Venezuela: Sozialismus schafft 50% Inflation!

Die politische Linke kritisiert zurecht die Verbrechen des Kapitalismus. Sie kann aber aus ideologischer Verblendung das Grundproblem nicht erkennen: Es ist das Vorrecht der Geldbesitzer, durch Zurückhaltung von Bargeld, Zinsen zu erpressen. Dieses Versagen hat eine historische Dimension und Tradition, zu beobachten schon der Weimarer Republik: Dort befürwortete die SPD die Spar-Politik von Kanzler Brüning und trieb Menschen in Arbeitslosigkeit, bittere Armut (florian-wilde). Später im real existierenden Sozialismus des Ostblocks wurden (wie im Westen) durch Zinswirtschaft riesige Geldvermögen und Verschuldungen verursacht. Daraufhin druckte man Geld, schrieb Preise fest und ordnete Produktion von Waren an. Damit wurde die Inflation zwar offiziell unter der Decke gehalten, im Schwarzmarkt sahen die Preis anders aus. Diese linke Politik kann leider auch in Venezuela beobachtet werden.

Das Grundproblem ist die Möglichkeit, Bargeld zurückzuhalten

„In der ehemaligen UdSSR zum Beispiel wurde Ende der 80er Jahre der ganze Geldbestand auf 300 Mrd. Rubel geschätzt. Die monatliche Endnachfrage der Haushalte aber lag nur bei etwa 30 Mrd. Dieser Betrag ergab sich auch, wenn man das durchschnittliche Monatseinkommen in dieser Zeit von etwa 230 Rubel mit der Zahl der Erwerbstätigen multiplizierte. Die vorhandene nachfrageberechtigte Bargeldmenge war also rund zehnmal größer als die monatliche Endnachfrage.“ (Helmut Creutz, das Geldsyndrom)

Diese baren Mittel waren die Ursache von Versorgungsengpässen.

„Solange das zuviel vorhandene Geld aus dem Geldkreislauf zurückgehalten wird, ist es für das wirtschaftliche Geschehen bedeutungslos. Kommt es jedoch zu ungewöhnlichen politischen Entwicklungen oder verbreiten sich Gerüchte über Preisanstiege oder Geldumtausch, dann nimmt die Aktivierung dieses Geldüberhangs zu. Das heißt, man steigt aus der Hamsterung von Geld in die von Gütern um. Da aber das gegebene Angebot von Gütern und Leistungen dieser zusätzlichen Nachfrage nicht entspricht, kommt es zu Versorgungsengpässen.“ (ebd)

Auch das Anlegen von Geld bei Banken war attraktiv, angesichts festgeschriebener Preise. Schon in den 70er Jahren gab es in der UdSSR Zehntausende von Rubelmillionären. Sie lebten von ihren Zinseinnahmen! (das Geldsyndrom, S. 170) Die Folgen der Kehrseite, die Überschuldung, waren verheerend.

„Natürlich waren die Folgen der Zinsbelohnung im Osten nicht anders als bei uns: Diejenigen, die bereits zuviel Geld hatten und es verleihen konnten, bekamen noch mehr Geld dazu. Denjenigen, denen Geld fehlte und die es sich leihen mussten, wurde noch mehr genommen. Und da auch im Ostblock nur verteilt werden konnte, was erwirtschaftet wurde, mussten die Arbeitsleistenden die Zeche bezahlen.“ (ebd)

Für die Ahnlungslosigkeit linker Politiker über die Hintergründe steht das Zitat des damaligen „Wirtschaftsfachmannes“, des SPD–Politikers Erik Nölting. Nachdem die Weimarer Republik unter Inflation und Deflaton litt, ergab seine Analyse:

„Die Geldkrisen sind im wesentlichen interne Vorgänge im Bereiche des Kapitals, häuslicher Hader der Bourgeoisie, ein sich in einer höheren Region vollziehendes und sich selbst aufhebendes Kampfspiel.“ (ebd)

Leider hat sich am Erkenntnisgrad bis heute nicht allzu viel verändert. Karl Marx trug zur Missachtung der monetären Problemursachen erheblich bei.

„Nicht nur durch seine Fehlannahme, dass die Ausbeutung des Menschen mit dem Produktionsmitteleigentum zusammenhänge. Auch seine Einschätzung des Geldes als Äquivalent für Leistungen und Güter ließ ihn die Überlegenheit des Geldes nicht erkennen.“ (ebd)

Im Moment zeigt die Entwicklung in Venezuela, dass bis heute nichts dazugelernt wurde. Das lateinamerikanische Land wird seit vielen Jahren von demokratisch legitimierten linken Politikern regiert; die Situation der Armen besserte sich. Jedoch leidet die Bevölkerung unter einer hohen Inflation und Versorgungsengpässen. Beispielsweise ging dem ölreichen Land das Kloopapier aus. Als Reaktion wurde die Produktion verstaatlicht (n-tv).

Das Portal „Amerika21“ berichtet über eine linke Regierung, mit erschreckender Ahnungslosigkeit über grundlegende Zusammenhänge:

„Venezuelas Regierung bekämpft Inflation

(…) Angesichts einer Inflationsrate von knapp 50 Prozent soll durch umfassende staatliche Kontrolle die Spekulation eingedämmt, die Verknappung von Gütern bekämpft und das Preissystem korrigiert werden. „Wir werden jede Ecke durchsuchen, um die Preise bis zum letzten Produkt zu sehen“, erklärte Maduro. Man wolle dabei „bis zur letzten Stufe der Produktions-, Verteilungs- und Vemarktungskette gehen“, betonte der Präsident. Unternehmen, die beschuldigt werden, Waren zu horten, sollen einer zivil-militärischen Aufsicht unterstellt werden.

(…) Die Warenhortung gehe Hand in Hand mit einem Schwarzmarkt, auf dem die Preise mittels verschiedener Spekulationswebseiten festgelegt werden – weit über den gesetzlich festgelegten für Waren des Grundbedarfs. Die Betreiber solcher die Inflation anfachenden Webseiten sollen nun die Basis ihrer Preise offenlegen müssen. Ihre „verschwörerischen Mechanismen“, so Maduro, würden streng überprüft werden. zum weiterlesen zu amerika21

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