied der Thüringer NPD. “In der Rückschau erscheint das Jahr 1995 nicht zuletzt durch die Verwendung eines „selbstgebauten Sprengkörpers“ wohl eine entscheidende Phase der Radikalisierung des Jenaer Neonazi-Trios gewesen zu sein.“ (otz)
08. Dezember 1995 Böhnhardt: Ersterfassung in NADIS
Ende 1995/Anfang 1996 Zusammenlegung beim Verfassungsschutz der Abteilungen Auswertung und Beschaffung
27. Januar 1996 Inszenierte Schlägerei von Bandt, Gräfentahl-Verfahren
13.04.1996 Zweiter Puppentorso mit zwei Bombenattrappen an einer Autobahnbrücke und einem Fingerabdruck Böhnhardts.
07. Mai 1996 Einleitung eines SaStrafverfahrens wg.
Kreuzverbrennung/“Kühne-Gruß“ im Sommer 1995
24.05./11.06./17.06.1996 Telefonate von Böhnhardt, wonach er eine
Garage und im ersten Telefonat zusätzlich auch ein Gartengrundstück suchte. (Schäfer-Gutachten)
03.06.1996 u. 08.06.1996 Telefonate von Böhnhardt, woraus hervor ging,
dass er mit Zschäpe liiert war. (Schäfer-Gutachten)
13.06.1996 Verurteilung Böhnhardt zu 2 Jahren und 3
Monaten wegen „Schnalle“ und Fundgegenstände (Zimmerdurchsuchung vom 10. September 1995), unter Einbeziehung Urteil von Dezember 1993. Böhnhardt legte Berufung ein.
18.06.1996 Wohnungsdurchsuchung bei Böhnhardt wg.
Rechts-Rock CD, incl. „Landser“-CD’s. (Buch „das Zwicker Terror-Trio“)
27.06.1996 Böhnhardt beendete seine Lehre als Hochbaufacharbeiter. Der PUA-Bericht schreibt, dass er bis Herbst von seinem Betrieb übernommen wurde. Der Schäfer-Bericht weist vom 28.06. bis 03.07.98 den Bezug von Arbeitslosengeld aus. Erst ab 04.07.98 beginnt dann wieder eine Beschäftigung.
Ende Juni/ Anfang Juli 1996 Böhnhardt nimmt eine Arbeitsstelle an der
französischen Grenze auf, was sich dann als angebliche Drückerkolonne herausstellt. Er bleibt nur eine Woche und wurde von Kapke abholt. (nsu-watch)
05.08.1996 Wegen Kreuzverbrennung im Sommer 1995 wird Zschäpe zweimal vernommen: „Beate Zschäpe gibt am 28. Juni und insbesondere am 5. August 1996 Auskunft über die auf den Fotos abgebildeten Personen. Allerdings strich sie die Angabe „mit Kühnengruß“ im Protokoll bei den von ihr benannten Personen durch.“ PUA-Bericht S. 185
10.08.1996 Garage wäre durch Beate Zschäpe bei einem  Polizisten namens „Apel“ angemietet worden. Dort wäre am 26.01.98 eine „Bombenwerkstatt“ gefunden worden.
August 1996 Zieht Mundlos um zur „Ilmenauer Wohnungs- und Gebäudegesellschaft GmbH“? Nach einem Fahndungsaufruf, Anfang 1998, teilt ein Zeuge mit, dass er „bereits seit eineinhalb Jahren ein Zimmer im Wohnheim des „Ilmenau Colleg“ besitze, welches er auch besuche.“ Zurück-gerechnet ergibt dies August 1996. Dann wäre die Zeit von März 1995 bis August 1996 geklärt!
16.09.1996 bis 31.08.1997 Beate Zschäpe erhielt für ein Jahr eine ABM-Stelle als Maler-Gehilfin in der Stadt-Verwaltung.
30.09.1996 Auffinden sogenannte Stadion-Bombenattrappe, Ermittlungen gegen Schxxxxx und Bxxxxx, später Kapke, Wohlleben, Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe
(Schäfer-Gutachten)
09.11.1996 Vorläufige Festnahme von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe. In Böhnhardts Auto, in dem auch Gerlach saß, wurden zahlreiche „leichte“ Waffen gefunden
01.12.1996 Schlägerei vor Sparkasse, in die Böhnhardt verwickelt war.
19.12.1996 Berufungsverhandlung von Böhnhardt vom 13.
Juni 1996: “das Verfahren – aus nicht näher bekannten Erwägungen – nach § 153 Absatz 2 StPO (Geringfügigkeit) eingestellt.“ PUA-Bericht S. 79
30.12.1996 – 02.01.1997 Eingang von drei Brief-Bombenattrappen
Ermittlungen gegen Wohlleben, Kapke, Gerlach, Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe und weitere Personen
(Schäfer-Gutachten)
04.01.1997 mmmmm                   mmmm ………………… 25.02.1997 Mundlos und Böhnhardt werden nachts auf dem
Gelände der Polizeidirektion aufgegriffen, Kapke wartete im Fahrzeug neben der Eingangstür.  ………………………………………………………..               Auflösung „Soko Rex“, (Friedensblick)
1996/1997 Angeblich soll Starke Mundlos Sprengstoff besorgt haben, der später in Zschäpes Garage gefunden wurde. (PUA-Bericht S. 848) (Friedensblick)
21.04.1997 Verurteilung Uwe Böhnhardt wg. Puppentorso, Rechtsextreme Musik-CD’s und früherer Tat Erpressung/Körperverletzung.
07.06.1997 Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Stadtroda wurde bei Henning Haydt eine Rohrbombe aufgefunden. (tlz) Mehr Infos Friedensblick.
19.07.1997 Anklage wg. Geschehnisse 4. Januar Polizeidirektion
gegen Böhnhardt (Hausfriedensbruch), Mundlos (Widerstand gegen Vollsteckungsbeamte) und Kapke (Verstoß gegen das Waffengesetz)
12.08.1997 Einstellung Verfahren wg. Waffenfunde im Auto, da Waffen den Personen nicht zuordnungsbar.
15.08.1997 Anklage wg. Kreuzverbrennung/Kühne-Gruß im Sommer 1995
02.09.1997 Sogenannte „Theaterbombe wird von Kinder gefunden, Ermittlungen gegen Kapke, Wohlleben, Haydt, Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe. (Schäfer-Gutachten)
09. und 16.09.1997 Uwe Böhnhardt: Am 17. Juni 1997 wurde er für den Grundwehrdienst für tauglich befunden, nun wurde es verneint.
16.10.1997 Uwe Böhnhardt in 2. Instanz wg. Puppentorso frei gesprochen. Strafe wird auf 2 Jahre und 3 Monate reduziert.
18.11.1997 Entdeckung eines Sprengsatzes in Stadtroda in einer Unterkunft für portugiesische Gastarbeiter, wo mehrere Personen verdächtig waren, u. a. Henning Haydt, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. (friedensblick)
24.11./25.11.1997 Mundlos und Böhnhardt werden durch den
Verfassungsschutz observiert. Auf den Fotos sind zwar Mundlos und Böhnhardt zu sehen, aber auf allen Bildern direkt im Garagenkomplex sind KEINE Personen abgebildet. Dementsprechend ist zu vermuten, dass Böhnhardt und Mundlos die Garage nie aufsuchte. (Friedensblick) Befehlsverweigerung?
26.12.1997
26.01.1998
Auffinden sogenannte Friedhofs-Bombenattrappe.     TNT-Bombenwerkstatt in Zschäpes Garage (Vermieter Polizist Apel), Gang in den „Untergrund“. (Friedensblick) Tabelle wurde auch auf Grundlage der Arbeit von „nachdenkerin“, politikforum, erstellt.

3 Gedanken zu „„Lebensläufe“ (1994-1998) der „Uwes“ und Beate Zschäpe“

  1. 1995 :Da lernt Mundlos(spätestens) Thomas R. kennen. Thomas S. macht schon ’91/92 mit dem Trio Bekanntschaft. http://www.nsu-watch.info/2012/10/mittendrin-statt-nur-dabei/
    Ab Januar ’95 wird Brandt als „geheimer Mitarbeiter“ geführt, obwohl er das nicht unterschrieben hat. Erster Kontakt und erste Zahlung waren bereits am 9.August’94
    ( „Das Zwickauer Terroer Trio“, S.31 )

    13. Februar 1995 :Die Kruezverbrennung/Klan-Gründung war im September ’91.

    07. Mai 1996 :Das „Kühnen-Gruss-Verfahren“ war ein Sammelverfahren, sollte man vielleicht dazu sagen.

    18.06.1996 :incl Landser-CD’s

    24.11./25.11.1997 :Befehlsverweigerung !

  2. Thomas Richter war schon offiziell seit mindestens 1994 V-Mann. 2012 wurde er angeblich abgeschaltet, hat 18 Jahre den edlen Staatsdiener gemacht. Vermutlich wurde er bereits nach dem Verbot der NF – die er unterstützte, er hatte (zuerst) einen guten Draht zu Meinolf Schönborn – zum Spitzel. Vielleicht auch schon währenddessen. An Schönborn waren schon diverse Spitzel dran.

    Bei Carsten Szczepaski ist auch nicht ausermittelt, ob er nicht schon früher Spitzel war. Hinweisen darauf könnte, daß es Anfang 1992 zwei Razzien gab, in deren Folge Szczepanski (Rohrbombenfunde in Berliner Wohnung, Zündvorrichtungen, Sprengstoff-Substanzen) über Hintermänner des Klans in den USA und Sympathisanten hierzulande beim BKA auspackte. Für seine Kooperation stellte ihm das BKA eine Einstellung des Verfahrens wegen „tätiger Reue“ in Aussicht. Auch erklärte er sich bereit, über die Herkunft seiner Bomben Erkundungen einzuholen.

    Gequatscht hat er also jedenfalls schon vorher kräftig.

    Ich verstehe nicht recht, warum hier in diesem Blog Spitzel, die nachweislich in kriminelle Aktivitäten involviert sind, nicht voll ausgeschrieben werden, „Verdächtige“ jedoch schon.

  3. email vom 08.1.14:

    Sehr geehrte Damen und Herren vom Ilmenau-Kolleg,

    seit längerem recheriere ich über den National-Sozialistischen Untergrund (NSU) und veröffentliche meine Erkenntnisse auf meinen privaten Blog „Friedensblick“. Ich hoffe, Sie können mir meine Frage zu Ihrem ehemaligen Schüler Uwe Mundlos beantworten:
    Ab wann war er an Ihrem Kolleg? Ab 1995 oder 1996?
    Die Kolleg-Leiterin Barbara Gobsch sagte, dass Uwe Mundlos am „17. Dezember 1997 (…) sein letztes Halbjahreszeugnis“ erhielt (1). (…)

    Viele Grüße

    Georg Lehle

    (1) (südthüringen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.